Genug geballert

Viele Computerspiele sind extrem gewalttätig. Selbstverständlich geworden ist der „Killshot“ in Zeitlupe aus nächster Nähe. Das ist, so schreibt Jan Bojaryn – Töten als Porno. Inzwischen ist das der normale Modus, in dem Gewalt einen Großteil der Spiele bevölkert. Die Szene hat ein Problem.

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Verherrlichte, exzessive Gewalt in Games ist ein Problem. Nicht nur mein Vater glaubt, Videospiele seien automatisch Ballerspiele. Games sind nicht nur in aller Regel gewalttätig, sie haben auch ein gestörtes Verhältnis zur Gewalt. Austauschbare Aufstellmännchen stürmen auf uns zu und werden abgeschossen oder abgestochen. Selbstverständlich geworden ist der Killshot in Zeitlupe aus nächster Nähe. Das ist Töten als Porno und es ist der normale Modus, in dem Gewalt einen Großteil unserer Games bevölkert.

Offen sichtbar wird das auf Gamingshows wie der letzten E3. Spiele werden über möglichst krasse Gewaltdarstellungen vermarktet. Kracht die Schrotflinte ins Gesicht, bricht der Badass dem Bösewicht das Genick, dann johlt das Publikum. Selbst was anfangs anders aussieht, muss am Ende der Bühnenshow in einer zünftigen Schießerei münden; als wären wir unfähig, uns andere Höhepunkte vorzustellen.

Hier: www.sueddeutsche.de.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Politiker sollten mal darüber nachdenken, den Verkauf solcher ultra-brutalen Spiele hier zu verbieten. (Warum nicht? Mit Berufung auf unser Grundgesetz und das “natürliche Sittengesetz” zum Beispiel).
    Privatleute sollten klagen gegen diese Firmen.

    Ob das direkt etwas nutzt, ist fraglich, denn zur Not laden sich Leute die Spiele dann illegal herunter. Aber es würde die Hersteller ökonomisch schwächen und sie damit zu einem Umdenken bringen.

    In den USA haben organisierte Boykotts von Christen von “antichristlichen” Filmen zum Teil zu ziemlichen Einbußen in den Umsätzen geführt. (Voraussetzung dafür ist natürlich eine christliche Medienwelt, die solche Boykottideen auch an die christliche Bevölkerung weitergeben kann). Das hat z.T. bei manchen Filmen schon zu besserer Berücksichtigung der religiösen Gefühle von Christen geführt.

    Fazit: Man kann Dinge verändern.

    Politiker sollten nicht nur deshalb nichts gegen diese Spiele tun, weil sie Angst haben, dadurch unpopulär, prüde, langweilig oder zurückgeblieben-traditionell zu wirken.

    (Die Spiele können ja auch Nachahmereffekte in der realen Welt haben, und wenn man schon keine Leute umbringt, können diese Spei- sorry: Spiele, zumindest zu einem Nachlassen von Barmherzigkeit und einer etwas indifferenteren Haltung gegenüber Leiden führen.

  2. Schandor meint:

    @Roderich

    Du meintest:

    “Politiker sollten nicht nur deshalb nicht nichts gegen …” ;-)

  3. Roderich meint:

    @Schandor … Du hast mich schon verstanden. :-) (Sie sollten diesen Gegengrund nicht zum Anlaß nehmen, nichts dagegen zu tun).

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