Jesus begegnen – im Zweifel

Hier meine Predigt vom letzten Sonntag. Es geht um das Thema „Zweifel“. Predigtgrundlage ist der Text über den sinkenden Petrus in Mt 14,22–33.

Kommentare

  1. @ Ron
    Danke, ich habe mir Deine Predigt angehört. Seltsamerweise habe ich mir Deine Stimme ganz anders vorgestellt.

  2. @Lukas: Wie denn?

    Liebe Grüße, Ron

  3. @ Ron
    Kann ich nicht formulieren. Ist nur interessant, wenn man jemanden zuerst in seinen Texten „sprechen hört“ und dann echt sprechen hört. Also eine Enttäuschung war es für mich nicht, wie für gewisse Korinther der Paulus in Person rhetorisch weniger mitreissend war als der Paulus in seinen Briefen.

  4. @Lukas: Danke für die Blumen! 😉 Ja ich weiß, ich habe eine schwächelnde Stimme. Ich bin kein Luther, sondern eher ein Melanchthon-Typ.

    Liebe Grüße, Ron

  5. @ Ron
    Was „schwächelnd“? Auf uns im Süden, wie wir eher an Zwinglis Zunge gewöhnt sind, macht Deine mündliche Sprache eher einen sehr staatstragenden Eindruck, wenn ich mal so sagen darf.

  6. @Lukas: Ja, tragend liegt nicht fern von „träge“. Das passt schon ganz gut.

    Liebe Grüße, Ron

  7. @Ron: Nein, „staatstragend“! Und im Herzen bist Du ganz sicher ein Luther-Typ. 😉

  8. @Johannes: Du willst mir Mut machen. Danke! Es gibt übrigens – so meine Erfahrung – Hörer, die Ergänzungen zum Motivationsstil dankbar annehmen.

    Liebe Grüße, Ron

  9. Schandor meint:

    @Ron

    Danke für die Stärkung!

    Besonders gefallen haben mir drei Dinge:

    1) Der dreifache Zweifel (Hurra, ich bin kein Zweifler im Sinne von Jak 1 \o/ )
    2) Die Erwähnung, die „Stille Zeit“ habe kein(!) Mandat in der Bibel (die Evangelikalen betrachten einen ja schon fast nicht mehr als Christen, wenn man gesteht, dass man keine tägliche „Stille Zeit“ einhält. Es gibt eben strukturierte und unstrukturierte Menschen.)
    3) Das Wort „Entzweiflung“

    Also nochmals danke!

  10. @Schandor: 😉

    Liebe Grüße, Ron

  11. Lukas (der andere) meint:

    Ron, gerne mehr in Zukunft!

  12. Ich schließe mich Lukas (dem anderem) an! Da kann das Internet doch auch mal sinnvolle Dienste leisten! 😉

  13. Ups, natürlich: (dem anderen)!

  14. Johannes G. meint:

    @Ron,

    du bist vielleicht kein Ulrich Parzany, aber diese Art des Vortrags liegt mir sowieso nicht 😉 Ich höre viel lieber Leuten zu, die etwas ruhiger und weniger „emotional“ sind. Deinen Vortragsstil und deine Ausdrucksweise finde ich jedenfalls sehr angenehm.

    Wenn du wirklich mal Probleme beim Predigen haben möchtest, dann lege dir Schwäbisch als „Primärsprache“ zu und versuche das dann auf der Kanzel abzustellen 😉

    Liebe Grüße
    Jo

  15. @Johannes G. Schwäbisch? Ich komme aus Sachsen! 😉

    Liebe Grüße, Ron

    P.S. Deine umfängliche und sehr sorgfältige Ausarbeitung zur „Willensproblematik“ ist übrigens gut angekommen. Vielen Dank! Auf meine Antwort musst Du allerdings noch warten. Die Zeit Sep-Dez ist bei mir meist sehr verbucht.

  16. Johannes G. meint:

    @Ron:

    Kein Problem 🙂 Bei mir sieht es auch nicht anders aus 😉 Freue mich aber schon auf deine Rückmeldung! Meine „Buchbesprechung“ wird sehr wahrscheinlich dieses Jahr auch nicht mehr fertig. Aber ich warte damit dann sowieso noch, bis du dich gemeldet hast.

    Liebe Grüße
    Jo

  17. Johannes G. meint:

    Kurzer Nachtrag:

    @Johannes G. Schwäbisch? Ich komme aus Sachsen!

    OK, das ist sicher gleichwertig 😉 Respekt! 🙂

  18. Mir fällt noch eine 4. Art des Zweifelns ein:

    das „Nicht-mehr-glauben-können„.

