Fremde

Factum 05 2014 b6bb5538Das Magazin factum hat ein ausgezeichnetes Interview mit dem Alttestamentler Professor Markus Zehnder veröffentlicht. In „Ein moralisches Dilemma?“ (factum, 9/2015, S. 12–15) sagt Zehnder:

Natürlich gilt, und das ist grundlegend, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist. Aber das hindert nicht, dass nach den biblischen Texten unterschiedliche Gruppen von Einwanderern unterschiedlich behandelt werden. Ich verweise auf die oben erwähnte Unterscheidung zwischen ger und nokri, das heisst zwischen dem, der sich weitestgehend integriert, und dem, der das nicht tut. Es liegt dem alttestamentlichen Denken fern, die Bildung von Parallelgesellschaften zuzulassen. Im aktuellen Fall der Bildung von Parallelgesellschaften unter Scharia-Vorzeichen ist das besonders gravierend, nicht nur aus biblischer oder christlicher Sicht; denn wo die Scharia bestimmt, werden nicht nur Christen diskriminiert, sondern alle Nichtmuslime, und der liberale Rechtsstaat westlicher Prägung findet sein Ende.

Kommentare

  1. Finde ich auch. Wo ist für uns die rote Linie?
    IMHO dort, wo die Religion zur Politik wird.
    Das alte Testament ist aber für mich keine moralische Instanz.
    Mein Gott ist nicht rachsüchtig! Aber sicher nicht!!

    Wie reblogge ich den Artikel?

  2. Dieser Sachverhalt (Differenzierung des Wortes „Fremder“ im AT) wird auch gut von Pfarrer Tscharntke in der ersten von seinen 2 Predigten zur Migrationskrise dargestellt:
    http://www.efk-riedlingen.de/downloads/037%20Wie%20gehen%20wir%20als%20Christen%20mit%20der%20Zuwanderungsproblematik%20um.pdf

  3. Ach ja, Pfarrer Tscharntke, der taucht jetzt hier in den Kommentaren mit seiner (furchtbaren) Rede (Predigt würde ich das nicht nennen). Aber was soll dieses Zitat von Markus Zehnder jetzt eigentlich sagen. Bezieht das sich auf die aktuelle Flüchtlingssituation? Oder auf etwas anderes?

  4. Confessor Reformatus meint:

    @ Nik
    Es ist wohl naheliegend, dass sich Zehnder auf die aktuelle -größtenteils muslimische -Massenmigration bezieht, „Flüchtlinge“ sind deren gewiss nicht alle. Es wird ja in den Medien und der Politik überhaupt nicht mehr zwischen Migranten und Flüchtlingen unterschieden, fällt das irgendjemandem auf? Alle Zugewanderten sind in der Berichterstattung (schwer traumatisierte) Flüchtlinge.
    ..Warum nimmt Saudi-Arabien keine fliehenden Migranten auf, sondern will stattdessen Moscheen in Deutschland bauen lassen?…
    Und was ist an der Predigt von Tscharntke sachlich falsch?

  5. @ Confessor Reformatus
    Zugegebenerweise kann ich mich nur auf die zweite Predigt von Tscharntke zu diesem Thema („Wie gehen wir als Christen mit der Zuwanderungsproblematik um?“) beziehen. Die habe ich in Gänze angehört. Ich würde das erstmal keine Predigt nennen, weil für mich zu einer Predigt Exegese und das Zitieren von Bibelstellen gehört. Das passiert in dieser „Predigt“ die erste halbe Stunde nicht. Das ist einfach eine politische Rede mit dem Zitieren von fragwürdigen Quellen („ich habe im Internet gelesen, bei http://www.t-online.de„; „ich habe bei youtube einen film gesehen“; „ich habe gehört, ich kann jetzt nicht hunderprotzent sagen ob das stimmt, aber wenn…. Das sind alles in etwa Zitate aus der Rede).
    Zu dem Thema muslimische Massenmigration, und dass „die nicht alle Flüchtlinge sind“. Auch hierfür fehlen mir Quellen, Zahlen, Belege. Ganz abgesehen davon, dass ich den Unterschied zwischen „Kriegsflüchtlingen“ oder „Wirtschaftsflüchtlingen“ ziemlich daneben finde.

  6. Confessor Reformatus meint:

    Vieles lässt sich leicht rausfinden, Zahlen aus 2014: http://www.welt.de/politik/deutschland/article146034679/13-Fakten-ueber-Fluechtlinge-in-Deutschland.html
    Ca. 75% Muslime

  7. @ Confessor Reformatus
    Gut, dass vielleicht ein Großteil der Menschen Muslime sind würde ich vielleicht auch so sehen. Stellt für mich nicht zwingend ein Problem dar, wenn eine gute Integration gelingt. Schön dass sie ansonsten diese Grafik als Quelle nennen. Weil die genau sehr gut zeigt, wieviel tatsächlich wirklich Verfolgte sind und nicht nur „normale“ Migranten. Bezeichnend finde ich auch, dass man sich immer mit Ländern wie Saudi-Arabien vergleicht. „Warum nehmen die nicht soviele Flüchtlinge“. Sie können ja mal schauen wie viele Flüchtlinge im Libanon leben.
    Wie dem auch sei es ist interessant zu sehen wie „sogenannte“ Bibeltreue Christen wenn es darauf ankommt die Bibel so auslegen wie es in ihren (rasssistischen) Kram passt. Und wie wenig Gottvertrauen manche Christen in solchen Zeit zeigen ist auch bezeichnend.

  8. @nik: Diese Bemerkung geht weit an der Sache vorbei! Hier hat niemand eine rassistische Position vertreten.

