Kevin DeYoung: Studiert die Bibel!

„Ich wünsche mir Christen, die ihre Bibeln lesen und wirklich verstehen wollen, was diese sagt“, so motiviert Kevin DeYoung, Hauptredner der Evangelium21-Konferenz nächste Woche in Hamburg, die Christen zum Studium der Schrift.

Obwohl Anmeldungen zur Konferenz nicht mehr möglich sind, kann man trotzdem als Tagesgast bei der Veranstaltung vorbeikommen!

https://www.facebook.com/evangelium21.net/videos/537578676423764/

 

Kommentare

  1. Gast auf Erden meint:

    Diese Empfehlung ist gut! Allerdings ist sie unmöglich umzusetzen, wenn man nicht vorher alte Sprachen studiert und verstanden hat. Wenn man die Übersetzungen verwendet entsteht die grosse Verwirrtheit.
    Ich bin im Besitz von acht verschiedenen deutschen Übersetzungen und in jeder steht etwas anderes. Und im Vergleich mit der ältesten lateinischen Ausgabe (Latein ist leider -noch- die einzige alte Sprache die ich als gelernter Naturwissenachaftler beherrsche), oder gar der King James! sind alle an wichtigen Punkten unklar.

    Manchmal kommt mir Bibelstudium von wie fünftausend Jahre „Stille Post“. Einfach schrecklich!

  2. @Gast auf Erden

    „sind alle an wichtigen Punkten unklar“

    Welche wichtigen Punkte sind unklar?

    P.S. Toll, dass Sie so viele Bibelausgaben studieren.

  3. @Gast
    Ich benutze zum vergleichen der verschiedenen deutschen Übersetzungen den Exapla und wenn mir dabei Fragen zur Übersetzung kommen die Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel. Ich kann nicht deine Schlussfolgerung nachvollziehen das in jeder Bibel was anderes steht, viele Frage lösen sich beim benutzen von eiigen Hilfsmittel von selbst. Bibelstudium ist für mich nicht schrecklich, sonder es ist Zeitaufwendig und bedarf eine Menge Selbstdisziplin. Es gibt ja immer wieder Bücher mit dem Titel wie lese ich die Bibel richtig oder so. Es könnte ja auch mal hilfreich sein ein Buch herauszubringen wie lese ich die Bibel bestimmt falsch oder?
    Gruß Lutz

  4. Peter Geerds meint:

    „Ich wünsche mir Christen, die ihre Bibeln lesen und wirklich verstehen wollen, was diese sagt“

    Lesen: Eine schwierige Fähigkeit, v. a. wenn ich mir die PISA-Ergebnisse für Deutschland anschaue, nimmt besonders das Leseverständnis ab.
    Wirklich verstehen wollen, was diese sagt: Erbauliches Lesen – bei heutigen Christen nur noch eine eigene Nabelschau. Was sagt der Text mir? Ach wenn es doch ein Text wäre! Doch eher: Was sagt das Wort mir, wo bestätigt es mich?

    In Deutschland haben wir eine zweifache „Not“: Zum einen unsere Leseunfähigkeit, d. h. die Unfähigkeit, sich mit den Gedanken eines anderen auseinanderzusetzen; zum anderen unseren unüberschaubaren Überfluss an Bibelübersetzungen. Welch ein Luxus, wenn wir feststellen müssen, dass nicht in allen Bibelübersetzungen das wortwörtlich Gleiche steht. Andere Ländern haben keine oder nur Bibelteile.

  5. Schandor meint:

    @Gast auf Erden

    Ich kann es Ihnen nachempfinden. Sie „beherrschen“ Latein? Erstaunlich.
    Aber was die deutschen „Übersetzungen“ anbelangt: ja, das sehe ich wie Sie, mit einer Einschränkung: Ich glaube nicht, dass dies „alle wichtigen Punkte“ betrifft, aber sicher viele, ja. An der Itala (=älteste lateinische Ü.) also messen Sie die Übersetzungen, können gar altlateinisch? Wiederum erstaunlich!
    Oder meinen Sie die Hieronymus-Schrift?
    Am erstaunlichsten könnte die Genese der KJV sein – daran haben Männer gearbeitet, die die alten Sprachen wirklich kannten. Womit nichts gegen die Kenntnisse heutiger Kapazunder gesagt sein soll.
    Genaue Übersetzungen gibt es im Deutschen heute nicht mehr. Warum? Weil es dazu einer geradezu göttlichen Begabung bedürfte.
    Nehmen Sie etwa die formalgenaue Elberfelder: Die übersetzt nicht, sondern überträgt das redaktionell je neu aufgearbeitete Altgriechisch ins Deutsche. Resultat: ein literarisch furchtbarer Text, schwer verständlich und schwer verdaulich. Die Arbeit bleibt dem Leser. „Genau“ ist was anderes – die Übersetzer waren unglaublich gescheit, aber die Schwierigkeit schieben sie dem Leser ins Gewissen.
    Oder auch Schlachter. Da ist die Sache nicht viel besser. Heute so manches kaum mehr verständlich, auch bei der 2000er nicht.
    Nehmen Sie Hoffnung für alle: Schön, aber Dichtung.
    Oder NGÜ: Großartiges Deutsch – der Leser darf sich sogar selbst aussuchen, was Wort Gottes ist (Randbemerkungen).
    Vanheiden: Hechelt dem verstümmelten Nestle-Aland hinterher, hat aber eine schöne Sprache, das muss man ihm lassen.
    Ich könnte so fortfahren, will aber nicht.
    Nein, dem deutschen Leser bleibt beim Lesen der Bibel angestrengtes Nachdenken nicht erspart.
    Aber einen Hinweis kann ich Ihnen geben: Der Text der Heiligen Schrift entschlüsselt sich dem Leser nicht auf die – sit venia verbo – konventionelle, literarische, semantische Art, sondern es ist – der Vergleich sei mir erlaubt – ähnlich wie mit der „unendlichen Geschichte“: Ohne eigene Interaktion (=Handlung) erschließt sich vieles, allzu vieles nicht. Man muss die Bibel nicht nur lesen, sondern auch tun, sonst bleibt sie „Stille Post“.