    Wenn man beispielsweise jahrelang um eine bestimmte Sache bittet, sie aber nicht erlangt, dann – so scheint es mir wenigstens – kann man in einen Zustand gelangen, in dem man nicht mehr an die Erfüllung des Erbetenen glauben kann. Aber ist so jemand ein Vorwurf zu machen?

  19. @Schandor,
    grundsätzlich darf man glauben, dass Gott alle Gebete hört. Dass er nicht alle unsere Gebete so erhört, wie wir das wollen – das mag zwar zu Zweifeln führen, aber letztlich sind sie nicht berechtigt (wenn auch verständlich), denn Gott verändert sich nicht. Gott ist gut, all the time.

    (Und – es gibt ja auch Gründe für mangelnde Gebetserhörung, die an uns selber liegen können).

    Der Test wäre: man versuche mal mit aller Kraft, Gott nachzufolgen, und zu leben im Heiligen Geist, und DANN zu sehen, ob Gott die Gebete immer noch nicht erhört.

  20. @Roderich

    Aha, darin liegt also die Lösung! Und wenn die Gebete nicht erhört werden, dann muss man schließen: Na, irgendwo hab ich noch zu wenig im Heiligen Geist gelebt, eine Kleinigkeit falsch gemacht, Gott irgendwo nicht richtig nachgefolgt, da ein Schräubchen, dort ein Gnöbschchen. Ein Automatengott also, der exakt bedient werden muss, damit er funktioniert. Einer, der die Gabe erst spendet, wenn man die richtige Münze einwirft. Wenn ich als Böser schon in der Lage bin, meinen Kindern Gutes zu tun (auch wenn sie mir in manchem nicht gehorchen), dann … naja, Du weißt, wie es weiter geht.

    Diesmal war Dein Rat nicht gut, Ahitophel!

  21. @Roderich & Schandor: Hier muss ich mal aus dem neuen Buch von D.A. Carson zitieren:

    Ich bezweifle, dass es auch nur einen Christen gibt, der sich nicht bisweilen mit dem Beten schwertut. An sich ist das weder eine Überraschung noch ein Grund zur Traurigkeit: Eine Überraschung ist es deswegen nicht, weil wir nach wie vor Pilger sind, die noch viele Lektionen zu lernen haben, und ein Grund zur Traurigkeit ist es deswegen nicht, weil der Kampf mit diesen Dingen zu der Art und Weise gehört, wie wir lernen.

    Was aber sowohl eine Überraschung als auch ein Grund zur Traurigkeit darstellt, ist diese krasse Gebetslosigkeit, von der so große Teile der Christenheit in der westlichen Welt gekennzeichnet sind. Eine Überraschung ist das deswegen, weil es nicht dem entspricht, wie die Bibel das Ideal des Lebens als Christ sieht, und ein Grund zur Traurigkeit ist es deswegen, weil es häufig mit überreicher frommer Aktivität einhergeht, die aber irgendwie hohl, belanglos und oberflächlich zu sein scheint. Kaum minder verstörend ist das begeisterte Beten in manchen Kreisen, das voller überschäumender Gefühle steckt, aber von einem tiefen Nachdenken über die Gebete in der Bibel völlig unberührt bleibt.

    Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich diese Fallen immer vermeide. Die Wahrheit ist aber die, dass auch ich ein Teil dessen bin, was ich hier verurteile. Doch wenn wir in der Neubelebung unserer privaten und gemeinsamen Gebete in irgendeiner Form vorankommen wollen, dann müssen wir damit anfangen, dass wir von Neuem auf die Bibel hören und im Verstehen, wie wir die Bibel auf unser Leben, unsere Familien und unsere Gemeinden anwenden können, Gottes Hilfe suchen.

    Liebe Grüße, Ron

  22. Bettina Klix meint:

    Vielen Dank für diese inspirierende Predigt!
    Ich möchte ein Zitat aus einem Buch beisteuern, das ich gerade lese:
    „Der Christ ist in Bewegung. Er kommt immer schon vom Glauben her, aber er muß ihn ergreifen. Seine Taufe bedeutet, daß er von Gott selbst in die Verwandlung hineingerissen wird. Gerade daß er sich nicht von sich selbst empfängt. sondern als angenommen sich annehmen muß, hat zur Konsequenz, daß er sich auf den Weg machen muß, UM DANN WIE EIN SINKENDER PETRUS DIE RETTUNG ZU ERFAHREN.“(Hervorhebung von mir)

    Gefunden in: Hans-Rudolf Müller-Schwefe, Christus im Zeitalter der Ökumene,1986

  23. „Gebetslosigkeit“

    Ist hier gemeint: zu kurz beten? Oder gar nicht beten?
    Ersteres kann aber gar nicht gemeint sein, denn soooooo lange Gebete wie manche heute verrichten, kennt die Bibel gar nicht. Außer eben die Gebetsmarathone (nächtelang durchbeten, aber ich kann das nicht).

