Interview mit Prof. John Lennox

Glaube und Wissenschaft schließen sich nicht gegenseitig aus, sagt Prof. John Lennox im Gespräch mit dem ERF. Nicht nur das. Lennox meint – im Anschluss an C.S. Lewis (oder auch K. Popper), dass die Naturwissenschaften von jüdisch-christliche Überzeugungen inspiriert wurden. Außerdem spricht er über die intellektuellen Schwachstellen in den Büchern von Richard Dawkins.

Hat die Wissenschaft Gott begraben? von John Lennox

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Kommentare

  1. Ohne den Christlichen Glauben, die christliche Weltanschauung ist überhaupt keine Wissenschaft möglich. Wissenschaft erfordert objektive Wahrheit und woher bekommst du Wahrheit ohne Gott?
    Gott ist die Grundlage für alles Denken! Aus chemischen Prozessen im Gehirn entsteht niemals objektive Wahrheit. Und solange die Menschen meinen bestimmen zu können was wahr ist und was nicht setzen sie sich auf den Richterstuhl und Gott auf die Anklagebank.

    Der beste Beweis für die Wahrheit der christlichen Weltanschauung ist der, dass man ohne sie absolut gar nichts beweisen kann!!

    Soli Deo Gloria

  2. Schandor meint:

    @Victor Ens

    Prädikat: Gut gebrüllt, Löwe!

    PS: C. S. Lewis hat – wie Du vermutlich genau weißt – in seinem Buch „Miracles“ sehr gut erklärt, weshalb der Naturalismus niemals Logik, Wahrheit etc. hervorbringen kann.

  3. Francesco meint:

    @Victor Ens
    Deine Argumentation erscheint zirkulär. Eine Erklärung ist kein Beweis. „Gott“ scheint die beste Erklärung für eine sinnvolle Welt.
    Der Professor im Video gesteht ein, das sich die Wissenschaft vom Konzept der „Objektivität“verabschiedet hat. Von der Plausibilität des Theismus auf die „Wahrheit des Christentums“ zu schließen ist ein non sequitur.

  4. Schandor meint:

    @Francesco

    … genau wie Du den besten Beweis dafür lieferst, dass das Erkennen der Wahrheit keine Frage der Epistemologie ist, sondern des Seins in der Unwahrheit (siehe Kierkegaard). Wer nicht glaubt, ist durch Argumente nicht zu überzeugen.
    Pardon, ich bin Fideist – und der Verlauf dieser und ungezählter anderer Diskussionen auf diesem Block sprechen alle für mich.

  5. Victor Ens meint:

    @Francesco

    Das stimmt, es ist zirkulär. Genauso ist es aber zirkulär von der Annahme auszugehen es gäbe keinen Gott und dann basierend auf dieser Annahme zu Schlussfolgerung zu gelangen es gibt ihn nicht. Macht Sinn?

    Meine Frage an dich wäre folgende. Ist es absolut und immer falsch zirkulär zu argumentieren?
    Wenn du ja sagst, dann erklär bitte auch welchen Standard du gebrauchst, um das als wahr zu deklarieren. Der zweite Schritt, der mich dann interessiert, ist woher du objektive Wahrheit nimmst, wenn es Gott nicht gibt. Es gibt sie ohne Gott nicht! Es sind lediglich chemische Prozesse in deinem Kopf.

  6. „Genauso ist es aber zirkulär von der Annahme auszugehen es gäbe keinen Gott und dann basierend auf dieser Annahme zu Schlussfolgerung zu gelangen es gibt ihn nicht. Macht Sinn?“ Nein, das ist ein „tu qoque“. Ich habe bereits deutlich gemacht: von der Plausibilität des Theismus auf die „Wahrheit des Christentums“ zu schließen ist ein non sequitur.

  7. @ Schandor „Wer nicht glaubt, ist durch Argumente nicht zu überzeugen.“ Möglich, in dieser pauschalen Form aber unbelegte Behauptung. Es ist falsch „Glaube“ genauer gesagt Theismus, mit „christlichem“ Glauben oder „reformiertem“ Glauben gleichzusetzen.

  8. Victor Ens meint:

    @Francesco

    Einfache Frage: woher weißt du, daß das was du gesagt (geschrieben)hast wahr ist?

  9. @ Victor Ens „Meine Frage an dich wäre folgende. Ist es absolut und immer falsch zirkulär zu argumentieren?“ Ja, wenn man argumentieren möchte. Ein Zirkelschluss ist kein Argument.

  10. „Ein Zirkelschluss ist kein Argument.“
    Vielleicht – vielleicht auch nicht. Im Endeffekt beginnst du, wenn du direktiv hinterfragst, beim Anfang jeder Argumentationskette auf Prämissen, Paradigmen …, die der Argumentierende nicht beweisen kann, aber seinem Weltbild entspringen. Die Vorgabe eines rein immanenten Weltbildes ist genauso willkürlich wie die Vorgabe eines Schöpfergottes.

  11. @ Victor Ens „Einfache Frage: woher weißt du, daß das was du gesagt (geschrieben)hast wahr ist?“ Das erscheint mir als ein „roter Hering“. Nun, ich gehe davon aus, deine teilweise Zustimmung signalisiert mir, das ich so falsch nicht liege. Aber du kannst mir gerne belegen, wo ich etwas falsches sagte.

    Die Beweislast liegt übrigens bei dem, der die Behauptung aufstellt.
    „Ohne den Christlichen Glauben, die christliche Weltanschauung ist überhaupt keine Wissenschaft möglich.“

  12. ooaahh krass. Ihr wisst schon ,dass hier auch Leute lesen, die kein Wort verstehen, von dem, worüber ihr redet 🙂 (Ich beziehe mich da mal mit ein)
    Versucht euch doch mal so auszudrücken, dass man nicht alles bei Wikipedia nachsehen muss.
    Aber natürlich habe ich absolute Hochachtung vor so viel Bildung!

