„Innocence of Muslims“ oder Ideen haben Konsequenzen

Der im Internet auszugsweise kursierende Film „Innocence of Muslims“ (Die Unschuld der Muslime) hat zu gewalttätigen Demonstrationen auf US-Vertretungen in Libyen, Ägypten und anderswo geführt. In Libyen und im Jemen wurden dabei Mitarbeiter der US-amerikanische Botschaft verletzt oder sogar ermordet. Inzwischen gab es auch in Berlin einen Zwischenfall, der zur teilweisen Räumung des US-Konsulats geführt hat.

Ich halte grundsätzlich nichts von Propaganda. Der Film „Innocence of Muslims“ scheint einzig und allein dafür produziert worden zu sein, Desinformationen über den Islam zu streuen sowie Furcht und Hass gegenüber Muslimen anzuheizen. So ein primitives Machwerk verdient unsere Verachtung. Die Produzenten haben sich feige zurückgezogen und verfügen wahrscheinlich nicht über das nötige Abstraktionsvermögen, um sich auszumalen, wie viele unschuldige Menschen sie in den islamischen Ländern in Gefahr bringen.

Das alles rechtfertigt jedoch nicht den wütenden Mob, der bei den blutigen Protesten viel Schuld auf sich geladen hat. Inzwischen wird vermutet, dass islamistische Terrororganisationen sich die Wut zu nutze machen und die Bevölkerung gegen die Vertreter „des Westens“ aufhetzen. Sollte sich das bestätigen, tragen sie für die Verbrechen eine erhebliche Mitverantwortung.

Es gibt aber noch eine dritte Gruppe, die solche gewaltsamen Ausschreitungen der muslimischen Bevölkerung mitverschuldet. Nur durch ihre nachhaltige Saat ist zu erklären, dass ein Cartoon oder Film derartige Gewaltorgien herbeiführt. Seit vielen Jahren sind es islamische Geistliche, die bevorzugt über Moscheen, Fernsehen oder Internet zur Gewalt aufrufen und damit die böse Saat ausstreuen, die bei den einfachen Menschen auf den Straßen aufgeht und die Gewalt gegenüber Nicht-Muslime anfeuert.

Das „Middle East Media Research Institute“ (MEMRI) ist eine Organisation, die islamische Medien des Nahen Ostens beobachtet und entsprechende Sendungen aufzeichnet und analysiert. Ich verweise hier auf eine Produktion des ägyptischen Al-Rahme TV vom 6. März 2012. Sechs einflussreiche Geistliche unterhalten sich dort beharrlich über den Unwert der Juden (Übersetzung und Mitschrift gibt es leider nur in englischer Sprache). Unfassbar, was dort zu hören ist. Ein Geistlicher sagt: „Wenn ein Kind ein Spielzeug will, gebe ich ihm ein Gewehr und keinen Fußball. Ich gebe ihm ein Gewehr und sage ihm: ‚Schieße nicht auf deine Brüder, sondern schieße auf Juden.‘“ Die so genannte antisemitische „The Franklin Prophecy“, die dort verlesen wird, ist übrigens ein populärer Internet Hoax.

Die böse Saat geht auf.

Kommentare

  1. Dass Mohammed ein Schwuler gewesen sein soll (wie in dem Film wohl dargestellt), ist natürlich eine Falschinformation.
    Der Trailer auf Youtube ist wirklich von lächerlicher Qualität.

    Laut WELT hat der Produzent die Schauspieler auch hinters Licht geführt und vor und während der Dreharbeiten behauptet, es soll ein Abenteuerfilm gedreht werden; der Name Mohammed kam dann noch nicht vor und wurde später hinein-synchronisiert.

    http://www.welt.de/politik/ausland/article109188883/Der-grosse-Betrug-mit-dem-unsaeglichen-Mohammed-Film.html#disqus_thread

    Offenbar hat man den Produzenten schon ausfindig gemacht.

    Wie dem auch sei – leider ist ja auch nicht alles, was der Film behauptet, falsch. Mohammed hatte tatsächlich viele Frauen, hat tatsächlich viele Leute umgebracht (auch mal Meuchelmorde angeordnet), hat ganze Dörfer ausgelöscht, etc.