    Liebe Grüße, Ron

  9. Roderich meint:

    @Rudolf,

    Das alte Testament ist aber für mich keine moralische Instanz.

    Schade. Dann verehrst Du offenbar nicht den Gott der Bibel. Jesus Christus hat sich uneingeschränkt zum Gott des Alten Testamentes bekannt, ja sich ihm gleichgestellt in Absicht und Wesen.

    @nik,
    Wie dem auch sei, es ist interessant zu sehen wie „sogenannte“ Bibeltreue Christen, wenn es darauf ankommt,die Bibel so auslegen, wie es in ihren sozialistischen multikulturalistisch-ideologischen Kram passt.

    Und: wenn Du von „Gottvertrauen“ sprichst: wie oft bringst Du – im Vertrauen auf Gottes Gebote – das Evangelium den muslimischen Mitbürgern?

    Ach, gar nicht? Dann vertraust Du offenbar nicht auf Gott, sondern einem kulturellen Relativismus als Ideologie.

  10. @ Ron
    Doch! Wer sich auf die Predigt von Pfarrer Tscharntke bezieht, oder die Aussagen aus der Predigt gut heißt, bezieht meine Erachtens eine rassistische Position. Ich habe das im Übrigen nicht auf den Blogpost bezogen.
    Wenn auch in Zeiten in denen wöchentlich Angriffe auf Flüchtlingsheim geschehen, so ein Zitieren aus einem Interview, ohne weiterer Kommentar, ohne dass die Leser Zugang zu der Orginalquelle haben, auch nicht hilft eine differenzierte Sicht auf die Flüchtlingsthematik (sollte sich der Blogpost darauf beziehen) zu schaffen. Er schafft hauptsächlich Raum für Rassismus, in den Kommentaren.
    @ Roderich
    „Und: wenn Du von „Gottvertrauen“ sprichst: wie oft bringst Du – im Vertrauen auf Gottes Gebote – das Evangelium den muslimischen Mitbürgern?
    Ach, gar nicht? Dann vertraust Du offenbar nicht auf Gott, sondern einem kulturellen Relativismus als Ideologie.“ Woher willst du das wissen? Woher weißt du, dass ich nicht genau das mache. Du kennst mich doch gar nicht.

  11. @nik: Das ist Quatsch, was Du hier erzählst. Bitte setze Frechheit nicht gleich mit Klugheit und Achtsamkeit!

    Liebe Grüße, Ron

  12. @ Ron. Dann habe ich zwei Fragen? Kennst du die Predigt von Pfarrer Tscharntke? Und wie findest du sie?

  13. @nik: Ich habe etwas über die Predigt gelesen. Ich habe sie weder gehört noch werde ich sie mir anhören.

    Liebe Grüße, Ron

  14. @ Ron
    Das ist ja mal eine klare Aussage und gute Aussage. Über das mit dem Quatsch sehe ich mal hinweg. Für die Kommentatoren in deinem Blog kannst du ja nicht zwingend was.
    (mich hätte halt mal tatsächlich das komplette Interview mit Zehnder interessiert)
    MfG nik

  15. @nik: Dann bitte die Zeitschrift erwerben. Der Text ist geschützt und ich kann ihn hier nicht wiedergeben. Prof. Zehnder wiederholt nicht die Thesen der linken und rechten Schwarmintelligenz, sondern nimmt sachlich und differenziert Stellung.

    Der Vorwurf „Quatsch“ gilt Deiner Behauptung, hier würde jemand rassistische Positionen vertreten. Das ist nach allem, was ich hier sehen kann, in keiner Weise der Fall.

    Liebe Grüße, Ron

  16. Ich bin leicht verwundert, dass das Wort „Nazi“ noch nicht gefallen ist. Wenigstens wurde das Wort „rassistisch“ bereits vom 3. Kommentator benutzt. Dabei ist es wie so oft in diesem Themenbereich völlig egal, ob man die Quelle, auf die man sich bezieht, vollständig zur Kenntnis genommen hat. Auch nachvollziehbare Argumente sind es nicht wert, zur Sprache gebracht zu werden. Stattdessen ist es mittlerweile in vielen Kreisen „schick“ dem Austausch unterschiedlicher Meinungen aus dem Weg zu gehen, indem man Menschen und ihre Ansichten als „rassistisch“ deklassiert. Verbalterror ist eben einfacher als eine konstruktive Diskussion…

    Danke Ron für dein „Eingreifen“.

    Ich hatte die zwei Predigten weiter oben bereits mit dem Hinweis verlinkt, dass es in der ersten um die unterschiedlichen Begrifflichkeiten im AT für „den Fremden“ geht. Wem das Thema interessiert und nicht alles lesen will, sollte ab Seite 5 letzter Absatz bis Seite 10 mal drüberlesen. Die exegetische Herleitung scheint in die Richtung zu gehen, die wohl auch Prof. Zehender vor Augen hat. Mir persönlich fehlen aber die Hebräisch- und Griechisch-Kenntnisse, um die Aussagen nachvollziehen zu können. Ich würde mich daher freuen, wenn sich jemand mal argumentativ (und nicht polemisch) besonders zu der erwähnten Textstelle der ersten Predigt äußern könnte. Macht die Bibel hier tatsächlich solche Unterscheidungen? Und werden diese konsequent durchgehalten?
    Hier nochmal der Link:
    http://www.efk-riedlingen.de/downloads/037%20Wie%20gehen%20wir%20als%20Christen%20mit%20der%20Zuwanderungsproblematik%20um.pdf

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