Gefühle evangelisieren

Bei Hanniel habe ich diesen schönen Satz gefunden:

Wir haben unser Bestes getan, sie stets wissen zu lassen, dass der Glaube aus Gefühlen besteht und ihnen nie gesagt, dass auch unsere Gefühle „evangelisiert“ werden müssen.

Ich hoffe, Evangelisten und Seelsorger prägen sich den Gedanken ein. Ja, auch unsere Gefühle sind erlösungsbedürftig!

Kommentare

  1. Das hat der legendäre Loriot in Das Frühstücksei paradigmatisch in einer Frage formuliert: „Vielleicht stimmt da mit deinem Gefühl was nicht?“

  2. Ich habe das Zitat zurückgefolgt zu dem englischen Original. Ironischerweise, ich glaube, das ist nicht, was der Autor meinte. Also, die deutsche Übersetzung kommuniziert etwas anderes. Der englische Text bedeutet (es scheint mir–obwohl der Text etwas ungenau ist): Wir wurden nie berufen, unsere innere Gefühle weiter zu geben. („evangelize“ hier bezeichnet, sagen ich mal so, das, was man weiter geben sollte) Also, die innere Überzeugung, die ich habe, ist nicht das, was ich weiter geben muss. Sondern, ich muss die objektive Wahrheit des Evangeliums weiter geben.

    Trotzdem, finde ich den Satz von Hanniel sehr gut und fast eine Ergängzung des ursprünglichen Gedankens! Unsere Gefühle müssen auch „erreicht“ werden von dem Evangelium!

  3. @Scott: Vielen Dank für den Hinweis. Kurios.

    Liebe Grüße, Ron

  4. Peter Geerds meint:

    … dass auch unsere Gefühle „evangelisiert“ werden müssen.

    Gibt es dafür einen konkreten biblischen Beleg? Mit konkret meine ich einen, der das deutlich zum Ausdruck bringt, also nicht nur: Weil wir gefallene Geschöpfe sind, sind unsere Gefühle auch gefallen.

  5. @Peter Geerds

    Ob man das jetzt Gefühle, Emotionen, Triebe, Verstand, Herz, Nieren oder sonst wie bezeichnet, das lasse ich einmal hintenanstehen. Dass es im Evangelium zuerst um den inwendigen Menschen geht, das ist uns wohl allen klar. Es gibt dazu eine mir lieb gewordene systematische Verknüpfung unter dem Stichwort „Beschneidung der Herzen“: Röm 2,29 iVm. Mk 7,21.22

  6. Da gibt es ein gutes Buch: Ney Bailey: Glaube ist kein Gefühl.
    Ist die Aussage dieses Satzes tatächlich etwas Bemerkenswertes ? Ich bezwefle ihn auch.
    Ein Mensch kann nicht von seinen Gefühlen getrennt werden, also wird sich das Glaubenswachstum auch auf die Gefühle auswirken. Dazu ist keine „Evangelisierung“ der Gefühle nötig. Wenn die Lehre stimmt, wenn man das Gebot der Nüchternheit ernst nimmt. Und das wiederholt Paulus ja sehr oft.

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