Impulse zum Zweifeln

Torsten Hebel sprach kürzlich im Evangeliumsrundfunk (ERF) über seine Abkehr vom christlichen Glauben und die Entdeckung eines neuen Glaubens (vgl. auch hier und hier). Ich finde es in Ordnung, wenn jemand seine Entkehrung kommuniziert und ich nehme ihm ab, dass es ein Verlust von Heimat war und einen Trauerprozess einschloss.

Nicht ganz verstehe ich, warum er für seine Botschaft die große christliche Bühne sucht. Und: Müssen ihm ein christlicher Verlag und ein Missionswerk wie der ERF dafür eine Plattform bieten? Aber nun gut, ich muss nicht alles verstehen.

Eine Sache würde ich allerdings gern wissen. Warum wird Torsten in der Talksendung nicht eine kritische Frage gestellt? Hätte es bei diesen steilen Thesen nicht Gelegenheiten dafür gegeben oder gar Notwendigkeiten geben müssen?

Einige Beispiele: Er rückt die christliche Unterweisung und Evangelisation von Kindern in den Raum des geistlichen Missbrauchs. Er hat sich vom christlichen Glauben gelöst, weil ihm die Antworten des Evangeliums intellektuell unglaubwürdig erscheinen (sein Glaube wurde mit Argumenten ausgehebelt). Wo aber sind die Gründe für seinen neuen Glauben? Gott ist kein Substantiv, sondern ein Verb (ach so). Gott ereignet sich. Einem Kind müssen wir sagen, dass es wertvoll ist, dass es fehlerlos ist, dass es gut ist, wie es ist. Worauf übrigens die Moderatorin sagt: „Auf jeden Fall!“.

Das alles darf man ja behaupten. Aber ist es überzeugend? Nur als Beispiel: Nehmen wir einmal an, es stimmte, dass jeder Mensch vollkommen auf dieser Welt sei. Woher stammen dann die moralischen Übel, mit denen wir uns herum plagen, der Mord, der Diebstahl, der Neid, die Gewalt? Müssten wir nicht minimal eine Versuchbarkeit des Menschen und einen Versucher annehmen? Und auf welcher Grundlage können wir denn sagen, dass jeder Mensch wertvoll ist? Dient uns nicht gerade die jüdisch-christliche Auffassung von der Ebenbildlichkeit des Menschen als stabiler Rechtfertigungsgrund, während derzeit prominente Menschenbilder zwar den Wert und die Würde behaupten, aber in große Begründungsschwierigkeiten kommen?

Als Torsten schließlich erklärt, dass wir aufhören sollten, uns Wahrheiten um die Ohren zu hauen (Warum dann eigentlich das missionarische Auftreten?), gelangen wir zum dramaturgischen Höhepunkt der Sendung. Die Moderatorin wünscht sich nämlich genau das: „Ist es im Leben nicht so, dass wir eigentlich auf dem Weg sind und keiner eigentlich eine richtige Antwort hat. Das ist ja Glauben, es ist nicht Wissen.“ Worauf Torsten Hebel antwortet: „Wenn wir uns darauf einigen können, dass wir alle Suchende sind, und wir sind alle auf diesem Weg … und aufhören, uns irgendwelche Wahrheiten um die Ohren zu hauen und auch noch: Du musst so glauben, wie ich glaube, … schlechter Weg, sondern Demut und Liebe, das sind die zwei Kennzeichen eines Menschen, der glaubt. Wenn wir uns da treffen können, dann haben wir schon …“.

Die Moderatorin ergänzt: „Das wäre großartig!“.

Das sind keine guten Nachrichten!

Hier der Videomitschnitt:

Kommentare

  1. Evangelikale Medien und Medienvertreter geben das Evangelium schneller auf als man gucken kann. Unfassbar. Die Arroganz von Hebel und die Inkompetenz der Interviewer ist einfach nur erschreckend!

  2. Hoffentlich hört jetzt endlich mal die Naivität auf! Es reicht langsam! Der deutsche Evangelikalismus ist so dermaßen anti-christlich, das sind ja selbst die Muslime noch „biblischer“.

    Aber es wird nichts passieren. Es gibt zu viele Träumer, zu viele Weichlinge, zu viele Harmoniesüchtige und zu viele Zeitgeistpriester unter den deutschen Christen!

  3. @Adler: Soll dein Beitrag eine Satire sein oder meist du es erst das die Muslime noch „biblischer“ sind als die Evangelikalen? Sind die „Evangelikalen“ für dich nur ein Sammelbegriff und was verstehst Du genau darunter? Dein Beitag ist für mich nichts anderes als ein ganz plumpes Bashing gegen Christen und hat rein Garnichts mit Apologie zu tun!

  4. @Ron

    „Nicht ganz verstehe ich, warum er für seine Botschaft die große christliche Bühne sucht.“

    Ganz einfach. Wen interessiert das sonst? Wem kann man sonst diesen angestaubten Kram humanistischer Psychologie im Zusammenhang mit Gott noch verkaufen? Irgendwelchen gebildeten Atheisten? Nein. Und wenn man dann vom alten „Quiz-Häschen bei VIVA“ noch so angehimmelt wird und ein „Das wäre großartig!“ bekommt, dann kann das nur verkaufsfördernd sein.

    Die Thematik, die Thomas Hebel hat, haben viele Menschen. Das muss man nicht verdrängen. Aber diese unkritische Auseinandersetzung, die eine reine Verkaufsveranstaltung ist, ist widerlich. Im übrigen ist es auch verlogen: Thomas Hebel wäre kein Mensch, wenn er nur auf dem Demuts- und Liebes-Trip wäre. So etwas wird bei Verkaufsveranstaltungen regelmäßig verschwiegen.

  5. @lutz
    Der ERF ist einer der wichtigsten evangelikalen Radio- und Fernsehsender in Deutschland überhaupt. Torsten Hebel erklärt unmissverständlich, dass er kein Christ ist, ja noch nicht einmal an Gott glaubt. Aber er wird vollkommen unkritisch interviewt. Noch schlimmer: Die Moderatoren drücken sogar ihre Sympathie aus. Schlimmer geht’s nicht!

    So, meinst Du ernsthaft, dass so ein Interview auch bei einem islamischen Mediensender denkbar gewesen wäre?

    Anderes Beispiel: Die Deutsche Evangelische Allianz ist der wohl wichtigste evangelikale Dachverband in Deutschland. Dessen Vorsitzender (!) erklärt in aller Öffentlichkeit, dass praktizierende (!) Homosexuelle in evangelikalen Gemeinden mitarbeiten können.

    Meinst Du ernsthaft, dass so etwas in einem islamischen Dachverband denkbar gewesen wäre?