  13. Markus meint:

    Francesco hat nicht ganz unrecht. Ich meine: Der Theismus ist klar beweisbar. Aber die rationale Begründung des Christentums braucht zusätzlich Gründe. Trotzdem ist sein non-sequitur-Einwand nicht ganz zutreffend: Ist der Theismus wahr, steigt die Wahrscheinlichkeit des Christentums signifikant an.
    Entscheidend ist aber, dass es genügend Argumente für die Wahrheit des Christentums gibt. Nur drei Punkte (es gibt mehr)
    – Erfüllte Prophetien (z.B. http://www.etsjets.org/files/JETS-PDFs/46/46-1/46-1-pp079-110_JETS.pdf)
    – Historische Argumente für die Auferstehung Jesu (z.B. die Arbeiten von Gary Habermas und Michael Licona).
    – Historisch/archäologisch bestätigte historische Zuverlässigkeit der Bibel. (lese gerade in „On the reliability of the Old Testament“ von K.A. Kitchen.)
    @Schandor: Den Fideismus können wir getrost den Muslimen, Buddhisten, Atheisten, Gender-Ideologen usw. überlassen 😉 Biblisch ist er auch nicht.

  14. Roderich meint:

    Ist der Theismus wahr, steigt die Wahrscheinlichkeit des Christentums signifikant an.

    Stimmt. Denn der Atheismus, Naturalismus etc. ist dann falsch, wenn der Theismus wahr ist.

    Damit scheidet eine heute führende Weltanschauung schon mal als Option aus. – Vergleicht man den christlichen Theismus mit Islam oder Hinduismus, erscheint die Wahl auch nicht so schwierig.

  15. Victor Ens meint:

    Die endgültige Frage, die im Raum steht, ist doch die der ultimativen Autorität.

    Ist es dein Verstand, deine Sinne etc. !? Dann darfst du diese bitte nicht benutzen, um dein Argument zu untermauern, denn sonst ist dein Argument zirkulär. Du versuchst dann mithilfe deiner Sinne zu beweisen, dass deine Sinne richtig funktionieren. Wenn wir schon dabei sind, woher weißt Du das sie in der Vergangenheit jemals richtig funktioniert haben?

  16. Schandor meint:

    @Markus

    Danke – Du beweist meine Sicht erneut.

  17. Schandor meint:

    In dieser Hinsicht kann einer den anderen aus prinzipiellen Gründen nicht überzeugen, daher sind auch alle Diskussionen am Blog so eigentümlich lächerlich, d. h. alle machen sich lächerlich in dem Maße, in dem sie andere eines Irrtums überführen wollen (inklusive ich selbst – auch ich selbst mache mich lächerlich, wenn ich dies versuche). Es ist nicht mehr als ein intellektueller Schlagabtausch – witzig zu lesen, aber völlig bar jeglichen Sinns, außer eben dem der Unterhaltung. Klar: Man soll sagen, wovon man überzeugt ist! Es geht mir nur um die Transfusion seiner Überzeugungen auf andere – die ist offensichtlich lächerlich.

  18. Schandor meint:

    „Kurz, Gödel zeigte, daß Beweisbarkeit ein schwächerer Begriff ist als Wahrheit, unabhängig davon, um welches axiomatische System es sich handelt.

    (Douglas R. Hofstadter. „Gödel, Escher, Bach – ein Endloses Geflochtenes Band.)

    Was ich gesagt habe, ist nicht beweisbar, aber wahr – und ja: ich bin mir der Widersprüchlichkeit der Aussagen bewusst.

  19. Peter meint:

    Hallo Schandor!

    Es geht mir nur um die Transfusion seiner Überzeugungen auf andere – die ist offensichtlich lächerlich.

    Aus psychologischer Sicht können Überzeugungen nicht geändert werden, wenn sie Teil des Lebenskonzeptes sind (man muss keinen Raucher von der Gesundheitsschädlichkeit des Rauchens überzeugen, er weiß es). Bei Randüberzeugungen ist es einfacher.
    Umso erstaunlicher ist es, wenn Menschen zu Nachfolgern Jesu werden. Das lässt sich (aus psychologischer Sicht) am besten mit dem Eingreifen Gottes erklären 🙂

    vg
    Peter

  20. Roderich meint:

    Victor,

    Die endgültige Frage, die im Raum steht, ist doch die der ultimativen Autorität.

    Ja, das stimmt, was die letzte epistemische Autorität ist, kann man nicht beweisen, sondern muss sie – letztlich – voraussetzen. Es gibt aber induktive Gründe, die dafür oder dagegen sprechen können.

    Ja, für uns Christen ist die Bibel die letzte Autorität.

    Aber wenn jemand diese Autorität nicht anerkennt, überzeugt ihn das nicht. Klar, andere „letzte Autoritäten“ (Vernunft, Sinneswahrnehmungen) können ihrerseits auch nicht erwiesen werden.

    Aber was dem einen sein Modus Ponens, das ist dem anderen der Modus Tollens.

    Modus Ponens:
    P1: Wenn die Bibel Gottes Wort, hat sie keine Fehler und ist die letzte Autorität.
    P2: Die Bibel ist Gottes Wort
    K: Also ist sie keine Fehler und ist die letzte Autorität.

    Modus Tollens:
    P1: Wenn die Bibel GW, hat sie keine Fehler und ist die letzte Autorität.
    P2: Die Bibel hat Fehler
    K: Also ist sie nicht Gottes Wort.

    D.h. man muss jemandem, der nicht an die Bibel glaubt, externe Gründe dazugeben (wenigstens für einen induktiven Schluss, der einigermaßen plausibel scheint).

  21. Schandor meint:

    @Peter

    Die Einschränkung „aus psychologischer Sicht“ ist sprachlich recht witzig, aber ich weiß nicht, was damit eingegrenzt oder ausgesagt werden soll.
    Bei mir ist ALLES gewissermaßen „Teil des Lebenskonzeptes“ (was auch immer Du damit meinst). Was aber ist ein „Nachfolger Jesu“? Doch niemand, der „einfach nur“ glaubt, oder? Was aber ist dann mit Römer 10,9-10?
    Es existieren nur Fragen, keine Antworten. Oder besser: Es existieren zwar Antworten, aber sie können die Fragen nicht befrieden.

  22. Markus meint:

    @Schandor:
    ja, für manche scheint der Austausch mehr Unterhaltung zu sein. Den Eindruck habe ich auch. Wohl dort, wo es nicht um klare Argumente, rationale Rechtfertigung in wichtigen Dingen geht. Oder wo man leichtfertig inkohärente Dinge sagt.
    Manchmal hat diese (unklar und inkohärent artikulierte) Vernunftsskepsis, oder was das auch immer sein soll, was in den letzten Beiträgen geäußert wurde, schon einen ordentlichen Hauch postmodern. Vielleicht ist manches auch nur Spaß oder zu schnell dahingeschrieben, ich kann es nur nicht unterscheiden.

