Ein Plädoyer für die Katechese

201102031440.jpgAls ich vor einigen Tagen das Buch:

  • J.I. Packer u. Gary A. Parrett: Grounded in the Gospel: Building Believers the Old-Fashioned Way, Baker Book House, 2010

in die Hände bekam, bin ich zunächst erschrocken. Schon in der Einleitung loben die Autoren die Päpste Johannes Paul II. und Benedict XVI. und machen die Jungschararbeit in den evangelikalen Gemeinden mitverantwortlich dafür, dass der Durchschnittschrist von heute seine Glaubensgrundlagen nicht kennt. Je mehr ich mich jedoch in das Buch hineingelesen habe, desto stärker war ich beeindruckt. Die Autoren haben nichts gegen Kinder- und Jugendarbeit per se, sondern plädieren dafür, dass die systematisch-biblische Unterweisung wieder aufgewertet wird. Wir sind sehr geprägt von der Fast food-Kultur, auch im Gemeindeleben. Um der Lehre angemessen Raum zu geben, müssen – so Packer und Parett – die unterhaltsamen Anteile zugunsten der Katechese reduziert werden. Außerdem: Systematisch Lehren kann nicht jeder, sondern nur derjenige, der selbst mit dem christlichen Glauben vertraut ist. Leider spielt diese Qualifikation bei der Auswahl von Mitarbeitern heute oft nur eine untergeordnete Rolle, frei nach dem Motto: Hauptsache, es kümmert sich jemand um die Kinder. Die Autoren wollen gegen den Strom schwimmen und führen sehr überzeugend in die Grundlagen der Katechese ein.

Zu dem Buch, das Packer gemeinsam mit einem ehemaligen Studenten verfasst hat, schreibt der Verlag:

Historically, the church’s ministry of grounding new believers in the essentials of the faith has been known as catechesis – systematic instruction in faith foundations, including what we believe, how we pray and worship, and how we conduct our lives. For most evangelicals today, however, this very idea is an alien concept. Packer and Parrett, concerned for the state of the church, seek to inspire a much needed evangelical course correction. This new book makes the case for a recovery of significant catechesis as a nonnegotiable practice of churches, showing the practice to be complementary to, and of no less value than, Bible study, expository preaching, and other formational ministries, and urging evangelical churches to find room for this biblical ministry for the sake of their spiritual health and vitality.

Die Gospel Coalition schreibt in einer Besprechung des Buches:

Packer and Parrett move from history to explanation to application in their vision to see catechesis restored to the body of Christ. Anyone would benefit from reading Grounded in the Gospel for this is no dry exercise in educational theory within the church. Rather it is a thoroughly informed and passionate plea to fully comprehend the essence and faithfully apply the implications of the Gospel. Pastors, elders, and parents will benefit especially from the vision and strategy of this timely and important book.

Ich kann das Buch, das die Meta-Ebene immer wieder verlässt und allerhand konkrete Vorschläge für eine »Katechesierung« der Gemeinden unterbreitet, sehr empfehlen.

Kommentare

  1. Jürgen meint:

    Auf der Grundlage des Zitates: ja, stimmt. Es ist erstaunlich, wie schwierig es geworden ist, den Verantwortlichen in den Freikirchen, die ich kenne, klar zu machen, dass u. a. systematisches Bibelstudium wieder wichtig wird. Vor allem deshalb, weil man sich in der falschen Sicherheit darüber wiegt, dass man ja zu den „Frommen“ gehört, alles schon gehört hat und nicht wie die anderen ist. Die Decke wird immer dünner. Fatal…

  2. Christoph Heilig meint:

    (Vorneweg: Ich habe das Buch nicht gelesen, kann also sein, dass mein Beitrag nicht so sehr auf P & P zutrifft. Dann bitte ich um korrektur. Meine Gedanken beziehen sich allgemein auf eine „Katechesierung“ der Gemeinde:)

    Ich sehe das Problem, das Packer & Parett wohl sehen, durchaus auch – trotzdem bin ich noch ein wenig skeptisch, ob das, was sie als Lösung anbieten, das tatsächlich bringt:

    Ich finde diesbezüglich die Unterscheidung von N.T. Wright sinnvoll, der zwischen dem eher unbewussten „worldview“ und eher bewusst vertretenen „basic beliefs“ differenziert: Den „worldview“ kann man analysieren, indem man Praxis, Symbole, Antworten auf grundlegende Fragen und die erzählte Geschichte, analysiert. „Basic beliefs“ ist das, was jemand antworten würde, wenn man ihn nach dem fragte, was er glaube – dahinter steht nach Wright aber der „worldview“. Manche „basic beliefs“ hält man für so zentral, dass man meint, man könne den „worldview“ nicht beibehalten, gäbe man einen von diesen „basic beliefs“ auf. Beispiel: Viele würden sagen, dass der christliche „worldview“ nicht (zumindest nicht in sich stimmig) bestehen kann, wenn man den „basic belief“ der Trinität aufgibt. Weiter verweist Wright dann auf „consequent beliefs“, die aus den „basic beliefs“ folgen und im Hinblick auf welche durchaus eine größere Vielfalt besteht (Beispiel wäre vllt. die Tauffrage). (Ich hoff, ich hab das jetzt so einigermaßen korrekt wiedergegeben – nachzulesen u.a. in „The New Testament and the People of God“.)
    So, lange Rede – kurzer Sinn:
    Ich habe dass Gefühl, dass gerade in evangelikalen Kreisen viel zu oft versucht wird, Unterweisung im christlichen Glauben mit den „consequent beliefs“ anzufangen. Resultat ist oft eine ziemlich verschobene und teilweise auch verschrobene Weltsicht. Ich habe aber auch meine Zweifel, dass es pädagogisch so sinnvoll ist, mit den „basic beliefs“ anzufangen – nicht wenige dieser Basic-Kurse haben ja auch z.B. die Trinität als Startpunkt. Meine Zweifel sind nun, ob das die richtige Richtung ist: „basic believes“ -> „worldview“. Also: Wenn der Christ, der frisch im Glauben ist, eine gute systematische Theologie verinnerlicht bekommt, dann wird er schon auch den richtigen „worldview“ haben. Ich kann es zwar einerseits verstehen, dass man gerne eine „Abkürzung“ hat, sprich: Wer will denn seiner Christenlehre schon eine ellenlange Einführung ins frühe Judentum voranstellen? Wieso denn auch mit einer Verkündigung a la Apostelgeschichte anfangen und dann die neuen Christen all die mühsamen Schritte zu den „basic belieds“ selbst gehen lassen, welche die frühe Christenheit viel Reflektion gekostet hat? Wie geagt: Das will ja eigentlich keiner und es wäre schön, wenn es anders funktionieren würde. Aber ich habe das Gefühl (und arg viel absoluter möchte ich mich mal nicht ausdrücken), dass dem eben nicht so ist: Man vergleiche mal das Verständnis von der Gottheit Jesu eines x-beliebigen Gemeindeglieds, mit der Überzeugung, die sich bei Paulus aufgrund seiner jüdischen Weltanschauung, seiner Erfahrungen und seiner gelebten Frömmigkeit gebildet hat. Bei Paulus steckt eben etwas dahinter hinter dem „basic belief“. Aber wenn man diesen einfach aus diesem Kontext herauslöst und isoliert versucht zu kommunizieren… hm, also wie gesagt: Ich habe da meine Probleme mit.

  3. @Christoph: So ganz verstanden habe ich Dich nicht. Aber ich ahne, worum es Dir geht. Ich glaube, P&P berücksichtigen das. Sie sprechen u.a. von Frameworks (Anordnung des Stoffes), z.B. die Wahrheit über Gott, die Wahrheit über uns selbst, die Geschichte des Reiches Gottes usw., und Prokatechese, Katechese und weitergehender Katechese.

    Im Übrigen finde ich, dass die Trinität oder die Schöpfer-Schöpfung-Unterscheidung ein guter Startpunkt sein könnte. 😉

    Liebe Grüße, Ron

  4. Christoph Heilig meint:

    Ich finde es gut, wenn man sich bei der Vermittlung systematisch-theologischer Inhalte viele Gedanken über die Anordnung etc. macht. Nur scheint mir dabei die Differenzierung, wie sie z.B. Wright vorgeschlagen hat, eigentlich durchgehend vernachlässigt.