    Im deutschen Evangelikalismus werden mittlerweile die krassesten Irrlehren vertreten. Natürlich sind die Muslime Ungläubige. Aber diese Ungläubigen weisen die Irrlehren von vielen Evangelikalen stärker zurück, als es viele andere Evangelikale tun.

  6. Theophil Isegrim meint:

    Ein Streitgespräch und alles an seinem Glauben zerbröckelt. Vielleicht wird er in zwei Jahren ultraorthodoxer Jude, nachdem er sich ein weiteres Streitgespräch liefert. Dann wird es Zeit für ein neues Buch und (Medien)Auftritte. Denn eins ist gewiß, der Glaube mag sich wandeln, aber der Mittelpunkt ist und bleibt Torsten Hebel!

  7. Theophil Isegrim meint:

    Manche Sendungen vom ERF, da weiß ich nicht mehr. Ich fand es schon seltsam, daß die Sendung „Durch die Bibel“ abgeschafft wurde. Dann gab es so viele Nachfragen, daß sie neu aufgelegt werden mußte. Ich weiß leider nicht, ob sie noch so gut wie früher ist. Da habe ich zu wenig von gehört.

    Muß ich mir mal genau ansehen, ob ich den ERF noch weiter unterstützen möchte.

  8. Leider denke ich, dass man sich die Fragen sparen kann. Und die Suche nach Antworten. Wir leben in der Endzeit und es wird mit allem Mitteln versucht, die Wahrheit des Kreuzes, Schuld Sünde Vergebung Erlösungsbedürftigkeit auszulöschen, und den Menschen über Gott zu erheben. Das ist im Islam so, das ist im Buddhismus so, im Hinduismus, in der Esoterik sowieso, im Vodoo .. überall .. Was momentan auf der Welt geschieht, egal ob irgendwelche Verschwörungstheorien stimmen, ob es darum geht, tatsächlich noch eine NWO zu etablieren … es geht darum, dass der Mensch sich auf Gottes Thron setzt und sich anbeten lässt.
    Und offensichtlich zweifeln viel mehr sogenannte Evangelikale bzw Christen als man wahrhaben will.
    Deshalb bietet man Zweiflern eine Plattform, damit kann man sich selbst beruhigen. Wenn der zweifelt, der sich doch so sehr damit auseinandergesetzt hat ….
    Wir haben verpasst, zu werden wie die Kinder.
    Dem VATER kindlich zu vertrauen, zu tun was im Wort steht … zu glauben, uns an Jesus zu halten und uns mit dem wunderbaren Menschen, die uns alsWolke von zeugen dienen, zu beschäftigen.
    Wir haben zu viele schlaue Bücher geschrieben und haben zu viel philos0phiert und uns gestritten, wer wohl recht haben könnte mit dem Dispensationalismus, und dem Nichtdispensationalismus, dem 1000jährigen Reich, dem Nichttausendjährigen Reich usw … usw usw …

    Das ist uns verlorengegangen:

    Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde….

    Psalm 73,25 (Luther 1912)

    Ach wenn ich dich, mein Gott, nur habe,
    frag´ ich nach Erd und Himmel nicht;
    nichts ist, was meine Seele labe,
    als du, mein Gott, mein Trost und Licht!
    Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust,
    ohn´ dich ist mir kein Trost bewußt.
    Soll Leib und Seele mir verschmachten,
    ich hoffe doch getrost auf dich;
    nichts will ich alle Plage achten,
    an dir allein erquick´ ich mich;
    regt sich auch alles wider mich,
    es bleibt dabei, ich liebe dich.
    Hab´ ich nur dich, so hab´ ich alles,
    was meine Seele wünschen kann,
    auch fürcht´ ich mich gar keines Falles;
    liebst du mich nur, was ficht mich an?
    Drum spricht mein Herz: Du bist mein Teil,
    in dir ist meiner Seele Heil!

  9. Wann wird man verstehen, dass es sein eigen Urteil ist, den Menschen gefallen zu wollen?

    »Wie wir zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt außer dem, was ihr empfangen habt: er sei verflucht! Denn suche ich jetzt Menschen zufrieden zu stellen, oder Gott? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich Christi Knecht nicht.« – Galater 1,9-10

  10. Ach nett, „Hebelbashing“ und „ERF-Bashing“ in einem. Eigentlich blöd. Daraus hätte man auch zwei Blogbeiträge machen können.

  11. @nik: Was Besseres, als Immunisierung gegenüber berechtigter Kritik, fällt Dir wohl auch nicht ein. Schade!

    Liebe Grüße, Ron

  12. @nik: Und beide Blogeinträge hätten ihre Berechtigung; auch wenn ich Kritik nicht mit „Bashing“ gleichsetzen würde.

    Klar kann jemand ein Buch darüber schreiben, dass er an der Existenz Gottes zweifelt – ist dann halt unwichtig und gehört nicht auf eine ERF-Plattform.

  13. Der hält sich ja vorbildlich an die 10 Gebote des Zweifelismus 😉 http://jonaserne.blogspot.de/2016/01/die-10-gebote-des-zweifelismus.html

  14. @Ron. Nunja, ein großer Anteil deiner Beiträge in deinem Blog sind Kritik an anderen Menschen (was sie falsch sagen, wie sie falsch glauben usw.). Du kannst das gerne berechtigte Kritik nennen, das steht dir natürlich zu. Auf mich wirkt das so, als ob du wenig zu sagen hast wenn du nicht gerade andere Menschen kritisierst. Gleichzeitig zeigt sich meines Erachtens in den Kommentaren unter deinen Posts oft, dass du selber recht immun bist gegenüber Kritik.

  15. @nik: Mit solchen Vorwürfen kann ich leben. Aber lass mich präzisieren: Ich kritisiere mehrheitlich inhaltliche Positionen, nicht Menschen. Jedenfalls bemühe ich mich darum, es zu tun.

    Darf ich also aus Deinen Bemerkungen schließen, dass Du es ablehnst, Torsten Hebels neuen Glauben zu hinterfragen?

    Liebe Grüße, Ron

  16. Roderich meint:

    @nik,
    sorry, das ist eine gänzlich unberechtigte Breitseite. Ron setzt sehr viele positive inhaltliche Akzente, und seine Kritik finde ich immer berechtigt, und Widerspruch wird auch immer sachlich geprüft.
    Du bist in Deiner Antwort hingegen auf keinen einzigen inhaltlichen Punkt eingegangen. Somit offenbarst Du nur gewisse inhaltliche „Vorurteile“ Deinerseits.

    Dieses Interview mit Hebel ist einfach daneben. Wenn Du es anders siehst, bitte nenne Deine Gründe, statt nur zu „meckern“.

