Kinder-Koks

Methylphenidat, ein Wirkstoff, der unter dem Namen Ritalin bekannt geworden ist. Im Jahr 1993 haben deutsche Ärzte noch 34 Kilogramm Ritalin verschrieben. 2001 waren es bereits 603 Kilogramm und 2011 dann knapp 1,8 Tonnen.

Meist wird Ritalin Kindern mit einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) verschrieben. Ritalin korrigiert einen niedrigen Dopamin-Spiegel im Gehirn und fördert so die Konzentrationsfähigkeit.

Der Wirkstoff wird inzwischen gern missbraucht. Als Pulver durch die Nase gezogen, wirkt Ritalin ganz und gar nicht mehr beruhigend. Im 15-jährigen Paul hat es den Unternehmer geweckt. Hier ein „Geschäftsbericht“ aus der FAZ:

Paul war 15, als er anfing, mit einem Rauschmittel zu handeln, dessen unerlaubter Besitz oder Verkauf vom Betäubungsmittelgesetz unter Strafe gestellt wird. Es heißt Methylphenidat, eine chemische Substanz, die wie Amphetamine oder Kokain wirkt. Bekannter als der Name Methylphenidat allerdings ist der Name eines Medikaments, das daraus hergestellt wird: Ritalin. Es wird Kindern mit ADHS verschrieben, also Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung. Sie leiden darunter, dass ihre Gehirnzellen schlecht kommunizieren. Was die Kinder sehen, hören oder lesen, all diese äußeren Reize werden nicht normal gefiltert, gewichtet und verarbeitet im Kopf. Zuständig für die richtige Reizmeldung wäre der Botenstoff Dopamin, er steuert das Lernvermögen, die Aufmerksamkeit, das Schlafbedürfnis. Ritalin korrigiert einen zu niedrigen Dopamin-Spiegel im Gehirn von ADHS-Kindern: Es macht Trödler aktiver, Träumer konzentrierter und Zappler ruhiger.

Die Europäische Arzneimittelagentur empfiehlt die Behandlung von ADHS mit Methylphenidat, obwohl ihr Ausschuss für Humanarzneimittel herausgefunden hat, dass die Substanz auch „schwerwiegende psychiatrische Störungen“ verursachen kann. Am häufigsten meldeten Ärzte und Patienten: „Verhaltensauffälligkeiten, anomales Denken, Wut, Feindseligkeit, Aggression, Agitation, Tick, Reizbarkeit, Angststörung, Weinen, Depression, Schläfrigkeit, . . . Nervosität, psychotische Störung, Stimmungsschwankungen, morbide Gedanken, Zwangsstörungen, Persönlichkeitsveränderung, Ruhelosigkeit, Verwirrtheitszustand, Halluzinationen, Lethargie, Paranoia und Suizidverhalten“.

Mehr: www.faz.net.

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Ich habs einmal probiert. Aus purer Neugier. Und zwar eine schwache Dosis.

    Das ist, wie wenn einem jemand chemisch mit Gewalt (!) den Kopf in eine Richtung hält – genau so hab ich das empfunden. Ein Horror.

  2. @Schandor

    Ich habs einmal probiert. Aus purer Neugier. Und zwar eine schwache Dosis.

    Du schreckst wohl vor nichts zurück 😉

    Peter

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