  6. Johannes Strehle meint:

    Da ich bisher kein Hebräisch gelernt habe
    (und wenn ich es gelernt hätte, es nicht beherrschte),
    lese ich das sog. Alte Testament normalerweise in der Buber-Verdeutschung.
    Buber beherrschte beide Sprachen.
    Er nannte seine „Übersetzung“ (begonnen mit Franz Rosenzweig)
    selbst „Verdeutschung“.
    Seine Verdeutschungsprinzipien finde ich überzeugend.
    Mit den Hilfsmitteln, die zur Verfügung stehen,
    finde ich das Studieren der Bibel nicht verwirrend, sondern spannend.
    Ansonsten schließe ich mich dem an, was Schandor zur Interaktion gesagt hat.
    Die einzige Übersetzung, in der ich je ein Buch der Bibel (nämlich ein Evangelium)
    wie ein gut geschriebenes Buch in einem Zuge durchgelesen habe,
    ist übrigens von Walter Jens, der Griechisch und Deutsch beherrschte.
    Dass er kein Christ war, muss man berücksichtigen.

  7. @Schandor
    Wenn alle diese Bibelübersetzung in deinen Augen nichts taugen, welche Bibelübersetzung benutzt Du denn oder hast Du eine eigene Übersetzung?

  8. Peter Geerds meint:

    @Schandor
    Ein heimlicher (oder unheimlicher) TR-Verfechter?

  9. http://the-end-time.blogspot.de/2014/12/sunday-missionary-moment-20th-century.html

    .. ob die sich auch so viele Gedanken machen, ob sie die richtige Übersetzung haben ?
    .. ich denke, Gott wusste das alles .. und er ist sehr wohl imstande, sein Wort zu bewahren und uns durch den Heiligen Geist zu lenken und leiten.
    Ausserdem sollen wir insgesamt nicht nur die Bibel studieren, sondern ja auch Predigten hören.
    Buchtipp: H.G.Hendricks /William D.Hendricks Bibellesen mit Gewinn.
    J.Adler, How to read a book.
    H.Dittrich Besser lesen, verstehen behalten.
    Franz Loser Besser und schneller lesen.

  10. Hallo, denkt doch auch an den ganz „normalen Gläubigen“, der keine Bücherei zuhause hat und der auch das Wort verstehen soll.
    Wird überhaupt eine Bibel in die Hand genommen?
    Welche Übersetzung empfiehlt sich dann?
    Wie schaffe ich für viele Christen eine möglichen einfachen Zugang zum Wort, den sie in 10 Min. verstehen können?
    Aus meiner Sicht als Nichttheologe komme ich mit der Elberfelder und einer Konkordanz schon ein gutes Stück weit.
    Wichtig ist beim Lesen in der Schrift auch unsere innere Haltung: Es ist wichtig, dass wir Gott vertrauen, dass es uns das Wort aufschliesst, das wir lesen. Ausserdem sollten wir immer wieder darauf hinweisen, dass die Erkenntnisse aus dem Wort Gottes dem Gesamtzeugnis der Schrift entsprechen müssen.

  11. Schandor meint:

    @Peter Geerds

    So einfach liegen die Dinge leider nicht.

    @Lutz
    „nichts taugen“ — das sagte ich weder noch meinte ich das. Ich bin jedenfalls weit (!) davon entfernt, zufrieden zu sein. Die deutschen Übersetzer schreckten davor zurück, gut lesbares Deutsch zu verwenden, da sie zu viel Hochachtung vor Gottes Wort hatten, und das verstehe ich durchaus. Darum sagte ich auch, es gehöre eine wahrhaft göttliche Begabung dazu.

    Ich glaube, dass Gott sein Wort bewahrt hat, aber nicht etwa, wie in den Chicagoer-Erklärungen steht, nur im verlorengegangenen Urtext (denn dann hat er es gerade NICHT bewahrt), sondern bis in unsere Sprachen hinein, denn sonst müsste man wirklich die Grundsprachen studiert haben, um zu wissen, was gemeint ist. Ich bin einfach nicht zufrieden mit den existierenden Ausgaben, und ja, auch deshalb, weil die meisten auf NA beruhen. Die NGÜ ist wenigstens so ehrlich, sich zur ganzen Verwirrung, die den meisten Christen entgeht, in ihren Randbemerkungen zu „bekennen“.

  12. Die Geschichte wird erzählt von 4 Geistlichen, die zusammen saßen und genau über das Thema diskutierten. Ein Pfarrer ergriff zuerst das Wort: „Luthers Übersetzung ist immer noch die Beste. Er hat den Leuten ‚aufs Maul geschaut’ und wird bis heute von jedem verstanden, der ihn liest“. „Aber,“ so fiel ihm sein Glaubensbruder ins Wort, „wenn es um Genauigkeit geht, können wir heutzutage bessere Arbeit leisten. Die Elberfelder Übersetzung ist die, die jeder Bibelfreund lesen und gebrauchen sollte!“ „Nun,“ meinte der dritte Nachbar, „ich mache von beidem Gebrauch. Die Nähe zum Urtext und die Sprache des Volkes – das findet ihr in der Schlachter Übersetzung.“ Jetzt richteten sich aller Augen auf den letzten Teilnehmer der Runde, der bisher nur still zugehört hatte. Als er keine Anstalten machte, sich zu äußern, forderten ihn seine Freunde auf. „Hey, deine Gelegenheit. Welche Übersetzung benutzt du? Komm, sag schon!“ Der Vierte im Bunde räusperte sich und meinte dann kurz und bündig: Ich bevorzuge die Übersetzung meiner Mutter.“ Jetzt war das Erstaunen groß! „Was sagst Du – deiner Mutter? Wir wussten gar nicht, dass sie eine eigene Übersetzung hergestellt hat. Das ist ja sensationell! Erzähl doch mal!“ „Nun,“ kam die Antwort, „so lange ich denken kann hat meine Mutter es sich zum Vorsatz gemacht, die Bibel täglich in den Alltag zu übersetzen und danach zu leben. Das hat mein Leben bleibend geprägt“ (w)

  13. Jutta meint:

    @ali:
    Danke für diese Geschichte ! Eine Glaubensschwester hat mir kürzlich auf einem Spaziergang das auch so erzählt: ihre Mutter hat ihr die Bibel vorgelebt.
    Wir verlieren unsere Salzkraft, weil wir zu viel reden. Zu viel „studieren“.

  14. @Jutta: Das sehe ich aber ganz anders: Wir studieren zu wenig! Der Rückzug in den Pietismus wird die Not nicht beenden.

    Liebe Grüße, Ron

  15. @Ali
    Das Problem ist, dass diese Geschichte mit völlig falschen Gegensätzen arbeitet.

