Kurs der Evang.-lutherischen Kirche Lettlands

Während die EKD zeitgeistbeflissen Familie „neu denkt“ und auf der 11. Synode sogar eine Form der Frauenquote für ihre Gremien eingeführt hat, besinnt sich so manche europäische Kirche wieder auf ihren Bezug zum Wort Gottes. Auch in der Lutherische Kirche Lettlands hat es unter der Leitung von Erzbischof Vanags eine Rückbesinnung auf den geistlichen Auftrag gegeben. „Ich glaube“, sagte Vanags in eine Interview,  „dass in der Zukunft weiterhin Gesetz und Evangelium gepredigt werden muss, Gottes Wort.“ Zur Ideologie des Relativismus, die in vielen westlichen Gesellschaften eingezogen ist, sagt er im gleichen Gespräch:

Die Herausforderungen für die Kirche haben sich radikal verändert. Unter den Kommunisten gab es Verfolgung und militanten Atheismus, aber nun haben wir die Säkularisierung und die Ideologie der Postmoderne. Unser Volk hat diese neue Ideologie sehr schnell aufgenommen, besonders die junge Generation. Der Unter-schied im Vergleich mit dem Westen ist, dass die Jungen dort besser erkennen, was sie verlassen, wenn sie die neue Ideologie annehmen. Sie sind sich bewusster, dass sie nun die Wertvorstellungen der Eltern verlassen, die christlichen Wertvorstellungen, und sich auf ein anders Wertesystem einlassen. Die jungen Menschen in Lettland haben dieses Empfinden nicht, da sie keinen christlichen Hintergrund haben, sondern ihre Eltern waren schon während der Sowjetzeit säkularisiert. Sie haben den Postmodernismus ­ den totalen Relativismus – als einen Teil der neuen Freiheit übernommen, als einen Teil des Gutes der freien Welt.

Ich glaube, dass dies die große Herausforderung für die Kirche in unserer Zeit ist. Wir sollten uns in erster Linie nicht mit den Kirchen der westlichen Welt während der 60-er Jahre vergleichen, sondern mit der ersten christlichen Kirche in ihrem Gegenüber zum Heidentum.

Professor Reinhard Slenczka (Erlangen), der nach seiner Emeritierung in Riga die theologische Ausbildung der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands als Rektor der Luther-Akademie leitete, hat in den protestantischen Kirchen des Westen ebenfalls einen tiefen Abfall von den Grundlagen diagnostiziert. IdeaSpektrum meldete 2010:

Einen „Abfall von den Grundlagen christlicher Gemeinschaft“ wirft der lutherische Theologieprofessor Reinhard Slenczka (Erlangen) den Leitungsgremien von protestantischen Kirchen in Europa und Nordamerika vor. Mit zahlreichen Erklärungen und Resolutionen schadeten sie der Einheit der Christenheit, schreibt er in einem Sonderdruck der konservativen Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“. Als Beispiele für umstrittene Beschlüsse nennt er die Einführung der Frauenordination und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Viele Veröffentlichungen hätten keine biblische Begründung oder stünden in offenem Widerspruch zur Heiligen Schrift. Theologen, die dagegen unter Berufung auf die Bibel und kirchliche Bekenntnisschriften protestierten, würden als fundamentalistisch und unwissenschaftlich disqualifiziert und diffamiert oder durch Androhung oder Durchführung von Ordinationsverweigerung beziehungsweise Amtsenthebung diszipliniert. Mahnende Stimmen aus russischen, baltischen und afrikanischen Kirchen würden im Westen kaum verbreitet und schon gar nicht ernst genommen. Stattdessen werde mit materiellem Druck versucht, kritische Kirchen zur Einführung der Frauenordination oder zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu veranlassen. So seien der Theologischen Hochschule in der lettischen Hauptstadt Riga, der Luther-Akademie, Ende der neunziger Jahre aufgrund von Eingriffen aus Deutschland bereits bewilligte Mittel wieder gestrichen worden.

Der DLF hat kürzlich über die Kehrung der Evangelisch-lutherischen Kirche Lettlands berichtet. Freilich bleibt die Perspektive der Betrachtung den EU-Dispositionen treu.

Kommentare

  1. Es ist schön, wenn sich „klassische Kirchen“ im Ausland wieder auf die Bibel und somit auf Gottes Wort rückbesinnen wollen, während sich eine der beiden „klassischen Kirchen“ in Deutschland, nämlich die EKD und somit einige Kirchen, die zu ihr gehören, inzwischen selbstsäkularisiert und zugleich den einen Gott durch einen multireligiösen Götzen ersetzt haben. Ich habe im aktuellen Magazin „Idealisten.net“, das wohl auch vor kurzem der christlichen Zeitschrift IdeaSpektrum beilag, einen Artikel über „Homosexuell und Christ“ geschrieben, in dem ich unter anderem erwähnte, daß mich nach meiner Bekehrung leider viele Pfarrer/Christen dazu ermuntert hatten, schwul zu leben. Im Artikel steht zwar nicht explizit die EKD, aber diese Erfahrung habe ich leider damals (mit einer katholischen Ausnahme) bei allen evangelischen Gemeinden in meiner Stadt, die zur EKD gehören, machen müssen. Ich war mit der Zeit enttäuscht, weil ich mich gefragt habe, warum ich überhaupt zu Gott gekommen bin, wenn ich das, was in der Bibel zur Homosexualität steht, nicht mehr glauben darf und auch gar nicht glauben soll nach der Meinung diverser Christen und Pfarrer dieser Kirche … Ich fand das sehr schade und habe mich dann von den evangelischen Gemeinden distanziert, aber nicht deshalb, weil ich mich für so superbibeltreu gehalten habe, sondern gerade auch, weil der Heilige Geist mich immer in „Unruhe“ gehalten hat, wenn mir Leute einreden wollten, es sei okay vor Gott, so zu leben. Heute besuche ich eine freikirchliche Gemeinde und bin ganz froh darüber. Ich kann alle Christen, ganz egal welcher Gemeinde oder Kirche, von Herzen nahelegen, Gottes Wort zu achten und zu würdigen. Gott hat uns das zum Guten mitgegeben, nicht um uns zu knechten und uns alles zu verderben! In der heutigen Zeit, da schließe ich mich nicht aus, braucht es wirklich Demut und Bescheidenheit, Gott den Vorzug vor dem Ego (ICH will! ICH sage! ICH mache!) zu geben! 🙂 Alles Gute!

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