Kinder für Deutsche nur dritte Priorität

Politiker halten Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für das Haupthindernis beim Kinderwunsch. Die Wissenschaft nennt noch andere Gründe. Vor allem die Konsumhaltung und der Wunsch nach Selbstverwirklichung fördern die Kinderlosigkeit.

Elterngeld, Krippenausbau, Ganztagsschulprogramm, Kindergelderhöhung – die Familienpolitiker haben sich in den vergangenen Jahren viel einfallen lassen, um das Leben für Familien in Deutschland attraktiver zu machen. Doch der erhoffte Babyboom bleibt aus. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen vielmehr: Deutschland hat innerhalb Europas im Verhältnis zur Bevölkerung die wenigsten Kinder. Die Politiker sehen die Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Hauptursache an. Doch die Wissenschaft nennt noch ganz andere Gründe.

Gesellschaftsforscher führen dies in erster Linie auf den Mentalitätswandel zurück, der in Europa und Nordamerika Mitte der sechziger Jahre begann und sich in Südeuropa oder Ostasien in den achtziger Jahren verstärkt bemerkbar machte. Alternative Lebensentwürfe ohne Ehe und Kinder wurden möglich. Nichteheliche Lebensgemeinschaften und Scheidungen nehmen seither zu, der Anteil der Alleinerziehenden und von Kinderlosen wächst. »Es gibt einen Trend zum Hedonismus«, sagt Stefan Fuchs vom Institut für Demografie, Allgemeinwohl und Familie (IDAF). Für viele junge Menschen habe die Familiengründung heute keine Priorität mehr. Vielmehr stünden Konsum und die berufliche Selbstverwirklichung stärker im Vordergrund.

Mehr hier: www.welt.de.

Kommentare

  1. Johannes Strehle meint:

    Ich halte es für eine zwingende Aufgabe
    der Verantwortlichen in den Gemeinden und Gemeindeverbänden,
    die neue Studie des Statistischen Bundesamts, um die es hier geht,
    zu studieren
    und sich Klarheit darüber zu verschaffen,
    wie es in ihrem Verantwortungsbereich
    und dessen gesellschaftlichem Umfeld steht
    und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

Ihre Meinung ist uns wichtig

*