  17. @Ron. Gerade in diesem Blogbeitrag zeigt sich, dass du nicht nur inhaltliche Positionen kritisierst. Aber du hattest ja nur gesagt, dass du mehrheitlich Inhalte kritisierst.
    Und nein, du darfst nicht aus meinen Bemerkungen schließen, dass ich es ablehne Torsten Hebels neuen Glauben zu hinterfragen.
    Freundliche Grüße

  18. Alsterstewart meint:

    Torsten Hebel kommt sehr sympathisch rüber, auch wenn manche Antworten eher wolkig ausfallen. Und das Buch wird auch präsentiert.

    Mir stellt sich die Frage: Wenn schon keine Kritik an Hebels Positionen geäußert wird – welches Ziel verfolgte dieses Gespräch? PR für das Buch? Einladung an die zusehende Christenheit, zentrale Wahrheitsfragen „zu hinterfragen“?

    Das wird leider nicht deutlich.

  19. Christian meint:

    @nik: Ich schließe ich mich Roderich an und würde mich freuen, mehr von Dir über den Inhalt des ursprünglichen Beitrags zu lesen. Was stört Dich? Wo stimmst Du nicht mit dem Beitrag überein? Danke.

  20. Kinder hätten ein Recht darauf, dass man ihnen sagt, dass sie „fehlerlos“ seien? Torsten hat doch selbst Nachwuchs… Weiter: „Mit der Religion? Finde ich einfach Scheiße.“ Nun erreicht die Fäkalsprache also auch den erwürdigen ERF. Es ginge, so Torsten, nicht um Zughörigkeit zu einer Konfession, Religion (!) – „alles schnurz“. „Es geht beim Christsein nicht darum, dass ich dogmatisch abgrenze, wozu ich gehöre […], sondern es geht um einen Zustand. Gott ist für mich kein Substantiv, sondern ein Verb. Es ist ein Lebensgefühl, dass ich begriffen habe, im Hier und Jetzt, jetzt, wo wir hier sitzen, in diesem Moment […], jetzt und hier ereignet sich Gott.“ Torsten hat etwas gegen die Phrasendrescher, aber Gott, das Verb? Alles schon mal gehört bei unseren postmodernen Vordenkern wie Gianni Vattimo. Und nun neu aufgekocht für die ERF-Zuschauer. Dass die Religionszugehörigkeit schnurz sei, sollte einmal von der ERF-Leitung kommentiert werden. Das von ihm vorgetragene Bild des Glaubens und Gottes ist nun nicht einmal im allerweitesten Sinne als noch irgendwie evangelikal zu bezeichnen. Ich wüsste auch nicht, was daran noch christlich sein sollte. Aber das ist Torsten ja wohl auch schnurz, weil eine dogmatische Abgrenzung. Am Anfang versucht die Moderatorin ja noch einen evangelistischen Einstieg: „Glauben Sie an Gott?“ Doch dann kommt nun gar nichts mehr, ABSOLUT NULL (Torsten-Sprech). Eine „spendenfinanzierte Sendung“ – ja, um Gottes Willen, warum sollte ich für so etwas spenden?? – Vor vielen Jahren war ich ein halbes Jahr in der TV-Abteilung des ERF tätig. Technisch ist man immer noch auf der Höhe der Zeit. In der Redaktion herrscht nun wahrlich Nachholbedarf.

  21. Maschenka meint:

    ERF Radio brachte am 22.6. ein 2-stündiges Interview mit Torsten Hebel. Ich war auch ziemlich entgeistert angesichts der unkritischen und begeisterten Reaktion der Moderation.
    Letzte Woche hörte ich einen guten Vortrag von Dr. Rolf Sons mit dem Titel „Die Freude der Nachfolge“, war aber entsetzt, unter welchem Obertitel er online angekündigt wurde: „Christsein ist geil!“ Ich habe sofort eine Beschwerde über diese geschmacklose Wortwahl geschrieben und gefragt, weshalb der ERF einen solch ordinären Jugendjargon benutzt. Der Redakteur hat sich sofort bei mir gemeldet und mir freundlich die Gründe genannt (bessere Erreichbarkeit durch solche Suchbegriffe bei Google). Er hat mir aber versichert, der ERF werde dieses Wort „geil“ nicht mehr verwenden. Und, o Wunder, im Nachhinein wurde der Titel auch geändert in „Christsein ist genial!“ Ich freue mich darüber, aber ich denke immer noch, man hätte es beim von Dr. Sons gewählten Titel belassen sollen.
    Das waren zwei Anlässe, die mich als langjährige ERF-Hörerin doch merkwürdig berührten und besorgt machen über die künftige inhaltliche Ausrichtung des Senders. Mal davon abgesesehen, dass mir die Musik oft auf den Keks geht, weil ich nur noch bestimmte Interpreten höre und mich mittlerweile bei „Gern gehört“ und „musica sacra“ am besten aufgehoben fühle.

  22. @ Maschenka: Danke. Wurden denn in der Radiosendung einige kritische Fragen gestellt?

    Liebe Grüße, Ron

  23. Charlotte meint:

    Wie sich hier einfach alle aufregen! Irgendwie traurig und erschütternd!
    Also wenn euer Glaube an Gott echter Glauben ist, dann erträgt er auch Zweifel!
    Ich finde es ganz gesund, dass man Zweifler/-innen eine Plattform bieten darüber zu reden. Ich finde es ist gerade gut, dass der ERF so etwas zeigt, da es nicht einen „perfekten heiligen Glauben“, sondern einen authentischen Glauben zeigt. Und ja, dieser ist geprägt von Höhen und Tiefen. Dieser ist geprägt von Zweifeln und Anfragen an Gott. Aber wisst ihr was? (Hier kommt anscheinend was gaaaanz neues für euch, ihr „heiligen“ und arroganten Besserwisser!) Gott kann Zweifel abhaben! Gott schafft das! Macht euch mal keine Sorgen um ihn, sondern eher um euch und euer „heuchlerisches“ Gerede!
    Die Frage ist, warum ihr euch so schwer damit tut einen Zweifler zu sehen??
    Wenn ihr niemals zweifelt, dann seid ihr ja noch besser als die Jünger Jesu, die ja fast alle Jesus hautnah miterlebt haben. Also chillt mal ein bisschen.
    WEnn ihr von Gottes Größe und seiner Evidenz so tatsächlich sicher seid, dann könnt ihr auch beruhigt sein, dass Gott auch Thorsten Hebel in seine Zweifeln begleitet und ihn führt.
    Und manchmal sollten heilige Kühe geschlachtet werden, insbesondere die Kühe der „evangelikalen“ Welt, die durch soooo viele absolute Aussagen Menschen unter Druck setzt und ihnen sagt, wie sie gefälligst ihren „perfekten Glauben“ leben müssen.