    Die Frage, die ich mir stelle, ist eben:
    Wo sind all diese (sicherlich wichtigen) Inhalte einzuordnen:
    Sind sie Teil des christlichen Woldviews? Oder: Sind sie eher Teil von (durchaus konsequent daraus abgeleiteten) Basic Beliefs?
    Die Schöpfer-Schöpfung-Unterscheidung nennt Wright beispielsweise (soweit ich mich erinnere) als integralen Bestandteil des Worldviews: Die „christian story“ („Story“ als ein Zugang zur Worldview-Analyse, s.o.) ist nicht erzählbar, wenn dieses Element fallen gelassen wird.
    Mit der Trinität sieht es m.E. etwas anders aus: Hierbei handelt es sich wohl eher um die Ausformulierung der Zusammenführung von mehreren Gedankensträngen aus dem christlichen Worldview. Grob vereinfacht: Die ersten Christen erlebten den Auferstandenen auf eine bestimmte Art und Weise und verkündigten ihn dementsprechend. Die Gottheit Jesu mag die logische Konsequenz aus der Story gewesen sein, die sie erzählten (also – Verkündigung: Jesus starb für unsere Sünden; Implikation: Er kann nicht normaler Mensch gewesen sein). Nach vielen, vielen Diskussionen war sich die Kirche dann relativ einig, wie diese verschiedenen Implikationen ihrer Weltsicht in einem Glaubenssatz zu formulieren sind.
    Dagegen habe ich auch überhaupt nichts.
    Problematisch wird es m.E. nur in der Kommunikation, wenn man nun auf dieser „Fertigprodukt“-Ebene ansetzt. Die Trinität mag ein sehr zentraler grundlegender Glaubenssatz sein, der die christliche Weltsicht zusammenhält, keine Frage. Aber dass er so essenziell ist wurde eben gerade dadurch klar, dass sich diese Weltsicht sonst nicht angemessen ausdrücken und verstehen ließ. Ein adequates Verständnis der Trinität müsste daher auch genau diesen Weg gehen: Von der Vermittlung der christlichen Weltsicht hin zu den daraus entstehenden Implikationen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass es ein Irrtum ist, diesen Weg zum Glaubenssatz einfach wegzulassen – irgendwie geht dabei doch etwas verloren. Zumindest mir geht es so: Ich kann eine ganze Menge über die Gottheit Jesu aus systematisch-theologischer Sicht lesen und kann’s doch nicht richtig begreifen. Was mir wirklich geholfen hat, sind hingegen Arbeiten, die versuchen nachzuzeichnen, wie ein Jude wie Paulus zu den Überzeugungen kommen konnte, die man exegetisch aus seinen Briefen erheben kann (Phil 2,5-11 usw.). Ich verstehe den Glaubenssatz nur angemessen, wenn ich die zugrundeliegende Weltsicht begriffen habe.
    Ich hoffe, das war jetzt etwas verständlicher… 😉
    Vielleicht ist das tatsächlich eine individuelle Sache und es geht nur Leuten wie mir so. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es vielen so geht, sprich: dass viele, die einfach nur diese Ebene der Glaubenssätze ‚lernen‘, nicht wirklich begreifen, worum es geht. Man kann ja einfach die Gegenprobe machen: Die Leute sollen mal von ihrem Glaubenssatz den Weg zum zugrundeliegenden Worldview nachzeichnen, also beispielsweise auf der Grundlage ihres Verständnisses von Dreieinigkeit erklären, wie ein Monotheist wie Paulus zu Aussagen kommen konnte, wie er sie eben an einigen Stellen macht. Ich glaube, da würden viele ziemlich leise werden. Und das wäre dann in meinen Augen ein eindeutiger Beleg dafür, dass die ‚Tiefenstruktur‘ dieses Glaubensinhaltes nicht erfasst werden kann, wenn man mit dem ‚basic belief‘ startet.

