Grenzen der Toleranz

Das Goshen College und die Eastern Mennonite University haben die „sexuelle Orientierung“ in ihre Antiskriminierungsrichtlinien aufgenommen. Beide nordamerikanischen Bildungseinrichtungen gehören zum Rat christlicher Colleges & Universitäten (CCCU), dem sich beispielsweise auch das Dallas Theological Seminary oder das Fuller Theological Seminary angeschlossen haben. Das Goshen College und die Eastern Mennonite University haben damit den Weg dafür frei gemacht, Lehrer und Studierende aufzunehmen, die in einer gleichgeschlechtlichen Ehe leben.

Das ist nicht sonderlich überraschend. Die Zeitschrift Christianity Today meldet allerdings weiter, dass auf christliche Schulen, die die gleichgeschlechtliche Ehe nicht akzeptieren, juristische Herausforderungen zukommen. Möglicherweise wird sogar die Religionsfreiheit eingeschränkt. John Roberts, Richter am Höchsten Gericht, erklärte: „Komplizierte Fragen tauchen auf, wenn gläubige Menschen ihre Religion in einer Weise ausüben, die den Eindruck erweckt, dass sie mit dem neuen Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe nicht vereinbar ist.“ Etwa, wenn religiöse Ausbildungsstätten in ihren Studentenwohnheimen nur hetero-geschlechtlichen Paaren Zugang gestatten oder gleichgeschlechtliche Paare, die Kinder adoptiert oder durch eine Leihmutter „bezogen haben“, abgelehnt werden. Auf dem Prüfstand stehen zudem Steuererleichterungen für religiöse Institutionen, die sich gegenüber der gleichgeschlechtlichen Ehe verschließen.

Hier mehr: www.christianitytoday.com.

Kommentare

  1. Theophil Isegrim meint:

    Vor Jahren wurde in Schweden das Antidiskriminierungsgesetz eingeführt. Wie weit es nun reicht und was da umgesetzt wurde, weiß ich nicht. Aber es gab wohl Gedankenspielen, daß man beispielsweise nicht mehr predigen dürfe, Homosexualität ist Sünde. Man dürfe nur noch predigen, die Bibel behautet, Homosexualität sei Sünde.

    Wie lange wird es wohl noch dauern, bis in Predigten eingegriffen wird? Vor einem halben Jahr gab es ja schon die ersten Versuche. Das war aber „nur“ Hetze. Wann kommen die ersten Gesetze?

    Ich glaube, wir gehen sehr „lustigen“ Zeiten entgegen. Das wird ganz übel werden. Es sei denn, es passiert etwas vollkommen unvorhergesehenes.

  2. Markus meint:

    Der Ausdruck „Grenzen der Toleranz“ ist irreführend. Zunächst wird „Toleranz“ und „Akzeptanz“ verwechselt. Noch wichtiger ist, dass Ausdrücke wie „Toleranz“, „Nichtdiskriminierung“ usw. begriffliche Ablenkungsmanöver sind. Es geht nirgendwo um „Toleranz“, auch nicht um Akzeptanz per se. Es geht darum, eine irrationale Ideologie einzuführen, die letztlich zur Zerstörung der westlichen Völker und Kulturen führen soll. Alles, was das Durchsetzen dieser Ziele nachhaltig behindert, wird als „intolerant“ (oder auch „rechts“, „populistisch“…) diffamiert und bald politisch unterdrückt.

  3. Rolf Eicken meint:

    Wie Markus richtig schreibt, wird hier Toleranz falsch ausgelegt. Sie wird auch oft mit Gleichgültigkeit verwechselt. Toleranz ist ein aktiver Begriff, da von mir ein aktives Mitwirken verlangt wird. Wenn jemand eine andere, meiner Meinung total entgegenstehend vertritt, so muss es möglich sein, diese andere Meinung zu akzeptieren, ja, sogar gegen Anfeindungen anderer, zu verteidigen. Das ist ein Aspekt von Toleranz. Das verlangt mir etwas ab, denn ich muss die auftretende Diskrepanz zw. meiner und der Meinung des anderen aushalten.

  4. Bisher werden christliche Colleges etc., die zu einer christliche Ethik stehen und dies auch von Lehrenden und Studierenden einfordern, geduldet oder ertragen (im Sinne von „toleriert“). Inzwischen signalisieren jedoch Autoritätspersonen wie der Richter Roberts, dass die Toleranz ausgeschöpft sein könnte, wenn Minimalanforderungen der neuen Moral nicht angenommen werden. Dann sind die Grenzen der Toleranz erreicht. Die Religionsfreiheit oder auch die Gewissensfreiheit, die in Nordamerika traditionell ein sehr hohes Gut ist, könnte also durch andere Rechte beschnitten werden. Wir haben inzwischen konkrete Präzedenzfälle, die in diese Richtung weisen.

    Begrüßt, gestützt oder gutgeheißen wird das, was diese christlichen Einrichtungen tun, von offizieller Seite schon länger nicht mehr.

    Liebe Grüße, Ron

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