  23. Hallo Schandor,
    dein Sprachwitz entgeht mir. „Aus psychologischer Sicht“ besagt nichts anderes, als dass man das Lebenskonzept unter Berücksichtigung von psychologischen Grundannahmen sich anschaut. Ebenso könnte man es aus biblischer-theologischer oder biologisch-evolutionärer Sicht tun – mit jeweils anderen Schwerpunkten oder Ergebnissen.

    Es existieren zwar Antworten, aber sie können die Fragen nicht befrieden.

    Löse dich doch mal gedanklich von der Vorstellung eines geteilten Menschen (Dichotomie, Trichotomie, Tetratochomie etc, was auch immer du willst). Es ist für das jüdische Denken unvorstellbar, dass jemand an Jesus glaubt und KEIN Nachfolger ist. Das gibt es nur im westlichen (griechisch geprägten) Denken. Markus sprach von „Vernunftsskepsis“ – ja, das trifft auf dich zu. Deine Vorstellungen zur biblischen Anthropologie stammen aus dem Platonismus und haben mit der Bibel nichts zu tun. Von Thorleif Boman gibt es ein sehr empfehlenswertes Buch dazu: „Das hebräische Denken im Vergleich mit dem Griechischen“ (1954 bei Vandenhoeck & Ruprecht). Das Buch ist bestimmt auch für Markus lesenswert.

    Zum Lebenskonzept: Das ist übrigens nichts, was ich meine, sondern was Erkenntnis moderner Psychologie/Anthropologie ist. Schade, dass dieses grundlegende Konzept dir nicht bekannt ist – was mich sehr verwundert! Daher nur in aller Kürze. Du wurdest mit einem Repertoire an Verhaltensmustern und Einstellungen geboren. Diese und deine Kenntnisse und Fähigkeiten hast du im Laufe deines Lebens aus- und aufgebaut. Sie bilden die Grundlage deines gesamten Lebens (Denken, Fühlen, Handeln). Man könnte sie als mehr oder weniger unbewusste Metaebenen deines Ichs bezeichnen. Sie verursachen Problematiken und Stärken in deinem Leben. Aus psychologischer Sicht stellt sich die Frage, wie sich dein Lebenskonzept ändern lässt, damit deine Problematiken sich abschwächen oder gar verschwinden. Die Erkenntnis lautet kurz formuliert: Es geht nicht über Informationen und Argumenten. Daher wird es in einem/diesen Blog immer nur ein Austausch an Inhalten, aber keine grundlegenden Überzeugungsänderungen geben. Du hast mit deinem Beitrag von 14. Juni, 2015 um 8:09 also vollkommen recht. Ich könnte dir das auch an anderen Beiträgen in diesem Thread zeigen. Du kannst schreiben was du willst, andere wird es nicht erreichen. Reicht das erstmal als Erklärung? Ansonsten müsste ich dich an die entsprechende Literatur (v. a. zur Verhaltensmodifikation, Suchtberatung u. ä.) verweisen.

    vg
    Peter

    PS: Die biblisch-theologische oder biologisch-evolutionäre Sicht aufs Lebenskonzept kannst du dir bestimmt selbst herleiten.

  24. Hallo Markus,

    Wohl dort, wo es nicht um klare Argumente, rationale Rechtfertigung in wichtigen Dingen geht. Oder wo man leichtfertig inkohärente Dinge sagt.

    Du kennst ja den Vers bez. Auge, Balken und Splitter.

  25. Schandor meint:

    @Peter

    Wie gesagt, ich verstehe die Botschaft nicht.
    Ich glaube auch nicht, dass ich platonische Ideen habe. Dass ich schreiben kann, was ich will, das ist trivial, und dass es andere nicht „erreicht“ (Metasinn), das weiß ich doch! Darum ist es ja auch eine Art „Unterhaltung“, obgleich mir der Begriff nicht passt. Es ist eine Art Gedankenaustausch, sage ich. Je abstrakter die Begriffe, desto nebulöser der Inhalt. Mein Ich, das ist nicht mein Körper. Es ist auch nicht wichtig, was die Hebräer gedacht haben. Daran kann ich mein Denken nicht orientieren – das ist eine kulturelle Erscheinung.

  26. @Schandor
    Ganz konkret bitte: „Wie gesagt, ich verstehe die Botschaft nicht.“ Welche Botschaft genau verstehst du nicht?

    Mein Ich, das ist nicht mein Körper.

    Richtig. ‚Persönlichkeit‘ wäre als Begriff auch zutreffender für das ‚Ich‘. ‚Ich‘ habe ich nicht im Freud’schen Sinne gemeint.

    Es ist auch nicht wichtig, was die Hebräer gedacht haben. Daran kann ich mein Denken nicht orientieren – das ist eine kulturelle Erscheinung.

    Für mich als Christ nicht. Nur wenn mir klar ist, dass im AT (und in Folge dessen auch im NT) die Menschen anders gedacht haben (incl. der Begrifflichkeiten), kann ich die Bibel richtig verstehen. Sonst kommen eben solche Sachen zustande, wie dass Leben und Glauben auseinanderklaffen. Ja, es ist eine kulturelle Erscheinung, aber wichtig zum Verständnis der Schrift. Sonst kommen so synkretistische Gebilde, wo philosophische (Sprach-)Systeme an der Bibel angelegt werden.

    vg
    Peter

  27. Markus meint:

    @Peter:
    „Du kennst ja den Vers bez. Auge, Balken und Splitter.“ Ich finde, dass eine solche unfaire (und unreife) Dialektik hier nicht reingehört.

  28. Peter meint:

    Ich finde, dass eine solche unfaire (und unreife) Dialektik hier nicht reingehört.

    Lese deinen Kommentar vom 14. Juni, 2015 um 14:29. Auch wenn du deine Kommentare mit Fremdwörtern spickst, deren umfängliche Bedeutungen dir nicht immer bewusst zu sein scheinen, erklärst du andere für doof, unfähig oder unwillig. Du solltest dringend dein Diskussionsverhalten überdenken.