    Und die Anschläge, die angeblich aufgrund des Filmes passiert sein sollen, sind wohl eher sorgfältig geplante Terroranschläge, und keine „spontanen Zornesausbrüche“.

    Der Film selber ist lächerlich.
    Es ist aber genauso lächerlich, wenn Muslime sich über den Vorwurf, eine gewaltsame Religion zu sein, wehren, indem sie Leute umbringen. V.a. die Leute, die nichts mit dem Film zu tun haben.

    Was auch schlimm ist, ist wieviel Verständnis die Medien den gewalttätigen Muslimen in dem Fall entgegenbringen. „Ist ja klar, dass die dann ausrasten“. Als ob man von Muslimen nicht verlangen könnte, rational zu handeln.

  2. Am meisten schadet der Film den wenigen Christen, die noch im Nahen Osten verblieben sind. Ebenso der jüdischen Bevölkerung.

  3. Auch wenn der Vergleich natürlich gewaltig hinkt, im Vergleich zu den Muslimen regen wir uns echt gar nicht mehr auf, wenn unser Herr verschmäht wird.

  4. Alsterstewart meint:

    @Berg
    Das hat sich aber in der letzten Zeit geändert. Dies zeigt v. a. der Protest gegen das Kreuzigungsplakat, das die Kasseler Ausstellung „Caricatura“ öffentlichkeitswirksam ausgestellt hatte. Hier war christlicher Protest gehört worden – und war auch erfolgreich.

    http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news%5Baction%5D=detail&news%5Bid%5D=5768

  5. @Alsterstewart
    Ok, davon habe ich nichts mitbekommen. Danke für diesen Hinweis. Ich habe jetzt vielleicht auch nur von mir und meinem Umfeld auf alle bezogen. Wir sind heutzutage mittlerweile so vom denken dieser Zeit geprägt, dass wir ein Stück weit wohl auch gleichgültig geworden sind darüber. Leider.
    Man muss sich wirklich bemühen sein denken immer wieder neu an der Bibel zu orientieren.

  6. Das hat damit zu tun, dass wir Christen machtlos sind. Irgendwann sind der schlimmen Meldungen genug; man kann das alles nicht mehr ertragen; das Maß an Schreckensmeldungen und Katastrophen überfordert die Psyche eines Menschen in einem Maß, dass sie irgendwann all das Schlimme nicht mehr ertragen kann und daher alles in erlernter Gleichgültigkeit über sich ergehen lassen muss, um sich selbst zu schützen.

    Wenn man Tag für Tag Kamtschatka-TV sieht (eine Welt von Vulkanen), dann entgeht einem schon mal der Tropfen Wasser, der hinter einem dieser Vulkane zur Erde getropft ist, um ein Gräslein zu netzen. Es liegt auch nicht in unserer Verantwortung, dies zu ändern, denn was wir nicht können, kann uns nicht angelastet werden. Die Macht der Ohnmacht gibt es nicht.

    Jeder kehrt vor seinem Häuslein (das muss er freilich, das liegt in seiner Verantwortung!), doch das Große, Ganze, Überbordende und Weltmächtige, das, was jenseits von Begreifen und Erreichen liegt, das obliegt uns nicht.

    Man kann freilich vieles über den Schmutz herbeierklären, der hier seinen Schleichweg in den digitalen Pluralismuspfuhl gefunden hat. Interessanter scheint mir die Frage: Ist ein solcher Produzent wirklich nur ein ahnungsloser Kreativer? Hat er mit Auftrag gehandelt?

    Ich denke, im Handbuch jedes Unterwanderers, Religionssabotagen und Meisterinfiltratoren (man könnte das alles unter dem Begriff „Jesuit“ zusammenfassen) steht an erster Stelle: Willst Du den Gegner schlagen, inszeniere einen Schlag gegen die eigene Gruppe und genieße das Werk der Anderen, die, durch die Medien verhetzt, das Ihre tun, um das Deine zu befördern.