    @Jutta
    Kennst Du einen einzigen Christen, der heute zu viel (!) Bibel/Theologie studiert? Ich nicht! Und selbst wenn, was wäre denn daran schlimm? Sollten wir alle nicht viel mehr das Verlangen haben, das unfehlbare Wort Gottes noch viel, viel mehr und noch viel intensiver zu studieren, als wir es je gemacht haben? Kann man sich wirklich zu viel, zu intensiv, zu tiefgehend mit Gottes Wort beschäftigen?

    Aus einer richtigen Theorie folgt immer auch eine richtige Praxis. Und aus einer falschen Theorie folgt immer auch eine falsche Praxis. Wenn also die Praxis falsch ist, dann muss die falsche Theorie korrigiert werden!

  16. Schandor meint:

    @Adler

    Stimme Dir zu. Falsche Gegensätze.

    Bin selbst in einer Umgebung, in der das Studium des Wortes Gottes samt aller Theologie für Luxus gehalten wird.
    Theologie=Theorie=grau=farblos=unnütz. So geht das.
    Theologie/Lehre gegen Leben — auch so ein falscher Gegensatz. Wenn wer Schrifttum zu dieser Thematik kennt, wär ich interessiert.
    Was dagegen zählt, sei „das Wesentliche“ (lieb sein zueinander, enger zusammenrücken, mehr „Gemeinschaft“ haben usw.).
    Dazu fällt mir ein: Auch im Glauben sind wir feminisiert worden. So ist das.

  17. @Schandor
    Ja, wir sind uns einig. Dass Paulus und Salomo (um nur mal zwei Beispiele zu nehmen) sehr gelehrt waren, steht außer Zweifel. Dass sie gottesfürchtig waren, ebenso.

    Ich stelle mir oft die Frage: Wie würde es Paulus und Salomo heute ergehen, wenn sie zu einer „typisch-deutsch-evangelikalen“ Gemeinde gehören würden? Wie viel Ablehnung würden sie erfahren, aufgrund ihrer angeblich so „bedenklichen“ „Kopflastigkeit“? Und dann würde Paulus das erzählen, was er in 2. Korinther 11,23-29 schreibt. Dann würden die feminisierten deutschen Evangelikalen aber dumm gucken. Denn das passt einfach nicht in das pietistische Spießer-Weltbild: Da hat einer studiert bis zum geht-nicht-mehr und erlebt dann solche Sachen.

    Tja, viele haben einfach keinen Bock mehr, auf das schnulzige, „herzlastige“, oberflächliche Evangelikalen-Gesülze. Es reicht! Schluss jetzt! Wir wollen endlich Schwarzbrot! Und deswegen: Lasst und so tief wie nur möglich in diese zu herrliche und zu wunderbare Wort Gottes eintauchen! Lasst es uns essen, trinken und genießen. Wer das einmal so richtig genossen hat, der will immer nur noch mehr!

    Ich denke: Viele Evangelikale sind einfach nur zu faul und/oder zu unfähig, das Wort Gottes zu studieren. Doch anstatt selbstkritisch zu sein und Buße zu tun, versuchen sie ihr Gewissen zu betäuben mit oberflächlichem emotionalisierten Fast-Food, während sie die kritisieren, die echtes anspruchsvolles Schwarzbrot essen.

  18. @Alder: So ist es. Danke. Vor einigen Jahren wurde D.A. Carson auf der E21-Konferenz gefragt, wie er seine wissenschaftliche Forschung und seine persönliche Bibellese zusammenbekommt. Seine Antwort lautete etwas so: Das gehört für mich beides zusammen! Wir müssen tief graben und viel beten!

    Liebe Grüße, Ron

  19. Johannes Strehle meint:

    Wir brauchen mehr Studium der Bibel, individuell und gemeinsam.
    Wir brauchen mehr alltägliche Praxis, individuell und gemeinsam.
    Wir brauchen mehr und bessere alltägliche Ergänzung.
    Wir brauchen unterwegs die ständige Balance.
    Wir müssen ständig gemeinsam darauf achten,
    weder rechts noch links vom Weg abzuweichen.
    Die ersten Christen in der ersten Gemeinde
    blieben beständig
    in (erstens) der Lehre der Apostel und (zweitens) der Gemeinschaft,
    (drittens) dem Brechen des Brotes und (viertens) den Gebeten. …
    Das ganze Volk war ihnen wohlgesonnen (außer den Führern des Volkes Gottes),
    aber der Herr fügte täglich Gerettete hinzu.

  20. .. deswegen habe ich „studieren“ in Anführungszeichen gesetzt.
    Gibt es richtige Gegensätze ?
    Und von einem Kuschelevangelium halt ich sowieso nichts. Obwohl erst eher kurz im Glauben, riskiere ich lieber anzuecken als zu kuscheln.

  21. Schlotti meint:

    Ich kann mit dem Gegensatz von Lehre/Studium vs. Leben auch nichts anfangen. Man schreibt glaube ich Franz von Assisi den Satz zu: „Verkündige das Evangelium. Wenn es nicht anders geht, benutze Worte.“ Da frage ich mich wie man eine Nachricht ohne Worte verkündigen soll. Impliziert nicht allein schon der Begriff Nachricht, dass sie mit Worten weitergegeben werden muss? Für mich schon.

    Ich stelle mir gerne vor, wie Claus Kleber an sein Nachrichtenpult tritt und den Zuschauern sagt: „Liebe Zuschauer, ich habe mich heute dazu entschieden, ihnen die Nachrichten nicht zu sagen, sondern sie ihnen vorzuleben. Nur im äußersten Notfall werde ich Worte gebrauchen.“

    Natürlich hat das Evangelium Auswirkungen auf das Leben, doch zunächst und vor allem ist es eine Nachricht, deren Inhalt ich kennen und verstehen muss. Eine Nachricht mit konkretem Inhalt, der mich ins Herz trifft und mir Gottes Gnade zuspricht. Gleiches trifft für mich auf jede Lehre des christlichen Glaubens zu. Ich kann doch nichts ausleben, was ich zuvor nicht verstanden und womit ich mich nicht beschäftigt habe. Was lebe ich denn sonst aus? Doch nur eigene Vorstellungen und Meinungen.

    Was mich ein wenig traurig bei einigen Kommentaren macht ist, dass es wenig Vertrauen in deutsche Übersetzungen der Bibel zu geben scheint. Ja, es gibt unterschiedliche Übersetzungen, mit unterschiedlicher Ausrichtung: formal, funktional usw. Doch wenn ich meine (ja, ich gebe es zu, Schande über mein Haupt) 🙂 Elberfelder lese und den gleichen Abschnitt aus der Guten Nachricht, habe ich nicht das Gefühl etwas vollständig anderes zu lesen.

