Jesus kam aus dem All

Vor 100 Jahren legte Rudolf Steiner die Grundlagen der Anthroposophie. Seine bizarre Lehre mit zwei Christusfiguren spaltete die freireligiöse Welt – und zieht Anhänger bis heute in seinen Bann. Leider!

Die esoterische Lehre Rudolf Steiners (1861–1925) von angeblichen zwei Jesus-Knaben gehört zum Repertoire anthroposophischer Spiritualität. Die Entstehung dieser Theorie vor genau einem Jahrhundert verdient es, neu beleuchtet zu werden. Ende 1909 widmete sich der Philosoph Rudolf Steiner in einem Vortragszyklus dem Lukas-Evangelium. Er war seit 1902 Generalsekretär der deutschen Sektion der 1875 in New York gegründeten Theosophischen Gesellschaft, einer esoterischen Vereinigung. Erstmals präsentierte Steiner in den Vorträgen die okkult ausstaffierte Vorstellung von den zwei Jesus-Knaben.

Danach soll das »salomonische« Jesus-Kind – so benannt nach der Abstammungslinie Jesu im Matthäus-Evangelium – im Alter von zwölf Jahren gestorben sein. Infolgedessen sei aber das in ihm wohnende Zarathustra-Ich – ein Seelenkern, der aufgrund seiner hochwürdigen Wanderschaft Jesus zum hohen Eingeweihten hatte werden lassen – in den »nathanischen« Jesus übergewechselt, in dem buddhistische Seelentradition lebte. Dessen Bezeichnung leitete Steiner von der anderslautenden Abstammungsliste Jesu im Lukas-Evangelium ab. Steiner will seine »Offenbarungen« in der »Akasha-Chronik« gelesen haben – das ist nach theosophischer Theorie ein übersinnliches »Buch des Lebens«, das in immaterieller Form ein allumfassendes Weltgedächtnis enthält.

Hier der Artikel von Werner Thiede: www.merkur.de.

Kommentare

  1. Ärgerlich – gerade habe ich den aktuellen Merkur gelesen und dachte bei dem Artikel über Steiner: „Das wäre was für meinen Blog.“ Und dann warst Du wieder schneller … 😉 Liebe Grüße, Johannes

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