Gewissensforschung für Siebtklässler

Matthias Matussek widerspricht THE EUROPEAN-Chefredakteur Alexander Görlach und stellt dabei die „Handreichung für Lehrkräfte“ mit dem Titel „Lesbische und schwule Lebensweisen – ein Thema für die Schule“ der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg vor.

In einem „heterosexuellen Fragebogen“ für Siebtklässler, also pubertierende 13- bis 14-Jährige wird diese Gewissenserforschung betrieben:

  • Woher glaubst du, kommt deine Heterosexualität
  • Wann und warum hast Du dich entschlossen, heterosexuell zu sein?
  • Ist es möglich, dass deine Heterosexualität nur eine Phase ist und dass du diese Phase überwinden wirst?
  • Ist es möglich, dass deine Heterosexualität von einer neurotischen Angst vor Menschen gleichen Geschlechts kommt?

Und ist es möglich, dass da ein paar schlechtgelaunte bärtige Sandalenträger in selbstgestrickten Pullovern ebenso selbstgestrickte Kulturstrategien ausknobeln, die zwischen Unverschämtheit und Klippschusterwissen hin und herpendeln, um den „neuen Menschen“ zu erziehen?

Was soll ein 13-Jähriger auf die Frage antworten, woher seine Heterosexualität kommt? Und was, ob diese eine Phase ist? Ganz nebenbei wird hier übrigens insinuiert, dass Homosexualität kein genetisches Schicksal ist, sondern eine frei zu entscheidende Wahl. Ihr müsst euch mal langsam entscheiden, Leute! Um die pubertierenden 14-Jährigen völlig verrückt zu machen, wird ihnen die beliebte Vermutung, dass die Normalen, die man „Heterosexuelle“ nennt, eine „neurotische Angst vor Menschen gleichen Geschlechts“ hätten, in eine Frage gegossen – sind die noch zu retten?

Doch damit nicht genug. Während Homosexualität offenbar als genetisch bedingt angesehen wird, wird nun die Heterosexualität zu einer Variablen; zu einer Wahl, die sich ändern lässt.

Denn Frage 11 – und jetzt kommt‘s – lautet: „Es scheint sehr wenige glückliche Heterosexelle zu geben; aber es wurden Verfahren entwickelt, die es dir möglich machen könnten, dich zu ändern, falls du es wirklich willst. Hast du schon einmal in Betracht gezogen, eine Elektroschock-Therapie zu machen?“

Das steht da tatsächlich! Das haben sich diese Frankensteins tatsächlich aus ihren wirren Schädeln qualmen lassen.

Hier: www.theeuropean.de.

Kommentare

  1. Fragebogen ….

    In Erinnerung an die zwei bereits hier zu findenden Artikel:
    http://theoblog.de/ein-anderes-bild-von-familie/12919/
    http://theoblog.de/schulfach-schwul/12731/
    möchte ich noch eine Beschreibung und Wertung hinzufügen:
    http://juergenelsaesser.wordpress.com/2013/02/21/alarm-schulfach-schwul-grundschuler-im-darkroom/
    Dort wird übrigens auf einen Zeitschriftenartikel verlinkt, der ebenfalls im Jahre 2011 verfasst wurde.
    Zitat:
    „ …Wie Kinderseelen zerstört werden. Mein gestriger Artikel über das Adoptionsrecht für Schwule hat zu heftigen Debatten auch auf Facebook geführt. Eine Kommentatorin berichtet etwas, was selbst mich abgebrühten Journalisten schockiert hat: “Ich finde es geht zu weit. letztens hat mein 11-jähriger Sohn eine Broschüre zum Sexualunterricht bekommen. Drin auch anderweitige detailliert beschriebene Sexualpraktiken wie …

    In COMPACT 9/2011 haben wir uns schon einmal mit dem Thema “Schulfach schwul” auseinandergesetzt. Der Artikel von Josefine Barthel bringt viele belegte und bewiesene Beispiele, vor allem aus Berlin und Nordrhein-Westfalen. Auszug: …
    Die Trans- und Homsexualisierung der Berliner Grundschüler ist ein neues Projekt. Bereits seit dem Jahr 2006 sind aber Handreichungen zum Thema „Lesbische und schwule Lebensweisen“ in Kraft, die ab der 5. Klasse gelten – und das fächerübergreifend in Biologie, Ethik, Geschichte/Sozialkunde, Deutsch, Englisch und sogar Latein. …

