Küstenmacher: Gottesbilder integrieren

Der evangelische Pfarrer und Autor „Tiki“ Küstenmacher fordert den Abschied von vertrauten Gottesbildern. „Ich habe keine persönliche Gottesvorstellung mehr“, sagte Küstenmacher, der auch zu den Autoren des Buches Gott 9.0 gehört (vgl. Gott 9.0 im O-Ton).

Verschiedene Gottesbilder, auch aus anderen Religionen, gelte es zu integrieren, sagte Küstenmacher. Alte Gottesvorstellungen müsse man loslassen, auch wenn Menschen dafür mit dem Tod drohen, sagte Küstenmacher. „Man muss Mohammed zeichnen!“ Die Zeit einer Sonderstellung der Kirchen sei vorbei. „Ich denke, wenn man den Geschmack der Freiheit gekostet hat, will man nicht wieder zurück“, sagte er.

Ich gehe mal davon aus, dass er Pfarrer bleiben wird.

Mehr: aktuell.evangelisch.de.

Kommentare

  1. Johannes meint:

    Freiheit beginnt mit der Aussage: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus … der Knechtschaft geführt habe …“. Dieser Gott untersagt gleich im Anschluss, ihn in ein mit Händen oder mit Worten gemachtes Bild zu pressen. Daher finde ich den Abschied von Gottesbildern ganz gut. Gegen alle Bilder, die wir uns von Gott machen können, setzt Gott allerdings nicht ein großes buntes Allerlei, sondern sein Wort. Wer dieses Wort (in dem sich Gott durchaus als unser persönlicher Vater vorstellt und nicht nur sagt, dass er wie ein Vater sei) aufnimmt, erkennt Gott und erfährt wahre Freiheit.

  2. Jürgen meint:

    Gott, der Schöpfer, ist nur eine Metapher? Ist sich der Mann sich der Tragweite seiner Worte überhaupt bewusst?

  3. Thomas König meint:

    Treffender als Johannes kann man es wohl kaum ausdrücken. Das bunte Allerlei des Tiki Küstenmacher betrachte ich mit großer Skepsis. Allerding halte ich es für längst überfällig, dass wir uns von dem unsichtbaren alten Mann verabschieden, der da irgendwo im Universum rumlungert und eine Strichliste über unsere Gottesdienstbesuche führt, oder von uns erwartet, dass wir mit der buchstabengetreuen Auslegung seines Wortes kleinen Kindern und unmündigen Erwachsenen Angst machen.

  4. Lieber Thomas,

    was meinst du mit „dem alten Mann der irgendwo im Universum rumlungert“?

    Eine buchstabengetreue Auslegung hat mir bisher noch nie Angst gemacht!

    Gruß Lars

  5. Lieber Johannes,
    dein Kommentar ausgedruckt und aufgehängt. Das mache ich nur mit wenigen Texten aus dem Internet – deiner ist einfach super!
    Vielen Dank dafür!
    Peter

  6. Ohne beleidigend werden zu wollen:
    Kann es sein, dass es Herrn Küstenmacher nicht mehr genügt, Karikaturen zu malen? Will er sich selbst zu einer „Pfarrer-Karikatur“ machen?

    Peter

  7. Thomas König meint:

    @Lars,
    Mit der Metapher vom unsichtbaren, alten Mann karikiere ich die Vorstellung, dass Gottes Größe sich auf menschliche Vaterbilder reduzieren ließe. Gott, der unendlich größer ist als alles menschliche Vorstellungsvermögen, macht uns in der jüdisch-christlichen Tradition das Angebot, ihn als Vater anzubeten. Er kommt damit unserem begrenzten menschlichen Horizont entgegen. Die Vorstellung, dass Gott durch sein Vater-Sein vollständig beschrieben und damit menschlicher Verfügbarkeit unterworfen wäre, halte ich für Blasphemie. Wenn du in der buchstabengetreuen Auslegung der Bibel den dir angemessenen Glauben gefunden hast, so freut mich das für dich. Ich habe Menschen, die den Buchstaben der Bibel mehr achten als ihren Geist, bisher nur als rechthaberisch und gewalttätig erfahren.