  7. @alle: Die linke taz hat übrigens die Schuldigen schon ausgemacht:

    HETZVIDEO VON EVANGELIKALEN GEDREHT

    Rechte christliche Fanatiker
    Das Video „Unschuld der Muslime“ wurde offenbar von rechten US-Evangelikalen und anderen christlichen Extremisten gedreht.

    Nach allem, was wir bisher wissen, haben Evangelikale nichts mit diesem Video zu tun. Der dubiose Steve Klein, der möglicherweise mitverantwortlich ist, ist ein religiös militanter und nationalistischer „Christ“, kein Evangelkaler (wenn diese Wort noch irgend etwas bedeutet).

    Liebe Grüße, Ron

  8. Inzwischen lichtet sich der Neben mehr und mehr. Autoren des Films sind nicht Evangelikale, wie beispielsweise die taz unterstellt hat, sondern mutmaßlich verantwortlich ist ein Krimineller:

    Der YouTube-Kanal, auf dem der Film im Sommer zunächst nur auf englisch, zu Beginn diese Monats dann auch mit arabischen Untertiteln hochgeladen worden war, läuft auf den Namen Sam Bacile. Offenbar nutzte Nakoula verschiedene Namensvarianten, neben seinem mittleren Namen Basseley auch noch Bacile und Bacily. Im Jahr 2010 hatte es Ermittlungen gegen ihn gegeben, in deren Zusammenhang in den Akten auch verschiedene Decknamen aufgeführt wurden.

    Wegen Bankbetrugs wurde er damals zu 21 Monaten Haft und fast 800.000 Dollar Geldstrafe verurteilt. Ein Anwalt, der Nakoula verteidigt hat, erklärte, sein ehemaliger Mandant habe in mehreren Fällen Kreditbetrug mit Bankkonten unter falschen Namen zu verantworten.

    Quelle: http://www.spiegel.de.

    Liebe Grüße, Ron

  9. Zwiegespalten,

    Für uns hier in Deutschland, wäre so ein Film vollkommen belanglos. Wenn jemand einen Film drehen würde, in dem Jesus an ein Gummikreuz gebunden wäre, während er sich Wein reinzwirbelt und zehn Leute mit dreckigen Füßen drum herum sitzen, wäre es uns doch egal.

    Wir müssen aber in Betracht ziehen, dass gerade die Islamisch geprägten Länder sehr arm sind. Diese Menschen sind frustriert und haben oft nicht viel mehr als ihren Glauben. Sie lleben ihren Glauben und haben ihr Leben darum herum aufgebaut und orientiert. Dass dann so ein Film zu Unruhen führt und viele es als ein Ventil betrachten um ihre Frustration abzulassen, ist doch klar.

    Religion – der genialste Betrug aller Zeiten.

  10. @Kandyman,

    Religion – der genialste Betrug aller Zeiten.

    Welche Religion meinst Du?
    – Nur die Islamische?
    – Nur alle monotheistischen? (Inklusive Judentum, Christentum)
    – Oder ALLE Religionen, auch die die humanistischen Zivilreligionen?

  11. @Ron,

    HETZUEBERSCHRIFT VON DER TAZ GEGEN EVANGELIKALE VERFASST.

  12. @Roderich

    Ich meine alle Religionen. Verstehe mich nicht falsch, leben und leben lassen. Zunächst einmal muss man Religion und Kirche von einander trennen. Denn das eine hat dem anderen nicht viel zu tun.
    Die Kirche als Institution ansich, ist nur die Manifestation des geballten Ausnutzens der Ängste und der Sehnsucht der Menschen nach Halt und Hoffnung.
    Nicht umsonst befindet sich die Kirche von ihrer Handlungsfähigkeit und der Aktualität der Gesellschaft im absoluten Neanderthal.
    Das einzige was die Kirche immer hatte, war Geld und Macht.

    Ich kürze das Thema jetzt sehr ab, weil ich auf deine Antwort gespannt bin.