    Ich schäme mich gerade einfach nur fremd für euch und eure Unbarmherzigkeit!
    Und ich schäme mich, dass ich in dieser „evangelikalen“ Szene überhaupt drin bin…

  24. @Charlotte: Hat denn hier irgend jemand behauptet, dass er nicht zweifelt oder das ein Christ nicht zweifeln darf? Habe ich etwas überlesen?

    Frage: Was ist denn für Dich ein authentischer Glaube?

    Liebe Grüße, Ron

  25. Liebe Charlotte,
    das ist ein kräftiger Rundumschlag. Oder besser gesagt: gut gebrüllt, Löwe.
    Ein kleiner Hinweis für Dich: TheoBlog.de ist Mitinitiator von dem Buch „In dubio – Handbuch für Zweifler“ von Wim Rietkerk.

  26. @Charlotte

    „Jünger Jesu“

    Gut, dass Du das erwähnst. Von Jesus Christus spricht Thomas Hebel gar nicht, sondern nebulös von Gott.

  27. Maschenka meint:

    @Ron: Ich glaube nicht, kann mich nicht an kritische Fragen erinnern. Man kann das Interview mit Torsten Hebel hier nachhören:
    https://www.erf.de/index.php?node=1127&content_item=3391

  28. Jotham meint:

    Ich kann mich noch damit abfinden, dass Hebel so eine Plattform gewährt wird; es ist schließlich ein Thema, mit dem sich jeder Christ auseinandersetzen muss. Hebel hat auch sicher sein Gründe, diesen Weg einzuschlagen, das muss man alles respektieren. Aber dass ihn die Moderatoren so anhimmeln, sich so an seinem Relativismus ergötzen, ihm stets beipflichten, ist schon sehr bedenklich.
    Abgesehen davon sägt Hebel mit seiner Forderung, nicht mit (vermeintlichen) Wahrheiten um sich zu werfen, natürlich am eigenen Ast. Nichts anderes macht er nämlich größtenteils.

  29. Liebe Charlotte,

    Ron Kubsch (Theoblog) und seine Leser sind sicher auch mal Zweifler. So wie jeder Gläubige. Der Zweifel ist ein stetiger Begleiter des Glaubens. Die Frage ist, ob man »trotzdem« an den Grundfesten des christlichen Glaubens festhält. An dem perfekten Werk Jesu Christi, das rechtfertigt, bewahrt und heiligt trotz starker Stürme. An dem unfehlbaren Wort Gottes, dass uns den Maßstab für Leben und Glauben gibt. Wo kann es Glauben ohne Wahrheit geben? All diese Grundpfeiler hat Hebel aufgegeben. Das ist nicht Zweifeln sondern verwerfen und verleugnen. Verleugnen, dass Jesus uns gerechtfertigt hat. Verleugnen, dass wir nicht aus unseren Werken sondern allein aufgrund des Werkes Jesu gerettet werden.

    Du nennst die »Evangelikalen« (schwammiges Wort, ich weiß) hier, heuchlerisch, arrogant und besserwisserisch. Hebel nennt Religion in der Sendung »Scheiße« und legt dar, dass das biblische Gottesbild vollkommen überholt sei. Das alles unter dem Deckmantel einer angeblichen »Demut«, dass man halt nichts mit Gewissheit sagen könne und absolute Wahrheiten eigentlich quatsch seien. Das alles veröffentlicht er bei einem christlichen Verlag und behauptet er in christlichen Sendungen. Es bleibt die Frage, wer hier eigentlich wirklich arrogant und respektlos auftritt?!?!?

    Ohne absolute Wahrheiten gibt es nichts, liebe Charlotte. Keine Gerechtigkeit, keinen Gott, kein Evangelium, keine Maßstäbe und somit auch gar keinen Sinn für nichts. Der Mensch denkt sich viel aus, nur um sich nicht Christus hingeben zu müssen und sein eigenes Leben unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit und Demut leben zu können. Absolute Wahrheit ist für den Christen (besonders den zweifelnden Christen), Anker, Mutmacher und Trost. Nur dadurch darf er gewiss sein: »Trotz meiner Zweifel und Not, darf ich trotzdem wissen, Christus ist da und er ist für mich gestorben. Daran will ich festhalten. Und offenbart finde ich diese wunderbare Wahrheit in seinem unfehlbaren Wort. Welche Gewissheit, welche Freude.«

    Zudem frage ich mich, inwiefern sich Menschen »freischwimmen«, wenn sie komplett im luftleeren Raum schweben. Vollkommen losgelöst von allem erlebt man nicht Freiheit, sondern die vollkommene Leere. Gestern predigte Hebel noch das Evangelium (oder das was er dafür hielt) … wer weiß was er morgen Predigt. Momentan leider einen völlig wirren esoterischen Agnostizismus.

    SDG
    Peter

  30. Charlotte meint:

    Lieber Peter,
    ist Zweifel dann überhaupt noch „echter Zweifel“, wenn ich nicht auch den Grundpfeilern des christlichen Glaubens zweifeln darf?
    Ist das nicht widersprüchlich auf der einen Seite zu sagen: „Ja, du darfst zweifeln“ und auf der anderen Seite wiederum zu behaupten „Du musst aber an den Grundfesten des christlichen Glaubens festhalten“ ?
    Die Angst davor, dass der christliche Glaube samt seinen wichtigsten Eckpfeilern kritisiert wird, ist eigentlich doch unbegründet?!
    Wenn die Bibel das „unfehlbare Wort Gottes“ sein sollte (übrigens ist DAS Wort Gottes ausschließlich Jesus Christus selbst!), dann wird sie jeder Kritik standhalten und dann darf ich auch alles, selbst das Kreuz (!) anzweifeln! Wenn ich das nämlich in meinem Glauben einfach nur hinnehme, weil mir jemand sagt, dass man es „halt so glauben muss“, dann ist das kein erlebter und gelebter Glauben, sondern bloß „tradierter“ Glauben und DANN haben wir Grund zur Sorge, dass es „im Zweifel“ nicht standhält.
    Ich muss meinen Glauben „bis ans äußerste“ in Frage stellen dürfen(!), ohne, dass mit jemand sagt es sei falsch!
    Wenn Jesus die Gottes Selbstoffenbarung ist, dann wird kein Zweifel diese Wahrheit verdecken und erdrücken können!