    Auch für die Kindergartenkinder ist ein Medienkoffer bereits in Planung. Berlin ist Vorreiter, in Nordrhein-Westfalen will man nachziehen. Die Kampagne hat sich den hübschen Slogan „Schule der Vielfalt“ auf die Fahne geschrieben und will die traditionelle Familienstruktur ebenso in Frage stellen wie die Mann-Frau-Sexualität als gesellschaftliche Norm. …

    Die zentrale Koordinierungs- und Leitstelle der Interministeriellen Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming sitzt im Bundesfamilienministerium, hier arbeiten die Strategen dieser Ideologie. Das wissenschaftliche Aushängeschild ist das vom Familienministerium finanzierte Genderkompetenzzentrum an der Humboldt-Universität zu Berlin.
    In fruchtbarer Zusammenarbeit entstehen so Broschüren und allerlei Aufklärungsmaterialien. Einer der bildungspolitischen Meisterwerke ist das Liederheft Nase, Bauch und Po für den Kindergarten. Eine Kostprobe gefällig? …“ (Zitat – Ende)

    Das ist doch ein konkreter und deutlicher Ansporn die eigenen Kinder, Enkel, Urenkel … intensiv zu begleiten und zu unterstützen. Recht aufklärende Mütter, Väter, Omas, Opas …. sind wichtiger denn je an der Basis im konkreten Lebensumfeld der Kinder.

  2. Christian meint:

    Ich habe zugegebenermaßen ein wenig Zeit, Nachdenken und Recherche gebraucht, um zu verstehen wie der Fragebogen gemeint ist.
    Der Fragebogen ist angelehnt an Martin Rochlins Fragebogen von 1972 und dreht den Spieß um.

    „The heterosexual questionnaire was created back in 1972 to put heterosexual people in the shoes of a gay person for just a moment. Questions and assumptions made of gays and lesbians that are unfair, are reversed and this time asked to straight people to demonstrate their absurdity. “ [1]

    Das scheint Matussek entgangen zu sein.

    [1] https://libcom.org/tags/martin-rochlin

  3. „Ich versuche es, für Matussek, mit einfachen Worten zu erklären. Das Ziel dieses Fragebogens ist nicht, die Schüler an ihrer Heterosexualität zweifeln zu lassen. Das Ziel dieses Fragebogens ist es, die Schüler am Sinn dieser Fragen zweifeln zu lassen.

    Es handelt sich um Fragen, mit denen sich klassischerweise Lesben und Schwule konfrontiert sehen. Dadurch, dass die Fragen, Mythen und Stereotypen (Homosexualität ist nur eine Phase / Homosexualität ist eine Neurose / Homosexuelle haben besonders häufig Geschlechtskrankheiten und sind besonders häufig Päderasten / Homosexuelle sind unglücklich, aber Homosexualität lässt sich mit der richtigen Therapie wieder aberziehen) umgekehrt und auf Heterosexualität angewandt werden, sollen die Schüler erkennen, wie sinnlos diese Fragen sind, wie merkwürdig die Annahmen sind, die ihnen zugrunde liegen, wie groß die Zumutung ist, ihnen ausgesetzt zu sein.“ (Stefan Niggemeier auf seinem Blog.) Da hat sich Hr. Matussek nun aber wirklich aufs Äußerste blamiert…und Sie zitieren ihn auch noch… http://www.stefan-niggemeier.de/blog/matthias-matussek-scheitert-an-fragebogen-fuer-siebtklaessler/

  4. @Felix: Danke für den Hinweis, der die Sache relativiert, allerdings auch so viel nicht ändert. Sind solche Fragen dafür geeignet, sie pubertierenden Schülern zu stellen? Macht die Broschüre nicht deutlich, dass es um eine neue Normalität, also um Umerziehung, geht?

    Für Neugierige hier die Quelle:

    https://www.gew-bw.de/Binaries/Binary20121/L-S-Lebenswesen.pdf

    Liebe Grüße, Ron

  5. Johannes G. meint:

    Gerade wollte ich quasi das schreiben, was Christian und Felix mir dankenswerter Weise bereits abgenommen haben (aus unerfindlichen Gründen werden mir auf der Startseite keine Kommentare angezeigt). Leider hat sich dasselbe „Missverständnis“ auch in einer TV-Debatte bereits offenbart (wobei es dort nicht als solches erkannt wurde).

    Ich muss sagen, dass ich über die meisten Auftritte christlicher sowie sonstiger Kritiker homosexueller Lebensweisen in den Medien maßlos enttäuscht bin. Entweder versucht man auszuweichen, indem man auf Defizite bei der Berücksichtigung anderer Minderheiten hinweist (um was es im Kern den orthodoxen Christen jedoch gar nicht geht) oder man prescht mit solchen Peinlichkeiten vor und es stellt sich im Nachhinein heraus, dass man einfach schlampig recherchiert hat bzw. sich scheinbar auf alles stürzt, was die eigenen Bedenken irgendwie stützen könnte.