    Ich habe mich gefragt, ob durch längere Gebete sowas wie unsichtbare Kanäle zur Gottheit geschaffen werden. Ob Gott vielleicht so ist, dass er erst die bemerkt, die die Hand schon ganz lange nach oben halten, um aufzuzeigen.

    Nein, „Gebetslosigkeit“ im Sinne von „kein Gebet“ — das kann ich mir nicht vorwerfen. Eher so etwas, dass das Gebet — allgemein gesagt — in der Verzweiflung erstickt wird. Die „überfromme Aktivität“ kenne ich aus den Freikirchen. Das hat mich immer schauderhaft angemutet. Als müsse man Gott in einer optisch-devoten Haltung begegnen (nichts dagegen, auf Knien zu beten!!!).

    Nun, und das Beten mit „überschäumenden Gefühlen“ — das habe ich ohnehin immer nur als Einbildungstheater emotional Nachholbedürftiger verstanden 🙂

    Hab mir das Buch übrigens vor Monaten bestellt — muss es nur noch lesen. Ich betrachte Deinen Kommentar als (nicht intendierte) Aufforderung für mich, dies jetzt nachzuholen 😉

  24. @Schandor: Nein, der Hinweis ist nicht appellativ gemeint. Meine Frau hat es letzte Woche durchgelesen. Sie fand es gut, da es auf Bibeltext-Auslegungen fokussiert.

    Liebe Grüße, Ron

  25. Hier ein paar gute Luther-Zitate von der Webseite http://www.trostfinden.com/gebete/5275-martin-luthers-stille-zeit zum Thema Gebet:

    Luther erlebte in seinem Gebetsleben dieselben Schwierigkeiten wie wir: Mangel an Konzentration. Als erste Hilfe gibt er einen praktischen Rat:

    „Darum ist es gut, dass man frühmorgens lasse das erste und des Abends das letzte Werk sein

    und hüte sich mit Fleiß vor diesen falschen, trügerischen Gedanken, die da sagen:

    Harre ein wenig, über eine Stunde will ich beten, ich muss dies oder das zuvor fertigen;

    denn mit solchen Gedanken kommt man vom Gebet in die Geschäfte, die halten und umfangen denn einen, dass aus dem Gebet des Tages nichts wird“.

    Und hier von http://www.ead.de/gebet/monatliches-allianzgebet/editorial0804.html :
    „Ein unverschämtes Gebet“.

    Hören wir hier einmal auf Worte Martin Luthers zu diesem Thema: „Ein unverschämtes Gebet, das fest anhält und sich nicht abschrecken lässt, gefällt Gott wohl! … sobald die Not da ist, schnell in die Kammer gelaufen und auf die Knie gefallen, und gesagt: Herr, hier komme ich, muss das und jenes haben, ob ich wohl unwürdig bin. Aber siehe meine Not und meinen Jammer, und hilf um deiner Ehre willen. Also lerne unverschämt beten, und zweifle ja nicht, Gott werde dir um Christi willen geben, was dir nützlich und gut ist. Je mehr du es tust, je lieber hat es der Herr!“

  26. Schandor meint:

    @Roderich

    Wenn Luther recht hat (woran ich sehr zweifle), dann …

    Dass man sofort beten muss und nicht „zuvor fertigen“ darf, das sollte wirklich jeder wissen. Das ist nichts Neues.

    Hoffentlich hat Luther mit seinem „unverschämten Gebet“ recht. Aber wie gesagt: daran zweifle ich (Verstandeszweifel 😉 ).

  27. Die Sache mit dem unverschämten Gebet hat aber durchaus biblische Rückendeckung. Abraham feilscht erfolgreich um Sodom und Lukas 18,1-8 (Die bittende Witwe) geht in eine ähnliche Richtung. Deinen „Verstandeszweifel“ – insbesondere in dieser Sache – kenne ich aber gut. Hier hilft mal wieder nur eines – ausprobieren.

  28. @Lukas

    Ah, danke für den Hinweis! Hast recht – ausprobieren wird das beste sein. Carsons Betlehrbuch ist auch heute eingetroffen; s‘ wird sicher auch hilfreich sein.

    LG

  29. Wo findet man die Predigt?

    sehe hier keinen Link oder änliches, würde Sie gerne hören!

    Lieben gRuß,

     

    Björn

  30. @Björn: Ich weiß nicht, was da los ist. Ich habe jetzt einen einfachen Link unter „meine Predigt“ eingefügt. Wenn ich mehr Zeit habe, werde ich das Problem zu lösen versuchen.

     

    Liebe Grüße, Ron
     

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