Gericht und Gnade Gottes im Propheten Hosea

Teilnehmer der Spurgeon-Konferenz 2017 in München lauschen Andrew Page, der den Propheten Hosea auslegt (Bild: E21).

Versöhnung ist ein Lieblingswort bei Gott. Das betonte der englische Theologe Andrew Page (Southhampton) auf der 4. Spurgeon-Konferenz in München vor rund 60 Teilnehmern. Das Ausmaß der Versöhnung – so Page – ist allerdings nur verstehbar, wenn wir Gott in seiner Heiligkeit erkennen. Anhand des alttestamentlichen Prophetenbuches Hosea zeigte er, wie ernst Gott die Sünde nimmt. Gott kündigte Gericht über den Ungehorsam seines Volkes an und befahl dem Propheten Hosea, eine Prostituierte zu heiraten. So begann Hosea zu verstehen, wie Gott sich angesichts der menschlichen Untreue fühlt. „Wenn wir Menschen Gott nicht lieben, betrüben wir Gottes Herz“, sagte Page. Gott habe besonders die geistlichen Leiter des Volkes Israel angeklagt, da sie die Erkenntnis und das Gesetz Gottes vergessen hatten (Hos 4,5–6). Gott hielt den Priestern vor, die Menschen nicht aus dem Wort Gottes unterrichtet, sondern es zur Untreue verführt zu haben.

Trotz der vielen Gerichtsbotschaften mache das Buch Hosea die Gnade Gottes groß. Gott habe sein Volk verwundet, aber er kündige ebenfalls an, die Wunden zu verbinden. Der Prophet habe bereits einen Neuen Bund verheißen, der letztendlich in Jesus Christus zur Erfüllung gekommen sei. Gott selbst sorge dafür, dass seine Gerechtigkeit wie ein Licht hervorkomme, sagte Page. Denn Gott „habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer“ (Hos 6,6).

Die Spurgeon-Konferenz, die gemeinsam vom Martin Bucer Seminar und dem Netzwerk Evangelium21 veranstaltet wird und bis zum 10. Juni geht, ermutigt zur gewissenhaften und lebendigen Auslegung der Heiligen Schrift in der gemeindlichen Verkündigung. Denn der Glaube kommt aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi (vgl. Röm 10,17).

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