Glauben Muslime und Christen an den selben Gott?

Glauben Muslime und Christen an einen Gott? Miroslav Volf meint „Ja!“ und hat das in seinem Buch  Allah: A Christian Response zu begründen versucht (vgl. die Besprechung des Buches von Mark Durie hier: Volf.pdf).

Thabiti Anyabwile, im Jahr 2014 Hauptreferent der E21-Konferenz in Hamburg, ist selbst vom Islam zum Christentum konvertiert und entfaltet in dem nachfolgenden Interview seine Sicht der Dinge (leider nur in englischer Sprache):

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Njo, Volf und noch zwei andere glauben das. Oder drei.

  2. Hier die knappe Antwort von Lutheran Satire, leider auch nur in Englisch, aber leicht verständlich 🙂

    https://www.youtube.com/watch?v=lpc4ygCQePM

  3. schandor meint:

    @Alexander

    🙂 Sagt alles. Aber Intellektuelle werden das nicht verstehen – es ist zu einfach für sie.

    Volf kommt wie ein Mathematiker und sagt, anhand einer neuen Formel könne man beweisen: Quadrat und Kreis sind deckungsgleich!

  4. S.Teinewurf meint:

    Do Christians and Jews worship the same God?
    Laut dem Video nicht.
    Man merke: Manche Dinge sind komplexer, als 60sekunden-Youtubeclips.

  5. Schandor meint:

    Und manche einfacher als dicke Schmöker.

  6. Johannes G. meint:

    Mir scheint je nachdem, was man genau unter „glauben“, „anbeten“ und „sich beziehen“ versteht, können sich unterschiedliche Antworten ergeben – selbst unter orthodoxen Philosophen und Theologen. Z.B. impliziert ein Unterschied bezgl. des Sinnes nicht zwingend einen Unterschied bezgl. des Bezugsgegenstandes etc.

    Wer sich da gerne vertiefen möchte, findet bei Dale Tuggy (dessen Auffassungen zur Trinität ich nicht teile – nur für´s Protokoll 😉 ) einen schönen Überblick über die noch relativ aktuelle Kontroverse in den USA:

    http://trinities.org/blog/same-god-controversy-round-up/
    Ein „Nachzügler-Artikel“ findet sich noch hier:
    http://edwardfeser.blogspot.de/2015/12/christians-muslims-and-reference-of-god.html

    Liebe Grüße
    Johannes

  7. schandor meint:

    Aha. Das lässt sich auch auf den Punkt bringen:

    „Ich versteh’s so: …“ … „Ich versteh’s anders.“ Beide Antworten sind also „wahr“. Super! Jetzt kann sich jeder im Supermarkt der Meinungen bedienen und für wahr halten, was immer er will.
    Falls eine Wahrheit nicht gefällt, kein Problem: Verkomplizieren, verkomplizieren! Dann geht es plötzlich! 🙂

  8. Hier eine Debatte zwischen Miroslav Volf vs. Nabeel Qureshi (ein Konvertit):

    https://www.youtube.com/watch?v=KU9k2OvfVvY

    Liebe Grüße, Ron

  9. S.Teinewurf meint:

    @schandor:
    Nein, nicht verkomplizieren, aber auch nicht simplifizieren.

    Eine Jude sagt auch: Ihr Christen, habt einen anderen Gott, als wir. Ihr habt den wahren Weg verlassen. Ein Christ wird von seinem Blick aussagen: Stimmt doch gar nicht. Wir kommen doch vom Gleichen – und es ist sogar der gleiche Weg.

    Rein faktisch muss man zugestehen, dass sich alle drei auf die gleichen Wurzeln berufen. Muslime sagen auch explizit, dass der Islam/Quran die letzte Offenbarung des gleichen Gottes ist. Sie kommen nicht mit einem anderen Gott, sondern einer anderen Deutung. Aber: Ohne Zweifel stehen da keine identischen Beschreibungen und schon gar nicht Kulturen nebeneinander! Es ist offensichtlich nicht das Gleiche. Und führt auch nicht zum Gleichen!

    Aber es ist eine Verwandtschaft und eine Verknüpfung vorhanden, die es z.B. zwischen Thor oder Zeus oder Shiva und dem Gott, wie Christen ihn suchen, nicht gibt. Orientalische Christen verwenden ja auch das Wort Allah. Und trotzdem sind es verschiedene konzeptionelle Beschreibungen.