    Liebe Grüße
    Schlotti

  22. @Schlotti

    Der Hinweis auf Claus Kleber ist genial. Von dem würde ich mir wirklich einmal wünschen, dass er seine Willkommens-Kultur vorlebt und zwanzig junge Männer privat zuhause integriert – aber Salon-Linke reden und delegieren nur. Und die Frage ist, ob er damit die Bibel in den Alltag übersetzen würde.
    Um etwas übersetzen zu können, muss ich beide Sprachen können.

  23. Jutta meint:

    Beim Gehen predigen

    Beim Gehen predigen

    Von Franz von Assisi erzählt man folgende Geschichte:

    Eines Tages schlug er einem jungen Mönch vor: wir wollen in die Stadt gehen und dort den Leuten predigen. So machten sie sich auf den Weg nach Assisi, und sie gingen durch die Straßen und über den Marktplatz und unterhielten sich dabei über ihre geistlichen Erfahrungen und Erkenntnisse.
    Erst als sie wieder dem Weg nach Hause waren, rief der junge Mönch erschrocken aus: „Aber Vater, wir haben vergessen, den Leuten zu predigen!“
    Franz von Assisi legte lächelnd die Hand auf die Schulter des jungen Mannes. „Mein Sohn“, antwortete er, „wir haben die ganze Zeit nichts anderes getan. Wir wurden beobachtet und Teile unseres Gesprächs wurde mitgehört. Unsere Gesichter und unser Verhalten wurde gesehen. So haben wir gepredigt.“
    Dann fügte er hinzu: „Merke dir, mein Sohn, es hat keinen Sinn zu gehen, um zu predigen, wenn wir nicht beim Gehen predigen.“

    Es ergänzt sich. Das Studium und das Gelebte. Man sollte nicht immer künstliche Gegensätze schaffen. Oder das Perfekte erwarten und wünschen.
    Jeder setzt um, was er verstanden hat. Und Gott sieht das Herz an.

  24. @Jutta: Das ist doch Quatsch. Es hat auch mit dem neutestamentlichen Verkündigerbegriff nicht zu tun. Der Verkündiger ist Überbringer einer Nachricht, ein „Herold“. Er verkündigt nicht sich selbst, sondern das, was der König ausrichten lässt. Zwei Leute, die da durch die Stadt laufen und lächeln, sind Projektionflächen.

    Liebe Grüße, Ron

  25. Adler meint:

    @Jutta
    Was Franz von Assisi hier sagt, ist wirklich Unsinn. Es widerspricht sogar direkt dem, was in der Bibel steht:

    „Denn wir verkündigen nicht uns selbst [auch nicht unsere eigenen Erfahrungen!!!], sondern Christus Jesus, dass er der Herr ist“ (2. Korinther 4,5).

    Ist das wirklich so schwer zu verstehen? Es geht nicht um uns! Was wir erlebt haben (oder meinen, angeblich erlebt zu haben) ist vollkommen irrelevant für die Evangeliumsverkündigung. Mann, dieses Evangelikalen-Gesülze nervt einfach nur! Merkt ihr denn nicht, wie sehr ihr Nichtchristen mit diesem Gesülze abschreckt? Redet doch endlich mal so, wie normale Menschen, die noch normal denken können! Lest eure Bibel und verschont uns mit euren albernen Geschichten und langweiligen Anekdoten. Ist euch die Bibel so unwichtig? Zitiert doch mal Geschichten aus der Bibel!

  26. Schandor meint:

    @Adler

    Mir aus der Seele gesprochen. Gegen viele steht man auf verlorenem Posten, gilt als „kopflastig“, dem es an „Herz“ fehlt, als Theoretiker, theologischer Fan, dem unbedingt der echte Christ beistehen muss, der die Dinge nicht im „Kopf“, sondern im „Herzen“ trägt, der „Tat-Christ“ ist.

  27. Es geht doch gar nicht darum, wen man verkündigt, sondern um das WIE, es ist eine Frage der Form. Was ihr hier schildert, ist Frontalverkündigung. Das mag in eigens dafür geschaffenen Settings wie Evangelisationsveranstaltungen oder dem samstäglichen Bibeltisch in der Fußgängerzone sinnvoll sein, aber im täglichen „Geschäft“ ist das einfach nicht die Art und Weise, wie man authentisch verkündigt. Es ist mir ein großes Ärgernis, dass unsere Gesellschaft Religion so dermaßen tabuisiert und ins Private verdrängt. Man hört das in jedem Smalltalk-Seminar: Über Politik und Religion darf nicht gesprochen werden. Das ärgert mich und ich wehre mich dagegen. Aber: Es gibt im Alltag eben doch Grenzen der Authentizität. Mann kann nicht jedem Menschen, den man seit 5 Minute kennt, Bibelverse um die Ohren hauen. Das mag fromm sein, dient aber niemandem! Alles hat seine Zeit, und auch das rechte (Gottes-)Wort will zur rechten Zeit gesagt sein.
    Man muss hier die Strategien unterscheiden. Das eingangs erwähnte frontale Vorgehen ist typisch für die „apostologische“ Strategie, diese ist eine Von-außen-nach-innen-Strategie (siehe Kolosser 4,3: Gott tut Türen für das Wort auf, damit die Apostel es verkündigen können). Daneben gibt es eine Insider-Strategie. Die normalen Menschen sind nämlich bereits „draußen“, sie leben inmitten der Verlorenen. Auch ihre Rede soll gewürzt sein, aber man beachte in Kolosser 4,5-6 die Begriffe, die sich um den rechten Umgang drehen. Der Inhalt der Botschaft ist derselbe, aber das WIE der Verkündigung unterscheidet sich. Interessanterweise ist das WIE hier aber nicht so sehr zielgruppenabhängig, sondern unterscheidet sich danach, WER verkündigt bzw. welche Funktion der Verkündiger übernimmt.

