Digitalisierung der Vatikanbibliothek

Es ist ein historisches Projekt. Den Abschluss der Digitalisierung der Vatikanische Bibliothek werden wir wahrscheinlich nicht mehr erleben, da es bei bisheriger Taktung noch mehr als 100 Jahre dauern würde, sämtliche Dokumente ins Internet zu bringen. Schade, dass ausgerechnet dem Vatican das Geld dafür fehlt, die Frequenz zu erhöhen. Da kommen sicher noch Schätze und Überraschungen ans Licht.

Das Unterfangen, die Apostolische Bibliothek des Vatikans zu digitalisieren, wird die spektakulärste Sammlung alter Bücher der Welt zugänglich machen. Die 1451 gegründete Bibliothek des Papstes hütet Schätze wie die als Vatikanischer Vergil bekannte 1600 Jahre alte Kopie der „Aeneis“ oder das älteste gebundene Heft des Lukas-Evangeliums sowie Seiten von Dantes Göttlicher Komödie, illustriert von Botticelli. Seit einigen Jahren laufen verschiedene Modernisierungsprojekte für die ehrwürdige Bibliothek, darunter eine Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg.

Der 53-Jährige koordiniert das Team, das die Wälzer Seite für Seite scannen und online der Welt zugänglich machen soll. 50 Leute, darunter Experten aus Japan, arbeiten an dem Projekt, das NTT selbst mit 18 Millionen Euro finanziert. „Wenn Geld keine Rolle spielen würde, könnten wir den Einsatz spielend auf das Fünffache ausweiten“, erzählt Massari. „Aber darüber hinaus würden wir wahrscheinlich nicht genug Experten mit den passenden Fähigkeiten finden.“

Vatikan-Archivare legen fest, welche Dokumente zuerst kommen und welche von der Digitalisierung ausgenommen werden, weil selbst das Öffnen die brüchigen Stücke zerstören könnte. Dann präparieren Restauratoren die Handschrift für den Scan im Labor. Der Scan selbst benötigt zwischen 60 bis 90 Sekunden pro Seite. Danach prüft laut Massari ein Tutor, ob die Details stimmen: Ist die Farbwiedergabe gut? Sind Seiten falsch herum oder gar vergessen worden? Sind alle Randnotizen, die Gelehrte vor Hunderten von Jahren hinterließen, abgebildet? Bei diesem Aufwand kann die Digitalisierung eines Manuskriptes eine Woche in Anspruch nehmen. Oder einen Monat.

Nach einer erneuten Prüfung durch Restauratoren wandert das Original anschließend zurück ins Archiv – idealerweise für immer. Wenn die Online-Bilder eine Top-Qualität lieferten, gebe es „nahezu null Bedarf“, die sensiblen Werke je wieder anzufassen, sagt Massari. Ein enormer Gewinn für Wissenschaftler weltweit – und auch für interessierte Laien, sofern sie denn mit handschriftlichem mittelalterlichen Latein oder Griechisch etwas anfangen können.

Mehr: www.n-tv.de.

Kommentare

  1. Ernst Rauter meint:

    Ja, die Armut der römischen Kirche ist sprichwörtlich. Die Schulden sind so hoch, dass sie in alle Ewigkeit nicht beglichen werden können.

    Bleibt zu hoffen, es kommen genug bettelarme Scherflein zusammen, damit dieses Projekt doch noch vorangetrieben werden kann.

    Ob der Vatikan dann auch die noch fehlenden Bücher oder Briefe der Bibel freigibt?

  2. rolf eicken meint:

    In einem Beitrag der ARD erfuhr ich vor etwa 2 Monaten, dass allein das Vermögen des Bistums München-Freising ca. 3,4 Mrd. Euro beträgt, so ist die „Armut“ der römischen Kirche wirklich beträchtlich. Und das ist nur ein Bistum von vielen in D.

  3. Geht es um bei den Beiträgen um die Vatikanbibliothek oder um das beliebte Katholiken Bashing?

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