Ist der Bibeltext vertrauenswürdig?

Michael Horton antwortet auch eine Frage, die immer wieder gestellt wird: Sind die Bibeltexte, auf die sich Christen berufen, zuverlässig überliefert worden?

Kommentare

  1. schandor meint:

    Horton kann unmöglich über die alexandrinische Textfamilie (ca. 45 HSS; NA verwendet etwa 5 davon) sprechen, sondern muss die byzantinische (ca. 5.500 HSS) meinen, denn er sagt:

    „The discrepancies are remarkably small and insignificant.“

    Das kann sich nur auf den Text der Reformationszeit beziehen, und es ist schön, dass ein reformierter Theologe wie Horton wahrscheinlich auch tatsächlich den Text den Reformationszeit meint.

    Denn das NT, das heute in Verwendung ist, unterscheidet sich von dem, das die Kirche 1800 Jahre gehabt hat, immerhin an 29.000 Stellen; die zwei wichtigsten Quellen unseres NT (B u. ℵ) widersprechen einander allein in den Evangelien an 3.000 Stellen.

    99,99% Übereinstimmung gibt es nicht, das entspricht einfach nicht den Tatsachen, auch dann nicht, wenn man sagt, es handele sich bei den (wenigen) Abweichungen nur um bestimmte oder unbestimmte Artikel udgl.

    Die maßgeblichen Textquellen unseres modernen NT (B, ℵ, A, C u. D) bieten etwa das Vaterunser in fünf (!) verschiedenen Versionen an. „Minor issues“?

    Man darf also fragen: Was bleibt – sollte unser Neu-Text (NA) lt. Deutscher Bibelgesellschaft „authentischer“ sein als der Text der Reformationszeit –“gewiss und wert, von allen angenommen zu werden?“ (1Tim 1,15; 4,9)?

    Was nicht richtig sein kann, ist, dass man Christen entscheidendes Wissen vorenthält und sie mit dem Hinweis auf die „minor issues only“ beruhigt, finde ich. Denn das ist einfach nicht wahr.

  2. Nettes Video, da bekommt man gleich Lust auf einen Kaffee und Zeit zum Bibellesen. Was mir an Horton gefällt, ist sein Anliegen für die weltweite Gemeinde, gepaart mit robuster Theologie – hab ihn bisher fast immer mit Gewinn gelesen und gehört.

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