„Facebook war Gift für mich“

Selbstmitleid, Neid, Gelähmtsein: Kati Krause erzählt wohltuend offen, wie ihr die Sozialen Netzwerke in einer Lebensphase, die von Depressionen geprägt war, überhaupt nicht gut getan haben.

Ein Symptom von Depression ist Energielosigkeit. Außerdem hat man eine sehr geringe Aufmerksamkeitsspanne. Ein Buch zu lesen, einen Film zu schauen, das ging alles nicht. Es gab nur den einen Gedanken: Ich brauche jetzt irgendwas. Und weil nichts anderes ging, war ich eben in sozialen Netzwerken unterwegs. Ich habe die App geöffnet und hatte die Hoffnung, im Netzwerk irgendetwas Positives zu erleben. Da kam dann aber nichts, sobald ich online war.

Facebook checken war für mich in der Depression ein Teufelskreis, aus dem ich nicht rauskam. Als gesunder Mensch sagt man sich irgendwann: Ich mache das jetzt zu. In der Depression ist das viel schwerer. Man kann keine Entscheidungen treffen, wie ein gesunder Mensch das tun würde. Das bezieht sich natürlich nicht nur auf meine Nutzung sozialer Medien, sondern alle Lebensbereiche. Die Apps sind auch so gebaut, Nutzer immer wieder anzulocken: Blinkt eine neue Nachricht auf? Habe ich einen neuen Follower? Die Vorfreude, der Dopaminausstoß, währte aber immer nur kurz.

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