  28. @Schandor
    „Kopflastig“ ist für mich ein Ehrentitel, obwohl ich weiß, dass er als Schimpfwort gemeint sein soll. Mein tägliches Ziel ist es, immer kopflastiger zu werden. Da können die Spießer-Evangelikalen noch so rumschreien. Ich weise sie dann gerne darauf hin, dass Gott ja allwissend (!) ist. Und frage sie dann: „Und, ist das jetzt auch schlimm? Ist Gott jetzt auch kopflastig?“

    Und wie wird man kopflastiger? Indem man immer mehr in der Bibel liest und sie intensiv studiert! Was dagegen spricht? Nun, es könnte zum Nachdenken anregen, ggf. zur Selbstkritik führen, einem der Sünde überführen etc. Offensichtlich wollen viele Christen das nicht. Sie wollen lieber ihren Baby-Brei essen, um kleine Babys zu bleiben. Den erwachsenden, reifen Christen verwerfen sie dann vor, dass sie gewachsen sind. Dumm nur, dass sie damit auch Gott kritisieren. Denn Gott ist allwissend.

  29. Die Wahrheit ist ein Pferd, von dem man auf beiden Seiten herunterfallen kann.

    Manche reduzieren Jesus auf den ethisch-moralischen Lehrer. Denen gegenüber ist das zu betonen, was Adler und andere hier angeführt haben. Eifer (Röm 10,2), „richtiges“ Tun (Mat 7:22) und selbst tätige Nächstenliebe (vgl. Mar 10:20-22) sind nicht entscheidend.

    Andererseits wurde ich zB durch eine Gemeinde lehrmäßig grundsozialisiert, in der es in erster Linie um die rechte Lehre ging – die Identifizierung und Widerlegung von Irrlehre (bei anderen). Es war ein System von wahr und falsch (zumindest kam es bei bei aufgrund meiner Veranlagung so an). Dass Christentum zentral etwas mit Liebe – von Gott zu uns und von uns zum Nächsten – zu tun hat, habe ich täglich in der Bibel gelesen. Aber ich habe erst ein eher zur anderen Seite neigendes Umfeld (Freakstock) gebraucht, bevor es bei mir angekommen ist.

    Gott vereint Wissen und Liebe vollkommen und muss uns von daher Korrektiv zur einen wie zur anderen Seite sein – je nach dem, wo situativ oder charakterlich unsere Schwachstelle ist.

    Die Pharaisäer etwa waren lehrmäßig ziemlich vorbildlich unterwegs, standen Jesus lehrmäßig am nächsten (vgl. Mt 23:3). Aber ihnen fehlte die tätige Nächstensliebe (Mat 9:13, 12:7, 23:23). Es kommt eben nicht auf die richtige Theologie an, sondern (auf dieser Grundlage) den Willen Gottes zu tun.

    Und natürlich hat solches Verhalten dann auch Verkündigungscharakter:

    „Daran werden alle erkennen, dass ihre meine Jünger seid: Wenn ihr Liebe untereinander habt“ (Joh 13:35)

    „Auf dass sie eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17:21)

    „Ihr seid unser Brief, eingeschrieben in unsere Herzen, gekannt und gelesen von allen Menschen; die ihr offenbar geworden, daß ihr ein Brief Christi seid, angefertigt durch uns im Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geiste des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens“ (2Kor 3:3f)

  30. Die Schrift ist mehr als ein irrtumsloses Buch

    „Einer der größten Lehrer des 19. Jahrhunderts, der von mir so hochverehrte Konrad Hoffmann, sagt einmal: ‚Wenn diese Schrift nichts anderes wäre als ein irrtumsloses Buch, wäre sie wenig’. Irrtumslos ist starr, ist Kälte, vornehme Abgesondertheit von allem Irrenden, Fehlenden und Fallenden. Wie eine Majestät unnahbaren Wesens würde sich dann Gott von dem irrenden Sohn des Staubes entfernen, wie ein hochragendes Felsgebirge weit, weit entfernt ist von dem mühsamen Saumpfade an der Talwand. Die Schrift aber ist mehr als ein irrtumsloses Buch. Sie ist das Buch, in dem die Allmacht von der Barmherzigkeit und die Allwissenheit von der Gnade geheiligt wird. Der treue Gott spricht in diesem Buche nicht wie Er es versteht, sondern wie du es brauchst. Er spricht nicht nach Seiner Allwissenheit, sondern nach deiner Torheit; Er handelt mit dir nicht nach Seiner Allmacht, sondern nach deiner Ohnmacht: Dieses heilige Buch ist das größte Barmherzigkeitswerk, das je auf Erden geschah. So spricht die ewige Liebe: Ich will dich erquicken. Fehllos, truglos, irrtumslos, ist alles viel zu wenig. Liebe hat dieses Buch geschaffen, Liebe hat es erhalten, und in dieser Liebe ist die Wahrheit Grundton und Grundfarbe“.

    Hermann Bezzel, Katechismuspredigten über die 10 Gebote, 1917, S. 97.

    EINGESTELLT VON G.W. UM 13:08 auf: … bis es scheidet Seele und Geist

    Hiermit verabschiede ich mich von diesem Forum. Ich bin zu ungebildet für die Artikel und Diskussionen.

  31. @Jörg

    Gott vereint Wissen und Liebe vollkommen und muss uns von daher Korrektiv zur einen wie zur anderen Seite sein

    Nein, Wissen und Liebe ist überhaupt kein Gegensatz. Null!

    Die Pharisäer etwa waren lehrmäßig ziemlich vorbildlich unterwegs

    Das stimmt nicht! Sie waren lehrmäßig eine absolute Katastrophe! Allein schon deshalb, weil sie Jesus als den verheißenen Messias abgelehnt haben. Das war lehrmäßig nun vollkommen falsch! Ganz abgesehen davon, dass sie viele Gebote auch völlig falsch verstanden haben. Nehmen wir (nur mal als Beispiel) das Gebot, dass wir Vater und Mutter ehren sollen. Oder nehmen wir die Ehescheidung.

    Es kommt eben nicht auf die richtige Theologie an,

    Eben doch! Gerade weil die Pharisäer eine falsche Theologie hatten, gerade deswegen haben sie Jesus abgelehnt und ihn kreuzigen lassen. Oder war das theologisch-lehrmäßig korrekt? Nein, eben gerade nicht.

    Hätten sie eine richtige Theologie gehabt, dann hätten sie Jesus als den Messias anerkannt und ihn nicht kreuzigen lassen.

    Das Problem der Pharisäer war ihre falsche Theologie. Daraus folgten dann auch die negativen Konsequenzen (dass sie z.B. nicht den Willen Gottes taten).