    Ich finde es aber wichtig, z.B. in der Begegnung mit Muslimen, dass es Brücken gibt. Sie müssen nicht den Gott Abrahams verlassen, um Jesus zu folgen. Ein „Germane“ oder ein Hindu hat da einen ganz anderen Weg vor sich.

  10. Für einen Psychoanalytiker (aufgeklärten liberalen Theologen) glauben alle an den gleichen Gott: den projizierten Gott. Da aller Glaube nur Projektion ist, muss einfach die Projektion politisch inkorrekter Sichtweisen verändert werden, um den Traum eines bestimmten Miteinanders aller Menschen zu verwirklichen. Diese Sicht ist weit verbreitet und steckt bei vielen hinter der Monotheismus-Aussage und deren Blüten wie Weltethos, House of one usw. usw. Hauptsächlich in D kommt noch die Christus-Verleugnung wegen der Shoah ins Spiel. Das riecht alles furchtbar nach Politik und Missbrauch von Religion zu deren Zwecken, wie die regelmäßig wenig fundierten theologischen Aussagen und das schnelle Hinüberwechseln zu aktuellen politischen Erfordernissen in den Schriften und Verlautbarungen eindrücklich zeigen.

    Theologie geht anders. Da gibt es keinen quantitativen Monotheismus, sondern einen qualitativen (vgl. das erste Gebot).

  11. Schandor meint:

    Es gibt keine Brücke von Al-ilah, Sin, dem Mondgott, zum Gott Abrahams.
    Die „Brücken“ werden vom „Pontifex“ gebaut, der realisieren will, dass alle Wege nach Rom führen. Das wissen alle Insider.

  12. @Schandor

    An Roms Brücken bin ich hier nicht interessiert; nach Rom geführt zu werden, schon gar nicht – aber mich interessieren Brücken, die der Koran selbst baut mit z.B. dem Isa ibn maryam und auch der islamischen Eschatologie. Dass es dort gewaltige Unterschiede zu uns gibt, heißt für mich nicht, dass darüber nicht gesprochen werden darf oder dass ich es für sinnlos erachte, mit Muslimen darüber zu reden. Die Logik, warum aus christlicher Perspektive mit Muslimen immer nur auf die abrahamitische Gemeinsamkeit abgestellt wird, erschließt sich mir (noch) nicht wirklich. Haben Sie eine Erklärung?

  13. Schandor meint:

    @Gast

    Nein. Der Islam ist bestrebt, sich auf alles zu erstrecken und alles zu unterwerfen. Damit ist alles gesagt.

  14. @Schandor

    Ihr „Nein“ bezieht sich auf meine Schlussfrage? Dann schicke ich eine These hinterher: Aus Rücksicht auf das Judentum stellen Bedford-Strohm&Co auf die abrahamitische Gemeinsamkeit ab.

    Das Bestreben des Islams, sich auf alles zu erstrecken und alles zu unterwerfen ist eine Zuschreibung, die z.B. auf meinen Gemüsehändler oder den Inhaber des Restaurants, welches ich während des Studiums gerne aufsuchte, nicht zutreffen. Da habe ich mehr theologische und reflektive Kompetenz erlebt als bei so manchem Theologen.

    Aber selbst, wenn man das als These so stehen ließe, so frage ich, ob dem durch unser Modell der Aufklärung (Gottlosigkeit) beizukommen ist oder nicht eher (gleich schwer oder leichter) durch einen christlich-muslimischen Dialog über Jesus Christus. Was aus einem solchen Dialog erwächst, liegt nach unserem theologischen Verständnis nicht in unserer Hand. Wir können lediglich versuchen, den Boden zu bereiten, damit sich Gnade ereignen kann.

  15. ConfessorReformatus meint:

    @ S.Teinewurf „Aber es ist eine Verwandtschaft und eine Verknüpfung vorhanden“, nun es gibt sicherlich auch Verknüpfungen zwischen (rechtgläubiger) christlicher Lehre und Gnosis, heißt das dann das „christliche“ Gnostiker den gleichen Gott anbeten wie orthodoxe Christen?
    „Sie müssen nicht den Gott Abrahams verlassen…“ Oh, ist etwa der Abraham (Ibrahim) der gleiche wie der der Bibel?
    Ich bin erschrocken darüber, wie selbst bibeltreue und bekenntnistreue Christen sich theologisch so verbiegen wollen….

  16. Jutta meint:

    https://www.youtube.com/watch?v=wXD7Z5VZc_4

    Sabatina James zu Gast bei „Im Dialog“

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