  29. Schandor meint:

    @Peter

    Du sprichst für mich in Rätseln. Verwendest Begrifflichkeiten und Systeme, aber ich verstehe Dich nicht. Wir denken in Analogien, und unser Denken hat sich weiterentwickeln, ist kulturell abhängig. Eine Rückkehr zu hebräischem Denken ist undenkbar – es funktioniert nicht. Außerdem: Wenn jeder das tun müsste, verständen wohl nur sehr wenige Adressaten die Bibel, nicht wahr?
    Übrigens: Wenn Du sagst „Lese deinen Kommentar“ – dann heißt das: „Ich lese (gerade) deinen Kommentar“, ist also eine Feststellung. Du wolltest aber sagen: „Lies deinen Kommentar“ … 😉

  30. @ Markus Vielen Dank für dein Verständnis. Ich meine allerdings der Theismus ist nicht klar beweisbar. Er scheint die beste Erklärung zu sein.
    Zu deinen drei Punkten: Diese sind schwerlich Argumente für die „Wahrheit“ des trinitarischen Christentums – auf das sich der Prof. Lennox mutmaßlich beruft. Selbst wenn diese gültige Argumente währen (Punkt 1 und 2 sind äußerst umstritten), so ließen sie sozusagen Modalisten, Adoptionisten, Unitarier, Nestorianer, Mormonen, Zeugen Jehovas, Christliche Wissenschaft, etc. pp und möglicherweise jede Menge Esoteriker unterschiedlichster Couleur sozusagen „mit an Bord“.

  31. @ Schandor „Kurz, Gödel zeigte, daß Beweisbarkeit ein schwächerer Begriff ist als Wahrheit, unabhängig davon, um welches axiomatische System es sich handelt.“

    Das zeigte er allerdings vernünftig und allgemein nachvollziehbar in Form mathematischer Theoreme. Ich würde sagen Theisten und Naturwissenschaftler starten mit der gleichen Prämisse – dass das Universum sinnvoll ist (mathematisch beschreibbar, wie der Professor L. sagt). Wenn wir das Universum als axiomatisches System annehmen, so muss es darin absolute, nicht beweisbare Wahrheiten geben, ja, wenn ich Gödel richtig verstehe. Wir können aber meiner Meinung nach sehr wohl verstehen, ob jemand sinnvolle Aussagen über angenommene absolute Wahrheiten macht, oder nicht. Falls jemand versuchte, offensichtlich unsinnige Argumentation mit Gödels Unvollständigkeitssätzen zu rechtfertigen, scheint mir das doch nicht angebracht.

  32. Schandor meint:

    @Francesco

    Deiner Meinung nach können wir verstehen, ob jemand …? oder meintest Du „dass jemand …“? Was meinst Du mit „sinnvolle Aussagen über angenommene absolute Wahrheiten“? Und hast Du absichtlich „versuchte“ (Konjuktiv 1) gesagt? Oder ist Dir das nur passiert? Also Schreibfehler? Und wen oder was meinst Du mit „offensichtlich unsinnige Argumentation? Meintest Du „offensichtlich unsinnige ArgumentationEN“ oder „eine offensichtlich unsinnige Argumentation“? Und wenn ja, welche?
    Bitte um Entschuldigung, meine Nachfragen dienen einzig und allein der Klärung Deiner Aussagen und sollen Dich in keiner Weise provozieren. Aber ich bin nun einmal der Auffassung, die Sprache ist ein Schatz, der den am besten schmückt, der ihr wenn schon keine Kinder macht, dann aber doch die Ehre, sie unmissverständlich zu gebrauchen (und ich inkludiere mich).
    Jetzt gehst Du folgendermaßen vor:
    Sine ira et studio beantwortest Du jede Frage, die ich mit einem Fragezeichen abgeschlossen habe.

  33. Roderich meint:

    @Francesco,

    die drei von Markus genannten Punkte

    (1. Erfüllte Prophetien (z.B. http://www.etsjets.org/files/JETS-PDFs/46/46-1/46-1-pp079-110_JETS.pdf), 2. Historische Argumente für die Auferstehung Jesu (z.B. die Arbeiten von Gary Habermas und Michael Licona), 3.) Historisch/archäologisch bestätigte historische Zuverlässigkeit der Bibel (K.A. Kitchen.)

    sind nicht unbedingt „umstritten“, sondern – wenn man sie unvoreingenommen prüft – recht einleuchtend.
    Lies mal Habermas / Licona „The Case for the Resurrection of Jesus“, und schau, ob es Dir einleuchtet. (Die machen jedenfalls keinen Zirkelschluss und setzen nicht die Bibel als Gottes Wort voraus, sondern behandeln die Bibel – zunächst – nur als antike Dokumente, wie jedes andere antike Dokument auch).

    Oder anders gesagt: Wenn „umstritten“ heißt, es gibt Leute, die das nicht teilen, (auch ohne gute Argumente), dann ist Umstrittenheit kein geeignetes Kriterium für Wahrheit, gerade wenn die Bejahung einer Aussage bedeutet, dass man sein Leben grundlegend ändern muss. Und das ist ja im Christentum der Fall. Es wird NIE so sein, dass die christliche Weltsicht „unumstritten“ ist. Erst nach Jesu Wiederkunft.

    Wenn Jesus tatsächlich auferstanden ist, kann man daraus folgern, dass er auch Gott war (und ist). Und Jesus hat die Bibel als Gottes Wort behandelt.

    Die von Dir genannten abweichenden Lehrmeinungen („Unitarier, Nestorianer, Mormonen, Zeugen Jehovas, Christliche Wissenschaft, etc.“) kann man – wenn man die Bibel erst mal als Gottes Wort anerkennt – recht gut aus der Bibel widerlegen.

    Zur Abwehr irriger Lehren von Sekten kann man dann allerdings nicht mehr die „natürliche Theologie“ (Werkzeuge: Empirie (Beobachtungen / Erforschung der Natur), Logik /Wissenschaftstheorie / Epistemologie) hernehmen, sondern muss auf die biblische Theologie (Werkzeug: u.a. Regeln der biblischen Hermeneutik) zurückgreifen.

  34. Roderich meint:

    Hmm, mein Kommentar ist vermutlich im Spam verschwunden… daher noch mal:

    @Francesco,

    die drei von Markus genannten Punkte

    (1. Erfüllte Prophetien (z.B. http://www.etsjets.org/files/JETS-PDFs/46/46-1/46-1-pp079-110_JETS.pdf), 2. Historische Argumente für die Auferstehung Jesu (z.B. die Arbeiten von Gary Habermas und Michael Licona), 3.) Historisch/archäologisch bestätigte historische Zuverlässigkeit der Bibel (K.A. Kitchen.)

    sind nicht unbedingt „umstritten“, sondern – wenn man sie unvoreingenommen prüft – recht einleuchtend.
    Lies mal Habermas / Licona „The Case for the Resurrection of Jesus“, und schau, ob es Dir einleuchtet. (Die machen jedenfalls keinen Zirkelschluss und setzen nicht die Bibel als Gottes Wort voraus, sondern behandeln die Bibel – zunächst – nur als antike Dokumente, wie jedes andere antike Dokument auch).