  31. @Charlotte

    Ich will mich hier nicht als Moderator aufspielen, aber Thomas Hebel zweifelt nicht (mehr) – so kam das in der Sendung rüber. Es gab den Weg des Zweifels – und jetzt nur noch nebulöses (und ich behaupte: nicht ehrliches) humanistisches Demuts- und Liebesgefasel. Das hat mit dieser Aussage nichts auf ERF zu suchen, wenn denn kein Ausgleich durch Moderatoren oder andere Gäste erfolgt. Parzany hat jüngst auf die Gefahr der Verführung hingewiesen. Diese Sendung war ein klarer Fall dessen.

  32. Danke für die Rückmeldung, Charlotte. Ohne es in eine hitzige Diskussion ausufern zu lassen, noch eine Antwort von mir. Du hast natürlich recht, an das Evangelium, an Christus und an seinem Wort zu glauben »nur« weil man es vorgebetet bekommen hat und es eingetrichtert bekommen hat, wird natürlich keinem »Wind« standhalten können. Dieser »Glaube« ist oberflächlich und zum Scheitern verurteilt. Nur wenn man es selbst wirklich glaubt, jenseits von kulturellen und sozialen Gefügen und Einflüssen, und zu der Überzeugung (!) kommt, dass es wahr ist, wenn man den Glauben nicht von Menschen abhängig macht und tatsächlich zu neuem Leben wiedergeboren wurde, dann ist es ein Glaube der sich bewähren wird. Natürlich kann es sein, dass auch ein solcher Christ durchaus mal an den Fundemanten des Christentums zweifelt, doch wenn dieser Zweifel überhand nimmt und sie nicht mehr für wahr hält, ist er schon per Definition kein »Gläubiger« mehr. Mit dem Glauben steht und fällt das Christentum. Und dieser Glaube ist sehr dogmatisch, weil Jesus sehr dogmatisch war, er sagte was wahr ist und was Lüge ist. Was falsch und was richtig. Wenn Hebel das nicht mehr glaubt und es alles anzweifelt, ist er kein Christ mehr … genauso wie es jeder Mensch nicht mehr ist, wenn er die Lehren Christi verwirft. Doch ich glaube ich rede hier gegen Windmühlen, da du ja anscheinend nicht annimmst, die gesamte heilige Schrift sei Gottes Wort. LG.

  33. Jutta meint:

    Schön wie“ tolerant“ die Toleranten sind, die alles zulassen und allem und jedem meinen, ein Forum geben zu müssen.
    Und ich behaupte: irgendwann muss man an den grundsätzlichen Wahrheiten der Bibel aufhören zu zweifeln und vertrauen, denn sonst macht man sich fertig.
    Sonst wird man kein Segen sein für andere.
    Und ich bin intolerant, ja. Die Bibel ist das irrtumslose Wort Gottes.
    Für mich gilt:
    …der Herr sagt: ICH bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. NIEMAND kommt zum VATER, denn durch mich.
    Und wenn Jesus sagt, niemand, dann meint er auch niemand.
    Punkt.
    Ich bin sehr dankbar, dass es diese absolute Wahrheit gibt, wenn ich auch nicht im entferntesten behaupten kann, dass ich alles verstanden hätte.
    Aber das Wichtigste habe ich verstanden und nach vielen Zweifeln und einem langen Weg dahin, glaube ich es auch.

    Ich schliesse mit einem Gebet und Segenswünschen für alle:

    Herr, ich bitte dich um deine Gnade und Stärke um dir heute dienen zu können. Danke, dass alle Segnungen vom Werk deines Sohnes zu mir fließen. Ich bin allein aus deiner Gnade gerechtfertigt. Nichts was ich tue, um dir zu gefallen, zu gehorchen und in der Heiligung zu wachsen trägt etwas zu deinem vollbrachten Werk bei.
    – C. J. Mahaney

  34. @Charlotte: Einigen können wir uns wohl darauf, dass ein Christ zweifeln darf und es auch tut. Das z.B. im Unterschied zu einer muslimischen Theologie des Zweifels, in der ein Zweifel als Abfall gilt. Den Zweifel anbeten soll allerdings auch der Christ nicht. Der Partner des Zweifels ist nämlich der Unglaube.

    Jenseits dieser wahrscheinlichen Schnittmenge bleiben bei mir allerlei Fragen offen, wenn ich Deinen Kommentar lese. Es geht doch, soweit ich es verstehe, nicht darum, ob Gott oder das Kreuz die Zweifel aushalten (natürlich tun sie das), sondern darum, was der Zweifel mit mir macht. Der geistliche Zweifel macht mich unsicher und unbeständig (vgl. Jak 1,18). Er wird nicht geheilt, indem man ihm Befehle erteilt, sondern indem er beantwortet wird.

    Und hier sind wir wieder beim Thema der ERF-Sendung. Da kommt inhaltlich nichts. Weder hören wir Begründungen für die Abkehr des Glaubens, noch wird der neue Glaube, der irgendwo zwischen Ritschl und der Esoterik siedelt, befragt. Es gibt keine Antworten! Torsten predigt sein neues Evangelium und die Leuten stimmen freudig ein. Ist das kein Grund fürs Fremdschämen?

    Liebe Grüße, Ron

  35. Danke für das Statement, Ron. Sehr hilfreich. Noch eine Sache. Hebel findet Dogmen bescheuert. Dabei hat er die christlichen Wahrheiten (Dogmen) gegen die eigenen eingetauscht.

    Glaube an Gott (früher) = Glaube an dich selbst (jetzt)
    Zweifel nicht an Gott (früher) = Zweifel nicht an dir selbst (jetzt)
    Die Bibel ist absolut wahr (früher) = Meine subjektive Sicht ist (irgendwie) wahr (jetzt)
    Vertraue in das Werk Jesu (früher) = Vertraue auf deine eigenen Fähigkeiten (jetzt)

    Diese pluralistische und auf den Menschen zentrierte Sicht ist für Hebel auch ein Dogma, auch wenn er es nicht so nennen würde. Er erhebt seine neuen Argumenten zur neuen (subjektiven) Wahrheit.

  36. @Ron

    „Torsten predigt sein neues Evangelium …“

    Es ist kein Evangelium. Das ist doch das Problem, wenn es auf ERF geschieht.

  37. Naja, wäre er nicht ein Christ gewesen, wäre er einer von den Vielen, denen wir tagtäglich begegnen, die uns sagen, dass sie an den Gott der Liebe glauben und dass sie ihn irgendwie fühlen. – Schockierend fand ich sein – ehemals christliches – Denkmuster, ein Mensch mit Sünde sei wertlos oder dgl.
    Gott sandte seinen Sohn und demonstrierte damit seine Liebe!! So sehr hat Gott die Welt, die Menschen geliebt! Ein sündigender Mensch und / oder Christ ist nicht wertlos sondern – Gott leidet, er hofft für diesen Menschen auf Umkehr.
    Für den redegewandten Herrn Hebel musste Jesus blutig sterben, damit für seine Sünde bezahlt wird – nun wendet sich vielleicht ein Mensch irgendwie vom Glauben ab und „relativiert“, „stellt in Frage, „zweifelt“ – und merkt dennoch: Wohin ich auch gehe – ER ist doch da!
    Er könnte einfach seine falschen Gottesbilder aus seiner Vergangenheit über Bord werfen und heimkehren: „Vater, ich habe gesündigt“. Der Vater wartet.
    Der Vater hofft und wartet!