    Im Namen der Religion wurden durch die Jahrhunderte unzählige unnötige und absolut überflüssige Kriege geführt. Religion teilt Völker, entzweit sogar Länder und bringt Menschen – wie nun aktuell gerade wieder bestens durch das Video belegt – nur weil sie emotional überfordert, frustriert und seit JAHRZEHNTEN KRIEG FÜHREN dazu, wieder zu meucheln.

    Wenn daran irgendetwas positives sein soll, dann bin ich gespannt. Religion bedeutet Macht. Die Macht Menschen töten zu dürfen im Namen des Glaubens. Alleine Wörter wie Heiliger Krieg oder Glaubenskrieg, sind das geborenen Paradoxon.

    Was es immer gab und immer geben wird, sind Menschen die Hoffnung suchen. Verzweifelte Menschen denen es schlecht geht. Also werden den Kirchen nie die „Gläubigen“ abhanden kommen.

    Das Konzept ist so genial wie eiskalt. Es hat schon seinen Grund, wieso sich Religion und Wissenschaft nicht vertragen.

  13. „Religion bedeutet Macht. Die Macht [hierher gehörte ein Beistrich] Menschen töten zu dürfen im Namen des Glaubens“.

    Stimmt.

    Das Christentum gehört nicht dazu, denn ihm ist es verboten, im Namen des Glaubens zu töten. Das Papsttum dagegen gehört wiederum dazu, denn es hat (vorgeblich) im Namen des Glaubens getötet, tut es noch und wird es höchstwahrscheinlich auch in Zukunft tun.

    „Heiliger Krieg“ – das ist, wenn der allmächtige Gott sein Gericht über Völker bringt, deren kultische Praxis Jahrhundertelang von ungeheuerlicher Grausamkeit (Menschenopfer und Folter, Vergewaltigung etc.) und Unmoral (Promiskuität; Sodomie [=Homosexualität] u. dgl. mehr) besteht. Das ausführende Volk (konkret: das alte Israel) war da nur Werkzeug; nicht ein Tier mehr hätte es töten dürfen, als exakt von Gott angeordnet war.

    Dass sich eine Mordreligion wie der Islam diese Bezeichnung für seinen irrationalen Hass aneignet, ist heute leider traurige Wahrheit. Das Konzept des Heiligen Krieges gehört ins Alte Testament.

    Aber das, was sich heute „Wissenschaft“ nennt, hier in einen positiven Kontext zu setzen, ist nicht nur lachhaft, sondern geradezu von profunder Unwissenschaftlichkeit geprägt: denn das, was sich heute so hochtrabend „Wissenschaft“ nennt, also das „Wissen“ um die Entstehung der Welt aus dem Nichts, und das von selbst (Urknall) samt nachfolgender kontigenter Deszendenz immer höher sich entwickelnder Kreaturen – das ist nichts anderes als hanebüchene Metaphysik, geboren aus einem uralten Geiste, dessen Feindschaft gegen den Höchsten altbekannt ist.
    Zudem wäre zu zeigen, dass der heutige Homo Sapiens Sapiens tatsächlich das höchstentwickelte Lebewesen aller Zeiten ist. Mir scheint nämlich, er war es von 1750-1850 in höherem Maß als heute.

  14. Lieber Schandor,

    Fein gesprochen und so scheint mir, liegen wir von unserer Betrachtung nicht gänzlich auseinander.
    Ich bin nicht so sehr ins Detail gegangen wie du, bin aber dankbar, dass du dir die Zeit genommen hast und neue Gedanken beiträgst.
    Vielleicht hätte ich – als ich die Wissenschaft erwähnte – noch den konkreten Kontext nennen sollen. Oder um es runterzubrechen:
    Die Wahrscheinlichkeit, dass die Welt durch den Urknall entstand, ist doch deutlich höher, als das Adam und Eva durch das Paradies wandelten. Dieser Punkt, romantisiert und vollkommen obskur konstruiert, ist für einen intelligenten Menschen doch unmöglich auch nur ansatzweise in Betracht zu ziehen.
    Bei aller Liebe. Des weiteren möchte ich noch das Thema der Philosohie kurz „ankratzen“.

