Komisches Panorama

Auf der Internetseite des ARD Magazin Panorama kann man lesen (Stand: 08.10.09, 19:25 Uhr):

Missionieren unter Lebensgefahr. Dazu war auch Christina* bereit. Für die christlich-fundamentalistische Organisation »Jugend mit einer Mission« ist sie nach Afghanistan gereist. In einer kleinen Ortschaft ging sie dort von Tür zu Tür, um den Einheimischen von Jesus zu erzählen.

Der Einleitungstext steht merkwürdigerweise unter der Überschrift: »Bio-Lebensmittel: Das Geschäft mit dem guten Gewissen«. Ob auch Panorama einen kritischen Beitrag über die Mission in islamischen Ländern aussendet? Wir dürfen gespannt sein.

Kommentare

  1. Na immerhin fällt die Aussage: nicht alle bibeltreuen Christen sind so…

    Schlechter Journalismus bleibt es trotzdem: eigentlich war der Beitrag nur ein Remix aus alten Fernsehbeiträgen über die Evangelikalen. Allzu kreativ ist der Beitrag nicht…

    Positiv zu vermerken ist zumindestens, dass die Kritik diesmal mit weniger Pauschalangriffen auskommt als bisherige Beiträge! Eigenartig ist allerdings die Auslegung der EKD-Erklärung, die angeblich direkt JMEM mit in Schutz nehmen soll…

    In einem Punkt hat die ARD nichts gelernt, die Fundamentalismuskeule wird weiterhin fröhlich geschwenkt aber nicht definiert: Fundamentalist ist für Panorama offenbar jeder, der meine Meinung nicht teilt und so unverschämt ist, mir das auch noch zu sagen…

    Mal sehen, was idea die nächsten Wochen nachliefert, wahrscheinlich wiederholt sich die Geschichte mit Panorama genauso wie mit Frontal 21.

    Liebe Grüße,
    Daniel

  2. Einarsen meint:

    Ich denke auch, dass das fromme Hochglanzmagazin aus Wetzlar nun zu einer Kampagne gegen Panorama aufrufen wird. Schließlich lebt idea davon, dass man alles nur schwarz-weiß sieht – und Evangelikale grundsätzlich auf der weißen Seite stehen, also gut sind, so lange sie nicht gerade Menschen töten oder Kinder vergewaltigen.

    Viel wichtiger fände ich etwas Anderes: Man müsste sich mal gründlich mit der Frage beschäftigen, warum es immer dieselben Organisationen sind, die auffällig werden. Von den meisten Freikirchen, Missionswerken und Gemeinschaftsverbänden ist nämlich in solchen Beiträgen nie die Rede. Jugend mit einer Misson kommt dagegen fast immer vor.

    Natürlich – da kann man sagen: Die Journalisten haben sich auf dieses Werk eingeschossen. Das ist die bequeme Lösung. Die weniger bequeme Lösung wäre, wenn auch die Führungsspitzen der Evangelischen Allianz (z.B.) mal die Frage stellen, ob das Problem nicht auch bei Jugend mit einer Mission liegen könnte. Ich erinnere da nur mal an den Konflikt mit der nun wirklich nicht unfrommen Herrnhuter Brüdergemeine vor einigen Jahren…

    Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn auch die Evangelische Allianz etwas besser aufpassen würde, mit wem sie so zusammenarbeitet.

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