    Mein Eindruck ist, dass es fundamental an Argumenten fehlt, um die eigene Position im Dialog mit Andersdenkenden rational begründen zu können. Denn auch wenn der argumentative Gegner ggf. die Prämissen nicht teilt, so kann er wenigstens nachvollziehen, weshalb jemand homosexuelle Praktiken für unmoralisch hält. Die katholische Kirche z.B. „besitzt“ diese Argumente. Nur leider kennt man diese dort selbst kaum mehr bzw. sind diese für Nichtphilosophen aktuell kaum zugänglich. Und zudem bringen diese einige Konsequenzen mit sich, die vielen Protestanten nicht gefallen dürften…

    Liebe Grüße
    Jo

  6. Was soll das, einen solchen Fragebogen zu entwickeln, für Kinder, die doch gar nicht wissen, was das alles überhaupt soll ? Hätte man den denen gegeben, die sich im Diskriminieren und Verfolgen großtun – ich verweise auf Religionsrichtungen und Völker, in denen die Homosexuellen tatsächlich Gefahr laufen umgebracht zu werden, siehe Afrika, oder im Islam – dann hätte es Sinn gemacht, aber lasst doch bitte den Kindern noch ein Stück Kindheit !!!!!!
    Sie sind doch ohnehin so viel Müll ausgesetzt, und haben auch kaum noch Schutz – was macht das denn mit Kindern, wenn sie jetzt diese ganze Pädophiliedebatte mitbekommen, dass man sie jetzt erneut missbraucht, instrumentalisiert, als Spielzeug für Erwachsene behandelt.. es ist doch langsam zum K…. Entschuldigung..
    jedes gequälte Tier, oder jede aussterbende Pflanze bekommt mehr hilfreiche Aufmerksamkeit als das kostbarste Geschenk unseres Herrn: Kinder.
    Das ist schlimmste Indokrination, was vor sich geht und diese unreifen, präpubertierenden, infantilen Erwachsenen sollten sich was schämen.
    Durch diese ganze Diskussion wird mir verstärkt klar: der Ekel Gottes vor uns, was wir dieser wunderbare Angelegenheit namens: Sexualität angetan haben . Aus welche einer Haltung und Ehrerbietung heraus die Zeugung eines Kindes und die Erziehung stattfinden soll…. und was machen wir mit allem ? Wir ziehen alles in den Dreck.

  7. Christian meint:

    Danke, Ron. Gut auf den Punkt gebracht. Ich sehe es ähnlich. Selbst wenn Matussek die Intention hinter dem Fragebogen entging, ist der Einsatz desselben in der Schule doch mehr als fragwürdig.

    Die Fragen, die ich mir stelle: Was können/sollen wir als Christen tun?
    Wie können Christen Kinder vor einer solchen Umerziehung schützen bzw. sie kritisch auf die Konfrontation mit diesem Gedankengut vorbereiten?
    Wie handhabt Ihr das persönlich mit Euren Kindern?

  8. @Christian: Gute Fragen! Ich denke:

    a) politische Teilnahme. Nicht einfach alles so laufen lassen, sondern sich einmischen, auch z.B. im Schulelternbeirat oder bei Wahlen. Es ist nämlich nicht Aufgabe des Staates, unsere Kinder zu erziehen.

    b) familiäre Teilnahme. Mit den Kindern in der Familie locker und verständnisvoll reden, z.B. beim Mittagessen. Es ist oft interessant zu hören, was die Kinder aus der Schule alles so mitbringen. Die Sachen müssen transparent gemacht werden und brauchen – gerade weil sie so nah gehen – die Verarbeitung im Gespräch.

    c) gemeindliche Aufgabe. In der Gemeinde, z.B. im Jugendkreis, diese eher schweren Themen nicht überspringen, sondern sich aktiv damit (auf der Grundlage der Heiligen Schrift) auseinandersetzen. Wichtig: Gebet und Fürbitte!

    So ließe sich vielleicht ein dritter Weg zwischen Verharmlosung und übersteigerter Sorge finden. So lässt sich mE auch das sich gegenseitig respektierende Miteinander in der Schule befördern.

    Liebe Grüße, Ron

  9. @Christian

    Obwohl es eher allgemein gehalten ist (das geht aber mitunter auch nicht anders, weil das Konkrete familien- oder situationsspezifisch abläuft), schließe ich mich Rons Zusammenstellung an.