  5. Johannes Strehle meint:

    Soweit ich selbst und durch Freunde, Verwandte, Bekannte die evangelikalen Gemeinden in Deutschland überblicke, muss ich den Autoren recht geben, wenn sie „die Jungschararbeit in den evangelikalen Gemeinden mitverantwortlich dafür (machen), dass der Durchschnittschrist von heute seine Glaubensgrundlagen nicht kennt.“ Und wenn sie feststellen: „Leider spielt die(se) Qualifikation bei der Auswahl von Mitarbeitern heute oft nur eine untergeordnete Rolle, frei nach dem Motto: Hauptsache, es kümmert sich jemand um die Kinder.“ (Ausnahmen bestätigen jeweils die Regel.)
    Erfreulich, dass es wieder ein gutes englisches Buch gibt. Gibt es ein deutsches Äquivalent für Leute wie mich, deren Schulenglisch eingerostet ist und nie die Qualität erreichte, die für unsere Kinder selbstverständlich ist, oder für Leute, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind und Russisch statt Englisch gelernt haben?
    Was Christoph Heilig nach N.T. Wright (vermutlich auch nur englisch nachzulesen) über “worldview”, “basic beliefs” und “consequent beliefs” schreibt, finde ich interessant und, wenn ich es richtig verstanden habe, einleuchtend. In der Sache finde ich es nicht neu. Aber es ist immer gut und hilfreich, wenn jemand etwas systematisch durchdenkt. Auch ich habe den Eindruck, „dass gerade in evangelikalen Kreisen viel zu oft versucht wird, Unterweisung im christlichen Glauben mit den “consequent beliefs” anzufangen. Resultat ist oft eine ziemlich verschobene und teilweise auch verschrobene Weltsicht.“
    Ich habe allerdings den Eindruck, dass Christoffer (mit Wright?) die Katechese von Erwachsenen im Sinn hat, während es Packer und Parrett, wenn ich es richtig verstanden habe, um die Katechese von Jugendlichen geht.
    Und für Kinder und Jugendliche gilt, denke ich, mehr als für Erwachsene: Nicht alle lernen gleich gut nach demselben System. Es gibt Kinder, die leichter nach der Ganzwort-Methode lesen lernen, es gibt Kinder, die leichter nach der synthetischen Methode, und es gibt Kinder, die leichter nach der integrierten Methode lesen lernen. Und Mathematik nach der Mengenlehre usw. .
    Die Trinität hätte ich hätte ich meinen Kindern nicht so vermitteln können, wie Christoph es beschreibt. Die hätten mir geantwortet, dass die Trinität spätestens Maria klargeworden sein muss, wenn nicht schon Adam. Meine Frau und ich haben übrigens vier Kinder. Drei sind verheiratet und verantwortlich in Gemeinden engagiert. Das jüngste studiert noch. Alle mussten und müssen, wie auch die bisher acht Enkelkinder, mit dem Handicap leben, keinen professionellen Theologen zum Vater bzw. Großvater zu haben. In der Familie meiner Frau wimmelt es allerdings von professionellen Theologen.
    Ceterum censeo: Eltern können die Verantwortung für die christliche Erziehung, mit allem, was dazu gehört, nicht delegieren. Es ist wichtig, dass Gemeinden optimale Katechese anbieten, um die Eltern zu unterstützen. Doch wenn Gemeinden versagen, ist das keine Entschuldigung für die Eltern. Dann sind sie selbst, ggf. gemeinsam mit anderen Eltern, gefordert. Und: Die „Sonntagsschule“ ist wichtig, die „Alltagsschule“ ist noch wichtiger: Überzeugende Vorbilder, situationsbezogene Katechese und ihre Anwendung, Gespräch und Diskussion im Alltag. Da müssen “worldview”, “basic beliefs” und “consequent beliefs” einerseits auseinandergehalten und andererseits kombiniert werden.
    Zum Schluss im Auftrag unserer ältesten Tochter meine praktische Frage, die mir bisher niemand beantworten konnte: Gibt es, über die Katechese im engeren Sinn hinaus, gute (deutsche) Materialien auf der Grundlage biblischer “worldview” und Ethik, um die Eltern zu unterstützen? Zum Beispiel zu anderen Religionen, zur Frage der richtigen Religion, zur Erkenntnistheorie, zur Wissenschaftsgeschichte, zur Ideen- und Ideologiegeschichte, zur Musik, zur Informationsgesellschaft und Medienkompetenz, zur Kirchengeschichte usw. . Die Materialien müssen mindestens die Qualität guter Materialien für den Schulunterricht haben (mit Filmen, guten Powerpoint-Präsentationen), differenziert nach Unter-, Mittel- und Oberstufe. Die Jugendlichen dürfen auf keinen Fall mit evangelikaler „Sonntagsschule“ und „Jugendarbeit“ Grundschul- oder gar Kindergarten-Niveau verbinden. Für die Naturwissenschaften bietet „Wort und Wissen“ Materialien an.

  6. @Johannes: Danke. Das erwähnte Buch behandelt nicht nur die Katechese von Kindern und Jugendlichen.
    Liebe Grüße, Ron

  7. @Christoph: Ich verstehe Dich jetzt viel besser. Vielleicht liegt das auch daran, dass „basic belief“ in der Philosophie eine ganz andere Bedeutung hat. (NT W. ist ja dafür bekannt, dass er Themen und Begriffe neu und eigenmächtig besetzt.) Jetzt weiß ich, warum es Dir geht und ich stimme Dir grundsätzlich zu. Schlatter oder Lütgert sind z.B. diesen Weg gegangen. Das ist natürlich ein weites Feld. Ich glaube allerdings, wir dürfen da nicht zu hohe Ansprüche haben. Wir leben in einer Zeit, in der Gemeindeleuten auch basic beliefs fremd geworden sind.

    Liebe Grüße, Ron

  8. Roderich meint:

    @Johannes: Hier gibt’s eine kurze Einfuehrung in N.T. Wrights Hermeneutik: (24 Seiten, kostenlos online): http://www.churchsociety.org/churchman/documents/Cman_117_2_Stewart.pdf – leider aber auf Englisch.
    (So ab S. 14/15 geht’s dann ueber Worldview – basic belief – consequent belief).