    Im Endeffekt ist die Philosophie auf der Begründung von Gott aufgebaut. Die These dass Gott der Mittelpunkt alles Lebenden ist, ist doch eine Bestätigung in sich selber. Im Übrigen immer schön unter dem Deckmantel der Kirche, denn diese hat eine Vielzahl an bedeutenden Philosophen finanziert und ihnen Schutz gewährt.

    Was für mich wieder ein Beweis dafür ist, wie gut durchdacht und genial das Konstrukt der Kirche sich im Laufe der Jahrhunderte selbst verbessert hat.
    Eine Maschinerie die sich selber am Leben erhält und für jeden der bereit ist dafür zu zahlen, etwas bietet.
    Wenn du hundert Menschen in der Fußgängerzone fragen würdest, ob sie an Gott glauben. Dann würden vielleicht 90 diese Frage mit „Ja“ beantworten.
    Würdest du sie dann fragen, in welchen Situationen sie beten, würden mit Sicherheit 90% antworten (wenn sie ehrlich wären) – wenn sie Traurig sind, oder Angst haben, etwas Schlimmes passiert ist, oder sie nicht weiter wissen.

    So funktioniert (runtergebrochen) Religion. Deswegen wird es „Glauben“ genannt.

    Die einzige Möglichkeit einen solchen Teufelskreis zu durchbrechen, ist, mit den Menschen reden, sie kennenlernen.
    Nicht jeder Moslem rennt mit einem Bombenköfferchen durch die Botanik. Allerdings, ist es wenig Hilfreich, wenn die Muslime jetzt auf die Straße gehen und vor sich hinmeucheln. Das ist schlicht dumm!
    Wenn ein Film, dieser Natur, solche Konsequenzen hinter sich herzieht, in was für einer traurigen Welt leben wir denn?

  15. Lieber Kandymann,

    ich habe prinzipiell nichts dagegen, dass die Welt in einer Art „Urknall“ entstanden ist. Denn wie sie entstanden ist, das braucht uns eigentlich nicht so sehr interessieren. Nur wenn mir jemand ansinnt, glauben zu sollen, sie sei von selbst „losgeknallt“, dann denke ich, der hat einen „Knall“. Das ist zuviel!
    Die Geschichte mit Adam und Eva: Mir ist durchaus klar, dass sie – in Teilen – metaphorisch gemeint ist. Ich glaube nicht, dass Gott einen Klumpen Erde mit seinen Händen (das ist – und das zu erkennen, sinne ich Dir durchaus an – bildlich gesprochen) gemacht hat, sondern dass er Information auf Materie geprägt hat, so dass Form – menschliche „Form“ [wenn ich so sagen darf] entstanden ist, der er Leben eingehaucht hat. Nein, ich bin zu wenig intelligent, um das anzuzweifeln. Dass eine intelligente Entität intelligentes Leben schafft – das scheint mir intelligent schlussgefolgert, aber dass das „Nichts“ (Sartre hat es persönlich gekannt, Heidegger vermutlich auch 😉 ) den Urknall „inszenierte“, um Evolutionsbiologen und Philosophieprofessoren etwas zu tun zu geben, das … naja, das scheint mir etwas „nihilironisch“. 🙂

    Hach, jetzt sind wir vom Islamproblem in die Apologetik geschlittert, und ich bin ein wenig müde geworden 😉

  16. @ Kandyman, schreibt:

    „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Welt durch den Urknall entstand, ist doch deutlich höher, als das Adam und Eva durch das Paradies wandelten.“

    Wirklich? Das ganze Potenzial für ein Firmament von Milliarden von Galaxien war anfangs in einem Körnchen – schlimmer noch: in „Nichts“ – zusammengepackt?

    Meine Meinung zu den Unruhen: Wir ernten gerade, was wir (!) jahrelang gesät haben: Gottlosigkeit, sexuelle Unmoral, Euthanasie, Habsucht usw.

    Mich wundert die Entwicklung nicht. Es ist Gericht Gottes.

    Einzig richtige Reaktion und einzige Chance: Buße!

  17. @Kandiman,

    Im Endeffekt ist die Philosophie auf der Begründung von Gott aufgebaut.

