Die verlogenen Statistiken des Alfred Kinsey

Alfred Kinsey hat mit seinen soziologischen Untersuchungen die Grundlage für die „postmoderne Sexualität“ gelegt. Leider wird in Deutschland selten darüber gesprochen, auf welch perverse und verlogene Weise seine Statistiken entstanden sind. Zu den wenigen kritischen Kinsey-Forschern gehört Judith Reisman, deren Buch Sexual Sabotage: How One Mad Scientist Unleashed a Plague of Corruption and Contagion on America 2010 erschienen ist. Ergebnisse ihrer Untersuchungen werden in dem Salvo-Artikel „Lie Charts“ zusammengefasst: Salvo_18_Lie_Charts.pdf.

In deutscher Sprache ist der Artikel „Hört ihr die Kinder weinen?“ im Jahre 2010 erschienen. Ein Zitat:

In Kinseys Fragebogen wurde niemand gefragt, ob er diese oder jene sexuelle Erfahrung gemacht habe. Er wurde nur gefragt, wann er diese oder jene Praktik ausgeübt, wann er außereheliche oder gewalttätige oder sadistische Erfahrungen gemacht und wann er mit Personen des eigenen Geschlechts, mit Kindern und Tieren sexuell experimentiert habe.

Der englische Kinsey-Biograf Jonathan Gathorne-Hardy, einer der wenigen, der Zugang zum bis heute geheimgehaltenen Kinsey-Archiv bekam, bemerkt: „Er [Kinsey] ging immer davon aus, dass Menschen alles praktiziert hatten. Es war niemals: Hatten Sie Sex mit einem Tier, sondern: Wann war es das erste Mal, dass Sie Sex mit einem Tier hatten? Wenn man das nicht hatte, war es okay; wenn man es hatte, hatte er [Kinsey] Sie in der Hand.“

Kinsey und seine Mitarbeiter machten die Erfahrung, dass sie wesentlich leichter an Daten von „unkonventionell lebenden Menschen“ kommen konnten als an Daten von durchschnittlichen College-Studenten oder von verheirateten Müttern oder Vätern, obwohl diese damals die Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung ausmachten. Schon aus „praktischen Gründen“ zog das Kinsey-Team deshalb die Befragung von Prostituierten, Homosexuellen, Gefängnisinsassen und Menschen der „Unterwelt“, wie Kinsey sie nannte, vor.

Aufgrund ihrer Befragungen kam das Kinsey-Team u.a. zu folgenden Schlussfolgerungen:

95% aller US-amerikanischen Männer sind Sexualstraftäter, 69% Stammkunden bei Prostituierten, 37% hatten schon mindestens eine homosexuelle Erfahrung bis zum Orgasmus, 17% der Farmer hatten Sex mit einem Tier.

Kommentare

  1. Andreas meint:

    … und weil Kinsey wußte, dass die Menschen aus dem „Sein“ oft ein „Sollen“ ableiten (=naturalistischer Fehlschluss), wollte er eine möglichst hohe Zahl von homosexuell empfindenden „wissenschaftlich ermitteln“. Denn wenn 10% der Menschen so empfinden, kann es ja nicht soooo verkehrt sein.

  2. Gast auf Erden meint:

    Wie wäre es mit einer Informationsreihe für Ihre geneigten Leser: „Die schrecklichsten Naturwissenschaftler der Geschichte“ und einem zweiten Teil „Die schrecklichsten Geisteswissenschaftler (beide Male ‚Wissenschafter‘ für unsere Freunde in der Alpenrepublik) der Geschichte“?

    Beginnend mit Charles Darwin und Karl Marx. Das wäre doch was! Alle Fehler, die diese Leute gemacht haben, in einem Brennspiegel des wahren Glaubens erfasst.
    Und danach eine Wort-für-Wort Widerlegung der „Kriminalgeschichte des Christentums“ von Deschner. Das kann ja wohl nicht so schwer sein. Zumindest bei Letzterem.

  3. Jürgen meint:

    @Gast auf Erden

    In der Tat, warum nicht? Ist ja in der Tradition der Aufklärung: „Sie steht für das Bestreben, durch den Erwerb neuen Wissens Unklarheiten zu beseitigen, Fragen zu beantworten und Irrtümer zu beheben.“ (Wikipedia)

  4. evastochter meint:

    An „Gast auf Erden“, zum engsten Kreis der „Naturwissenschaftler“ bzw „Geisteswissenschaftler“ gehört unbedingt noch
    Sigmund Freud,der ja auch nachhaltig viel Verwirrung(und Unheil) gestiftet hat.

  5. Gast auf Erden meint:

    Ja evastochter, Sigmund Freud hat sehr viel neues Wissen und Erkenntnis gesammelt und geschaffen. Und man sollte doch mehr glauben denn wissen, oder zumindest sein Wissen vom Glauben her mehren. Wenn ich nur sicher genug an etwas glaube, weiß ich es schließlich und endlich auch; zum Beispiel was wahr ist und was nicht wahr ist. Obschon die Naturwissenschaften ja behaupten mit Experimenten und Mathematik auf des sicheren Seite des Wissens zu sein, wer weiß schon, wie ein Chi-Quadrat-Test funktioniert, oder eine kompetitive Hemmung in eine nichkompetitive Hemmung des Substrats manipuliert werden kann, oder warum ein Plasmid als Genfähre missbraucht Werden kann? Man muss glauben, dann wird alles gut.

  6. Andreas meint:

    @ Gast auf Erden,
    Deine Gegenueberstellung von „Glauben versus Wissen“ ist inkorrekt.

    „Glauben“ spielt – in Form von „Grundannahmen“, Motivation für Forschung, sowie bei den Antworten auf Grundfragen – bei Vertretern jeder Weltsicht (und damit sowohl bei atheistischen wie bei christlichen, hinduistischen etc Wissenschaftlern) dieselbe Rolle.
    Kritik ist aber zu ueben, wenn die Methoden falsch angewendet werden, oder wenn das Vorgehen unlauter ist, oder die Schlüsse aus den Daten nicht logisch sind.

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