Gaga: »Ich bin eben so geboren«

Es war wieder eine große Inszenierung. Lady Gaga wurde bei den Grammy Awards in einem Ei auf die Bühne getragen und performte ihren neuen Song »Born This Way«. Die Botschaft ist klar: Lebe so, wie es dir entspricht. Liebe dich selbst und tue das, was dein Herz dir sagt. Du bist als Superstar geboren. Also benimm dich wie eine Königin und alles ist gut. Es gibt keine falschen Wege. Das Brüten sei unabdingbar gewesen, »weil eine ganz neue Rasse auf die Welt kommen sollte – eine Rasse, die weder die Fähigkeit zu richten noch zu hassen in ihrer DNA habe« (FAZ vom 15.02.2011, Nr. 38, S. 7).

Gaga:

No matter gay, straight or bi
Lesbian, transgendered life
I’m on the right track, baby
I was born to survive
No matter black, white or beige
Chola or orient made
I’m on the right track, baby
I was born to be brave
I’m beautiful in my way,
‘Cause God makes no mistakes
I’m on the right track, baby
I was Born This Way

Alles ist gut so, wie es ist? Höre auf dein Herz? So einfach ist das nicht!

Es stimmt: Gott hat uns sehr gut geschaffen (Gen 1,31). Aber wir Menschen waren (in Adam) Gott ungehorsam, gehen als Abtrünnige unsere eigenen Wege (vgl. Röm 5). Unser Herz ist trügerisch, manchmal eine große Räuberhöhle. Unser »Dichten und Trachten« ist böse von Jugend an (Gen 8,12). »Verschlagener als alles andere ist das Herz, und unheilbar ist es, wer kann das verstehen?« (Jer 17,9). Da wir Gott nicht ehren, ist es in uns dunkel geworden. Paulus beschreibt das so (Röm 1,21):

Denn obwohl sie Gott erkannten, haben sie ihm nicht die Ehre gegeben, die Gott gebührt, noch ihm Dank gesagt, sondern sie verfielen mit ihren Gedanken dem Nichtigen, und ihr unverständiges Herz verfinsterte sich.

Machen wir unser eigenes Herz zum letzten moralischen Maßstab, kann das böse enden. Ich nehme Lady Gaga mal beim Wort. Wenn Gott unser Schöpfer ist, dann weiß er genau, was gut für uns ist und kann sich uns auch mitteilen. Genau das hat er getan. Er hat uns gute Gebote gegeben, die das Leben fördern. Deshalb bekennt Gott: »Ach dass sie ein solches Herz hätten, mich zu fürchten und zu halten alle meine Gebote ihr Leben lang, auf dass es ihnen und ihren Kindern wohlginge ewiglich!« (Dt 5,29).

Gottes Gebote schützen uns vor unseren verführbaren Herzen. Als Rebellen mögen wir diese Gebote nicht. Wir glauben, sie behindern uns an der Selbstentfaltung. Sogar dann, wenn wir an ihnen Gefallen finden und sie halten wollen, merken wir: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Der Prophet Ezekiel schreibt deshalb (18,31): »Werft all eure Vergehen von euch, mit denen ihr euch vergangen habt, und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!«.

Ein neues Herz schenkt Gott denen, die an ihn glauben. Gott kann uns in Jesus Christus unsere Schuld vergeben und unser Inneres neu machen: »Und ich werde euch ein neues Herz geben, und in euer Inneres lege ich einen neuen Geist. Und ich entferne das steinerne Herz aus eurem Leib und gebe euch ein Herz aus Fleisch« (Ez 36,26 ). Wer mit diesem neuen Herzen glaubt, ist gerettet. Und: Dieses neue Herz hat Freude an dem, was Gott gefällt. Dieses Herz vertraut auf Gott und bekennt, dass Jesus der Herr ist (Röm 10,9–13, vgl. auch 2Kor 5,15–19):

Denn wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. Mit dem Herzen nämlich glaubt man, auf Gerechtigkeit hin; mit dem Mund bekennt man, auf Rettung hin. Denn die Schrift sagt: Keiner, der auf ihn vertraut, wird blossgestellt werden. Es ist ja kein Unterschied zwischen Juden und Griechen, denn sie haben alle ein und denselben Herrn, der alle reich macht, die ihn anrufen. Denn: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.

