Grenzgänger der Liebe: Karl Barth und Paul Tillich

Dogmatik und Ethik gelten als Geschwister. Wer ein hochgelehrter Theologe ist, muss aber noch lange nicht üblichen Konventionen genügen. Zwei prominente Theologen des 20. Jahrhunderts, Karl Barth und Paul Tillich, waren verheiratet, fühlten sich aber gleichzeitig von anderen anderen Frauen angezogen. Sie lebten mit diesen mehr oder weniger offen auch in Beziehungen. Ein Widerspruch zu ihrem theologischen Leben und Denken? Sie waren bemüht, auch diesen Bereich ihres Lebens theologisch zu begründen.

Hier geht es zu der Bayern 2-Radiosendung »Grenzgänger der Liebe« von Claudia Christophersen:

Das Manuskript zur Sendung gibt es hier: BR-online-Publikation-ab-01-2010–186892-20100813100136.pdf.

VD: HB

Kommentare

  1. Silas Deutscher meint:

    Saftige Worte!
    Wie so oft sind die grossen Denker ambivalente Persönlichkeiten…

  2. Auch wenn ich kein Barth-Anhänger bin, die Enttäuschung ist groß. Das Schlimme daran ist aber nicht, dass er so in Sünde gefallen ist – viel schlimmer wiegt seine Selbstrechtfertigung.

    Auch ein David ist gefallen, aber er hat erkannt: denn ich erkenne meine Missetat, und meine
    Sünde ist immer vor mir. An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du
    recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.
    Er hat Vergebung erlangt.

    Saul hat sich weniger schwerer Sünden schuldig gemacht. Aufgrund seiner Selbstrechfertigung wurde er verworfen.

    Ehebruch ist und bleibt Sünde, da hilft kein Schönreden. Und was er damit seiner Frau und seinen Kindern angetan hat, ist nur zu erahnen.
    Nein, menschliche Größe ist im Falle Barth nicht zu erkennen. Höchstens die Gnade Gottes –
    falls er Buße getan hat.

Trackbacks/ Pingbacks

  1. […] Tillich interessant für uns heute macht, ist weniger seine Lebensgeschichte (siehe dieser Post “Karl Barth und Paul Tillich: Grenzgänger der Liebe”) und auch nicht seine Theologie. […]

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