Forscher fordern Tötung von Neugeborenen

Eltern soll es erlaubt werden, ihr Baby umbringen zu lassen – dafür plädieren zwei Wissenschaftler. Ihre Begründung: Kindsmord sei auch nichts anderes als eine Abtreibung. Sie meinen das alles ganz ernst. Wer A sagt, muss auch B sagen. Oder A überdenken?

Babys seien noch keine „wirklichen Personen“, sondern nur „mögliche Personen“, argumentieren Alberto Giubilini und Francesca Minerva im Fachmagazin „Journal of Medical Ethics“. Mütter und Väter sollen deshalb das Recht haben, ihren wenige Tage alten Säugling töten zu lassen, finden die Forscher.

Mit ihren Thesen lösen die Wissenschaftler weltweit große Empörung aus. „Folgen wir dieser Argumentation, dann ist es uns in Zukunft auch egal, wenn eine Mutter ihr Kind mit eine Decke erstickt“, sagt Trevor Stammers, Direktor am St. Mary´s University College in London.

Die Autoren setzen Neugeborene und Föten gleich, da beiden „noch die Fähigkeiten fehlen, die ein moralisches Recht auf Leben rechtfertigen.“ Ein Baby habe genau wie ein Fötus noch keinen „moralischen Status als Person“. Deshalb sei das Töten eines Babys auch nichts anderes als eine Abtreibung im Mutterleib. „Sind die Umstände nach der Geburt so, dass sie eine Abtreibung gerechtfertigt hätten, dann sollte die Abtreibung auch nach der Geburt noch möglich sein“, sagen die Wissenschaftler.

Quelle: www.focus.de.

Kommentare

  1. Ja, das ist schon echt krass. Für dieses Votum ist Peter Singer in seiner praktischen Ethik eingetreten mit ganz ähnlichen Argumenten.

    VIele Grüße,
    Philipp

  2. Das war vor 30 Jahren!!!

  3. Sylvia meint:

    Das ist schockierend!!!
    Das Geschlecht und alle Organe sind vollständig ausgebildet, dieses Kind ist ein vollwertiger Mensch. Schrecklich sowas lesen zu müssen!!!
    Wie kann man ein wehrloses Kind töten? Das ist Mord und zwar ein feiger Mord ersten Grades!!!

  4. Das Problem ist ja die Frage, woran man festmacht, wann ein Mensch zum (schützenswerten) Menschen „wird“. Insofern finde ich die Forderung nur konsequent (auch wenn ich sie keinesfalls unterstütze). Aber es ist eigentlich gut, dass mal jemand der Gesellschaft einen Spiegel vor die Augen hält. Wer nämlich Abtreibung bis zur 12. Woche vertreten kann, müsste zwangsläufig auch dieser Forderung zustimmen. Insofern gebe ich Ron da recht: Wer A sagt, muss auch B sagen. Natürlich ist das Mord @Sylvia, aber Abtreibung in jeglichem Stadium ab Befruchtung ist genau jener feige Mord ersten Grades.

  5. Wer A sagt, muss auch B sagen?
    Nichts als billiger Sophismus! Solchen Mist muss / darf man nicht ernst nehmen. Aber vielleicht zeigt das einmal mehr, was dabei herauskommt wenn karrieregeile Naturwissenschaftler (?) sich mit ehtischen Fragen befassen? Arrogant oder ignorant oder beides?
    DAss man die eigene Dummheit stolz zelebriert, ist man im Zeitalter medialer Hype inzwischen leider gewöhnt.

  6. Sylvia meint:

    Lieber Jonas,

    Ja, Abtreibung egel im welchen Stadium ist für mich immer feiger Mord. Man soll, die die sich nicht wehren können, schützen und hier stehen wir als Christen auch in der Verantwortung dies zu tun!