  10. Hab die Fragen meinem fast 14jährigen pubertierenden Sohn gestellt. Seine Reaktion: „Sch… was soll das? – Ich find´s einfach nur eklig!“
    Es ist einfach nur krass, was da inzwischen abgeht. Einerseits wird Sexualität als „Privatsache“ deklariert, aus der man sich schön heraushalten soll – vor allem die Kirchen. Doch im gleichen Zug versucht man hintenherum über die Bildungspolitik die sexuelle Orientierung und Praxis der Kinder zu beeinflussen.
    Auf den Artikel von Bettina Röhl zum Thema „Bildungsabsolutismus, Gender und das Grundgesetzt“ wurde im Theoblog bereits verwiesen. Interessant ist auch der andere Artikel von ihr: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bettina-roehl-direkt-winfried-kretschmann-und-der-bildungsplan-2015/9391974.html

  11. @Christian

    Vielleicht noch ein paar Gedankenanstöße:

    Ich denke, dass wir uns – Christen, die die Realität durch die „Brille“ Gottes Wort wahrnehmen – zuerst als Minderheit begreifen müssen.

    Dann müssen wir uns u. a. dieser „staatlichen“ Realität stellen:
    http://www.bverwg.de/entscheidungen/entscheidung.php?ent=110913U6C12.12.0

    unter 24:
    „…Eine kategorische Beachtlichkeit sämtlicher elterlicherseits vorgebrachter religiöser Verhaltensgebote liefe – entgegen dem oben aufgezeigten Ausgangspunkt – auf einen prinzipiellen Vorrang jedweder individuellen Glaubensposition vor dem staatlichen Bestimmungsrecht im Schulwesen hinaus, das insoweit dann seinerseits leerlaufen müsste. Die Schule hätte sich dann mit Unterrichtsgestaltungen zu begnügen, die von sämtlichen Glaubensstandpunkten aus akzeptabel erscheinen; sie wäre letztlich vom Konsens aller individuell Beteiligten abhängig. Dass dies in einer religiös pluralen Gesellschaft weder praktisch möglich noch, mit Blick auf die Integrationsfunktion der Schule, verfassungsrechtlich intendiert sein kann, liegt auf der Hand. Die integrative Wirksamkeit der Schule erweist sich nicht nur darin, Minderheiten einzubeziehen und in ihren Eigenarten zu respektieren. Sie setzt auch voraus, dass Minderheiten sich nicht selbst abgrenzen und sich der Konfrontation mit Unterrichtsinhalten, gegen die sie religiöse, weltanschauliche oder kulturelle Vorbehalte hegen, nicht stets von vornherein verschließen dürfen (vgl. BVerfG, Kammerbeschlüsse vom 29. April 2003 a.a.O., vom 31. Mai 2006 a.a.O. S. 155 f. und vom 15. März 2007 – 1 BvR 2780/06 – BVerfGK 10, 423 ).“

    Die Vorbereitung schließt dann nicht nur Dinge ein, die wir konkret dem Wort Gottes entnehmen wie:
    Festigkeit in der Zuordnung des Geschlechts, Festigkeit in der Zukunftsperspektive (aus einem Mädchen soll eine Frau werden, aus einem Jungen ein Mann) … –
    sondern eben auch eine Belehrung über Rechte innerhalb der Gesellschaft.
    Alles zu seiner Zeit!
    Es ist auch viel gewonnen, wenn wir unsere Kinder, Enkel … darin bestärken ein: Nein! auszusprechen. Die Konsequenzen sollte man ihnen nicht verschweigen. Sie werden die Konsequenzen unmittelbar erfahren und bedürfen dann besonders der Ermutigung von uns …
    Auch vor der Verwendung „wissenschaftlicher“ Argumente muss man sich nicht scheuen. Die Debatten in Wissenschaftskreisen sind mitnichten konform oder widerspruchsfrei … Ein Pro jagt das Contra und weiter so …

    Ich denke, dass es eine Menge Möglichkeiten gibt sowohl für Erziehungsberechtigte als auch für Pädagogen. Spielräume sind noch vorhanden, werden aber zu wenig genutzt (soll kein genereller Vorwurf sein, manchmal ist es so, dass du deine Spielräume nicht nutzen kannst, weil du gar keine Zeit oder Kraft dafür mehr hast …).

