George Bushs linke Erben

Plötzlich wollen es alle gewusst haben: Präsident Mubarak ist ein Schurke und noch schlimmer sind die USA, die bis zuletzt zu ihm halten. Der Westen ist, das ist schon mal klar, an (fast allem) schuld. Jan Fleischhauer nimmt die Doppelmoral so mancher Linksdemokraten unter die Lupe und liegt, trotz gelegentlicher Übertreibungen, bei einigen Punkten ziemlich richtig:

Die offene Gesellschaft hat außerhalb von Europa weniger Freunde, als wir gerne annehmen wollen. Selbstverständlich wäre es wünschenswert, man würde nur mit Regierungen zusammenarbeiten, die unsere Vorstellungen von einem demokratischen Gemeinwesen teilen. Dann bliebe allerdings in der Region, auf die wir jetzt so gebannt schauen, nur Israel übrig, das einzige Land im Nahen Osten, das seinen Bürgern alle westlichen Freiheitsrechte garantiert, inklusive Frauen, Homosexuellen und Andersdenkenden. Aber das wäre ja irgendwie auch nicht recht.

Hier mehr: www.spiegel.de.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    … nur Israel übrig, das einzige Land im Nahen Osten, das seinen Bürgern alle westlichen Freiheitsrechte garantiert.

    Nicht ganz alle. Religionsfreiheit ist in Israel begrenzt, z.B. fuer Juden, die sich zum Christentum bekehren.
    Juden, die Hindus, Buddhisten oder Saekulare Humanisten sind, duerfen in’s Land, aber nicht Juden, die sich zu Christus bekehrt haben.

    Natuerlich nimmt sich das noch „relativ harmlos“ aus gegenueber der Situation in moslemischen Laendern.

  2. Wird das denn per Fragebogen abgefragt?
    Das glaube ich nicht oder erbitte Quellenangabe!
    Das ist wohl eher wieder mal eine besondere Sorte von Verschwörungs-Propaganda.- 😉

  3. Schandor meint:

    @ernst
    Du reagierst so heftig und schnell auf alles, was Dir nach Verschwörung klingt (selbst auf Roderichs Anmerkungen!), dass man sich unweigerlich fragt, welche Gründe das haben könnte?
    Stellst Du infrage, dass es Verschwörungen gibt? Dass sie es auf internationaler Ebene gibt/geben könnte? Dass man davon wissen könne?
    Oder ist Dir die Vorstellung von Verschwörungen per se verdächtig?
    Mir scheint, Du untersuchst die Kommentare auf ihren potentiellen „Verschwörungsgehalt“, um sie dann ideologiekritisch zu entlarven, aber wozu?
    Hast Du Dich denn etwa einer politisch korrekten „Entlarvungspolitik“ verschworen? 🙂

  4. @ schandor – nun, unter heftig verstehe ich eigentlich was anderes; der letzte Satz war denn auch eigentlich augenzwinkernd-ironisch gemeint-, was mir offenbar missglückt ist?
    Immerhin: Deine letzte Frage muntert mich wieder auf… 😀

    Nein, ich bin weder dem Anspruch noch der Wirklichkeit nach jemand, der sich dauernd damit beschäftigen will. Aber ich stelle fest, dass sogar ernstzunehmende Menschen inzwischen manch hanebüchenen Unfug (das beziehe ich jetzt aber nicht auf Roderichs Beitrag) glauben!
    Mir fällt ferner auf, dass auch bei einigen Teilnehmern hier eine gewisse Affinität dafür besteht. Fragt man nach, kommt nicht viel Substantielles.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Vorstellung von ´Verschwörungen´ eben geeignet ist, komplizierte Dinge einfach zu erklären – darin liegt ihr Reiz aber eben auch ihre Fragwürdigkeit, und manchmal genügt ein wenig Skepsis und Vernunft, um die Dinge zurechtzurücken.
    DAss es Verschwörungen gibt, ist ja klar, aber dass eine Verschwörung alles andere zu täuschen und außer Kraft zu setzen vermag, und die Wirklichkeit derart beeinflussbar wäre, wie es manche meinen, diese Vorstellung scheint mir naiv.

  5. Schandor meint:

    @ernst
    Oh, ja da habe ich den smiley übersehen, sorry!

    Dass nicht viel Substantielles nachkommt, könnte damit zu tun haben, dass das Beweisen einer Verschwörung generell nicht nur sehr schwer ist, sondern — wenn es denn möglich ist — bestimmt nicht anhand von Kommentaren auf einem Blog passieren wird, der Buchstabe für Buchstabe etwa von der NSA durchforstet wird (das ist keine Verschwörungstheorie, da habe ich eine Dokumentation gesehen. In Deutschland laufen alle Provider quasi über eine zentrale Stelle, und die NSA hat da ihr „Kästchen“ drin, das ebenfalls durchlaufen wird. Ein EU-Kommissar hat sich darüber — vergeblich freilich — schon vor Jahren beschwert).

    Aber da gebe ich dir bereitwillig recht: Verschwörungstheorien dienen wirklich oft dazu, schwierige Sachlagen einfach zu erklären (ist im Dritten Reich vielfach passiert).

    Im letzten Punkt bin ich nicht Deiner Meinung, und zwar ganz einfach deshalb, weil man das täglich beobachten kann. Nur würde ich das dann nicht mehr „Verschwörung“ nennen (denn da denkt man immer gleich an eine Gruppe „Eingeweihter“, die das alles so planen), sondern vielleicht „Zeitgeist“, „Entwicklung“ oder wie auch immer. So macht sich etwa ein fremdenfeindlicher Geist in Deutschland breit, wenn die Politiker für das sorgen, was sie „Pluralität“ und multikulturelle Entwicklung nennen.
    Aber ich glaube, vielleicht sind wir da doch einigermaßen einer Meinung…

  6. Johannes Strehle meint:

    Lese-Empfehlung („Pflichtlektüre“):
    „Unter Linken: Von einem, der aus Versehen konservativ wurde“
    von Jan Fleischhauer
    Wie die vereinigte Linke unsere politische Kultur prägt.

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