    Was bei uns im Lande immer sehr zu kurz kommt und nur in Nebenartikeln erwähnt wird ( ich denke auch mit Absicht gemacht wird, damit man eine Abtreibung rechtfertigen kann), ist, das so wenig über die Schattenseite der Abtreibung und die Schickale der Frauen berichtet wird, die diesen Schritt gewagt haben und heute selbstmord gefährtet sind oder in Psychiatrie landen. Das diese Zahl bei fast 80% (und das ist eine Zahl, die zum Nachdenken anregt) der betroffen Frauen liegt, wird nicht mitgeteilt. Norwegen veröffnetlich regelmäßig neue Zahlen, die erschrecken sind! Ich frage mich, warum werden diese Zahlen in Deutschland so verschleíert? (ich denke nicht, dass es weniger sind!)
    Neulich sah ich einen Bericht über zwei Frauen, die eine Abtreibung vornehmen wollte. Die eine hat nach langen Überlegen und informieren es doch nicht gewagt und ist glücklich, dass sie das Kind behalten hat. Die andere, die sehr stark rüber kam und für sie keine Argumente zählten, hat den Schritt vorgenommen. Nur nach drei Stunden brach sie zusammen, weil sie mit dem Gefühl nicht fertig wurde. Drei Monte später landete sie in der Psychiatrie. Schade, dass diese Sendung auf Nebenkanälen und noch zu später Stunde ausgestrahlt wurde.
    Sowas müsste zu bessen Sendezeiten laufen, aber dann würde man plötzlich andere Töne hören, die man ja nicht hören will und man verschleiert lieber die Wahrheit, die dann später auf die Frauen kommt (ja, und auch auf die ganze Familie und Gesellschaft. Familie trägt die Sorgen, Leid etc. und die Gesellschaft durch Erhöhund der Krankenkassenbeiträge die Behandlungskosten der Frauen) Ein trauriger Zustand über den man ernsthaft nachdenken und mehr dafür sein sollte, dass die Schattenseiten einer Abtreibung hervorgehoben werden, mit Berichten und echten Zahlen!!!

    Viele Grüße
    Sylvia

  7. Ich finde die Argumentation der beiden folgerichtig. Allerdings sollte man daraus nicht den Schluss ziehen, das Töten von Neugeborenen zuzulassen, sondern Abtreibung zu verbieten. Dieser Aufschrei, der (angeblich) durch die Welt geht ist die pure Heuchelei, denn plötzlich wird einem bewusst, dass es sich um Mord handelt, während das Abtreiben ungeborener Kinder doch schon längst ein gesellschaftlich akzeptiertes und verteidigtes „Recht“ ist.

    Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir uns bereits in wenigen Jahren in einer Welt befinden werden, in der zu jedem Zeitpunkt zwischen lebenswerten und -unwerten Leben unterschieden wird. Dann wird auch das Töten erwachsener Menschen gesellschaftlich akzeptierte Realität werden.

  8. „Die Praxis der Spätabbrüche ist nicht hinnehmbar […] Was trennt uns in diesen Fällen ethisch noch von der Tötung eines Kindes, bei dem Behinderungen oder gesundheitliche Schäden erst mit der Geburt festgestellt werden?“

    (Dr. Dr. h.c. Hermann Barth, 31. Mai 2007, 2006 – 2010 Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche Deutschlands EKD, Podiumsgespräch in Hannover)

  9. @Sylvia: Vielen Dank für Deine Antwort. Woher beziehst Du die Zahlen von 80%?

    @Lukas: Das sehe ich genauso. Man muss hierbei die gesamte Entwicklung der Gesellschaft im Auge behalten. Heute erlaubt man offiziell den Frühabbruch bis zur 12. Woche. In wenigen Jahren werden wir wohl hier auch eine Parallelgesellschaft unter Herrschaft der Scharia haben. Da hat das einzelne Menschenleben keinen Wert mehr. Um noch etwas deutlicher zu werden: Es gibt keinen Unterschied zwischen einem braunen, rechtsextremen Regime, das Millionen von Menschen ermordet (Stichwort „Rassengenozid“), einem roten, linksextremen Regime, das Millionen von Menschen ermordet („Klassengenozid“) und einen grünen, linksextremen Regime, das Millionen von Menschen ermordet (Abtreibung, Euthanasie, Debatte zur Sterbehilfe, ein Thema nach dem andern wird da noch kommen). Wir müssen mit allen Mitteln dafür kämpfen, dass das menschliche Leben seinen Wert bekommt, den es durch seine Erschaffung von Gott bekommen hat. Letzten Endes fällt jeder durch Menschen umdefinierte „Wert“ dahin.