    Philosophie als solche ist erst mal neutral. „Klares Denken“ wäre eine einfache Definition von Philosophie.
    Schlussfolgerungen in der Philosophie hängen in der Tat manchmal von den Grundannahmen ab, die man zur Philosophie mitnimmt. Ziel eines guten Philosophierens ist es aber, auch die eigenen Grundannahmen kritisch zu hinterfragen. Oft begegnet einem gerade bei atheistischen Philosophen, dass sie ihren eigenen Grundannahmen gegenüber nicht kritisch sind.

    Ansonsten sehe ich in Deinem vorherigen Posting eine Menge an (aus meiner Sicht unbegründeten) Vorurteilen versammelt.

    Die Kirche als Institution ansich, ist nur die Manifestation des geballten Ausnutzens der Ängste und der Sehnsucht der Menschen nach Halt und Hoffnung.

    – Die Kirche bietet in der Tat eine „Lösung“ für manche Ängste und Sehnsüchte. (Jesus Christus hat uns verheißen, uns von Ängsten zu erlösen; in der Tat erlöst Jesus Christus von der Macht der Dämonen, von Schuld, von der Angst vor dem Tod und verheißt uns das ewige Leben, WENN wir ihm vertrauen und ihm nachfolgen).
    – Daraus kann man aber noch nicht ableiten, dass die Kirche die Menschen AUSNUTZT. Das ist vielmehr eine unbewiesene Behauptung.
    – Ein „Ausnutzen“ ergäbe sich nur, wenn die Kirche selber nicht daran glaubt, aber – um geldwerter Vorteile willen – den Menschen etwas vorgaukelt.
    – Ein „Ausnutzen“ ergäbe sich v.a. wenn die angebotene Lösung falsch wäre. Aus der Tatsache, dass die Kirche eine „Lösung“ anbietet, ergibt sich noch nicht, dass die Lösung nicht stimmt. Das wäre ein Zirkelschluss: „Ich glaube nicht, dass die kirchliche Lösung wahr ist (d.h. ich glaube nicht, dass Jesus Christus auch das tut, was die Bibel sagt); ich sehe, dass die Kirche dies als Lösung anbietet; also ist diese Lösung ein Ausnutzen“. Diese Schlussfolgerung ist also nur konsequent, wenn Du Deine Grundannahme schon unterstellst, also dass Jesus Christus nicht Gottes Sohn war, nicht auferstanden ist, nicht unsere Sünden vergibt. DAS ist aber genau das, was zur Debatte steht.

    – WENN Du mit Deiner Grundannahme recht hast, dann KÖNNTE das Handeln der Kirche ein Ausnutzen sein, aber nur, wenn sie es selber auch nicht wirklich glauben. (Das wäre aber dann schon eine gigantische Verschwörung. Dann würde ich sagen: alle Achtung, vor SO einer perfekt verschworenen Gemeinschaft hätte ich wirklich Respekt ;-))
    – WENN Du mit Deiner Grundannahme aber NICHT recht hast, dann ist die kirchliche Lehre eben KEIN Ausnutzen, sondern es ist das (einzig wahre) Hilfsmittel, und es wäre unmoralisch, den Menschen diesen Glauben zu verschweigen.

    Soweit sind wir uns hoffentlich einig.

    Die Frage ist also eher: ist der christliche Glaube wahr? Zur Erörterung dieser Frage haben Deine Thesen aber noch nichts beigetragen, sondern sie sind nur Behauptungen.

    Abgesehen davon gibt es ja auch viele viele andere Angebote zur „Bedürfnisbefriedigung“ in der Welt, bzw. zum „Betäuben der Ängste“ oder „Bekämpfen der Ängste“. Manche flüchten in Konsumerismus, manche suchen ihr Heil im vielen Besitz, manche in einer bestimmten Weltanschauung.

    WENN es ÜBERHAUPT eine Lösung gegen die „Ängste“ gibt, dann muss diese Lösung sich doch auch „anbieten“ bzw. für sich werben. Daraus, dass der christliche Glaube die biblischen Verheissungen verbreitet, kann man an sich noch nicht ableiten, ob sie falsch oder wahr sind, ob sie „Ausnutzen der Ängste“ oder echtes Heils- und Hilfsangebot sind.