  32. Frei nach Francis Schaeffer:
    Der Anknüpfungspunkt, um einem anderen das Evangelium nahe zu bringen,
    ist dessen Denken, Lebensphilosophie und Sprache.
    Und aus Schaeffers Vermächtnis
    (im Zusammenhang mit „Dem großen evangelikalen Desaster“)
    „Das Kennzeichen des Christen“:
    Von Jörg zitiert:
    „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid:
    Wenn ihr Liebe untereinander habt“.
    Voraussetzung ist, dass wir als Christen im Alltag nicht isoliert leben.
    Die erkennbar praktizierte Liebe zwischen Christen
    ist die Grundlage der Mission.
    Dauerhaft von Liebe geprägte zwischenmenschliche Beziehungen
    (gerade weil wir nicht perfekt sind) sind
    (im heutigen Marketing-Deutsch) das Alleinstellungsmerkmal der Christen.
    Ohne dieses Merkmal/Kennzeichen ist das Reden nutzlos.
    @ Jutta
    Es wäre schade, wenn Du Dich verabschiedetest.
    Ich würde Deine Beiträge vermissen.

  33. Peter Geerds meint:

    @logan,
    kritische Anmerkungen zu deiner „Form ohne Inhalte“ bzw. zu deinem Primat der Form erspare ich mir. Aber:
    Kolosser 4 hat nichts mit Evangelisation durch die Gemeinde zu tun!

  34. Robertus Theophilus meint:

    Johannes war schneller … aber auch ich als Nicht-Studierter würde Jutta und ihre Beiträge vermissen!
    Auch vermisse ich gerade in diesem Beitrag den sachlichen Ton. Schade.

  35. Robertus Theophilus meint:

    Noch zum Thema. Wer der englischen Sprache mächtig ist und auch vor einer antiquierten Form derselben nicht zurückschreckt, kann sich mal an die Geneva Bible von 1560 wagen. Das ist die Bibel der Reformatoren und ist sprachlich auch sehr schön.

    Hier nachzusehen:
    http://greatsite.com/facsimile-reproductions/geneva-1560.html

  36. @logan

    Alles hat seine Zeit, und auch das rechte (Gottes-)Wort will zur rechten Zeit gesagt sein.

    Sorry, aber in 2. Timotheus 4,2 schreibt Paulus genau das Gegenteil: „Verkündige das Wort, tritt dafür ein, sei es zur Zeit oder zur Unzeit“.

    Wir sollen das Wort immer verkündigen, egal, ob es dem anderen gerade passt oder nicht.

  37. Schandor meint:

    @Robertus

    „Auch vermisse ich gerade in diesem Beitrag den sachlichen Ton. Schade.“

    Bitte sag das auch zu Paulus und zu Calvin. Mir ist’s lieber, das Forum lebt und ist nicht typisch deutsch: farblos, geruchlos, „sachlich“, langweilig. Man verwendet eine Sprache, die niemanden „verletzen“ kann. Kein Wunder, dass das langweilige Gesülze, das sich selbst als „sachlich“ gibt, keinen verletzt — es verletzt nicht, weil es niemanden berührt.
    Aber Dein Tip zur Geneva ist gut!

  38. @Robertus
    Ich sehe das auch so wie Schandor.

    Das Problem, besonders bei Evangelikalen, ist eine immer stärkere Verweichlichung. Bei jeder kleinen Kritik heulen die Evangelikalen rum und faseln was von angeblicher „Lieblosigkeit“. (Dabei ist es in Wirklichkeit ziemlich lieblos, jemandem Lieblosigkeit vorzuwerfen, nur weil er Kritik äußert!)

    Die Evangelikalen merken gar nicht mehr, wie verweiblicht sie sind. Und jetzt wird es paradox: Die Evangelikalen sind ja extrem darauf bedacht, den Nichtchristen zu gefallen. Doch: Gerade die evangelikale Verweichlichung und Verweiblichung schreckt viele Nichtchristen ab!

    Ihr lieben Evangelikalen (oder wie ihr euch nennen wollt): Viele Menschen stehen nicht auf Harmoniesucht. Viele wollen lieber Klartext hören. Viele mögen es, wenn jemand einen klaren Standpunkt hat und sich nicht gleich in die Hose macht. Ihr seid für viele total unattraktiv! Ihr seid langweilig und spießermäßig!

    Nehmen wir das Beispiel Homosexualität: Glaubt ihr denn im Ernst, dass ihr die einzigen seid, die „dagegen“ sind? Nein, viele Nichtchristen sind da viel konservativer als ihr. Denen seid ihr zu liberal. Denen schreckt eure vergleichsweise liberale Homo-Haltung ab!

    Was würdet ihr eigentlich machen, wenn Hitler heute noch leben würde, und der Nationalsozialismus total „in“ wäre? Wärt ihr dann auch so schüchtern, so feige, so harmoniesüchtig? Würdet ihr dann auch was von „Kompromissen“ faseln?

    Ihr müsst immer mit der Masse schwimmen und euch krampfhaft dem Zeitgeist anpassen. Das ist so langweilig! Kein Wunder, dass kaum jemand Christ werden will. Dann doch lieber Salafist oder so…

  39. Robertus Theophilus meint:

    Liebe Leute, wir reden hier doch von zwei unterschiedlichen Stiefeln.
    Natürlich sind wir als Christen zu Geradlinigkeit und sichtbarem Einstehen für Gottes Willen aufgerufen und dass bei den Evangelikalen die Tendenz zur Beliebigkeit besteht steht ausser Frage.

    Bedeutet das aber einen Beitrag mit „Das ist doch Quatsch“ abzuklatschen, auf diesen sogar nur oberflächlich eingegangen wurde (Franziskus-Story: „…und Teile unseres Gesprächs wurden mitgehört“; vielleicht waren da ja Teile des Evangeliums drunter, die dann genauso heroldische Verkündigung hätte sein können).

    Und @Ron: Du bist doch auch verheiratet und weißt, dass eine Frau anderst auf so eine Bemerkung reagiert … die Reaktion war absehbar. War auch ziemlich überrascht darüber, da Du sonst immer sehr souverän und besonnen auftrittst.

    Oder auch „Zeit und Unzeit“ … vielleicht heißt das auch „in guten wie in schlechten
    Zeiten“? Es gibt sehr wohl Zeiten zu Reden und Zeiten zu schweigen (z.B. Jesus z.T.
    vor Pilatus und Herodes). Oder betreten etwa – um den Bezug zum wirklichen Alltag mal herzustellen – einige der hier lautstarker zum Chor predigenden Kommentatoren morgens einen Bus um dann lautstark das Evangelium „zur Unzeit“ zu verkündigen?!
    Ich hoffe nicht!

