EKD diskutiert Familie

Bei einem öffentlichen Symposium gehen Theologen auf Distanz zum umstrittenen Familienpapier: Die Form Ehe dürfe nicht abgewertet werden. Insgesamt aber zeigt auch diese Auseinandersetzung, dass es innerhalb der EKD jeder schwer hat, der der Schrift normative Autorität zuspricht.

Matthias Kamann hat für die WELT die Dispute beobachtet und weist darauf hin, dass auch Härle und Druck geraten ist.

Der Mainzer Neutestamentler Friedrich Wilhelm Horn schließlich bemängelte, dass das Verhältnis von Form und Inhalt nicht klar werde. Wenn das Familienpapier nicht die Form Ehe, sondern den Inhalt fürsorglicher Gerechtigkeit in allen möglichen Beziehungen betone, werde der formale Akt des Heiratens faktisch negativ bewertet.

„Die institutionelle Form der Ehe“, so Horn, „empfängt eine nicht weiter begründete Abwertung, da sie anderen Lebensformen gleichgestellt wird.“

Doch hielten sich die Theologen nicht lange mit der Kritik des Papiers auf, sondern stiegen in eine anspruchsvolle Debatte darüber ein, was genau sich heute der Bibel an Vorgaben für die Wertschätzung der lebenslangen Ehe entnehmen lasse. In die Defensive geriet Härle mit seinem Anspruch, durch den Bezug auf Jesus klare Leitlinien gewinnen zu wollen. Zumal Gerber und Horn zeigten, wie widersprüchlich, zeitgebunden und daher interpretationsoffen die biblischen Texte sind.

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