    Oder anders gesagt: Wenn „umstritten“ heißt, es gibt Leute, die das nicht teilen, (auch ohne gute Argumente), dann ist Umstrittenheit kein geeignetes Kriterium für Wahrheit, gerade wenn die Bejahung einer Aussage bedeutet, dass man sein Leben grundlegend ändern muss. Und das ist ja im Christentum der Fall. Es wird NIE so sein, dass die christliche Weltsicht „unumstritten“ ist. Erst nach Jesu Wiederkunft.

    Wenn Jesus tatsächlich auferstanden ist, kann man daraus folgern, dass er auch Gott war (und ist). Und Jesus hat die Bibel als Gottes Wort behandelt.

    Die von Dir genannten abweichenden Lehrmeinungen („Unitarier, Nestorianer, Mormonen, Zeugen Jehovas, Christliche Wissenschaft, etc.“) kann man – wenn man die Bibel erst mal als Gottes Wort anerkennt – recht gut aus der Bibel widerlegen.

    Zur Abwehr irriger Lehren von Sekten kann man dann allerdings nicht mehr die „natürliche Theologie“ (Werkzeuge: Empirie (Beobachtungen / Erforschung der Natur), Logik /Wissenschaftstheorie / Epistemologie) hernehmen, sondern muss auf die biblische Theologie (Werkzeug: u.a. Regeln der biblischen Hermeneutik) zurückgreifen.

  35. @Schandor
    Bezüglich des Fideismus: Wie verstehst Du folgende Stelle:

    „Er [= Paulus] hatte aber jeden Sabbat Unterredungen in der Synagoge und ÜBERZEUGTE Juden und Griechen“ (Apostelgeschichte 18,4)? Nach Deiner Sichtweise geht das doch gar nicht, oder?

  36. @Peter
    Der angebliche Gegensatz zwischen griechischem und hebräischem Denken ist Unsinn.

    Der Sprachwissenschaftlicher Dr. Heinrich von Siebenthal widerlegt diese Ansicht in seinem Artikel „Wahrheit bei den Althebräern – Anmerkungen zur Diskrepanztheorie aus linguistischer Sicht“ in: Helge Stadelmann (Herausgeber), Liebe zum Wort, Verlag für Theologie und Religionswissenschaft, 2002, S. 72-93.

    Diese sog. Diskrepanztheorie wurde in Teilen auch schon von Rudolf Bultmann vertreten. Aber von Siebenthal zeigt, dass sie schon allein aus linguistischer Sicht nicht zu halten ist!

  37. Schandor meint:

    @Calvin

    🙂 Ja, ich weiß! Ich tu mir ehrlich gesagt ein wenig schwer, genau zu beschreiben, was ich mit „Fideismus“ meine. Es ist in der Tat ein psychologisches Überzeugtwerden, das ich meine. Ich meine damit im Grunde, man kann jemandes „Psyche“ (wenn Du so willst) nicht durch Argumente „überzeugen“ – die Überzeugung von der Wahrheit des Christentums wird sozusagen nicht von Argumenten bewirkt, sondern nur „genährt“. Ich glaube einfach, damit es bei einem Menschen „klick“ macht, ist eine Erneuerung durch den Heiligen Geist vonnöten, die freilich auch psychologisch stattfindet, aber eben nicht ausschließlich, sondern wie von einer anderen Dimension heraus. Und dass es Apologetik geben soll und muss, das will ich keinesfalls bestreiten, wenngleich ich 1Petr 3,15 nicht so überstrapazieren will, wie das mE manche Apologeten tun.
    Mit anderen Worten: Wirkt nicht der Geist Gottes ein Wunder, geschieht dieser „Klick“ nicht, egal, welche Argumente man hat.
    Mein Fideismus beschränkt sich sozusagen auf die Epistemologie. Erst Ontologie (Wirken des Hl. Geistes), dann Epistemologie. Ich glaube, dagegen kann niemand etwas sagen, denn damit widerspreche ich weder dem Präsuppositionalismus noch dem Evidentialismus noch anderen apologetischen Ansätzen (Craig, Lennox, Gitt uvm.).

    Und ja, auch ich halte den angeblichen Gegensatz zwischen gr. u. hebr. Denken für Unsinn. Da sind wir einer Meinung.

  38. @ Schandor Muss ich nicht erst verstanden haben, was da „klick“ machen soll? Ich kenne persönlich einige „christliche Gläubige“, die sich „felsenfest“ auf den „heiligen Geist“ berufen, aber bei nachfragen haarsträubende häretische Widersprüche offenbaren.

  39. @Schandor

    Du schreibst: „man kann jemandes „Psyche“ (wenn Du so willst) nicht durch Argumente ,überzeugen‘ [!] – die Überzeugung von der Wahrheit des Christentums wird sozusagen nicht von Argumenten bewirkt, sondern nur ,genährt‘“.

    Aber in Apg. 18,4 werden die Juden und Griechen nun einmal überzeugt! Oder nimmt Apg. 17,4: „Und etliche von ihnen wurden überzeugt [!] und schlossen sich Paulus und Silas an […]“.

    Apg. 28,24: „Und die einen ließen sich von dem überzeugen [!], was er sagte, die andern aber blieben ungläubig.“

    Mir wird nicht klar, wie sich Deine These falsifizieren lässt! Du behauptest: „Nicht-p ist der Fall“ und es gibt eindeutige Bibelstellen, die sagen: „p ist der Fall“.

    Damit ist doch Deine Theorie falsifiziert, oder nicht? Was verlangst Du denn noch? Sonst setzt Du Dich dem Verdacht aus, dass Du Dich gegen jede Kritik immunisierst, wenn sie gar nicht falsifizierbar ist.

  40. Übrigens: Wenn Du sagst „Lese deinen Kommentar“ – dann heißt das: „Ich lese (gerade) deinen Kommentar“, ist also eine Feststellung. Du wolltest aber sagen: „Lies deinen Kommentar“ … 😉

    Da scheinen noch mehr sprachliche Schwierigkeiten außer „Verständnis“ noch zu sein. Damit habe ich mich nur geoutet, aus welcher Region Deutschlands ich herkomme. Hier bei uns werden bei mehreren Wörtern die Wechsel von e zu i nicht vollzogen, also esse statt iss, lese statt lies usw. 🙂
    Ein weiteres: Was hat der Begriff Lebenskonzept (diesen Kommentar verstandest du nicht) jetzt mit dem hebräischen Denken zu tun? Wieso verbindest du das?