  38. Johannes Strehle meint:

    @ Jutta
    „ich bin intolerant“
    Die Verwirrung der Definition und des Verständnisses von Toleranz
    ist in dieser Zeit ein Riesenproblem. Es gibt gute Literatur dazu.
    Wir sollten als verantwortungsbewusste Christen
    nicht zur Verwirrung, sondern zur Entwirrung beitragen,
    sonst betreiben wir, auch wenn wir es nicht wollen, die Sache des Feindes.
    Ich finde, das Wort,
    das die Voltaire-Kennerin Evelyn Beatrice Hall Voltaire in den Mund legt,
    bringt am besten das klassische Toleranz-Verständnis auf den Punkt:
    „Ich mag verdammen, was du sagst,
    aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“
    Toleranz ist auf Personen gerichtet, nicht auf Überzeugungen, Religionen usw..
    Ich finde es gut, wenn nicht sogar wichtig, jemand wie Torsten Hebel
    im sog. Evangeliumsrundfunk zu Wort kommen zu lassen, aber selbstverständlich
    mit einer im Sinne des Evangeliums kompetenten Moderatorin
    oder einem kompetenten Diskussionspartner.
    Ohne diese Kompetenz ist die Sendung Irreführung und Verrat am Evangelium.
    Einem Kind sagen zu müssen, dass es fehlerlos ist,
    ist eine lebens-gefährliche Pädagogik.

  39. Jutta meint:

    Muss ich mein Leben dafür einsetzen, dass jemand sagen darf, er bringt mich um ???

  40. Jutta meint:

    „Muss“ „ich“ das tolerieren ?
    https://christeninverantwortung.wordpress.com/2016/07/21/kirche-bibelgruppen-gefaehrlicher-als-islamisten/
    Nein. Muss ich nicht.
    Es kann als Christ niemals mit Gewalt gegen etwas oder vor allem jemanden gehen.
    Aber es gibt Dinge, die muss ich nicht tolerieren und werde ich auch nicht.
    Und ich werde dafür auch nicht mein Leben einsetzen.

  41. Schandor meint:

    „Ich mag verdammen, was du sagst,
    aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“

    Ich nicht. Den Schwachsinn, den manche im Netz verzapfen, für den braucht man sein Leben nicht einsetzen. Und auch Voltaire hätte dies nicht getan, der alte Spötter.

    Aber genau um das Prinzip geht es:

    Toleranz von einst tolerierte den Menschen und hielt dessen Aussage gegebenenfalls für wert, dass sie zugrunde geht.

    Toleranz von heute toleriert jeden Gedankenschmutz und hält dessen Äußerer gegebenenfalls für wert, dass er zugrunde geht.

    Wenn doch nur die Christen wenigstens dies erkennen könnten …

  42. Johannes Strehle meint:

    Liebe Jutta,
    ich schätze Dich als Mensch sehr und bedaure Deine Isolation,
    die es unter Christen nach dem Willen Christi nicht geben sollte.
    Aber Dein Toleranzverständnis
    halte ich für falsch, Verwirrung stiftend und deshalb verantwortungslos.
    Angenommen,
    Ron würde diesen Satz löschen und Du würdest Dich bei Ron dafür einsetzen,
    ass er diesen Satz nicht löscht, dann wärst Du tolerant im klassischen Sinn und
    würdest Dich für Toleranz in diesem Sinn einsetzen.
    Angenommen,
    Ron wäre meiner Meinung und würde löschen,
    was Du über Toleranz und Intoleranz schreibst,
    und ich würde mich dafür einsetzen, dass Ron dies nicht löscht,
    obwohl ich Dein Toleranzverständnis
    für falsch, Verwirrung stiftend und deshalb verantwortungslos halte,
    dann wäre ich tolerant im klassischen Sinn und
    würde mich für Toleranz in diesem Sinn einsetzen.
    Für dieses Toleranzverständnis sollten Christen kämpfen, nicht zuletzt,
    weil das neue Toleranzverständnis massiv gegen die Christen eingesetzt wird.
    Und jede Unklarheit nützt den Verfechtern des neuen Toleranzverständnisses.

  43. Schandor meint:

    Die Intoleranz des neuen Toleranzverständnisses.

    Das neue Toleranzverständnis, das in Wahrheit Unverständnis ist,
    beruht auf der postmodernen Grundannahme:
    Es gibt keine Wahrheit.
    Dann nämlich ist alles „in Ordnung“, mithin „wahr“, oder was man eben so nennt.
    Dann darf auch niemand sagen: Du liegst falsch!

    Wer nicht dieser Ansicht ist, liegt falsch und ist nicht nur intolerant, sondern auch strohdumm.
    Denn das ist nicht meine Meinung, sondern die absolute Wahrheit.

  44. @Schandor
    nicht schlecht, aber mit einigen Ergänzungen
    Da wir nicht die absolute Wahrheit sind oder haben, sondern an sie glauben ist Irrtum unsererseits und bei dem anderen nie ganz auszuschliessen
    Das heisst praktisch:
    – man kann dann auch mal sagen „Nach meiner Erkenntnis liegst Du falsch“
    – in Liebe auf eine andere Meinung reagieren, ohne die eigene zu relativeren

    In einem Satz:
    Manchmal macht auch der Ton die Musik 🙂

  45. @Schandor

    Sehr schön!

    „Wer nicht dieser Ansicht ist, liegt falsch und ist nicht nur intolerant, sondern auch strohdumm.“

    Ich erlaube mir noch eine Ergänzung: … und ein Populist, weil er einfache Antworten auf komplexe Fragen hat.