Glaubst du?

Kommentare

  1. Schandor meint:

    „I’m on the right track, baby
    I was Born This Way“

    I’m on a highway to hell … (Brian Scott)
    Do what thou wilt shall be the whole of the law (Aleister Crowley)
    I do it *my* way (Frankyboy)
    Mein Bauch gehört mir!

    Die Botschaft ist immer die gleiche und auch immer gleich langweilig. Wie in der Werbung: Sex sells, weshalb nach einer anderen Lösung suchen? Never change a running system.
    So auch hier: Sämtliche Aussprüche lassen sich als Permutationen und Transformationen dieses einen Themas machen: „Ihr werdet sein wie Gott“ (autonom). Darum geht es: Autonomie. Und die gibt niemand gerne auf, selbst Christen nicht.

  2. Lady Gaga’s creative director talks about the concept „birthing a new race“
    http://cnn.com/video/?/video/showbiz/2011/02/13/sot.gaga.director.cnn

    From a missiological perspective, this is a great segway into conversations on the n…ew birth. In many ways Gaga’s performance art and song are talking about becoming a new humanity where there is no hate, racism etc… Of course this something that we cannot do to ourselves. We, ourselves, are the problem! We cannot change our DNA and become a new humanity but Jesus can and does regenerate our hearts. The NT authors like calling us “new creations”, so take this chance and turn it into a redemptive analogy. And remember to have some fun with it 🙂 Just a thought from your friendly missionary.

  3. Das ist ein interessantes Thema. Da die Populärkultur ja Spiegel typischer Auffassungen ist, wäre es durchaus spannend, einmal Texte systematisch auf geistlich relevante Aussagen hin abzuklopfen und daraus ein Dossier zusammenzustellen. Ich bin letztens über einen Text von einem Frl. Meyer-Landrut gestolpert, und neben einem Haufen Unsinn fand ich Teile davon ihrer faktisch patriarchalischen, antifeministischen Aussage gar nicht so übel:

    … Where you go, I’ll follow
    You set the pace, we’ll take it fast and slow
    I’ll follow in your way, …

    … ‘Cause I, oh, I can’t go a minute without your love
    Like a satellite, I’m in orbit all the way around you
    And I would fall out into the night
    Can’t go a minute without your love …

    Welche Frau bekennt sich heute noch dazu, einem Mann in seinen Wegen nachzufolgen und ihn zum Zentrum ihres »Universums« zu machen? Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß es Zweck einer Ehe ist, Christus und die Gemeinde darzustellen, dann steckt in diesen Zeilen ein geistlicher Sprengstoff, den ich in Predigten zu diesem Thema schwer vermisse. So betont oberflächlich, wie der Rest des Textes ist (blaue Unterwäsche usw.) ist das wohl leider nur ein Zufallstreffer und das Mädchen weiß gar nicht, was sie da singt, aber bemerkenswert fand ich es doch, zumal es dem Zeitgeist, der auf Austauschbarkeit der Geschlechter abzielt, so schön entgegensteht.

  4. Tim-Christian meint:

    Is schon gruselig, zugegeben: http://www.youtube.com/watch?v=bye6xN37PCY

  5. Schandor meint:

    Ach, nichts Neues unter der Sonne. Zur Rebellion aufrufen, das hat schon Jim Morrison getan und vor ihm auch schon welche. Ich weiß nicht, ob sich Lady Gaga selbst überhaupt ernst nimmt, schon gar nicht ihre Botschaft.
    Jeder hört sich halt das an, was er verdient. In einer Hinsicht hat sie ja recht: Du kannst dir nicht aussuchen, wann du geboren wirst. Bist du ein Nachkriegskind, verabscheust du dergleichen Machwerk, weil du von der bürgerlichen Gesellschaft herkommst. Wirst du Mitte der Neunziger geboren, fährst du vermutlich auf Lady Gaga ab — oder eben auch nicht. Die Kids geben nichts auf die Botschaft, und das brauchen sie auch nicht. Die Rebellion steckt uns auch ganz ohne die Botschaften Morrisions, Gagas und Konsorten in den Knochen.
    Vielleicht gibt sich der ganze Trara irgendwann, wenn wir nichts mehr zu essen haben werden…