    Nicht umsonst befindet sich die Kirche von ihrer Handlungsfähigkeit und der Aktualität der Gesellschaft im absoluten Neanderthal.

    Es ist mir nicht ganz klar, was Du damit sagen willst. Meinst Du, die Kirche sei nicht handlungsfähig, also nicht „effektiv in ihren Methoden“?
    Dem widerspricht aber Dein nächster Satz:

    Das einzige was die Kirche immer hatte, war Geld und Macht.

    Also, die Kirche hat angeblich „große Macht“, ist aber gleichzeitig „nicht handlungsfähig“. Also sind sie doch nicht so mächtig?

    Das ist natürlich inhaltlich falsch: die Kirche wurde auch schon oft verfolgt, nicht zuletzt die ersten 300 Jahre seit ihrer Gründung – von den ersten 12 Aposteln wurden laut Überlieferung 10 oder 11 getötet durch Verfolgung. Es gab bis mitte des 4. Jahrhunderts regelmässig Christenverfolgung. War die Urkirche denn keine Kirche?
    Die Kirche heutzutage in islamischen oder kommunistischen oder hinduistischen Ländern wird regelmässig verfolgt, mit sehr vielen Todesopfern.

    Ob eine Kirche Geld und Macht hat, was ja historisch auch mal vorkam, heute aber sicher nicht so ausgeprägt ist, sagt ja per se noch nichts darüber aus, ob ihre Lehren richtig oder falsch sind. „Das einzige, was die Kirche hatte“ – das ist also auch eine unbewiesene Behauptung.

    Ich empfehle Dir das Buch „Wie das Christentum die Welt veränderte“ von Alvin Schmidt.

    Im Namen der Religion wurden durch die Jahrhunderte unzählige unnötige und absolut überflüssige Kriege geführt. Religion teilt Völker, entzweit sogar Länder und bringt Menschen – wie nun aktuell gerade wieder bestens durch das Video belegt – nur weil sie emotional überfordert, frustriert und seit JAHRZEHNTEN KRIEG FÜHREN dazu, wieder zu meucheln.

    Um sich zu entzweien, brauchen die Menschen keine Religion. Die Entzweiung kommt von Machtstreben, Gier nach mehr Land, etc. (Mir scheint, Du redest primär vom Islam.)

    Lies Dir doch mal das Neue Testament durch – und überlege, was die Konsequenz wäre, wenn alle Menschen sich danach richten würden.

    Religion bedeutet Macht. Die Macht Menschen töten zu dürfen im Namen des Glaubens. Alleine Wörter wie Heiliger Krieg oder Glaubenskrieg, sind das geborenen Paradoxon.

    Wo im Neuen Testament siehst Du, dass Religion Macht bedeutet? Von welcher Macht sprichst Du? (Ob ich als einzelner mich nun zum christlichen Glauben bekehre, macht doch noch gar keinen Unterschied dazu aus, ob ich dann meinen Nachbarn besser umbringen kann als vorher. Ich bin doch genauso den Gesetzen des Landes unterworfen). Oder wo siehst Du, wie die christliche Kirche dazu auffordert, Atheisten zu töten in Deutschland? 🙂 Eher eine absurde Behauptung. Wir mir scheint, hast Du den Islam vor augen.

    Es heißt im N.T.: Jesus kam, um den Menschen zu DIENEN. So sollen es auch seine Nachfolger tun.
    Kritisierst Du nun das Neue Testament, oder nur manche der Nachfolger Jesu, die das einfach nicht umsetzen, und möchtest die Kirche ermahnen, sich doch MEHR an das Vorbild Jesu zu halten als bisher?

    Du schreibst ja selber, dass Heiliger Krieg ein Paradoxon ist. Also meinst Du, dass es sich also NICHT mit dem Neuen Testament vereinbaren lässt, oder?

    Was es immer gab und immer geben wird, sind Menschen die Hoffnung suchen. Verzweifelte Menschen denen es schlecht geht. Also werden den Kirchen nie die “Gläubigen” abhanden kommen.

