Ideologiegeleitetes Wikipedia?

Wikipedia gilt vielen als verlässliche Quelle, zumindest als ausgewogene Anlaufstelle für eine Erstorientierung. Wie interessengeleitet die Online-Enzyklopädie bei etlichen Artikeln ist, zeigt ein Brief, der Arne Hoffmann kürzlich zugestellt wurde. Gemeldet hat sich jemand, der Manipulationsvorwürfe rund um Wikipedia bisher wilden Verschwörungstheorien zugeschrieben hatte.

Ein Auszug:

Man hat in Wikipedia heute nicht mehr die geringste Chance, irgendwelche Inhalte unterzubringen, die nicht ins das Weltbild dieses Fem-Netzwerkes passen. Noch nicht einmal, wenn man sich um maximale Ausgewogenheit bemüht.

Ich habe heute in den Wikpedia-Artikel über „Gendering“ („geschlechtergerechte“ Sprache) eine Pro und Contra-Liste eingefügt mit Argumenten für Gendering und Argumenten, die dagegen sprechen. Das ganze ausführlich bequellt. Es dauerte keine 2 Stunden und ich hatte deswegen eine Vandalismus-Meldung an der Backe von Nutzer JosFritz. Nun ist der Artikel für Bearbeitungen erstmal gesperrt.

Die Vereinsgeschichte des „Gendering“-Artikels lässt sich hier noch nachvollziehen.

Hier der Brief: genderama.blogspot.de.

Kommentare

  1. schandor meint:

    Das ist im Grunde ganz einfach:

    Überall dort, wo keine Ideologie dahinterstecken kann, also bei reinen Informationen, zum Beispiel wann welcher Film, welcher Schauspieler, wo welches Land, wo welche Pflanze, wer als erster den Mond, den Mount Everest, kurz: wo es sich nicht um Gegenstände handelt, die ideologisch gefärbt sein könnten, ist Wiki eine gute Quelle. Das hat sich allerdings schon ganz früh gezeigt. Darum arbeite ich auch schon seit Jahren in diesem Tümpel nicht mehr mit.

    Wer in-formiert werden will, schlagt bei Wikipedia nach. Um in-formiert zu werden, und zwar ganz klar so, wie das in dem Artikel steh, der lässt sich von Wiki-Blödia informieren. Gender ist immer und überall. Peinlich, was einst die Nachwelt über uns denken wird.

  2. „von Nutzer JosFritz“-??
    aha…! ein Feigling ist er – denn den Nutzer ´JosFritz´ gibt es natürlich nicht; im Bewusstsein der eigenen ´Mission´ hat sich hier jemand bedient: Jos Fritz war zu Beginn des 16. Jhs. zeitweise Anführer des „Bundschuh“ an Oberrhein und Breisgau! Eine interessante Persönlichkeit in den Wirren dieser Zeit, die nie gefasst wurde!
    Natürlich beruft man sich gern auf solche Gestalten. Während solche mainstream-devoten Salon-Revoluzzer, die ihr Unwesen in wikipedia treiben, aber nichts zu befürchten haben, war der historische Jos Fritz von deutlich anderem Kaliber…

  3. Reinhard meint:

    Dass Wikipedia bei weltanschauungsrelevanten Themen ausgesprochen ideologiegeleitet ist, habe ich vor mehreren Jahren beim Begriff „Nichtreduzierbare Komplexität“ auf frustrierende Weise erlebt. Quellenbelege für Korrekturen des teilweise grob falschen Artikels interessierten nicht. Stattdessen durfte ein dem Mainstream verpflichteter Autor seine persönliche Meinung ungehindert im Artikel platzieren. Die Admins und ihre Helfer gehen notfalls völlig willkürlich vor, drohen ohne Grund mit Sperrung und treten die Grundsätze von Wikipedia ungehindert mit Füßen. Abhilfe wäre vielleicht möglich mit einem größeren, gut informierten Team. Ansonsten bleibt wohl nur, über die ideologische Vorgehensweise von Wikipedia aufzuklären, wo immer das geht. Die damalige willkürliche Vorgehensweise habe ich dokumentiert.

    Hier ein Beispiel. Im genannten Artikel steht seit vielen Jahren:
    „Obwohl von Anhängern wie Sarfati als Beispiel für nichtreduzierbare Komplexität genannt, ist das Wirbeltierauge als klassisches Beispiel einer Progressionsreihe aus einfacher gebauten Zwischenstadien hervorgegangen.“
    Richtig ist, dass Mike Behe, der das Konzept in die neueren Diskussion einführte, das Linsenauge als unbrauchbares Beispiel bezeichnete. Denn das Linsenauge erfüllt überhaupt nicht das Kriterium für „nichtreduzierbare Komplexität“.
    Es war trotz eindeutiger Quellenangaben nicht möglich, diesen (und andere) Fehler zu korrigieren. Zudem wird die falsche Behauptung nicht durch eine Quelle belegt.

  4. Demokratisches Gemeinschaftswissen, wo die Community bestimmt was wahr ist und was nicht, hat natuerlich zur Folge das Minderheiten Meinungen so gut belegt sie auch sein mögen verschwinden werden. Jeder Artikel wird von seiner Interessensgruppe verdeitigt zum Beispiel las ich in der englischen Wikipedia vor einiger Zeit den Artikel ueber Fundamentalismus in dem auch kein Platz fuer Kritik war.

  5. schandor meint:

    So hat Wikipedia nun auch die Möglichkeit ausgeschaltet, Korrekturen in dieser Hinsicht anzubringen: Der Begriff „Studenten“ wird automatisch auf den falschen und hässlichen Begriff „Studierende“ aus-geschlechtert.

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