  8. @Thomas

    Danke für die Antwort.
    Die erste Frage die ich mir in Bezug auf die Auslegung der heiligen Schrift stelle ist nicht, welche Version mir persönlich angemessener ist, sondern was das Selbstverständnis der Schrift ist. Ich sehe aufgrund des innerbiblischen Zeugnisses keine Trennung zwischen Wort und Geist, es ist viel mehr eine Bindung des Geistes an das Wort (2.Tim.3,16. Joh.17,17).
    Dieses Schriftverständnis führt den Gläubigen in die Demut, wobei Demut nicht mit einer epistemologischen Unsicherheit zu verwechseln ist.

    Viele Grüße,
    Lars

  9. Thomas König meint:

    @Lars,
    Das Selbstverständnis der Schrift unterscheidet tatsächlich nicht zwischen Wort und Geist. Aber die Bibel ist in menschlicher Sprache geschrieben. Menschliche Sprache ist kein analoges Abbild der Wirklichkeit. Auch bei der Lektüre heiliger Texte sind wir den Grenzen und Mehrdeutigkeiten menschlichen Sprachverständnisses unterworfen. Nur dann spricht Gott durch die Bibel zu uns, wenn er uns bei der Lektüre Heiligen Geist zur Seite stellt. Das können wir im Gebet von ihm erbitten. Erzwingen durch Rechtgläubigkeit oder rechtes Bekenntnis können wir es nicht. Ohne Gottes Gnade könnten wir die Bibel vorwärts und rückwärts auswendig aufsagen und es würde uns nichts nützen. Wenn jemand in der buchstabengetreuen Befolgung von Bibelworten seinen Seelenfrieden findet, wäre ich der letzte der ihn dafür kritisiert. Wenn jemand jedoch glaubt, aus der Bibel ein Werturteil über anders Glaubende herauslesen zu dürfen, versündigt er sich gegen das Evangelium. Und das ist eben meine bisherige Erfahrung mit den Menschen, die sich selbst stolz das Attribut „Bibeltreue Christen“ an die Brust heften: Solange man sich ihrer religiösen Deutungsmacht unterwirft wird einem eine Karikatur „christlicher Liebe“ vorgespielt. Sobald man ihre Machtansprüche in Frage stellt, erfährt man Ausgrenzung und bisweilen sogar Gewalt. Letztere wird vorwiegend gegen wehrlose Kinder ausgeübt und nennt sich „christliche Erziehung“. Ich bin mir völlig darüber im Klaren, dass ich hier möglicherweise Menschen Unrecht tue, indem ich verallgemeinere. Ich kann nun mal nur über die Menschen sprechen, die mir wirklich begegnet sind.

  10. @Thomas
    Das begrenzte menschliche Verständnis beim Lesen der Schrift ist wohl weniger ein Problem der Sprache, als ein Problem der noetischen Konsequenzen des Falles.

    „Wenn jemand jedoch glaubt, aus der Bibel ein Werturteil über anders Glaubende herauslesen zu dürfen, versündigt er sich gegen das Evangelium.“

    Diese Aussage trifft so nicht zu. Die Bibel ruft an vielen Stellen zum Urteil (auch zum Selbsturteil) über viele Dinge auf (Bsp. Gemeindedisziplin in Matt.18 und 1.Kor.5).

    Es ist schade, dass du schlechte Erfahrungen mit bibeltreuen Christen gemacht hast.
    Ich mache täglich eine andere Erfahrung.