  9. Roderich meint:

    @Johannes,
    offenbar hat N.T. Wright diese Unterscheidung von „worldview“, „basic belief“ und „consequential belief“ entfaltet im Klassiker „Das Neue Testament und das Volk Gottes“, welche(s)r im Maerz 2011 erscheint bei Francke – hat aber 900 Seiten, und ich denke, auf Ron’s Blog darf man das Buch nicht empfehlen: 😉

    http://www.amazon.de/Das-Neue-Testament-Volk-Gottes/dp/3868272429/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1297105286&sr=1-1

    Grundsaetzlich sollte man natuerlich die Glaubensinhalte auch erklaeren.
    Trotzdem halte ich – auch – das reine Auswendiglernen fuer sehr wichtig. Wenigstens weiss man dann, was man glaubt; das wissen ja die meisten schon nicht mehr.
    Im zweiten Schritt sollte man dann auch wissen, WARUM man glaubt, was man glaubt.

  10. @Roderich: Ich lese NTW differenziert, stehe dem kritischen Realismus nah und heiße zudem Widerspruch, Kritik etc. willkommen. 😉

    Liebe Grüße, Ron

  11. Christoph Heilig meint:

    Eine etwas (wirklich nur etwas…) detailliertere Darstellung findet man hier (http://wesley.nnu.edu/fileadmin/imported_site/wesleyjournal/2005-wtj-40-1.pdf) ab Dokumentseite 105.

  12. Johannes Strehle meint:

    @ Roderich und Christoph:

    Danke für die Hinweise!

    „Grundsaetzlich sollte man natuerlich die Glaubensinhalte auch erklaeren.
    Trotzdem halte ich – auch – das reine Auswendiglernen fuer sehr wichtig.
    Wenigstens weiss man dann, was man glaubt;
    das wissen ja die meisten schon nicht mehr.
    Im zweiten Schritt sollte man dann auch wissen,
    WARUM man glaubt, was man glaubt.“
    Zum Auswendiglernen:
    „Dem Auswendiglernen wird nachgesagt,
    dass dadurch zwar Informationen im Gehirn gespeichert werden,
    dass dieser Prozess aber kein aktives Wissen erzeugt.
    Jeffrey Karpicke und Janell Blunt von der Purdue-Universität in West Lafayette
    zeigen im neuen „Science“,
    dass das Auswendiglernen weit besser ist als sein Ruf (10.1126/science.1199327).“
    „Karpicke und Blunt schließen …,
    dass jedes Nachvollziehen von Lerninhalten
    das Gedächtnis verändert und ein wichtiger Lernprozess ist.
    Beim Auswendiglernen
    würden Kategorien für die einzelnen Informationen gebildet,
    die bei jedem Wiederholen geprüft und verfeinert werden.
    Lässt sich der Lerninhalt unter einer bestimmten Kategorie nicht mehr wiederfinden,
    werden neue und bessere Einteilungen gebildet.
    Dadurch entsteht eine Organisationsstruktur im Gehirn,
    mit der die Inhalte zuverlässig aufgerufen werden können.
    Das strukturierte Lernen
    vergrößere die Zahl der im Gedächtnis gespeicherten Zusammenhänge.
    Das Auswendiglernen schärft die Kategorien für das Wiederfinden.“
    FAZ 2.2.2011

  13. Roderich meint:

    @Johannes, vielen Dank! Das bestaetigt so ein „Gefuehl“ was ich in der Richtung hatte – Auswendiglernen ist gut… !
    Manche empfehlen z.B., den ganzen Heidelberger Katechismus auswendigzulernen.

    Der Vorteil ist, dass man waehrend des Auswendiglernens den Text automatisch 10 x wiederholt, und dann natuerlich gleichzeitig meditiert und kaut. Psalm 1: „Wohl denen, die Tag und Nacht ueber dem Wort Gottes meditieren…“

    (Meine Empfehlung waere: jedes Jahr einen Textabschnitt wie z.B. den ganzen Epheserbrief (ca. 4 Seiten in der Lutherbibel). Das ist gut schaffbar, und man hat auch genug Zeit, den Text zu wiederholen. (Das Wiederholen eines so langen Textabschnittes kostet naemlich auch Zeit.). Das Auswendiglernen selbst wird in jedem Fall zum Segen.

    (Und natuerlich sollte man auch versuchen, besser zu verstehen, WARUM man glaubt, was man glaubt… Also Auslegung dazu lesen falls noetig. Das eine tun, das andere nicht lassen).

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