Emerging Church (1989–2010)

Anthony Bradley meint, das Ende der Emerging Church-Bewegung sei gekommen:

The emerging church movement has ended. Andrew Jones, a leader of the movement in the U.K., wrote about the demise at the end of 2009. Rob Bell, the founding pastor of Mars Hill Bible Church in Grand Rapids, Mich., delivered an April 4 sermon on the Resurrection that marks, in my opinion, the end of an era. Bell recounts how Mars Hill started out to be a different kind of church without the baggage of watered-down “seeker” churches and the religious legalism of “traditional” churches. In a moment of wonderful honesty Bell admitted that Mars Hill had become a big institution that wounded people in similar ways as the churches many Gen-Xers swore they would not mimic. Jones affirms much of Bell’s experience on his blog.

Bedeutsamer scheint mir diese Anmerkung zu sein:

Because post-modernism as movement is dead as scientific realism emerged as a recent culture-shaping philosophical movement, the generation of Christians struggling to meet the challenges of post-modernism, instead of yelling at it hoping it would go way, are shifting as well to address a world asking different questions. While the effects of the emerging church movement will linger for some time we will begin to see books praising and attacking the movement go out of movement go out of print.

Für Christen eröffnete sich die Chance, vorauszudenken, anstatt hinter her zu laufen.
Hier der vollständige Artikel von Anthony Bradley: online.worldmag.com.

Kommentare

  1. Jürgen meint:

    „While the effects of the emerging church movement will linger for some time…“

    Das ist m. E. der entscheidende Satz. Die Saat ist aufgegangen und, wenngleich die Bewegung – in den USA – möglicherweise stirbt, die Ideologien difundieren weiter durch Kirche und Gemeinde, auch wenn sie nicht mehr namentlich genannt werden können. Meiner Meinung nach werden wir noch damit zu tun haben, in der einen oder anderen Form.

    Eine andere Frage stellt sich: was kommt jetzt..?

    Gruß, Jürgen

  2. @Jürgen: Da die Bewegung keine wirklich neuen Ideen oder Ansätze vertreten hat, sondern vorhandene Positionen unter einem Label vermarktete, kannst Du davon ausgehen, dass die Ideen schon vorher da waren und noch lange präsent sein werden. Der postmoderne Romantizismus ist akademisch zu seinem Ende gekommen, unsere Lebenskultur wird er noch lange bestimmen.

    Was jetzt kommt? Ich habe das so „gefestigte Vermutungen“. Nur so viel: Mit dem „Kuschelchristentum“ ist es bald vorbei.

    Liebe Grüße, Ron

  3. Alexander meint:

    Das ist ja hübsch. Ich packe gerade meine Sachen, um auf eine Konferenz zu fahren, die *was* zum Thema hat … ?

  4. Roderich meint:

    Lutz v. Padberg sagte mal (ich glaube in einem Buch ueber Feminismus): auch wenn der Kampf um eine Ideologie beendet zu sein scheint, sagt das noch nicht, dass sie nicht mehr vorhanden ist. Eventuell ist sie inzwischen so akzeptiert und integriert in das vorherrschende Denken, so etabliert, dass sie quasi „ueberall“ vorhanden ist, und nicht mehr explizit genannt werden muss, um zu wirken.

    Das postmoderne Denken hat allerdings so eine Art „Selbstzersetzungseffekt“. Wenn man lange genug alles relativiert, ist auch die eigene Sicht bald nur noch relativ und daher bald nicht mehr da. Das heisst, Postmoderne (emergente) verschwinden von selbst. Wenn man sich irgendwann mal vollkommen an die Welt angepasst hat, ist man ja nicht mehr von ihr zu unterscheiden, und daher auch nicht mehr „relevant“, und daher auch nicht mehr anziehend, und kann ohne Verluste ignoriert werden – denkt man sich dann als Nichtchrist (zu Recht).

    Das „klassische“ Denken, bei dem man von absoluter Wahrheit ausgeht, wird also sicher wieder populaerer werden. Allerdings werden Leute bald mehr gefordert sein, sich zu entscheiden, auf welcher Seite sie stehen wollen. So „billig“ wie frueher wird es bald nicht mehr sein, sich zum bibeltreuen Christentum zu bekennen.

  5. Jürgen meint:

    @Ron

    Du hast sicherlich recht. Allerdings, auch wenn es keine neuen Ideen sind, so hat man jetzt (wieder) plakative Etiketten, die auch benutzt werden, und nur die wenigsten verstehen in meiner Erfahrung die Zusammenhänge, weil se die Hintergrunde nicht kennen. Unter diesen Umständen werden ganze Gemeinden auf „neuen“ Kurs gebracht. In der Tat, ich teile Deine Vermutung: mit dem Kuschelchristentum geht es zu Ende. Vielleicht auch gut so, denn dann wird der/die Gläubige mal wieder gefordert.

    @Roderich

    Recht hat er, der Herr von Padberg.

    Gruß, Jürgen

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