  10. Das der Ort (Mutterleib), an dem man sich aufhält, nicht über das Menschsein entscheidet, sollte jedem einleuchten. Jetzt gilt es noch die Behauptung, dass Säuglingen „die Fähigkeiten fehlen, die ein moralisches Recht auf Leben rechtfertigen“, zu entlarven, da hier offensichtlich die Personalität mit Funktionalität verwechselt wird. Welche Relevanz Funktionalität für moralischen Wert hat, sollte man mal einem behinderten Menschen erklären. Die wichtigste Frage ist , ob Menschen einen intrinsischen Wert haben, der also schlicht in ihrem Menschsein gründet, oder nicht.

  11. Johannes G. meint:

    Von Peter Kreeft, einem katholischen Philosophen, gibt es zwei meiner Einschätzung nach sehr gut ausgearbeitete Vorträge zum Thema:

    – Pro-Life Logic
    – Pro-Life Philosophy

    http://www.peterkreeft.com/audio/19_prolife-philosophy.htm

    Liebe Grüße
    Jo

  12. „Die Tötung der Frucht im Mutterleib ist Verletzung des dem werdenden Leben von Gott verliehenen Lebensrechtes. Die Erörterung der Frage, ob es sich hier schon um einen Menschen handele oder nicht, verwirrt nur die einfache Tatsache, dass Gott hier jedenfalls einen Menschen schaffen wollte und dass diesem werdenden Menschen vorsätzlich das Leben genommen worden ist. Das aber ist nichts anderes als Mord. […]

    Dass die Motive, die zu einer derartigen Tat führen, sehr verschieden sind, ja dass dort, wo es sich um eine Tat der Verzweiflung in höchster menschlicher und wirtschaftlicher Verlassenheit und Not handelt, die Schuld oft mehr auf die Gemeinschaft als auf den Einzelnen fällt, dass schließlich gerade in diesem Punkt Geld sehr viel Leichtfertigkeit zu vertuschen vermag, während gerade bei dem Armen auch die schwer abgerungene Tat leichter ans Licht kommt, dies alles berührt unzweifelhaft das persönliche und seelsorgerliche Verhalten gegenüber dem Betroffenen ganz entscheidend, es vermag aber an dem Tatbestand des Mordes nichts zu ändern.“

    Dr. Dietrich Bonhoeffer (1943, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Ethik, Dietrich Bonhoeffer Werke (DBW): Werke, 17 Bde. u. 2 Erg.-Bde., Bd.6, Ethik: Bd. 6, 2. Aufl. 1998 [Erstauflage 1949], ISBN-13: 978-3579018768)

  13. Schandor meint:

    @Michael

    Super Zitat!

  14. @Michael
    Ich schließe mich Schandor an.
    Falls jemand das Zitat sucht: In der vierten Auflage der Ethik ist es auf Seite 118.

    Peter

  15. „Der Geier“ hat das ganze auf seinem Blog ebenfalls sehr trefflich aufbereitet:

    http://www.geiernotizen.de/kinder-geburts-tag

  16. Lukas_2 meint:

    Ich denke, wir sollten Giubilini und Minerva dankbar sein.
    Sie zeigen auf, dass die Prämissen, welche allgemein anerkannt sind als Legitimation zur Abtreibung, eigentlich auch die Tötung von Neugeborenen legitimieren.
    Ergo müssen die Prämissen falsch sein.
    Einen besseren Dienst könnten sie uns, Abtreibungsgegnern, gar nicht leisten.
    War es am Ende gar eine gezielte Provokation, um der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten?

    Leider scheint es aber, als hätten es die beiden tatsächlich ernst gemeint, und das lässt allerdings tief blicken wie weit die Verstandesverfinsterung und Entfremdung vom Leben Gottes (Eph. 4, 18) schon fortgeschritten ist.

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