Kinderkram

Hanniel hat sich Bibeln und christliche Medien für Kinder genauer angeschaut und dabei festgestellt, dass sich neben einer übertriebenen Visualisierung eine verniedlichende Sprache breit gemacht hat.

Leider folgen viele Medien für Kinder – neben den Kinderbibeln sind insbesondere die Hörspiele und die Lieder zu nennen – dem Trend der Säkularisierung. Biblische Begriffe werden vermieden. Das heisst, sie werden gar nicht mehr genannt oder mit anderen, allgemeinen ersetzt. Statt „Jesus“ steht dann einfach „Gott“. Nun wissen wir, dass dieser Begriff sehr beliebig geworden ist. Unter „Gott“ ist fast jede menschliche Vorstellung zu fassen. „Sünde“ wird ebenfalls nicht mehr genannt, sondern allenfalls „Fehler“ (also etwas, das zwar auf der horizontalen Ebene Nachteile bringt, aber immer korrigierbar bleibt). Statt „Gemeinschaft“ wird die „Freundschaft“ – der Kreis der bevorzugten Ansprechpartner anstelle der korrigierenden und schützenden Familie und Kirchgemeinde – stark betont. Die Liebe als unbedingte Zuwendung egal von der Vorgeschichte wird sehr betont (er will dich; er nimmt dich an, wie du bist) zulasten der Heiligkeit (Gerechtigkeit, Reinheit). Die Erfahrung eines zukünftigen Gerichts verschwindet ebenfalls. Stattdessen wird über die unmittelbaren Konsequenzen gelehrt (warum jemand nicht lügen soll). Ein Gott, der dich will, dir gute Freunde schenkt, der immer online ist und bei dem auch Ausrutscher problemlos durchgehen: Das ist grob gesagt das „fromme“, von der Säkularisierung eingefärbte Bild.

Mehr: hanniel.ch.

Kommentare

  1. gandalf meint:

    das Ganze gibt es auch in Kinderliedern. In einem davon „Ich hab einen guten Freund“, dessen Text aus urheberrechtlichen Gründen nicht wiedergegeben werden darf (ist aber sicher vielen bekannt) werden verschiedene, menschliche gute Freunde in den ersten zwei Strophen benannt und in der dritten Strophe wird Gott in weitgehend gleicher Weise (er will mir Freund und Vater sein) vorgestellt – quasi als einer in einer Reihe von Freunden, als „Markenzeichen“ der Beziehung wird genannt dass er mit mir redet wenn ich sing und bete.

    Außerhalb unserer aufgeklärten westlichen Welt gibt es da ganz andere christliche Kinderlieder. Eines, das mich auch als Erwachsener noch sehr anspricht, hat diesen Text:

    When I get sad or upset,
    when laughter goes away,
    and nobody is around me,
    tears fill my eyes [ repeating ]

    I run to you my savior,
    knowing that you know my feelings,
    hearing your voice calling “ come to me “ [ repeating ]

    When I sin,
    and when my heart hardens,
    I know that I hurted your heart,
    but I remember your love [ repeating ]

    I run to you my savior,
    knowing that you know my feelings,
    hearing your voice calling “ come to me “ [ repeating ]

    Der Punkt ist, wird in Liedtexten die besondere Natur des Verhältnisses zwischen Gott und Mensch (auch) vorgestellt, welche in Beziehungen Mensch zu Mensch nicht vorkommen kann (Schöpfer – Geschöpf, König – Diener, Retter – Sünder/Geretteter).

  2. Nicht nur für Kinder wird alles „spielerischer“ … die Erwachsenen retardieren.
    Ich habe – warum auch immer – ein Probeheft einer Zeitschrift bekommen .. ein Magazin von Gerth Medien. ( Ich überlege, was ich mal da bestellt habe … ) .. wenn man es durchblättert .. es ist schön gestaltet, interessante Sachen, geistliche Übungen, Romanvorschläge … aber irgendwie hinterlässt das bei mir einen schalen Geschmack.
    Im Prinzip steht nichts drin, was wir nicht in der Bibel lesen und wenn wir ernsthaft umsetzen, mit allem Scheitern, das uns nun mal geschieht … hätten wir solche Bücher und Zeitschriften nicht nötig.
    Alles hübsch, sauber, verspielt… an uns Königstöchter !

    warum habe ich so ein ungutes Gefühl dabei .. ?

    Warum hinterlässt es ein ungutes Gefühl, dass eine konvertierte Muslimin, von der ich weiss, dass sie ihr Leben riskiert hat, um zu konvertieren, Pastorin wird ? Sie sagt wunderbare Sachen, diese Autorin … richtige Sachen.

    ???

    Es wird auch ein Bilderbuch für Kinder von Sarah Young beworben. Und in der Zeitschrift heisst es: Gott ist spitze.

    Wie sollen denn die Kinder einen guten angemessenen Wortschatz lernen, wenn wir Erwachsenen immer kindischer werden und uns solchen Unsinn einfallen lassen ?
    Was würden indische Kinder denken, die im Steinbruch helfen müssen .. als Kindersklaven schuften müssen .. Kindersoldaten … das sind doch ebenso die Kinder, die irgendwie dringend erreicht werden müssen .. können die Kinder uns überhaupt ernst nehmen ? Nehmen wir sie ernst ?
    Ich erinnere mich, u.a. als Teenie … über was wir nachgedacht haben … und wie schrecklich ich es schon immer fand, wenn man Kinder in Kindersprache angeredet hat …

    Lieben wir unsere Kinder überhaupt ?

  3. Stefanie meint:

    Habt ihr Empfehlungen bzgl. guten wertvollen Kinder-CDs etc.?
    Sie können gerne schon alt sein…

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