  41. @Calvin,
    hast du es gelesen? Ich meine beide Bücher: v. Siebenthal und Boman. Beide schreiben über etwas anderes. Auch Heinrich v. Siebenthal bestreitet nicht, dass das hebräische Denken sich grundsätzlich vom griechischen unterscheidet. Das kannst du auch im 1. Kor nachlesen (Juden und Griechen: Ärgernis und Torheit).

    Ich muss mich allerdings jetzt für einige Tage aus der Diskussion heraushalten – es stehen wichtigere Dinge, wie z. B. PSNv-Einsatz, an.

    Grüße an alle
    Peter
    I

  42. @Peter

    Ich sehe nicht, wie 1Kor. 1,23 Deine These untermauern kann! Dass Christus als Gekreuzigter den Juden ein Ärgernis war, schließt doch nicht aus, dass sie es auch für eine Torheit hielten. Das sehen wir doch schon kurz vorher, in Vers 18: „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen […]“

    Ich würde vielmehr sagen, dass der Gegensatz zwischen DEM christlichen und DEM nichtchristlichen Denken besteht. Aber dass es auf der einen Seite DAS griechische Denken gibt und auf der anderen Seite DAS hebräische Denken, müsstest Du schon klar mit Bibelstellen belegen können!

  43. Schandor meint:

    @Francesco

    Das mag sein, aber diese „haarsträubenden häretischen Widersprüche“ sind eben ihre Widersprüche und nicht die des Heiligen Geistes.

    @Calvin
    Huh, da hab ich dann wohl zu tief in meinem Popper gelesen (Vermutungen und Widerlegungen, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde – oder wie einer seiner Feinde gespottet hat: Die offene Gesellschaft von einem ihrer Feinde). Nein, ich sehe keinen Widerspruch. Man sollte sich aber mit der Position des Fideismus ein wenig auseinandergesetzt haben. Wahrscheinlich denke ich wieder mal zu griechisch und zu wenig hebräisch 🙂

    @Peter
    Nun, das ist was anderes – ich habe das Umgangssprachliche nicht herausgelesen 😉 Umgangssprachlich ist mir alles erlaubt (aber nicht alles ist nützlich) 😉 🙂

    Nein, ich verbinde da nichts. Es ist räumlich lose zusammengefügt. Ich wollte nur anmerken, dass ich eine solche Unterscheidung nicht akzeptiere, sondern für falsch halte, das war alles. Wie unser Denken „funktioniert“, zeigt Douglas Hofstadter in seinem Buch „Die Analogie – Das Herz des Denkens“. Das leuchtet ein, die seltsame Wiederkäuererscheinungsunterscheidung hebräisch-griechisch dagegen nicht, sondern sie ist kulturell bedingt. Der Stilist Michael Klonovsky beispielsweise meint, man könne Kant in alle Sprachen übersetzen. Aber in die Zulusprache? Eine unmögliche Vorstellung.

    Nun, das Konzept des Lebenskonzepts bleibt mir verschlossen; ich muss aber gestehen, dass ich psychologischen Erklärungsweisen etwas skeptisch gegenüberstehe (nicht ablehnend, nur etwas skeptisch).

  44. @ Schandor „Das mag sein, aber diese „haarsträubenden häretischen Widersprüche“ sind eben ihre Widersprüche und nicht die des Heiligen Geistes.“ Woher weißt du das?
    Diese Leute behaupten es hätte heiliggeistmäßig „geklickt“ sozusagen, wiedergeboren, „bibeltreu“, das ganze Programm sozusagen, und dann erzählen Sie dir z.B. Jesus sei der Vater. Oder Gott sei sowohl eine Person als auch drei Personen? Da hat scheinbar der falsche Geist geklickt oder der heilige Geist falsch geklickt. Man muss also nicht verstehen, wovon man da „geklickt“ wird? Sind Zeugen Jehovas oder Mormonen oder Katholiken auch grundsätzlich „korrekt geklickt“, wie sie behaupten?

  45. @Schandor

    Wie Du siehst keinen Widerspruch? Hä? Ich habe doch klar gezeigt, dass ein Widerspruch objektiv besteht: Du behauptest: „Nicht-p ist der Fall“ und einige Bibelstellen sagen: „p ist der Fall“.

    Damit besteht ein Widerspruch! Das sieht doch jeder Erstklässler! Du behauptest, Menschen können nicht überzeugt werden, aber die Bibelstellen sagen ausdrücklich, dass Menschen überzeugt werden. Also: Entweder du lieferst eine überzeugende Erklärung für diese Bibelstellen ab, oder Du gibst zu, dass Dein Fideismus falsch ist!

  46. Roderich meint:

    @Der Calvin,
    Schandor hat ja erwähnt, dass Argumente ein überzeugt-werden „nähren“ (beeinflussen) können, aber es evtl. nicht ausschließlich bewirken (können), besonders bei existentiellen Glaubensfragen.
    Es wird in diesen Stellen (Apg. 18,4 , Apg. 17,4: „Und etliche von ihnen wurden überzeugt“ oder Apg. 28,24: „Und die einen ließen sich von dem überzeugen [!]“) zwar gesagt, dass Argumente wichtig sein können, aber das sagt nicht, dass der Heilige Geist nicht nötig ist. Da Paulus ja mit Bibelstellen „argumentiert“ hat, ist gut denkbar, dass der Heilige Geist da entscheidend mitgewirkt hat.

    Im Heidelberger Kat. heißt es in Frage 21, zu wahrem Glauben gehören:
    – Noticia (zuverlässige Kenntnisnahme)
    – Assensus (Zustimmung)
    – Fiducia (Herzliches Vertrauen).

    Dieser letzte Schritt, das „herzliche Vertrauen“, wird laut HeidelKat vom Heiligen Geist bewirkt. So legen es ja auch die dort erwähnten Bibelstellen nahe.

    Überzeugung durch Argumente ist eher in den beiden vorherigen Schritten, Kenntnisnahme und v.a. Zustimmung, anzusiedeln.
    Den entscheidenden „Klick“, dass jemand zum Glauben kommt, muss dann noch der Heilige Geist machen.