  46. @Johannes Strehle.
    Verwirrend, falsch und verantwortungslos für wen ?
    Ein gewagtes Urteil, finde ich.
    Du kennst mich gar nicht, und ob ich isoliert lebe oder nicht, hat mit meinem Toleranzverständnis nichts zu tun, und kommt auch nicht daher.
    Ich denke, die Menschen hier, die Rons Blog lesen, und die Kommentare sind erwachsen und reif genug, Kommentare einzuordnen und einfach mal so stehen zu lassen. Hier hat jeder einen Kopf zum Denken, oder ?
    Früher hätte ich diesen ( angeblichen) Voltairesatz zu 200% unterschrieben, heute denke ich etwas differenzierter.
    Versteht man Toleranz als leben und leben lassen .. oh ja, dann bin ich tolerant.
    Aber ich bin nicht mehr gewillt, mich zur Toleranz zu zwingen, wenn sie keinen Sinn macht.
    Und wie schon gesagt: deswegen gehe ich weder mit einer Axt auf jemanden los, noch muss ich Gift und Galle spucken.
    Aber als jemand, der noch ein sehr zerbrechliches, weil noch nicht so sehr erprobtes Glaubensleben hat, bin ich lieber ein bisschen gradliniger als krumm.
    Und ich habe keine Lust mehr, ganz konkret jetzt auf Menschen bezogen, die schwurbeln und schwampfen, um das mal unnett auszudrücken. und den Glauben madig machen, damit wir Christen auch behaupten können: alles so schön bunt hier … denen zuzuhören geschweige denn, mich damit auseinanderzusetzen. Dazu ist mir meine Zeit zu kostbar. Ich muss nämlich jeden Tag arbeiten – wie die meisten von uns hier, nehme ich mal an … und die übrige Zeit reicht ohnehin nicht für alles was ich lesen und hören und unternehmen wollen würde.
    Und im übrigen: wenn Ron löschen wollen würde, dann hat er das Recht dazu. Es ist sein Blog. Er muss den Kommentaren gegenüber nicht tolerant sein. Wenn etwas sein Empfinden verletzt und er, trotz Meinungsfreiheit, etwas nicht oder nur mit sehr schlechtem Gefühl stehen lassen könnte .. dann darf er es löschen.

  47. ..weiss ich nicht, ob Ron das stehen lässt:
    Das ist Folge von undifferenzierter, selbstzerstörerischer Toleranz:
    http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/8872140/tote-bei-schuessen-an-einkaufszentrum—drei-taeter-auf-der-flucht.html
    Der IS hat damit gedroht, im www, ab 2016 wird der Krieg hier in Europa begonnen. Und er hat begonnen.
    Die Bestätigung steht noch aus, dass es ein Terroranschlag ist. Aber was soll es sein ??? Nach Nizza, nach Würzburg … und dieses Land hat auch keinerlei Interesse daran, seine Frauen und Kinder zu schützen.

  48. …übrigens bin ich mittelbar betroffen, von dem, was in München gerade passiert. Mein Bruder lebt dort, mit seiner Freundin, und zwar ziemlich zentral, ebenfalls an einem Verkehrsknotenpunkt. Ich selbst habe 17 Jahre in München gelebt und kenne die Örtlichkeiten.
    Gott sei Dank sind die beiden daheim und in Sicherheit.
    Leider sind sie noch keine Kinder Gottes.

  49. Schandor meint:

    @Matze & Gast2

    Gerne. @Matze: Du hast die Botschaft nicht verstanden.

    @Gast2: richtig: Nach Deiner Definition war auch Jesus Populist. Da befinde ich mich in guter Gesellschaft.

  50. http://www.gemeindenetzwerk.de/?p=13692
    U. Parzany Die geistliche Verführung ist gefährlicher als Verfolgung

  51. @Schandor

    Für diese Definition bin ich nicht verantwortlich – ich höre sie nur täglich in den Medien, vor allem von denen, die die Komplexität nicht einmal darstellen können.
    Liebe Grüße!

  52. Jutta meint:

    http://www.idea.de/gesellschaft/detail/muslimische-fluechtlinge-integrieren-sozialarbeiter-reichen-nicht-97657.html
    Das ist echte Toleranz und nicht Schönreden von irgendetwas, was schwammig in der Öffentlichkeit kommuniziert wird.
    Und das können wir nur, wenn wir wirklich wissen, was es den Herrn Jesus am Kreuz gekostet hat, unsere Schuld auf sich zu nehmen, dass ER für uns zur Sünde gemacht wurde und was es bedeutet, den Zorn Gottes – GOTT ist ein verzehrendes Feuer – zu riskieren.
    Muslime haben – viele sicherlich auch mit Angst regiert – eine viel größere Ehrfurcht vor Gott, leider dem falschen.
    Aber manchmal bin ich beeindruckt, von ihrem Glaubensgehorsam und ihren Wunsch, nach einem spirituellen Leben. Islam bedeutet „Unterwerfung“ … vielen Christen könnte ( mehr ) Unterwerfung und Gehorsam nicht schaden. Stattdessen nimmt man : es ist uns alles erlaubt … zum Vorwand für ein buntes christliches Leben.
    Unterwerfung und Gehorsam einem liebenden GOTT gegenüber, der Sein Liebstes gegeben hat … unser Ego muss riesig sein, dass wir das so übersehen wollen.