    Gruß Lars

  11. Thomas König meint:

    @Lars,
    Ob das begrenzte menschliche Schriftverständnis sprachlicher oder noetischer Natur ist, ist unerheblich. Wenn menschliches Verstehen begrenzt ist, dann kann kein Mensch einen Absolutheitsanspruch seiner Religion gegenüber der seines Nächsten behaupten. Absolut ist allein Gott, nicht der religiöse Mensch. Der ist Sünder, wie jeder andere auch. „Bibeltreue Christen“ bestreiten die Souveränität Gottes: „Gott ist allmächtig. Sein Wille geschehe. Aber er hat sich gefälligst an die Bibel zu halten. Und zwar genau in der Überstetzung, die meine Glaubensrichtung gerade für verbindlich erklärt“. Geht´s noch? Schlage mal eine hebräische Bibel auf. Nimm ein beliebiges Substantiv und schlage im Strongs Dictionary die deutsche oder englische Bedeutung nach. Da findest du teilweise bis zu 10 verschiedene Bedeutungen für ein Wort, mit völlig anderen Sinngehalten. Wir können die Bibel gar nicht wörtlich nehmen. Wir müssen darauf vertrauen, dass Gott bzw. Heiliger Geist uns bei der Lektüre das Schriftverständnis schenkt, das für diesen Tag, die aktuelle Lebenssituation oder für die Gemeinde, entscheidend ist. Alles andere ist, verzeihe das harte Wort, religiöser Größenwahn. Natürlich braucht religiöses Leben Strukturen und Disziplin. Sonst kann es nicht praktisch gelebt werden. Aber wenn wir anstatt Gottes unsere Strukturen anbeten, dann verfehlen wir das Evangelium. Es freut mich für dich, dass du mit „Bibeltreuen Christen“ täglich gute Erfahrungen machst. Wertschätzung und Achtung gegenüber Freunden ist aber nun wirklich kein großes Kunststück. Christliche Nächstenliebe muß sich im Umgang mit Anders- oder Ungläubigen bewähren. Du bist auf diesem Blog eine angenehme Ausnahme. Ich mußte mich für meinen Glauben hier schon als dumm und geisteskrank beschimpfen lassen. Ich wurde wegen meines Vornamens verhöhnt und man hat mich gefragt, ob ich wohl zu viel Freizeit habe, weil ich hier kommentiere. Selbst der Betreiber dieses Blogs, Rektoratsassistent eines angesehenen theologischen Seminars, ist sich für solche Pöbelkritik nicht zu schade. Solange es Gott nicht gefallen sollte, dass glaubwürdigere Vertreter eines „Bibeltreuen Christentums“ meinen Lebensweg kreuzen, wird mein Ressentiment wohl Bestand haben.

  12. Roderich meint:

    @Thomas König,

    Solange es Gott nicht gefallen sollte, dass glaubwürdigere Vertreter eines “Bibeltreuen Christentums” meinen Lebensweg kreuzen, wird mein Ressentiment wohl Bestand haben.

    Das ist wohl die Höhe. Sie benehmen sich hier absolut unerträglich (Vorwürfe aufstellen, dann auf bessere Argumente – aus Feigheit, oder Stolz (weil Sie nicht zugeben wollen, dass Sie in dem Bereich kein Argument haben) – gar nicht eingehen), und sich dann noch bei Gott beschweren, er müsse Ihnen andere Leute über den Weg schicken.
    Im Prinzip provozieren Sie bewußt bestimmte Reaktionen, und nehmen diese dann zum Anlaß, sich bei Gott zu beschweren…
    Sie treiben einfach ein Spiel, was man auch nur dann machen kann, wenn man sich zu Hause hinter dem Computer versteckt, und unter Ausnutzung der Gutmütigkeit der Mit-Diskutanten.
    Das zeigt doch Ihre unehrlichen Absichten. Sie stehlen auch Leuten hier nur die Zeit.

  13. Thomas König meint:

    @Roderich,
    Danke für Ihren unterstützenden Kommentar. Wer würde einer solchen Lichtgestalt christlicher Nächstenliebe zu widersprechen wagen? Ich verstecke mich keineswegs hinter meinem Computer. Ich vetrete meine Glaubensüberzeugungen auch in meiner Gemeinde. Dass mir das Vergnügen, Sie persönlich kennen zu lernen noch nicht vergönnt war, ist dem gewählten Medium geschuldet und nicht irgendwelchen Charaktereigenschaften. Außerdem dürfen Sie die Frage, ob ich anderen Kommentatoren die Zeit stehle, getrost diesen selbst überlassen. Ich nötige Sie nicht, meine Posts zu lesen oder zu beantworten.

  14. Roderich meint:

    @Herr König,
    wer sich diesen Thread durchliest, wird sehen, dass Sie allen ernsthaften Argumenten aus dem Weg gehen.
    http://theoblog.de/eine-untersuchung-des-neuen-modernismus/19637/

    Was würden Sie denken, wenn Sie einen Blog aufmachen, dort komme ich vorbei, verbreite Vorurteile gegen Sie oder Ihre Gemeinde / Ihren Glauben, und gehe dann allen ernsthaften inhaltlichen Diskussionen aus dem Weg?