  6. Schandor meint:

    @Geier
    Danke — das war interessant! Wunderschöner Blog übrigens, den Du da hast!
    Ich frage mich, ob in Wahrheit wirklich Frl. Germanotta die Botschafterin Diablos ist und nicht wirklich die, die (angeblich) dahinterstehen, wie die Videos „Okkulte Musikindustrie“ entlarven (Der Macher dieser Videos hat seine Botschaft allerdings in einem letzten Video relativiert, aber es ist nicht schwer, das Gewzungene dieses Videos zu erkennen).
    Dann wäre die Sache nämlich einfach: Es handelt sich um gezielt von Satanisten (ja, ich nenne sie absichtlich und bewusst so und kann das auch sehr gut begründen, wenn gewünscht) lancierte Botschaften zum Verderb der Jugend.
    Ich habe mich einfach nur gefragt, ob die Kids wirklich von solchen Texten beeinflusst werden? Mir scheint, es ist, als spritze jemand Gift in einen Bottich, der ohnehin schon voll Giftes ist, oder nicht?

  7. @Geier: Danke für den Beitrag, der mir sehr gut gefällt! Ich habe im Januar übrigens einen längeren Artikel über Stefani geschrieben, der demnächst in einem Journal erscheinen wird. Dort gehe ich näher auf ihren Erfolg ein.

    Liebe Grüße, Ron

  8. Ich habe im Januar übrigens einen längeren Artikel über Stefani geschrieben, der demnächst in einem Journal erscheinen wird.

    Ich habe den Artikel inzwischen gelesen. Seine Stärke besteht. m. E. darin, daß er darstellt, daß solche Leute eigentlich entwurzelte arme Würstchen sind. Das ist sowohl für diejenigen gut zu wissen, die solchen hinterherlaufen, aber auch für uns, die wir mit etlicher Distanz vor solchen Idolen warnen.

  9. es ist wirklich beeindruckend, wie rückstädnig, verbiestert und intolerant dieser beitrag und die ihm auffolgenden kommentare sind. ich bin angewidert, amüsiert, und voller mitleid zugleich. aber bitte verschwendet doch euer leben weiter mit dem buch des hasses, das soviel elend über die welt gebracht hat. aber vielleicht werdet ihr es irgendwann begreifen. eines tages, wenn ihr mal ein richtige buch in die hand nehmtn und euch ein bisschen bildet.

  10. @Laura: Was ist denn für Dich ein richtiges Buch?

    Liebe Grüße, Ron

  11. Gustave meint:

    @Laura,
    Es ist wirklich erstaunlich, wie emotionsgeladen und gleichzeitig ohne jede Fakten Dein Beitrag daherkommt. Was Du schreibst ist ja verbiestert, rueckstaendig; ich bin auch angewiehert, amuesiert, und voller Mitleid zugleich. Nimm mal ne Aspirin.

  12. Laura meint:
  13. Peter meint:

    Hallo Laura,
    das ist ein gutes Buch. Ich übe mich allerdings noch sehr in der Praxis ab, denn eigentlich lese ich gerne Nietzsche und Voltaire. Auch das subversive Denken und Argumentieren, um das es ja eigentlich im Buch geht, ist eine spannende Angelegenheit. Der Ratschlag, mit Fundamentalisten aller Couleur am besten gar nicht zu diskutieren, ist oft nervenschonend. Daher werde ich ihn auf dich anwenden.

    soli deo gloria
    Peter

  14. Schandor meint:

    @Peter

    Prädikat: Gut gebrüllt, Löwe!

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