    Gründe sind vielleicht:
    1.) Der Mensch ist ein Selbstbestrüger. Was ihm nicht gefällt, verdrängt er ins Unbewusste. Was im Unbewussten ist, ist für Argumente nur bedingt erreichbar.
    2.) Unsere Augen sind im Naturzustand mit einer „Decke verhüllt“, also brauchen wir – was „geistliche Erkenntnis“ angeht – eine Erneuerung an unserem Wesen durch den Heiligen Geist. (Eph. 1,17f).

  47. Roderich meint:

    Zu der Überzeugungskraft von Argumenten nochmal: Alvin Plantinga sagte: ein gutes Argument kann jemanden, der die Konklusion nicht teilen will, bezüglich der Prämissen sogar vom „Wissenden“ zum „Unwissenden“ machen: Um die Konklusion nicht teilen zu müssen, lehnt er ab jetzt eine der beiden (eigentlich einleuchtenden) Prämissen ab.

    Z.B.:
    P1: Wenn es keinen Gott gibt, gibt es keine objektiven Werte und Pflichten.
    P2: Es gibt aber objektive Werte und Pflichten.
    K: Also gibt es einen Gott.
    (Modus Tollens, also ein gültiger Schluss, mit zwei recht einleuchtenden Prämissen).

    Wer Atheist ist, und bislang P1 und P2 (unbedarft) zustimmte, dann aber hört, dass sie zu der Konklusion „Also gibt es Gott“ führen, muss (weil das Argument logisch gültig ist) nach einem Ausweg suchen und muss ab jetzt P1 oder P2 ablehnen, wenn er nicht als irrational erscheinen möchte.

    Da jede Prämisse ihrerseits mit Argumenten (die aus Prämissen schlussfolgern) gestützt werden, und deren Prämissen wiederum durch Prämissen (Gründe) gestützt werden etc., gibt es gute Möglichkeiten, entweder:
    – irgendwo eine irrationale Prämisse reinzuschmuggeln (und zu verdrängen, dass sie irrational ist), oder
    – eine rationale Prämissen zu verdrängen, der man eigentlich bis zu ihrer Konklusion folgen müsste.

  48. Schandor meint:

    @Francesco

    Gääääääähn!

    @Calvin

    Du hast recht! Wie konnte ich das bislang übersehen? Mein Fideismus ist falsch!!!

  49. @ Schandor Sehr überzeugend. Wirklich 1a.

  50. @Roderich

    Du begehst einen Kategorienfehler: Dass „nur“ Argumente überzeugen, schließt nicht aus, dass der Heilige Geist nötig ist. Letzteres habe ich nie bestritten. Um es also klar zu sagen: Ohne den Heiligen Geist kommt niemand zum Glauben. Aber das schließt – wie gesagt – nicht aus, dass ein Mensch „nur“ durch Argumente überzeugt wird.

    Die von mir aufgeführten Bibelstellen stützen also ausdrücklich meine Sichtweise. Wenn Du der Meinung bist, dass der Mensch durch etwas anderes zum Glauben kommt, als „nur“ dadurch, dass er durch Argumente überzeugt wird, dann bin ich auf Deine Bibelstellen gespannt!

    Kannst Du mir außerdem noch Bibelstellen nennen, wo von dem sog. „Unbewussten“ die Rede ist? Meines Wissens hat Sigmund Freud das Unterbewusste erfunden. Ich wüsste nicht, ob das vor ihm jemals einer in der Menschheitsgeschichte vertreten hat. Aber ist ja auch egal: Bibelstellen zählen!

  51. @Schandor

    Freut mich sehr, dass du erkannt hast, dass der Fideismus falsch ist! Dann halten wir das hier also so fest!

    Aber es ist ja auch klar: Argumentativ gegen das Argumentieren zu argumentieren, ist ein Widerspruch in sich. Wenn Fideisten versuchen für den Fideismus zu argumentieren (!), dann zeigen sie klar, dass sie sich selbst widersprechen.

  52. Schandor meint:

    @Calvin

    Er ist nicht falsch, sondern unvollständig. Er hat seine Aspekte, und nur ein gedankenloser oder denkfauler Philosoph würde das verkennen.

    Auch dein „Widerspruch“ ist im Grunde keiner, sondern der Mangel an vollständiger Information – es sind alle apologetischen Ansätze von Nutzen; Francis Schaeffer war ein Großmeister darin, diese Ansätze zu verbinden und zu erkennen, was auch Du zu erkennen dringend nötig hast, wie Deine wie aus der Pistole geschossenen Kommentare hier im Blog ausreichend zeigen:
    Wir beantworten hier nicht nur Fragen, sondern geben auch Fragestellern Antwort. Letzteres muss aufgrund der medialen Methode des Kommentierens oft auf der Strecke bleiben. Viele, wenn nicht der meisten „Gespräche“ hier erschöpfen sich in akademischer Gedankenverwaltung oder verbalem Schlagaustausch, um nicht zu sagen: Rechthaberei. Es ist der unhörbare „Ton“, der mitschwingt. Gerade der Umstand, dass der Aspekt des „Tons“ notwendig auf einem Blog auf der Strecke bleiben muss, trägt zu den meisten Missverständnissen maßgeblich bei. Man kann nur manche Gedanken äußern, und sie müssen notwendig unvollständig bleiben. Viele merken das und empfehlen daher Lektüre.

    Dein Namensgeber hatte wie Du auch keine Scheu, die Dinge geradeheraus beim Namen zu nennen – damit habe ich auch überhaupt kein Problem, denn das beweist Geistesschärfe und Geistesgegenwart. Aber Du kannst versuchen, das schier Unmögliche zu tun: zwischen den Zeilen lesen.

    Argumente sind Argumente, aber sie sagen oft nur wenig aus von dem, was eigentlich gesagt werden will.
    Könnte ich meine psychische Verfassung beim Verfassen dieser Zeilen in die Zeilen hineinlegen, Du würdest anders reagieren. Das Medium Internet beschneidet uns als ganze Menschen, es zwingt uns auf die Ebene digitaler Versprachlichung herab; Emotionen, die genauso zur conditio humana gehören, werden ausgeblendet oder verzerrt in Worte gekleidet. Die Reaktionen fallen dann oft so aus, als wäre der gesamte Informationsgehalt übertragen worden, aber das ist ein Irrtum. Das wenigstens hat Marshal McLuhan mit seiner „Message“ ganz klar verstanden, egal wie man sonst zu seinen Analysen steht.