  15. Thomas König meint:

    @Roderich,
    Wenn ich Ihre Argumente nicht für diskussionswürdig hielte, würde ich Ihre Posts ignorieren. Kommentatoren, die sich abschätzig über Intelligenzgrad, Gesundheitszustand, Vornamen und über das Freizeitvolumen anderer Teilnehmer äusserten, würde ich verwarnen und sperren. In Ihrem Fall bin ich natürlich froh, dass eine Sperrung nicht erfolgt. Treffender als Sie sich selbst bloßstellen, könnte ich meine Vorbehalte gegen Ihre Interpretation der christlichen Lehre nicht zum Ausdruck bringen.

  16. Roderich meint:

    S

    Wenn ich Ihre Argumente nicht für diskussionswürdig hielte, würde ich Ihre Posts ignorieren.

    Das war nicht meine Frage. Wenn jemand haltlose Vorwürfe in den Raum stellt – ohne Argumente -, und sich mit fadenscheinigen Argumenten einer Diskussion entzieht, was würden Sie tun?

    Nun, ob die Reaktionen auf Ihr Verhalten angemessen waren – da muss sich jeder selbst ein Bild machen.

  17. Thomas König meint:

    @Roderich,
    Ob Ironie und Polemik mit christlicher Rede vereinbar sind, darüber kann man streiten. Dass persönliche Beleidigungen es nicht sind, das sollte unstrittig sein. Es sei denn, Sie vertreten die Ansicht, Anstand sei nur den Menschen geschuldet, die die eigenen Glaubensüberzeugen teilen.
    Nochmal: Ich zwinge Ihnen keine Dialoge mit mir auf. Ich werde von mir aus keine Posts mehr an Sie persönlich richten. Wenn Sie es immer wieder tun, so behalte ich mir natürlich vor zu antworten. Mir kommt das nur entgegen. Ihre Tiraden gegen mich bestätigen meine Vorbehalte weitaus nachdrücklicher, als die schärfste polemische Zuspitzung es jemals könnte.

  18. Andreas meint:

    @ Thomas König,
    Sie fordern:

    Christliche Nächstenliebe muß sich im Umgang mit Anders- oder Ungläubigen bewähren.

    Gleichzeitig werfen Sie ja auch mit „Kraftausdrücken“ um sich.

    Originalton Thomas König auf Theoblog:

    Jeder Ihrer Sätze trieft geradezu vor Rechthaberei. (18.01.)

    Warum soll man denn mit Menschen, die ohnehin von vorneherein wissen, dass sie Recht haben, über Inhalte diskutieren (18.01.)

    Menschen, die „sich gegenseitig gerne ihrer Bibeltreue und ihrer Rechtgläubigkeit versichern“, … [betreiben u.a.]„eine absurde Anmaßung“ .(30.01.)

    Werturteil der christlichen Scharia (30.01.)

    „fundamentalistischen Dumpfbacken (05.02.)“

    „ungeheure Blasphemie“ , gegen die „Dawkins Buch Gotteswahn harmlos“ sei(05.02.)

    “Bibeltreue Christen” [Warum Anführungsstriche]bestreiten die Souveränität Gottes (08.02.)

    [Bibeltreue Christen] beten statt Gottes ihre Strukturen an (08.02.)

    Religiöser Größenwahn.(08.02.)

    Ich habe Menschen, die den Buchstaben der Bibel mehr achten als ihren Geist, bisher nur als rechthaberisch und gewalttätig [!!!] erfahren. (07.02.)

    Diese Ihre Worte enthalten natürlich zahlreiche persönliche Angriffe gegen „Bibeltreue“. Ich glaube nicht, dass es dann Sinn macht, wenn Sie sich bei Ihren Diskussionsgegnern für deren „unfreundliches Verhalten“ Ihnen gegenüber beschweren.

    Viel besser müßte es doch aus Ihrer Sicht sein, SACHLICH über die zugrundeliegende Frage Ihres Zweifels an der „Richtung“ des Theoblog zu diskutieren: (Über die Frage, mit welcher Zuverlässigkeit man Inhalte aus Gottes Wort herauslesen kann, wie zuverlässig Übersetzungen sind).

    Die Diskussion wurde begonnen in diesem Thread:
    http://theoblog.de/eine-untersuchung-des-neuen-modernismus/19637/

    Es wäre sinnvoll, wenn überhaupt, dann da anzuknüpfen. (Denn Ihre Unzufriedenheit mit Evangelikalen ist ja genau aus dieser Meinungsverschiedenheit der Hermeneutik gespeist). Ich denke, niemand hat hier etwas gegen eine inhaltliche Diskussion über dieses Thema. Bzw. eigentlich nur Sie, lieber Herr König, denn Sie schreiben ja:

    Warum soll man denn mit Menschen, die ohnehin von vorneherein wissen, dass sie Recht haben, über Inhalte diskutieren (18.01.)

