Google will die Weltherrschaft und die Behörden freuen sich

Googles neue Ankündigungen vervollständigen ein beunruhigendes Puzzle: Der IT-Konzern überzieht den Globus mit einem unsichtbaren Netz aus Informationen, das schnell unverzichtbar werden wird. Der Eintrittspreis ist die totale Überwachbarkeit. Christian Stöcker schreibt:

Als eine Moderatorin des US-Fernsehsenders CNBC Google-Chef Eric Schmidt am Montagabend nach all den Daten fragte, die sein Konzern über Internetnutzer besitzt, sagte Schmidt einen denkwürdigen Satz: »Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.« Wer aber »wirklich diese Art von Privatsphäre« brauche, müsse sich nicht über Suchmaschinen wie Google Sorgen machen, die solche Daten selbstverständlich speicherten. Sondern über die US-Behörden. Denn der Patriot Act erlaube unter Umständen auch Zugriff auf die Daten, die Google über seine Nutzer sammelt.

Schmidts Satz verrät gleich drei beunruhigende Haltungen: Erstens, so kann man ihn interpretieren, sind Sie selbst schuld, wenn Sie es heute noch wagen, Geheimnisse haben zu wollen. Zweitens weiß Google schon längst verdammt viel über Sie. Und drittens wird der Konzern all die Informationen, die er über Sie hat, nicht gegen Sie verwenden – denn das dürfen nur Regierungsbehörden.

Hier der vollständige Kommentar: www.spiegel.de.

Kommentare

  1. Lieber Ron,
    danke, dass Du den Artikel hier gepostet hast. Hätte ihn sonst nicht entdeckt.

    Da ist man erschreckt, was alles die Stasi der DDR damals zustande gebracht hat und wie die Menschen unter totaler Kontrolle standen. Jetzt glaubt man, dass das so schnell nicht wieder vorkommen kann und die Menschen geben alles freiwillig von sich Preis. Allen voran die Jugendlichen, die ja am wenigsten wollen, dass man in ihre Karten schaut.

    Aber wen das erschreckt: Gott weiß noch viel mehr über uns, als es die Computer können !! Und er wird einmal alles ans Licht bringen. Jeder Gedanke, jedes Wort !

    Darum möchte ich das abschließende Zitat aus dem Spiegelartikel etwas abändern:

    Was Du nicht willst, was Gott von Dir sieht, solltest Du gar nicht erst tun.

    Aber eines können die Super-Wissensmaschienen nicht:
    Trotz allem Wissen, was der Mensch tut ihn lieben, ihm vergeben und die Sünden ins äußerste Meer werfen.

    Jesus kann das !!

  2. Jürgen meint:

    Naja, Datenkrake Google ist allerdings nicht in der Lage den Behörden bei der Bekämpfung der Kriminalität zu helfen, denn diese Subjekte wissen ihre Spuren zu verwischen und ihre Taten zu vernebeln. Komisch, nicht..?

  3. Gute Güte! Und der Artikel hat recht: „Es wird schwer werden, sich der Nützlichkeit und Attraktivität dieses Angebots zu entziehen.“ Es ist so verdammt praktisch und bequem; wie in einem Science Fiction Film…

    Wird man sich dem überhaupt noch entziehen können? Das ganze Konzept (bürgerlicher) Freiheit und Selbstbestimmung steht hier auf dem Prüfstand. Ist es vielleicht schon in 10 Jahren nur noch ein Anachronismus?

    Mir wird schwindlig…

  4. @Andreas: Kannst Du auch schon meine Gedanken lesen (wie Google)? Meine Tochter muss gerade 1984 lesen. Dieser Text gewinnt wie Huxley’s „Brave New World“ zunehmend an Aktualität!

    Liebe Grüße, Ron

  5. Passend zum Thema evtl. von Interesse: http://radar.oreilly.com/2009/11/the-war-for-the-web.html

    Gruß, Jürgen

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