Jakob Böhme: Der Himmel ist überall, auch in dir selber

Böhme.jpgDer Görlitzer Mystiker Jacob Böhme (1575–1624) hat die frühneuzeitliche Philosophie Europas geprägt und wurde von etlichen deutschen Philosophen gelobt, unter ihnen Friedrich Hegel, Karl Marx oder Ernst Bloch. Böhme erlernte das Schusterhandwerk und führte ein schlichtes Leben. Er hatte mehrere Visionen und schrieb das Geschaute auf. Seine Gesichte weisen etliche Merkmal der deutschen Mystik auf, vor allem die Vereinigung aller Wiedersprüche prägte seine spekulative Philosophie (was Hegel sehr freute). So konnte z.B. er sagen: »Gott ist alles und nichts.«

Böhmes Denken kreiste, ich zitiere hier Wikipedia:

  1. um die pantheistische Gleichsetzung von Natur und Gott,
  2. um den Gedanken, dass der Widerspruch als ein notwendiges Moment in allen Erscheinungen der Wirklichkeit vorhanden sei, freilich ohne Verwendung des Begriffs selbst,
  3. um die Bedeutung des weiblichen Prinzips (Sophia) für wirkliche Erkenntnis und
  4. um die Freiheitsfähigkeit des Menschen, die aus dem inneren Bezug zum Urgrund erwächst.

Er schrieb programmatisch: »So man aber will von Gott reden, was Gott sei, so muß man fleißig erwägen die Kräfte der Natur« (in: 1 Bd. 2., 21).

Das DLF hat kürzlich einen 25-minütigen Beitrag über Jacob Böhme ausgestrahlt, der gut gemacht ist, aber – wie kann es anders sein – Böhmes Spiritualismus lobt und Kritiker, wie den Lutheraner Gregor Richter, einseitig als dogmatische Rechthaber abgestraft. Wer sich für Kirchengeschichte interessiert, wird von dem Beitrag trotzdem profitieren.

Kommentare

  1. Joel213 meint:

    Danke Ron! Ich find die DLF Beiträge immer klasse gemacht… 🙂

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