Genderwahn noch auf dem Vormarsch

„Herr Professorin“: Das erste Opfer der Gleichstellung ist an der Universität Leipzig die Grammatik. Woher kommt diese Gewalt der Begriffsverbieger, fragt  Alexander Kissler für CICERO:

Deutschland leistet sich derzeit rund 250 Lehrstühle und Zentren für „Gender-Studies.“ Nicht überall wird simples Allotria verbreitet. Doch Hand aufs Herz: Stünde es um die akademische Freiheit, um die Freiheit des Denkens und Forschens, nicht besser, wenn es diese Katheder mit ihrer behaupteten Allzuständigkeit nicht gäbe? Dort werden Waffen geschmiedet im Kampf gegen das Männliche als Prinzip, Form und Person, mal auf grammatikalischen, mal auf diskurspolitischen Wegen. Es sind letztlich Verteilungskämpfe um Macht und Geld, die eine männerfeindliche Lobbygruppe momentan zu ihren Gunsten entschieden hat. Spätestens aber, wenn die globale Rezession ihr Haupt erhebt und die Armen der Erde auch in Deutschland stranden werden, wird sich diese Operation am offenen Herzen der Vernunft als das entpuppen, was sie heute schon ist: eine Luxusbeschäftigung für verwöhnte, anderweitig unausgelastete Akademiker. Pardon: Akademikerinnen und Herren Akademikerinnen.

Hier: www.cicero.de.

VD: EP

Kommentare

  1. „Herr Professorin“ ist allerdings nicht korrekt, sondern nur eine irreführende Erfindung von Spiegel online. In Leipzig ging nie um die Anrede von Dozenten, sondern nur um die inklusive Sprache in der neuen Grundordnung. Die verwendet halt jetzt generisches Femininum. Es ist natürlich zu fragen, ob dahinter nicht entgegen aller Beteuerung auch eine ideologische Motivation steht. Trotzdem halte ich das Ganze eher für eine Illustration der verflachten und sensationslüsternen Presse als für einen grammatikalischen Skandal. Hier eine (natürlich auch nicht neutrale) schöne Choreographie der falschen Pressezitate: http://www.bildblog.de/49640/mein-lieber-frau-gesangsverein/

  2. Schandor meint:

    @Helge

    Es ist natürlich zu fragen, ob … eine ideologische Motivation steht.“

    Nein, nein, sicher nicht! Wie kann man nur auf eine solch absurde Idee kommen 😉 Der Genderindustrie unter Ideologieverdacht stellen? Wie kann man nur … 🙂 LOL

  3. Nonnen meint:

    Für die Männer ein klarer Vorteil, da es zukünftig nur noch Vergewaltigerinnen, Diebinnen usw. geben wird.
    Ernsthaft: Im einem Kampf gegen die Männlichkeit ist allerdings zu erwarten, dass die Hauptleidtragenden die Frauen sein werden. Denn wenn die eigentlichen weiblichen Vorteile und Überlegenheiten ausgeredet oder gar negativ bewertet werden, ist die innere Identität zerstört und es bleiben nur noch Äußerlichkeiten (der Body), die dann kultmäßig in den Mittelpunkt rücken (Diäten, Schönheitsoperationen, Castingshows usw.) [Kommunikationswissenschaftlerin Petra Grimm, 2010: Mädchen ziehen zunehmend Selbstbewusstsein daraus, Jungen als Sexobjekte zu dienen].
    Gefahr: Frau wird zur Ware (Leihmutter, Eizellenlieferantin, Prostitution usw.)
    Die Überredungs-Ideologie, dass Gleichberechtigung nur durch Aufhebung der Geschlechtrollenunterschiede möglich sei, kann bei Frauen mit den anderen selbst erlebten motivationalen Grundlagen zu inneren Konflikten und damit zu Depression und anderen ernsthaften psychischen Problemen führen [Moulton, 1977]
    Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2013)

Ihre Meinung ist uns wichtig

*