Evangelikale in der Bush-Ära: Nicht gebraucht, nur benutzt

Wolfgang Thielmann hat für den Rheinischen Merkur einen Beitrag über die Evangelikalen in den U.S.A. verfasst.

Warum sind die rund 20 Millionen Evangelikalen in den etwa 200 evangelischen Kirchen der USA keine sichere Bank mehr für Bush und Nachfolger? Dass es so ist, wurde in der vergangenen Woche überdeutlich. Da rechnete David Kuo per Buch mit seinem früheren Dienstherrn Bush ab, unmittelbar vor den Wahlen. Zweieinhalb Jahre lang war der Evangelikale zweiter Mann im Büro des Weißen Hauses für die »Faith-Based Initiatives«, also die christlichen Hilfsorganisationen. Bush wollte ihnen erstmals Geld geben, viel Geld. Daraus ist fast nichts geworden. Bush habe die Evangelikalen nicht gebraucht, sondern nur benutzt, sagt Kuo in seinem Titel »Verlockender Glaube» (»Tempting Faith«). Bushs Team mache sich intern darüber lustig, wie simpel sie mit ein paar Auftritten zu gewinnen seien. Bush selbst habe sein Wahlversprechen glatt gebrochen, den Hilfswerken in seinem ersten Jahr acht Milliarden Dollar zu geben, um gegen Armut und Benachteiligung im eigenen Land anzugehen. Aber gerade einmal eine Milliarde in vier Jahren sei auch geflossen, »ein Hauch dessen, was versprochen wurde«. Demokraten hätten das Projekt zu Fall gebracht, weil Republikanern Rückgrat fehle, um es durchzusetzen …

Hier geht es zum Artikel: rheinischer-merkur.de.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Lieber Ron,
    es stimmt bestimmt, dass die Republikaner die Evangelikalen zum Teil „benutzt“ haben. Das ist verwerflich. Andererseits setzen sich die Republikaner wesentlich mehr fuer christliche Werte ein als die Demokraten. (Schutz des Ungeborenen Lebens, Erhalt der traditionellen Familie, etc.). Und die „Faith-based-Initiative“ war sicher ein sehr guter Ansatz.

    Das Buch von David Kuo („Tempting Faith“) ist schon 2006 erschienen, und zwar kurz vor den Kongresswahlen. (Der Erscheinungstermin wurde bewusst auf kurz vor der Wahl gelegt. Urspruenglich sollte das Buch im 1. Quartal 2007 erscheinen, aber der Verlag wusste, dass sich kurz vor der Kongresswahl mehr Geld damit verdienen laesst). Den Demokraten freundschaftlich gesinnte Medien (also linke Medien) haben das Buch entsprechend „gepusht“. Der Zweck war natuerlich, Evangelikale davon abzuhalten, Republikaner zu waehlen.

    So kann man zusammenfassend sagen: Ja, Evangelikale wurden von Republikanern „benutzt“. Und David Kuo (der Autor) wurde leider auch von den Demokraten „benutzt“.
    So bleibt das Dilemma. Wenn Evangelikale sich z.B. in der CDU engagieren, werden sie sicher auch nicht von jedem in der CDU ernstgenommen, und christliche Stimmen wurden sicher auch von der CDU „missbraucht“, bzw. Wahlversprechen gegenueber Christen wurden nicht eingehalten. Aber wenn Christen sich ganz raushalten aus der Politik, dann hat der Feind sein Ziel erreicht.

    Untenstehend ein Artikel aus WORLD magazine vom Oktober 2006, der ein wenig die Hintergruende dieses Buches von David Kuo beleuchtet, „Should the Saints go Marching out?“ Die Schlussfolgerung ist, wenn Christen sich aus der Politik verabschieden, nur weil sie sich benutzt fuehlen, ueberlassen sie das Feld dem Feind.

    Hier der Link zu dem Artikel [eingefügt von Ron, da orig. Text gelöscht]: http://www.worldmag.com/articles/12345

  2. Lieber Roderich,

    danke für den Hinweis!

    (Um sicher zu gehen, habe ich den Artikel im Kommentar gelöscht und dafür einen Link eingesetzt. Soweit ich das verfolgen konnte, dürfen die Inhalte des World Magazines ohne ausdrückliche Genehmigung nicht auf andere Websites übernommen werden.)

    Liebe Grüße, Ron

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