Englands repressive Toleranz

Paul Diamond, Rechtsanwalt in England, hat sich auf die Themen freie Meinungsäußerung und Religionsfreiheit spezialisiert. In einem Beitrag für das bald erscheinende Jahrbuch zur Christenverfolgung heute spricht er über eine Verschiebung beim Toleranzverständnis in seinem Heimatland.

Zunächst schildert Diamond den Fall Hammond. Hammond war ein 69 Jahre alter Straßenprediger, der 2001 während einer Predigt von einer Menschengruppe umzingelt und mit Wasser bespritzt und mit Dreck beworfen wurde. Die Polizei traf ein und verhaftete ihn, da er selbst Auslöser des Angriffs gegen ihn gewesen sei (wobei von den Angreifern niemand verhaftet wurde). Die Polizisten gaben im Gerichtssaal zu Protokoll, dass sie nicht sicher gewesen seien, ob sie Hammond hätten beschützen oder verhaften sollen. Hammond wurde vom Gericht für schuldig erklärt und musste eine Geldstrafe zahlen. Kurz nach dem Gerichtsurteil kam Hammond ins Krankenhaus und verstarb.

Diamond schreibt weiter:

Der Fall Hammond lenkte meine Aufmerksamkeit auf die juristische Opposition gegen den christlichen Glauben und den steigenden Trend der Diskriminierung gegen Christen im Allgemeinen. In den darauf folgenden 10 Jahren hat sich die Auslegung des britischen Rechts gegenüber dem christlichen Glauben weiter verschärft. Diese Entwicklung wurde von staatlich finanzierten Organisation mitgetragen.

Im Jahre 2005 hat die mit staatlichen Geldern stark geförderte British Broadcasting Corporation (BBC) die Show Jerry Springer: The Opera ins Fernsehen gebracht. In dieser Sendung wird Jesus als jemand dargestellt, der schwul ist, eine Windel trägt und sich in einer sexuellen Beziehung befindet. Daraufhin erreichten die BBC 55.000 Beschwerden (die größte Menge, die sie jemals erhalten haben); die BBC machte jedoch ihr Recht auf freie Meinungsäußerung geltend. Als einer der Beschwerdeführer klagen wollte, benutzte die BBC das Geld von Steuerzahlern, um einige der teuersten Anwälte Englands zu engagieren, was das Scheitern der Klage zur Folge hatte. Danach zog die BBC es in Erwägung, den Ankläger in den Bankrott zu treiben.

Etwas später trat Charles Moore (ehem. Herausgeber des Sunday Telegraph) bei der BBC Polit-Talk-Show Question Time auf. Dort kritisierte er den Britischen Zentralrat der Muslime, da dieser das Töten britischer Soldaten als eine „gute, ja sogar islamische Sache“ bezeichnet hatte. Anstelle auf Moore’s Recht auf freie Meinungsäußerung zu bestehen, zog es die BBC vor, sich sofort für jede mögliche Provokation zu entschuldigen und zahlte 30.000 Pfund (35.556 Euro) Steuergelder an den Zentralrat der Muslime.

Diese Art der Doppelmoral ist in der Gesetzgebung und in den Medien offenkundig. Die britische Regierung hat ihr Vorgehen gegen sogenannte Hassdelikte verstärkt, hatte jedoch kein Problem damit, die Hisbollah in das Vereinigte Königreich einzuladen, damit diese der Polizei Vorträge über den „Politischen Islam“ hält. Ich habe selber erfahren, wie sich der öffentliche Diskurs über den christlichen Glauben im Vereinigten Königreich verändert hat. Toleranz gibt es mittlerweile nur noch für Liberale; die freie Meinungsäußerung wird vom Staat selektiv sanktioniert oder vorenthalten. Unser nationales Erbe aus politischer Stabilität und echter religiöser Freiheit stehen in der Gefahr, zusammenzubrechen. Dies wird nirgendwo deutlicher als im Gerichtssaal.

VD: LR

Kommentare

  1. Theophil Isegrim meint:

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