Grün-rote Gesinnungspädagogik

Heike Schmoll zeigt in ihrem Beitrag, wie die Grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg versucht, in den Schulen eine neue Wählergeneration zu erziehen. Nicht mehr Leistungen, sondern Einstellungen oder „Gesinnungen“ sollen geprüft werden.

Der gesamte Entwurf für den Bildungsplan atmet den Geist eines affirmativen Erziehungsverständnisses, das zum Glück als längst überholt gilt. Er entwirft das Bild eines neuen Menschen nach dem Bild der grün-roten Landesregierung in Stuttgart und deren Landesinstitut für Schulentwicklung. Das ist deshalb so gefährlich, weil Bildungsprozesse auf diese Weise zu einer einzigen Indoktrination werden können, weil die Beschreibung von Einstellungen und Haltungen schlimmstenfalls in schulische Gesinnungsprüfungen ausarten könnten, die es in beiden deutschen Diktaturen schon einmal gab …

Wer das liest, wird sich des Eindrucks kaum erwehren können, dass es sich eher um ein in den Lehrplan umgewandeltes Parteiprogramm handelt als um Bildungsziele. Doch an den Leitprinzipien will die Amtsspitze des Kultusministeriums nicht mehr rütteln lassen. Wenn sie wenigstens in der endgültigen Fassung des Lehrplans nicht mehr in Einstellungen und Haltungen ihren Niederschlag fänden, wäre viel gewonnen. Denn die Einstellungen der Schüler müssen auch in Baden-Württemberg unverfügbar bleiben.

Hier: www.faz.net.

Kommentare

  1. Mit wundert das alles nicht. Die Verantwortlichen in diesen Parteien haben schon lange gezeigt, dass sie sehr böse Pläne haben und keine Begrenzung der Mittelwahl kennen. Natürlich missbrauchen sie Kinder zu ihren Zwecken, soweit es für sie irgend möglich ist. Das haben andere böse Menschen ja auch getan. Und sie selbst haben sich für den Mord an Kindern (bislang vor ihrer Geburt) ja stark gemacht.
    Leider drücken sich viele Zeitgenossen, die eigentlich solche Sachverhalte weitgehend durchschaut haben sollten, noch viel zu verklausuliert und zurückhaltend aus, weil eine angemessen klare und scharfe Kritik an solchen perfiden Bosheiten Mut und Entschlossenheit (und nicht zuletzt klares Denken) erfordert. Ich bin mir sicher, dass wir durch diese Zurückhaltung viel mehr verlieren als gewinnen.
    Viele von uns sind schon ein bisschen postmodern geworden. Sie halten sich (im Wesentlichen) an das, wie man sprechen darf und wie nicht und was man sagen darf und was nicht. Sie halten sich an gewisse Schweigegebote. Sie machen Kompromisse darin, die Dinge einfach so auszudrücken, wie sie sind. Denn das „klingt“ ja heute oft „extrem“. Hier greifen Einschüchterungsmechanismen – die zumindest am Anfang deshalb funktionieren, weil man ihnen im vorauseilenden Gehorsam nachkommt. Alexander Solschenizyn berichtete von der Anfangszeit der Inhaftierungswellen in der SU etwas strukturell Ähnliches.
    Von daher ist dieser Artikel eine gewisse positive Ausnahme, da er den Bezug zu den beiden anderen deutschen Diktaturen herstellt. Eine Analogie, die in solchen Punkten einfach nur offensichtlich ist. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Dinge so weiterentwickeln, ist hoch.

    Markus

  2. Helmut meint:

    Ausgezeichnet! Genau darum geht es zunächst. Allerdings ist das
    liberaler Minimalkonsens.

    Tatsächlich ist praktisch keine Erziehung ohne die Vermittlung von
    Haltungen bzw. Einstellungen möglich. Niemand wird kultuviert,
    ohne durch eine bestimmte, partikulare Kultur hindurch zu gehen.
    Deshalb soll im liberalen Staat die Erziehung „zuvörderst“ der Familie
    vorbehalten sein. Die Schulen sollen auf dieser Basis ergänzend
    nur insoweit erziehen, als es zur Vermittlung von Wissen notwendig
    ist.

    Es gibt, basierend auf dieser Einschränkung, Einstellungen, die traditionell
    auch der Staat als Sachwalter des Volkssouveräns durch Erziehung
    vermitteln darf und soll: Nämlich die (1) die staatsbürgerliche Loyalität
    und daraus abgeleitet (2) den Gesetzesgehorsam, (3) Loyalität zum
    Sittengesetz*, dem Staat, Gesetz und Bürger unterliegen.

    Auf diesen Grundlagen – Primat der Familie und Sittengesetz – hat
    staatliche Erziehung lediglich die Aufgabe möglichst
    umfassend Wissen zu vermitteln und die Fähigkeit zu fördern
    (fördern, nicht zwingen !!!),
    dass junge Menschen selbst eigene Einstellungen verantwortlich
    formen. Das ist das Höchste, was ein Pädagoge leisten kann.

    Herzliche Grüße,
    Helmut

    [*Dieses „Sittengesetz“ ist aber gerade nicht nach der jeweiligen
    ideologischen Meinung umzuinterpretieren, es unterliegt nicht politischer
    Gesetzgebung, sondern unterliegt objektiver historischer Erkenntnis.
    Es ist in großen Zügen universal erkennbar (dazu u.a. Huntington
    und Fukuyama) und wird erkannt nach Maßgabe
    eines generationenübergreifenden Erfahrungswissens über der
    menschlichen Gattung nützliche und schädliche Verhaltensweisen.
    Immanuel Kant nennt diese Erkenntnis in Übereinstimmung mit Aristoteles
    die „Praktische Vernunft“.]

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