    Das gälte dann für ALLE Systeme, Glaubensrichtungen etc. die irgendwelche Lösungen anbieten. Sagt aber noch nichts darüber, ob die jeweilige Lösung nun stimmt oder nicht.

    Das Konzept ist so genial wie eiskalt. Es hat schon seinen Grund, wieso sich Religion und Wissenschaft nicht vertragen.

    Ob es „eiskalt“ ist, hängt wieder damit zusammen, ob Deine Grundthese wahr ist, dass nämlich erstens die von der christlichen Kirche angebotene Lösung wahr oder falsch ist, und zweitens ob die Kirchenleute bewusst eine Lösung verkaufen, die sie nicht glauben. Nur wenn beides stimmt, wäre die Kirche ein „eiskaltes“ System. Dazu kenne ich aber viel zu viele ernsthafte christliche Pastoren, die das wirklich glauben, was sie sagen. Auch halte ich die christliche Grundthese, nämlich die von der Erlösung durch denn Herrn und Heiland Jesus Christus, selber für wahr. Von mir selbst also weiss ich es wenigstens – es gibt wenigstens EINE Person, die das nicht nur deshalb glaubt, um Geld zu verdienen oder die Ängste der Menschen auszubeuten. Von vielen anderen nehme ich es daher auch an.

    Vielleicht würde mal ein Besuch einer Freikirche oder guten Landeskirche etwas helfen, um – aus meiner Sicht unbegründeten – Vorurteile ein wenig abzubauen.

    Für die Vereinbarkeit von Religion und Wissenschaft empfehle ich Dir das Buch „Hat die Wissenschaft Gott begraben?“ von John Lennox, oder „The Soul of Science. Christian Faith and Natural Science“ von Nancy R. Pearcey und Charles B. Thaxton.
    Nur das dazu: die wissenschaftliche Revolution wurde ja wesentlich durch Isaac Newton mitgeprägt; er und viele andere führende Wissenschaftler – damals wie heute – waren und sind gläubige Christen. Wissenschaft steht gar nicht gegen den christlichen Glauben, sondern die Bibel sagt uns wir sollen die Welt erforschen (1. Mose 1,28, Teil des „Kultivierungsauftrages“). Die Bibel spricht von einer rationalen Welt, die bestimmten Gesetzen gehorcht. Diese Grundannahme ist ja Voraussetzung für die Erforschung der Welt. (Wenn es keine Naturgesetze gäbe, könnte man nichts wissenschaftlich erforschen, denn dann würde der Apfel eben nicht immer auf dieselbe Weise fallen).
    Christliche Wissenschaftler sahen ihre Aufgabe immer darin, durch eine Erforschung der Welt auch den Schöpfer selber besser kennenzulernen.

  18. @Roderich

    Einer Schätzung des statistischen Zentralamtes der ICANN-Behörde für interpluralistischen bzw. kommentatorischen Schriftverkehr zufolge fallen 5% der geschriebenen Inhalte im Internet auf Kommentare. Davon 0,3% auf eine einzige Person, einen Beitragschreiber auf dem Blog theoblog.de. Es wird kolportiert, dass sich eine ganze Denkfabrik hinter dem Pseudonym „Roderich“ verbirgt, das zur Erstellung von Kommentaren zeitweise mehrere hundert Personen anstellt … 🙂 🙂 🙂

  19. … und weitere nicht ganz unbeträchtliche 23% scheinen auf grenzüberschreitenden Webverkehr (Kommentar-Importe aus südöstlichen Nachbarländern, mit besonderem Schwerpunkt Österreich) zu stammen, insbesondere die zum Denken anregenden Kommentare.
    😉

Trackbacks/ Pingbacks

  1. […] die dort verlesen wird, ist übrigens ein populärer Internet Hoax. Die böse Saat geht auf. http://theoblog.de/innocence-of-muslims-oder-ideen-haben-konsequenzen/18369 Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Zeitanalyse und verschlagwortet mit Islam von peter. […]

Deine Meinung ist uns wichtig

*