Fantômas: Der erste Psychopath der Popkultur

In Deutschland wurde Fantômas vor allem durch drei französische 60er-Jahre-Spielfilme bekannt, in denen Louis de Funès als orientierungsloser Kommissar dem souveränen Verbrecher mit der Maske erfolglos hinterher jagte. Ich habe alle Filme mehrmals gesehen und immer wieder von Neuem lachen können.

Mit der Romanvorlage haben diese Filme allerdings wenig gemeinsam. Eine deutschsprachige Neuauflage der Serie bietet nun die Gelegenheit, herauszufinden, was viele an diesem finsteren und gesetzlosen „Herr des Terrors“ so faszinierend fanden. Mit Fantômas wurde der Böse zum umjubelten Helden.

SPIEGEL online schreibt:

Was die Angelegenheit aber besonders macht: Der Böse ist hier der Star und – so viel sei ausgeplaudert – kommt selbstverständlich davon. Dabei ist nichts Positives an Fantômas zu finden. Fantômas ist kein wilder Kerl mit gutem Herzen, sondern wohl der erste finstere Psychopath der Kriminalliteratur – was wohl auch seine ungebrochene Popularität begründet. Er hat keine Freunde, keine Vertrauten, kein Mitleid und verschont nicht mal seine Kinder. Spaß hat er allein am Verbrechen, am Töten und Rauben.

Weil Serien-Killer wie der TV-Psychopath „Dexter“ en vogue sind, ist auch Fantômas auf der Höhe der Zeit. Wem also Weihnachten viel zu besinnlich war, der kann seine dunklen Phantasien mit diesem restaurierten Roman pflegen.

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