    JA, steht ein fürs Evangelium! JA, steht ein für Jesus und den Willen des Vaters! Und JA, machen wir viel mehr das Maul auf für das, was wir glauben (und auch nicht glauben)! Aber tun wir’s immer in (echter!) Liebe (1. Kor. 13) und auch zumeist in Sanftmut und Ehrerbietung (.Pet 3,15-17)!

    Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, es MUSS es mit einschließen, denn sonst ist GARNIX gesagt!

  40. @Robertus Theophilus

    Bedeutet das aber einen Beitrag mit „Das ist doch Quatsch“ abzuklatschen

    Genau das meine ich! Da haben wir es doch: Man darf heute noch nicht einmal etwas als „Quatsch“ bezeichnen. So weit sind wir schon. Was soll das! Lese doch mal, was Jesus alles den Pharisäern an den Kopf geworfen hat. Oder was Paulus im Galaterbrief schreibt.

    Geh doch mal auf eine Baustelle und hör Dir mal an, wie die Leute dort miteinander kommunizieren! Warst Du bei der Bundeswehr? Hast Du mal eine Waffe bedient?

    Ihr Evangelikalen seid vollkommen weltfremd! Ihr lebt echt hinter dem Mond! Mann, ihr Evangelikalen müsst endlich lernen, mal wieder richtige Männer zu werden!

    Oder betreten etwa einige der hier lautstarker zum Chor predigenden Kommentatoren morgens einen Bus um dann lautstark das Evangelium „zur Unzeit“ zu verkündigen?! Ich hoffe nicht!

    Ich hoffe doch! Was wäre daran denn schlimm? Stell Dir mal vor, dadurch würde jemand zum Glauben kommen? Wärst Du dann immer noch dagegen?

    Und wenn die Leute sich beschweren? Ja, und? Lass sie. Dürfen sie ja. Aber dann muss man sich ja noch nicht gleich in die Hose machen. Sei doch nicht so naiv. Begreif es doch: Die Nichtchristen wollen das Evangelium nicht hören, weil sie es hassen. Aber trotzdem müssen wir es ihnen verkündigen. Auch wenn sie uns dafür umbringen. Sind wir dafür bereit?

  41. Robertus Theophilus meint:

    Ja, ich war beim Bund und ja, ich habe die Waffe bedient, habe selbst geschlachtet, einen 6000er bestiegen, sechs Kontinente mit dem Rucksack bereist, liebe seit 22 Jahren die gleiche Frau und habe zwei Kinder und … würdest Du mich kennen, dann hätte sich das mit dem „richtigen Mann“ erübrigt.

    Ich kann natürlich den Karle aufm Bau einen „Hirsch“ nennen und wenn ich meinem Freund sag, er wär ein Depp, faßt er das wahrscheinlich als Kompliment auf. Der Ton gegenüber Jutta als Frau war aber unangebracht (und gerade das erwarte ich von einem echten Kerl, dass er das unterscheidet) und das hat nichts mit „für die Wahrheit hinstehen“ zu tun, insbesondere auch, da nicht wirklich auf das eingegangen wurde, was sie sagen wollte: die Leute müssen die Liebe unter uns Geschwistern und auch in unserem Leben sehen, dann öffnet dies auch ihre Herzen für das was wir sagen. Durchaus kein Quatsch!

    Beim Evangelisieren ist wichtig, dass wir die Menschen „sehen“, dass – wahrhafte – Liebe uns treibt. DANN kann ich den Suchenden einen Weg weisen und den Hämischen das Gericht predigen!
    Wenn wir sie aber anblöken „ob es ihnen passt oder nicht“, dann ist das weder „männlich“, noch christlich (siehe die genannte „Sanftmut und Ehrerbietung“) sondern einfach taktlos und nur ein Grund für ne weitere Kerze auf Nietzsche’s Altar. Sie werden die Tumbheit hassen, und Gott und das Evangelium – aus Ignoranz heraus – da mit reinpacken. Ziel erreicht?

  42. @Robertus Theophilus

    die Leute müssen die Liebe unter uns Geschwistern und auch in unserem Leben sehen, dann öffnet dies auch ihre Herzen für das was wir sagen. Durchaus kein Quatsch!

    Der Zusammenhang war ein ganz anderer.

    Wenn wir sie aber anblöken …

    Wer hat hier was von „anblöken“ gesagt? Darum geht’s doch gar nicht! Die Frage war nur: Darf man das Evangelium auch dann verkündigen, wenn Leute es nicht hören wollen? Ich habe diese Frage mit „Ja“ beantwortet. Wir sollen das Evangelium nämlich zu jeder Zeit verkündigen.

    (Dass unsere Motivation die Liebe sein soll, ist sowieso klar. Aber das bestreitet hier keiner! Das ist gar nicht unser Thema hier!)

  43. @Robertus Theophilus

    Komm bitte runter! Ron jetzt irgend etwas vorzuwerfen, das ist doch absurd. Männer sind eben so. Warum sollte das „Eben-So-Sein“ einer Frau in unseren gleichberechtigten Zeiten da höher wiegen?

    Keiner hat hier Juttas Rede in völlige Abrede gestellt oder wollte sie persönlich verletzen. Es ging – wie hier zurecht mehrfach darauf hingewiesen wurde – um zwei Seiten ein und derselben Medaille.

    Übrigens fand ich Juttas Verabschiedung ziemlich bockig und deshalb schade. Denn sie projiziert hier etwas hinein, was niemand gesagt hat, geschweige denn ihr unterstellen würde. Jeder von uns ist ungebildet und kann im Austausch voneinander lernen. Ich würde mich deshalb freuen, wenn sie sich noch einmal meldete.

  44. Robertus Theophilus meint:

    Ich muss nirgends runter kommen, da ich nicht „oben“ bin, keine Sorge.

    Dass ich Ron respektiere, hab ich implizit mit „souverän und besonnen“ ausgedrückt und ich hab auch kein Problem mit ihm (jeder macht mal einen Fehler).

    Den Ton hab ich moniert, da er hier in dem Forum öfters auftaucht, wo gewisse Leute meinen dadurch Recht zu erlangen, wenn sie besonders „laut“ und aggressiv argumentieren und gerade auch dem anderen nicht richtig zuhören. Als dann Jutta’s Ausstieg da war (ob bockig oder nicht sei dahingestellt) wollte ich das einfach mal sagen. Ich als Bayer bin ein großer Freund von direkter und klarer Ansprache ohne Heucheleien … aber mit Respekt gegenüber dem Gegenüber.

