Gesetz und Evangelium

Frei nach Luther stelle ich fest (vgl. Galaterbriefauslegung zu 3,19):

Es breitet sich ein wundersames Schweigen über den Unterschied von Gesetz und Evangelium in vielen Schulen und Gotteshäusern aus. Diese Tatsache bringt die Gewissen in die größte Gefahr. Wenn nämlich Gesetz und Evangelium nicht klar unterschieden werden, kann die christliche Lehre nicht unverletzt behalten werden. Wenn aber diese Unterscheidung erkannt ist, wird die wahre Art der Rechtfertigung erkannt. Dann ist es leicht, den Glauben von den Werken zu unterscheiden, Christus von Mose, auch von Obrigkeit und allen zivilen Gesetzen.

Kommentare

  1. Daran hängt so vieles! Eine spannende Herausforderung für mich ist es, diese Grundunterscheidung in allen Facetten des Glaubens und kirchlichen Lebens auszubuchstabieren.

  2. Für tiefere Ausführungen dieses Grundsteins lutherischer Theologie, von dem leider schon seit Jahrzehnten in unseren Kirchen nichts mehr zu hören ist, empfehle ich Teil 5 der Konkordienformel in den Bekenntnisschriften und (erneut) http://www.worldvieweverlasting.com.

  3. AndreasA meint:

    „[…] Das alles bedeutet: man kommt zum rechten Verstehen und Ergreifen des Evangeliums nur von Gesetz her, aber wiederum auch erst vom Evangelium her zum heilsamen Verstehen und Gebrauchen des Gesetzes. So gehören Gesetz und Evangelium zusammen als ‚die zwei Testamente Gottes, verordnet zu unserer Seligkeit, daß wir von der Sünde frei gemacht würden‘. Dazu gehört nämlich beides: daß unsere Krankheit, die Sünde, uns zu Bewußtsein gebracht wird durch das Gesetz – das ist ‚eine große Wohltat‘ – und daß wir die Heilung im Evangelium suchen und finden. Daher muß das Amt am Wort beides verkündigen, Gesetz und Evangelium. So ist es Gottes Wille und Auftrag. […] Beides gehört zusammen, beides muß gewahrt bleiben in der Kirche: die Angst und der Schmerz unter dem Gesetz, der Trost und die Freude unter dem Evangelium. Dieses beides zusammen ist rechte evangelische Buße. […]“ (P. Althaus, Die Theologie Martin Luthers, 226-227.)

  4. ein christ meint:

    ich habe zu dem Thema ein Buch geschrieben Hallo ja, wir sollen lieben und Gutes tun, und dies lässt sich nicht auf das Einhalten von Regeln eingrenzen

    ich finde das Gesetz wichtig als Maßstab, weil ich gemerkt habe, dass wir sonst uns selbstgerecht in Sünde schwelgen

    doch das Gesetz müssen wir verstehen und dazu wurde uns die Bergpredigt gegeben, aufgrund des Irrglaubens, dass sie Gnade

    alle moralischen Forderungen Gottes absvhwächt ist eine falsche tHEOLOGIE enstanden, die Bonhöffer billige Gnade nannte

    ich habe dazu ein Buch geschrieben http://workupload.com/file/wXuYH8t

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