„Drachenbrut“

Der Auftritt von Wolf Biermann gestern im Bundestag hat uns vorgeführt, wie geistig arm, opportunistisch und unfrei unsere Welt unter dem Eindruck der politischen Korrektheit geworden ist. Dass sie durch die political correctness nicht klüger, friedlicher oder besser geworden ist, sehen wir überall, z.B. im Deutschen Bundestag.

Danke Wolf Biermann! Ich hoffe, dass viele junge Leute von dir lernen, dass man mit Mut und Sprachgewalt gegen Gewalt und für die Freiheit kämpfen kann. Eine zweite Oktoberrevolution, das will ich hinzufügen, würde freilich keine Freiheit bringen.

Wer den Aufritt verpasst hat, findet ihn hier:

Kommentare

  1. Gast auf Erden meint:

    Politische Korrektheit ist immer eine Frage des Standpunktes. Es gibt ja genug Menschen, die gegen die „political correctness“ und den Opportunismuszwang der römisch katholischen Kirche zu verstossen wagen.
    Leider reagiert die katholische Kirche dann fast niemals so wie die Linke im deutschen Bundestag, oder dessen Parlamentspräsident, mit Schweigen oder vorsichtigem Hinweis auf die Regeln. Sondern mit sofortigem entfernen des politisch unkorrekten Subjekts. Aber ein deutscher Bundestag scheint da, inklusive Linksfraktion, etwas gnädiger gestimmt zu sein denn die römisch katholische Hierarchie. Und das ist auch gut so.

  2. Roderich meint:

    @Gast,
    bei der kath. Kirche ist so einiges erlaubt, bis man ausgeschlossen wird.
    Herr Biermann hat ja auch nicht auf die Abschaffung des Bundestages gedrungen, und hat auch nicht das Grundgesetz durch sein eigenes ersetzen wollen.
    Also vielleicht noch mal die Analogien durchdenken…

  3. Gast auf Erden meint:

    Ja, in der römisch katholischen Kirche ist einiges erlaubt; fragt sich nur für wen. Wenn ein Kleriker nicht gut tut und sich an Kindern vergreift, hat er wenig bis nichts zu befürchten. Oft genug wird er sogar von der Kirche geschützt vor Strafverfolgung.
    Wenn eine Laiin sich in die „falsche“ Person verliebt, nachdem ihr Partner sie verlassen hat, ists vorbei mit der Teilnahme an der Kommunion. Nur wenn sie ihren Mann umgebracht hätte, könnte sie nach angemessener Reue, Busse, etc., gleich wieder einen anderen Mann heiraten.
    Ja, Sie haben Recht, in der römisch katholischen Kirche ist einiges erlaubt; und Biermann durfte sein Sprüchlein im Bundestag auch aufsagen. Er wurde nicht von den Saaldienern entfernt.

  4. Schandor meint:

    @Gast

    Er wurde nicht von den Saaldienern entfernt.

    Vermutlich wäre es politisch gesehen ein noch größerer Schaden gewesen, deshalb nicht.

  5. @ gast…
    Man mag mancherlei an der röm.-kath. Kirche kritisieren, aber die Zeiten, als sie unliebsame Meinungen unterdrückt oder über alles einen Mantel des Schweigens gedeckt haben mag, sind längst vorbei. Einzelbeispiele sind da wenig stichhaltig: Die hier vorgetragene Kritik ist nicht mehr plausibel. Im Gegenteil: unter Franzikus I. wird mit vielen Theme recht offen umgegangen.

    Und natürlich konnte der BTP Lammert nix gegen Biermann unternehmen; das ist auch gut so! Es gibt eben auch immer wieder Leute, die sich nicht ´korrekt´ vereinnahmen lassen.

  6. Schandor meint:

    @Peter

    Stimmt. Du bist nur – und davon bin ich eigentlich überzeugt – nicht so naiv, zu glauben, die RKK habe auch nur einen einzigen demokratischen Gedanken dabei …

    Da bahnt sich ein ganz anderes Programm an. Nur dauert’s, und das lullt viele ein …

  7. Gast auf Erden meint:

    @ernst

    Lammert hat, mit demokratischer Legitimation durch unsere Stimmen, dort Hausrecht. Und wenn er so handeln würde, wie das die römisch katholische Kirche mit unliebsamen Menschen macht, hätte Biermann dort ohne Lammerts Erlaubnis nicht mal piep sagen können. Er wäre hochkant rausgeflogen, hätte Lammert katholische Massstäbe angelegt.
    Hat er aber souverän nicht gemacht, so wie die Linke Biermanns Abreaktionen nicht mit Blödsinn wie grossem Getöse oder gar Auszug, sondern mit eisigem Schweigen quittiert hat. Und das war auch gut so, inklusive Biermanns Ausfällen. So was muss eine gefestigte Demokratie und deren Vertreterinnen und Vertreter leicht aushalten können.

  8. Roderich meint:

    @Gast, ich glaube was Du sagst ist nicht realistisch. Schau Dich doch mal um, wieviele Katholiken was sagen dürfen, bevor was passiert? Die sind eigentlich schon viel zu liberal.
    Wie oben gesagt, wenn man das eigene Grundgesetz angreift (so auch die Satzung der Kirche etc.), muss man damit rechnen, dass das auf Dauer nicht gutgeht.

    Die Kirche würde Dir auch immer mehrere Gespräche anbieten etc.

    Aber Du kannst doch selber keine Kirche wollen, in der es EGAL ist, was die Vertreter sagen??

  9. Sebastian meint:

    Um mal zum Thema zurück zu kehren:

    Das Traurig an Biermanns Aussage ist, dass er in einem Punkt leider Unrecht hat. Die Link sind nicht der letzte Rest von dem was überwunden ist. Wie wenig überwunden ist sehen wir ja gerade leider in Thüringen…

  10. @Sebastian: Ich vermute, er wollte sagen: Die DDR ist überwunden. Das ist ja formal eine zutreffende Aussage. Richtig ist natürlich auch – und das meinst Du wahrscheinlich: der Sozialismus lebt.

    Liebe Grüße, Ron

  11. Hallo Ron,
    repräsentieren denn die Linken den Sozialismus? Ich bin mir da nicht wirklich sicher. Gelegentlich (!) habe ich eher den Eindruck, dass hier Ideen von spätpubertierenden Möchtegern-Intellektuellen verwirklicht werden sollen. Das ist jetzt keinesweg negativ gemeint. Vor einigen Linken habe ich hohen Respekt – auch wenn ich nicht ihrer Meinung bin.

  12. @peter: Da empfehle ich die Lektüre des Parteiprogramms, das es hier gibt:

    http://www.die-linke.de/partei/dokumente/programm-der-partei-die-linke/

    Aber sozialistische Ideen sind durchaus auch bei anderen Parteien zu finden.

    Liebe Grüße, Ron

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