    Als Geschwister sind wir nur dann Geschwister, wenn wir wissen, wer unser gemeinsamer Vater ist, und ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich geehrt fühlt, wenn er mitbekommt, dass seine Kinder reüssieren wollen, indem sie in einer Debatte die Oberhand behalten.
    Insofern lenke ich gerne ein – der Fideismus, den Du meinst, den meine ich nicht, bin aber nicht gewillt, mich in dieser Hinsicht näher zu erklären, da ich gerne die eigentliche Funktion dieser Versprachlichungsmöglichkeit wieder ernster nehmen will: Das ist kein Forum, sondern eine Möglichkeit der Abgabe eines Kommentars.
    WIR haben ein Werkzeug gegen die ursprüngliche Intention derselben zweckmissbraucht. Vielleicht sollten wir mehr auf die Gemeinsamkeiten achten und ein gemeinsames gedankliches Haus bauen und nicht einder des anderen Last tragen, indem wir die Steine, die der jeweils andere herbeigetragen, alsbald wieder einreißen. Das nur als Vorschlag.
    Liebe Grüße, Schandor

  53. Ein Widerspruch bleibt ein Widerspruch, egal wieviel man dagegen anglaubt

  54. @Schandor

    Natürlich ist der Fideismus unvollständig, aber das ist ja gerade das Problem. Würde man ihn ergänzen (nämlich um den Aspekt der Vernunft), dann wäre er ja per definitionem kein Fideismus mehr. Der Fideismus sperrt sich ja gerade gegen diese „Ergänzung“ – übrigens selbst der Fideismus nach Deiner Definition: Du lehnst es ja gerade ab, den von mir vorgeschlagenen Aspekt „hinzuzufügen“, dass Menschen durch Argumente nicht nur beeinflusst, sondern auch überzeugt werden.

    Ob alle apologetischen Ansätze von Nutzen sind, ist eine andere Frage, ob alle apologetischen Ansätze auch richtig sind. Letzteres würde wohl keiner ernsthaft behaupten, da sie sich gegenseitig ausschließen.

    Ich stimme Dir uneingeschränkt zu, dass die Rechthaberei ein Problem und eine Gefahr ist. Bei der Rechthaberei handelt es sich um eine schlechte, falsche innere Motivation. Aber wir müssen sie strikt auseinanderhalten von den Argumenten, die jemand bringt: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Das heißt: Jemand kann die schlechtesten Absichten haben, aber trotzdem die besten Argumente und umgekehrt kann jemand die besten, ehrenwehrtesten Absichten haben, aber trotzdem die schlechtesten Argumente. Verstehst Du, was ich meine? Ich sage nicht, dass es egal ist, mit welcher Einstellung wir hier argumentieren, welche Ziel wir hier wirklich verfolgen – ganz im Gegenteil! Aber das hat nichts damit zu tun, ob die Argumente AN UND FÜR SICH überzeugend sind. Das heißt also: Man kann selbst von jemandem noch was lernen, der innerlich von Selbstsucht und Arroganz zerfressen ist.

    Das Problem ist einfach: Wir können hier niemanden ins Herz schauen. Keiner kann die Gedanken des anderen lesen. Deswegen müssen wir einfach – wohl oder übel – danach gehen, was jemand schreibt.

    Insofern finde ich es auch schwierig, zwischen den Zeilen zu lesen – allein schon, weil gar nicht alle so schreiben. Es gibt durchaus Menschen, die schreiben „nur“ was sie denken. Du hast vollkommen Recht: Es entstehen Missverständnisse, wenn jemand zwischen den Zeilen schreibt, aber andere das nicht mitkriegen. Aber darf ich auch ergänzen: Es entstehen ebenso Missverständnisse, wenn jemand ÜBERHAUPT NICHT zwischen den Zeilen schreibt, aber andere versuchen, etwas zwischen den Zeilen zu lesen (was es aber gar nicht gibt). Verstehst Du?

    Dann bringst Du die typisch evangelikalen Bedenken gegen das Diskutieren und seine vielfältigen Missbrauchsmöglichkeiten. Und ich muss Dir leider Recht geben: Es gibt viele Diskussionen – sei es online oder offline – die sind absolut überflüssig, unkonstruktiv und z.T. sogar schädlich! Aber leider wird eines oft übersehen: Es gibt auch Diskussionen, die sind sehr konstruktiv.

    Weißt Du: Es wird keiner bestreiten, dass Jesus sehr oft mit den Pharisäern diskutiert hat. Meinst Du nicht, dass Jesus in jeder Diskussion auch Recht behalten wollte (ganz einfach, weil er einfach objektiv immer Recht hatte)? Waren die Diskussionen überflüssig oder schädlich, die Jesus mit den Pharisäern geführt hat? War das ein Fehler von Jesus? Und Du weißt auch, WAS Jesus den Pharisäern so alles an den Kopf geworfen hat! War das lieblos? Von Paulus mal ganz zu schweigen! Und Paulus hatte ständig Auseinandersetzungen und Diskussionen mit Glaubensbrüdern! War das falsch? Meinst Du, dass Paulus immer die reinsten Motive hatte, wenn er Diskussionen mit irgendwelchen Irrlehrern hatte? Hätte Paulus mehr die Gemeinsamkeiten betonen sollen, als er den Ersten Korintherbrief geschrieben hat?

    Haben wir heutzutage – alles in allem betrachtet – nicht EHER (!) das Problem der Harmoniesucht als der Streitsucht? Ich finde Polemik hochproblematisch. Aber Du weißt, dass Paulus extrem polemisch sein konnte (Galater 5,12). Ist das Problem heutzutage nicht EHER, dass fast jede Kritik schnell als Lieblosigkeit kritisiert (!) wird? Selbst dann, wenn die Kritik wesentlich weicher ausfällt, als die, wie sie Jesus, Paulus und Johannes geäußert haben?

    Ja, wir könnten mehr auf die Gemeinsamkeiten achten. Aber das Problem ist: Es gibt einfach gravierende Unterschiede unter uns Christen. Diese Unterschiede sind teilweise so dermaßen dramatisch, das eine Zusammenarbeit gar nicht möglich ist. Also müssen wir diese Fragen klären. Das ist nicht einfach. Aber wir müssen es versuchen. Und da hilft uns „Friede, Freunde, Eierkuchen“ leider nicht weiter.

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