    Abschließend: Wir (Christen, die …) sind zwar Minderheit, aber wir stehen im Frieden mit einem allwissenden und allmächtigen Gott durch Christus. Vergessen wir also auch nicht das Gebet bzgl. „Obrigkeit“ mit entsprechendem Ziel und vergessen wir nicht die vielen Verheißungen, die vielen Geschichtszeugnisse im Handeln Gottes mit einem „oft genug aussichtslos verlorenen Volk“! Wir haben allen Grund mit Zuversicht, Geduld und Ruhe Säulen für Kinder zu sein – im Unterschied zu Hysterie und …

    Liebe Grüße Lutz

  12. @Johannes G. Dann stell Dich mal einem, sagen wir Lanz. Meinst Du, er lässt Dich ausreden? Sind die TV Leute allg. Noch zugänglich für die thomistische Morallehre? Ich finde, mit der Absage an die Metaphysik und dem positiven Rechtsverständnis ist eben wirklich alles möglich, bis die Natur zurückschlägt.

    Liebe Grüße, Ron

    PS: Du kannst hier aber in einem Gastbeitrag gern die Argumente mal darlegen.

  13. Johannes G. meint:

    Lieber Ron,

    dass man ggf. ständig „abgewürgt“ wird ist noch mal ein anderes Problem. Ich halte es grundsätzlich für problematisch dieses Thema in einer „Talkrunde“ zu erörtern (Ich habe dazu bisher das Nachtcafé mit Backes und Maischberger gesehen). Dazu braucht es meiner Meinung nach so etwas wie eine Debatte zwischen zwei Kontrahenten mit festgelegter Redezeit.

    Mein Punkt war aber, dass ich die Art und Weise des Auftretens bzw. der Argumentation oft für nicht aufrichtig halte und ich vermute, dass der Grund dafür eben fehlende Argumente und Klarheit über den eigenen Standpunkt ist. Manchen Fragen wie z.B. „Was würden Sie tun, wenn eines Ihrer Kinder schwul wäre“ wurde z.B. konsequent ausgewichen. Dass man „homosexuelle Lebensweisen“ prinzipiell für moralisch falsch hält, habe ich auch nie gehört. Stattdessen fokussiert man sich auf die Vernachlässigung anderer Randgruppen.

    Das muss auf einen Außenstehenden meiner Ansicht nach wie ein Eiertanz bzw. einfach unüberlegt wirken. Ich will hier niemandem zu nahe treten, aber ich persönlich würde mich zu solch einem Thema nicht in die Öffentlichkeit wagen, wenn ich keine adäquaten (d.h. für das Format angemessenen) sauber ausgearbeiteten und erprobten Argumente habe. Ich sehe vor allem bei den Protestanten ein großes Defizit was die gesellschaftliche Sprachfähigkeit zu Themen wie Homosexualität bzw. Sexualethik im Allgemeinen bzw. angeschlossene Streitfelder wie das Thema Abtreibung angeht.

    Auch z.B. das Thema „Toleranz und Akzeptanz“ bei Maischberger wäre ich anders angegangen. Es sind Ideen und Meinungen, die wir als Christen tolerieren sollen und nicht Menschen. Menschen sollen wir hingegen lieben und nicht einfach nur akzeptieren. Das ist ein entscheidender Unterschied: Wenn es (natürlich rein hypothetisch 😉 ) meiner Frau in den Sinn kommen sollte, unser Auskommen durch Prostitution aufzubessern, werde ich das nicht einfach „akzeptieren“ – und zwar genau deshalb, weil ich sie liebe. Denn je mehr ich einen Menschen liebe, desto schmerzlicher wird es für mich sein, wenn er sich auf eine Weise verhält, die ich für destruktiv bzw. moralisch falsch halte.

    Dein Angebot ehrt mich, aber ich halte mich dafür aktuell noch nicht für ausreichend qualifiziert. Das kann Robert Spaemann sicher besser – zumindest sollte er es besser können 😉 Im Übrigen ist das nicht unbedingt nur eine „thomistische Kiste“. Die Argumentation fußt aber natürlich primär auf den Grundlagen des Naturrechts (nicht zu verwechseln mit dem, was die Biologen unter „Natur“ verstehen) und der Werte-Ethik.

    Da ich vor vier Wochen Papa geworden bin und dabei fast meine Frau verloren habe, habe ich aktuell alle Hände voll zu tun. Wenn ich aber wieder etwas mehr Freizeit habe (man darf ja noch Hoffnung haben 😉 ), versuche ich diesbezüglich gerne mal etwas auf die Beine zu stellen (mein Hauskreis hat sich das zudem auch schon gewünscht) und melde mich dann 🙂

    Liebe Grüße
    Jo

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