    Das „Eben-so-sein“ einer Frau – und jetzt wirds gefährlich 😉 – wiegt deshalb höher, weil sie lt. Bibel zum „schwächeren“ Geschlecht gehört und ich als alter oldschool Rollenknecht meine, ein Mann sollte diese Schwachheit eher tragen wie andersrum. 😉

  45. @Robertus Theophilus

    Jaja, mein lieber Leidensgenosse, jetzt einmal ganz unter uns Männern: Das Oldschool-Argument ist der letzte Strohhalm, an den wir Männer uns noch klammern – und dabei wissen wir genau, dass unsere Ehefrauen die (Leder-)Hosen anhaben und wir ihnen hilflos ausgeliefert sind. Doch Spaß/Ernst beiseite.

    Situativ betrachtet, hat Jutta vollkommen recht: Wenn ich mir die aktuelle Situation unserer Kirche und Theologie anschaue, dann wünsche ich mir auch, dass die konservativen Kräfte die Bücher zuklappen und das Reden sein lassen und zur Tat schreiten. Doch welche Tat ist die Richtige? Jutta würde sich womöglich von ihrem Gefühl, ihrem Herz leiten lassen, ein Ron würde nach dem Verstand handeln, alles vorher schön biblisch abwägen. Nun ist es das große Geheimnis, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt. Und das verschoben je nach Situation. Nehmen wir nur einmal einen nichtsahnenden Menschen als Beispiel, der plötzlich – und ohne die Schrift zuvor studiert zu haben – plötzlich zum Nachfolger wird, weil jemand mit Vollmacht zu ihm spricht. Doch was Jutta übersieht, das ist der Umstand, dass es immer um ein weiteres Wachsen geht, in einer Spirale von Glauben und Werk, um ein Lesen in der Bibel und ein Handeln danach. Man kann das auch Herzensbildung nennen.

  46. @Gast

    würde sich womöglich von ihrem Gefühl, ihrem Herz leiten lassen, ein Ron würde nach dem Verstand handeln, alles vorher schön biblisch abwägen. Nun ist es das große Geheimnis, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt.

    Nein, das stimmt nicht. Die Wahrheit liegt nicht „irgendwo dazwischen“. Was für ein Unsinn. Wahrheit hat nichts mit Gefühlen zu tun. Absolut nichts. Null. Wahrheit ist gedanklich.

    Warum denkt ihr Evangelikalen eigentlich immer „nur“ an das Eine? Ihr wollt immer nur das Eine! Ihr wollt immer gerne etwas fühlen. Damit seid ihr streng dem Zeitgeist ergeben. Eure ständige Gefühlsorientierung wird euch irgendwann noch mal ins Verderben stürzen, wenn ihr nicht endlich umkehrt.

    Die Kinder der Welt sind oft klüger als die Kinder des Lichts.

  47. Robertus Theophilus meint:

    In die Analyse des Geschlechterkampfs wag ich mich jetzt nicht vor, das sprengt jeglichen Rahmen! 😉

    Ich kenn sowohl Jutta und auch Ron (leider) zu wenig, um ihre möglichen Handlungen zu erahnen, aber habe von beiden dann doch schon genug Kommentare gelesen die mir zeigen, dass auch ihre Wahrheit zwischen Herz und Verstand liegt und beiden diese Glaube und Werk Relation gegenwärtig ist.

    Aber mal wieder abgesehen der Leute vom Forum. Ich wünschte mir, die konservativen Kräfte würden DAS Buch WIEDER aufschlagen, den sekular humanistischen Kater durch einen Kübel frischen Lebenswassers abschütteln und klar zu ihrem Herrn stehen! Nicht versuchen, überlebte Institutionen in diese fast vollständig sekularisierte Gesellschaft hineinzuretten in dem man alles was einst heilig und gut hieß über Bord wirft.

    Da der totalitäre Sozialismus bei uns ja immer heftiger mit dem Zaunpfählchen winkt, wirds auch nicht mehr allzulang dauern, bis sich die Christen die Oberflächlichkeit nicht mehr leisten können, enger zusammenrutschen müssen und auch ihr Augenmerk mehr auf ihren Herrn richten werden. Dieses Aufsehen auf Jesus wird uns gut tun!

  48. @Adler

    Sehen Sie mir es bitte nach, dass ich die Dinge nicht auf einen Begriff bringen kann. Ich weiß mich da in guter Gesellschaft mit allen Menschen vor und zu meiner Zeit. Mir ging es auch nicht um den Begriff „Gefühl“ (auch wenn man da theologiegeschichtlich und vor allem philosophiegeschichtlich ansetzen könnte), sondern vielmehr um den Begriff Herz (auch wenn selbst dieser Begriff nicht ausreichend ist – gleichwohl kann da auch das von Ihnen geforderte gedankliche Moment subsumiert werden vgl. Röm 2,29 iVm. Mk 7,21.22).

    @Robertus Theophilus
    Ich weiß nicht, ob es um einen totalitären Sozialismus geht.

    Mich beschäftigt immer noch ein Artikel, den ich vor ein paar Tagen auf heise.de gelesen habe, in welchem Thesen aufgestellt werden, wofür sich unsere deutschen Eliten anscheinend entschieden haben. Wenn Sie mögen: http://www.heise.de/tp/artikel/47/47578/1.html

    Das andere Zitat, welches mir nicht aus dem Kopf will, steht im Zusammenhang mit dem Anti-Semitismus: „Antisemitismus bedroht die Moderne – und die Juden. Deshalb sind wir alle betroffen“. Das stammt von Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.

    Doch genug damit, vor allem im Hinblick auf den Geschlechter-„Kampf“. Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen, meinte Loriot – und irrte gewaltig. Denn Sie passen perfekt zusammen: Der Mann wird an der Frau zum Mann – und die Frau wird am Mann zur Frau.

    Gute Nacht, Ihnen beiden!

  49. Für eine spielerisch-meditative Beschäftigung mit Bibelversen empfiehlt sich auch die App Remember Me. Sie bietet ein Fülle an Möglichkeiten, sich einen selbst gewählten Bibeltext anzueignen, und sorgt mit einem intelligenten Ablagesystem dafür, dass Gelerntes nicht vergessen geht. Die Bedienung ist so einfach, dass die App sogar in Google Play for Families aufgeführt wird.

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