  53. Johannes Strehle meint:

    @ Jutta
    Ich hatte den Artikel über die Aussagen des österreichischen katholischen Theologieprofessors Jozef Niewiadomski auch gelesen. Von solchen Einsichten sind die deutschen Bischöfe in ihren Verlautbarungen weit entfernt. Dank idea wissen wir davon. Der Bericht passt zu den Erkenntnissen von Migrationsforschern, die in Deutschland gerne ignoriert werden. Der Begriff „Toleranz“ war mir dazu nicht eingefallen.
    „Du kennst mich gar nicht“
    Ich kenne Dich nur von Deinen Kommentaren in diesem Blog. Meine Frau und ich würden Dich und andere Blog-Kommentatoren gerne persönlich kennen lernen, allen voran Schandor. Wenn Ron nicht mehr als zuviel zu tun hätte, würde ich ihm vorschlagen, einmal im Jahr zu einem Treffen einzuladen.
    „Ich denke, die Menschen hier, die Rons Blog lesen, und die Kommentare sind erwachsen und reif genug, Kommentare einzuordnen und einfach mal so stehen zu lassen. Hier hat jeder einen Kopf zum Denken, oder?“
    Ob ich dazu erwachsen und reif genug bin, weiß ich nicht, aber von den anderen nehme ich es an. Klares Denken ohne klare Begriffe ist jedoch nicht möglich.
    Noch einmal ein Versuch, mich verständlich zu machen:
    Es geht um klare Begriffe, also Begriffsverwirrung zu vermeiden und zur Entwirrung beizutragen.
    Aus zwei Gründen:
    1. Damit wir nicht aneinander vorbeireden, sondern uns optimal verständigen können. Dann bleiben noch genug Verständigungsprobleme. Wir müssen sie nicht unnötig vermehren.
    2. Um die Begriffsverwirrung unserer Zeit zu durchschauen. Viele Begriffe sind aus durchsichtigen Gründen entkernt und (oft stillschweigend) neu definiert worden. Wenn wir das nicht wissen, sind wir Auseinandersetzungen mit Menschen, die anders denken, nicht gewachsen, können also unserer apologetischen Verantwortung nicht gerecht werden oder uns gar nicht verständlich machen.
    Der von Ron und mir und anderen hoch geschätzte Francis Schaeffer hat das immer wieder betont. Zwei Beispiele Schaeffers: Wir können heute mit anderen nicht sinnvoll über Gott reden, wenn wir den Begriff nicht definiert haben. Oder Glaube: Viele verstehen heute unter Glaube den Glauben an den Glauben.
    Toleranz gehört zu den heute am laufenden Band benutzten Begriffen, die einem radikalen Bedeutungswandel unterzogen wurden.
    „Früher hätte ich diesen (angeblichen) Voltairesatz zu 200% unterschrieben, heute denke ich etwas differenzierter.“
    Aphoristische Pointierungen sind das Salz oder auch der Pfeffer des differenzierten Denkens. Das Original ist etwas weniger zugespitzt: “I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it.” („Ich missbillige, was Sie sagen, aber ich werde bis zum Tod Ihr Recht verteidigen, es zu sagen.“)
    „ich (bin) lieber ein bisschen gradliniger als krumm“
    Wir können als Christen nicht geradlinig genug sein. Aber wir sollen auch klug wie die Schlangen sein, fordert uns Jesus auf und ist auch darin unser großes Vorbild.
    „Und ich habe keine Lust mehr, … denen zuzuhören geschweige denn, mich damit auseinanderzusetzen. Dazu ist mir meine Zeit zu kostbar.“
    Es ist keine Frage von Toleranz, zu entscheiden, ob Zuhören und Auseinandersetzung sinnvoll sind. Aber um nicht kostbare Zeit zu vergeuden, ist die Klärung von Begriffen sinnvoll.
    „Und im übrigen: Wenn Ron löschen wollen würde, dann hat er das Recht dazu. Es ist sein Blog. Er muss den Kommentaren gegenüber nicht tolerant sein.“
    Die Qualität dieses Blogs besteht darin, dass Ron von seinem Recht nicht willkürlich Gebrauch macht und klassisch tolerant ist. Mir ging es aber nur darum, den klassischen Toleranzbegriff mit diesen Beispielen zu veranschaulichen.

  54. Jutta meint:

    Ich verweise noch einmal auf die Geschichte von A:B. Simpson, Berufen zum Waschen und zum Predigen.
    Alles andere ist mir zu kompliziert, und meistens verstehe ich auf diesem Blog auch nicht, worum es geht.
    Ich denke, ich sollte mich künftig zurückhalten.
    Ich habe wirklich keine Zeit dafür, und es macht mich mürbe.
    Torsten Hebel möchte ich raten, verfolgte Christen zu interviewen und nicht nur Theologen.
    Oder Wilhelm Busch zu lesen.

  55. Jutta meint:

    Als Abschluss zur Begriffbestimmung Toleranz:
    Matthäus 5,44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen,

    Lukas 6,27 Euch aber, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen;

  56. Jutta meint:

    Auch dies gehört mit in die Diskussion Toleranz betreffend:
    https://conservo.wordpress.com/2016/07/25/ich-habe-keine-lust-mehr-meine-abscheu-vor-den-zahllosen-kriminellen-migranten/#more-10674
    … es gab auch vor dem massenhaften Zuzug Kriminalität, Vergewaltigung etcpp … aber was momentan geschieht ist bodenlos.
    Gericht Gottes ?
    Ich weiss es nicht.
    Ich weiss nur, dass es mir geht wie der Autorin.
    Spätestens als meine wirklich tüchtige und nüchterne Freundin -blond ! aber weder aufgebrezelt noch angeschmiert, in meinem Alter, 53, erzählt hat, wie sie von einem halb so alten Afrikaner angemacht wurde, der trotz ihres ablehnenden Verhaltens keine Anstalten machte, sie in Ruhe zu lassen, andere Leute, auch Männer, drumrum standen, aber keiner vermitttelt hat: ich helfe, wenn … und sie gesagt hat: jetzt verstehe ich die Frauen, die sagen: ich gehe nicht mehr aus dem Haus, ich habe Angst, jetzt weiss ich, was es heisst, sich bedroht zu fühlen… war es aus bei mir.
    Ich will lernen, für meine / unsere Feinde zu beten , denn er will es so… aber dazu muss mich der HErr noch sehr verändern … aber das hat nichts mit Toleranz zu tun, m.E. nach. Ich finde es unglaublich, was in unserem Land geschieht mit Billigung derer , die von Gott die Macht bekommen haben, Gesetze anzuwenden, und vielen hier das Gefühl vermitteln, sie dürfen alles und brauchen nichts zu befürchten.
    ..was bedeutet da: tolerieren ? …
    Sowieso muss man ja das meiste tolerieren, man kann gegen vieles ja gar nichts „tun“ … ich muss tolerieren, zB in der Arbeit, dass ich jetzt den ganzen Tag mit dieser unsäglichen modernen Musik beschallt werde, dass ich nur noch Kopfschmerzen habe und mir übel ist … denn so schnell finde ich keine andere Arbeit, zumal meine Voraussetzungen nicht die besten sind, etwas anderes zu finden, bei der derzeitigen Lage. Und wer hat dafür schon Verständnis, dass man Musik nicht haben will ?
    Wo das doch die meisten soooo entspannend finden … mir wurde nie so bewusst, wie banal und menschenverherrlichend und rebellisch diese sogenannte Pop-, Rock, – Loungemusik ist … wie entsetzlich ordinär … und dann meint man noch, es könne moderne christliche Rockmusik geben, mit der man Gott loben kann ?
    Damit man die Kirchenferne Jugend erreicht ?

  57. Martin Weidner meint:

    Der Sendebeitrag hat Schwächen, da wäre mE inhaltlich mehr drin gewesen. Zu den Meinungen hier:
    Martin Luther fand, dass die ‚Anfechtung konstitutiv für den Glauben ist und ein wichtiges Werk tut. Ich hoffe, dass dies im Jubiläumsjahr nicht vergessen wird. Zu Wahrheit und Toleranz: Heinzpeter Hempelmann hat darüber in den letzten Jahren einige Monographien geschrieben, zB „Stürzen wir nicht fortwährend?“ Das empfehle ich allen, die hier die Zweifel madig machen. Allerdings ist der Gegensatz <<Wahrheit an den Kopf werfen<>wir sind nur suchende<< auch sehr einseitig. Dass wir nicht Gott sind und nur Jesus die Wahrheit ist, nicht eine Aussage, die wir in der Tasche haben heißt aber nicht, dass wir diese Wahrheit nicht zu bezeugen hätten.

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