Die weiche Wissenschaft

In der Zeitschrift SCIENCE ist eine Untersuchung veröffentlicht worden, deren Ergebnis die Fachwelt schockieren dürfte. Nachgewiesen wird dort nämlich durch Stichproben, dass von 100 psychologischen Studien 61 nicht reproduzierbar sind. Die Psychologie ist eine weiche Wissenschaft, die sich hervorragend dafür eignet, zu finden, was man finden will.

Science veröffentlichte Untersuchung eines 269-köpfigen Teams um den amerikanischen Sozialpsychologen Brian Nosek. Das Resultat schockiert eine Disziplin, deren Ansehen nach diversen Betrugsfällen ohnehin nicht das beste ist. Dieser Hinweis durfte in keinem Bericht über die Arbeit des Nosek-Teams fehlen, genauso wenig wie die Forderung, es müsse sich dringend etwas ändern in der experimentellen Psychologie, auf dass mehr Geld, Reputation und Mühe in die wiederholende Überprüfung ihrer Studien gesteckt werde.

Mehr: www.faz.net.

Kommentare

  1. Naja, ob das so etwas Neues ist, was da jetzt rausgekommen ist. Und auch in diesem Blog werden psychologische Studien, die einem in den Kram passen, als Wahrheit gesehen(Bsp.: Belksy, Studien zur frühkindlichen Fremdbetreuung).
    Unterm Strich sollte man sich einfach selber die Mühe machen, mal die Originalstudien zu lesen(der FAZ-Artikel gibt übrigens die Ergebnisse der Studie nur sehr verkürzt wieder, das merkt man wenn man sich mal den Abstract zur Gemüte führt), und dann am besten noch schauen ob es Studien gibt, die versucht haben das zu reproduzieren, oder ob es sogar Metaanalysen gibt.

  2. Man müsste aber auch mal fragen, ob es sich überhaupt um eine Wissenschaft handelt, zumal es bislang noch keinerlei allgemeine Übereinstimmung bezüglich der Definition des „Forschungsgegenstands“ gibt. Sprich: Was ist die Psyche, die diese „Wissenschaft“ untersuchen will? Es gibt verschiedene Ansätze, aber keine Übereinstimmung.

  3. @Jonas: Nein, so weit lehnt sich die P. nicht aus dem Fenster. Sie beansprucht nur, das Erleben und Verhalten des Menschen zu untersuchen.

    Liebe Grüße, Ron

  4. @Jonas
    Psychologie ist keine Wissenschaft, weil es keine übereinstimmende Definition von „Seele“ gibt? Dann ist Biologie auch keine Wissenschaft (keine übereinstimmende Definition von „Leben“)! Frage doch auch mal einen Virologen danach, was sein Forschungsgegenstand eigentlich genau ist.
    Psychologie ist genauso empirisch angesetzt wie andere Wissenschaften, sie bezieht genauso andere Fachgebiete ein wie andere Wissenschaften …
    Aber was ihr Problem ist: Empirische Versuche mit Eingriffen am Probanden sind bei uns nicht so gerne gesehen – auch und weil es schon mal andere Zeiten gab.

    vg
    Peter

  5. Hallo!

    Aus eigener Betroffenheit weiß ich, wie ungenau Psychologie und Psychiatrie in der Analyse, Ausdeutung, Erklärung und Bestimmung des Menschen sein können. Wenn man sich wirklich mal tiefer damit beschäftigt, scheint es so zu sein, daß sehr, sehr viel aus der persönlichen Sicht des Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiaters heraus begründet und erklärt wird, also extrem subjektiv ist. Ich habe neuere Fachliteratur und war sehr erstaunt, daß bei einem Fallbeispiel mit einer Frau im Anamnesegespräch sogar darauf geachtet wurde, welche Ohrringe sie trägt, welche Kleidung sie allgemein anzieht, ob es „altmodische“ oder „moderne“ Kleidung sei. Es ist doch sehr, sehr unterschiedlich, wer was als „altmodische Kleidung“ ansieht und wer nicht …

    Wenn ich mit Menschen ins Gespräch komme und man mich fragt, was ich arbeite, muß ich leider immer mit Scham sagen, daß ich erwerbsunfähig bin auf Grund einer psychischen Erkrankung. Wenn man mich dann fragt, welche Erkrankung das sei, komme ich echt ins Schwitzen, denn bei ein und demselben Störungsbild und bei ein und denselben Symptomen bekam ich innerhalb von knapp 6 Jahren viele unterschiedliche Diagnosen einschließlich der Differenzialdiagnosen. Das Interessante ist, daß sich die Diagnosekriterien der einzelnen Erkrankungen/Störungen zum (Groß-) Teil widersprechen. So, was nun? Im Grunde darf ich mir die „Störung“ heraussuchen, die mir am besten gefällt. Unter anderem wurden folgende Diagnosen gestellt:

    Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Typ F60.31)

    Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung

    Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Paranoide Schizophrenie

    Psychose aus dem SFK

    Depression

    (Schwere) Depression

    Störung der Sexualpräferenz im Kindesalter (Ich bin schwul)

    Generalisierte Angsstörung

    Perssönlichkeitsstörung (nicht näher bezeichnet)

    So geht das dann weiter … Ich vertraue keinem Psychologen, psychologischen Psychotherapeuten oder Psychiater mehr … Ganz schlimm ist es ja, wenn ich als Christ in der „Irrenanstalt“ anfange, von Gott und Teufel zu reden, OHNE wahnhaft oder ähnliches zu sein, denn dann bekommt man ganz schnell von der atheistischen Ärzteschaft das Brandmal „Wahnvorstellungen“ … Christen, die in einer der ganz wenigen christlich orientierten Psychiatrien arbeiten, haben mir schon in der Gemeinde gesagt, daß man als bibeltreuer Christ wirklich aufpassen muß, wem man was in einer „weltlichen Klinik“ sagt … Traurig …

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