    Und solange dieser Widerspruch nicht geklärt ist, sitzen wir in der Diskussion fest.

  19. Thomas König meint:

    @Andreas,
    Den Begriff „Bibeltreue Christen“ setze ich nicht in abwertender Absicht in Anführungszeichen, sondern weil es ein zusammenhängender Terminus für Menschen mit evangelikalem Schriftverständnis ist. Ohne Anführungszeichen würde es alle Christen bezeichnen, die der Bibel treu sind. Und letzteres bin ich auch. Auch wenn ich der Meinung bin, dass die buchstabengetreue Auslegung einer Heiligen Schrift dieselbe auf das Niveau eines menschlichen Regelwerkes herabwürdigt. Im übrigen habe ich mich nicht über unfreundliche Behandlung beschwert, sondern über Mutmaßungen bezüglich Intelligenzgrades und geistiger Gesundheit von Blogteilnehmern. Dass meine Polemik verletzend ist, weiß ich. Das dies eines christlichen Dialoges grundsätzlich unangemessen ist, weiß ich auch. Dass ich noch nicht über die abgeklärte Gelassenheit verfüge, mich durch die Beleidigungen von @Roderich, @Schandor und in etwas milderer Form auch von @Ron, nicht provozieren zu lassen, bedaure ich selbst bisweilen. Die Kommentare von @Johannes, @Lars und auch der Ihrige, lassen bei mir langsam die Hoffnung keimen, dass es evangelikale Christen gibt, die auch mit Angehörigen anderer Glaubensrichtungen dialogfähig sind. Sehr oft habe ich diese Erfahrung leider noch nicht machen können.

  20. Johannes G. meint:

    @Thomas

    Ich habe nicht den gesamten „Austausch“ hier verfolgt, aber ausgehend von dem was ich gelesen habe, haben sich beide Seiten nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

    Dass meine Polemik verletzend ist, weiß ich. Das dies eines christlichen Dialoges grundsätzlich unangemessen ist, weiß ich auch.

    Warum sich dann nicht dafür entschuldigen? Ich meine Andreas hat zudem sehr klar aufgezeigt, dass deine Vorwürfe hier letztendlich direkt auf dich selbst zurückfallen. Manchmal schadet es nicht, sich auch mal selbst an die Nase zu fassen 😉 🙂

    Ich gehöre sicher auch nicht zu denjenigen hier, die mit Ron in allen Dingen übereinstimmen. Meine kritischen Einwände und Fragen haben aber noch nie zu einem Angriff auf meine Person geführt. Es heißt nicht umsonst, dass „der Ton die Musik macht“ . Warum gleich im ersten Posting polemisch mit der Tür ins Haus fallen? Wie kann man da noch einen konstruktiven Dialog erwarten?

    Auch wenn ich der Meinung bin, dass die buchstabengetreue Auslegung einer Heiligen Schrift dieselbe auf das Niveau eines menschlichen Regelwerkes herabwürdigt.

    Kannst du bitte ein paar konkrete Beispiele nennen, was du genau darunter verstehst? Wie genau begründest du diese Meinung? Falls du es bereits getan hast, wäre ein Verweis an die entsprechende Stelle hilfreich. So ein undefinierter allgemeiner Vorwurf hilft leider niemandem weiter.

    Liebe Grüße
    Jo

  21. Cristian Lang meint:

    Die ganze Diskussion hier zeigt, dass Streit darauf beruht, dass man sich an Konzepte, also kognitive Objekte klammert.
    Erlösung aber ist jenseits von Konzepten (viertes Siegel), dazu siehe auch folgender Text:

    “Das erste Siegel – Alle zusammengesetzten Dinge sind unbeständig

    Jedes Phänomen, an das wir denken, ist zusammengesetzt und daher ein Fall der Unbeständigkeit. Gewisse Aspekte der Vergänglichkeit, wie den Wandel des Wetters, können wir einfach akzeptieren, aber es gibt ein paar offensichtliche Dinge, die wir nicht akzeptieren. Beispielsweise unser Körper ist sichtbar vergänglich und wird jeden Tag älter, und dennoch ist das etwas, was wir nicht akzeptieren wollen. Gewisse beliebte Zeitschriften, die auf Jugend und Schönheit ausgerichtet sind, nutzen dieses Verhalten aus. Bezüglich Sicht, Meditation und Handlung haben deren Leser vielleicht eine Sicht, dass sie glauben, nicht zu altern oder dem Prozess des Alterns irgendwie entkommen können. Sie denken über diese Sicht von Beständigkeit nach und ihre daraus resultierende Handlung ist, in Fitness-Zentren zu gehen, sich plastischer Chirurgie zu unterziehen und allem anderen lästigen Kram unterziehen.
    Erleuchtete Wesen würden denken, dass dies lächerlich ist und auf einer falschen Sicht basiert. Hinsichtlich der unterschiedlichen Aspekte von Vergänglichkeit, Älter werden und Sterben, dem Wandel des Wetters usw. haben Buddhisten eine einzige Bezeichnung dafür, nämlich das erste Siegel: Phänomene sind vergänglich, weil sie zusammengesetzt sind. Alles, was zusammengefügt ist, wird früher oder später auseinander gehen.
    Wenn wir „zusammengesetzt“ sagen, dann schließt das die Dimensionen von Raum und Zeit mit ein. Die Zeit ist zusammengesetzt und daher unbeständig: ohne Vergangenheit und Zukunft gibt es nichts anderes als die Gegenwart. Wenn der gegenwärtige Moment beständig wäre, gäbe es keine Zukunft, weil die Gegenwart immer da wäre. Jede Handlung, die man macht – sagen wir, das Pflanzen einer Blume oder das Singen eines Liedes – hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Wenn im Falle eines Liedes, der Anfang, die Mitte oder das Ende fehlen würden, gäbe es nicht so etwas wie das Singen eines Liedes. Das bedeutet, das Singen eines Liedes ist zusammengesetzt.
    „Na und?“ fragen wir. „Was schert uns das? Was soll das Getue? Es gibt einen Anfang, eine Mitte und ein Ende – na und?“ Es ist nicht so, dass sich Buddhisten wirklich über Anfang, Mitte und Ende sorgen; das ist nicht das Problem. Das Problem ist, wenn es Zusammengesetztes und Vergänglichkeit gibt, wie dies in zeitweiligen und materiellen Dingen gibt, es Unsicherheit und Leid gibt.
    Manche Leute glauben, dass Buddhisten pessimistisch sind, weil sie immer über Tod, Vergänglichkeit und Altern reden. Aber das ist nicht notwendigerweise wahr. Vergänglichkeit ist eine Erlösung! Ich habe heute keinen BMW und der Vergänglichkeit dieser Tatsache habe ich möglicherweise morgen einen. Ohne Vergänglichkeit hänge ich im Nicht-Besitzen eines BMWs fest und ich kann nie einen haben. Ich fühle mich heute ziemlich niedergedrückt und dank der Vergänglichkeit fühle ich mich morgen vielleicht großartig. Unbeständigkeit ist nicht notwendigerweise eine schlechte Nachricht; es hängt von der Art des Verständnisses ab. Selbst wenn der BMW heute von Vandalen beschädigt wird oder unser bester Freund uns niedermacht, dann wird man sich, wenn man eine Sicht der Vergänglichkeit hat, nicht sorgen.
    Täuschungen entstehen, weil wir nicht begreifen, dass alle zusammengesetzten Dinge vergänglich sind. Aber wenn wir diese Wahrheit realisieren, tief drinnen und nicht nur intellektuell, dann ist das genau das, was wir Befreiung nennen: erlöst aus diesem eindimensionalen, kleingeistigen Glauben an Beständigkeit. Alles, ob man es mag oder nicht – selbst der Pfad, der kostbare buddhistische Pfad – ist zusammengesetzt. Er hat einen Anfang, er hat eine Mitte und er hat ein Ende.
    Wenn man versteht, dass „alle zusammengesetzten Dinge vergänglich sind“, dann ist man vorbereitet, die Erfahrung des Verlusts zu akzeptieren. Weil alles unbeständig ist, wird dies erwartet.

    Das zweite Siegel – Alle Emotionen sind leidvoll

    Das tibetische Wort für Emotion ist in diesem Zusammenhang „zagche“, was „verunreinigt“ oder „befleckt“ bedeutet, in Sinne von durchdrungen von Verwirrung oder Dualität.
    Bestimmte Emotionen, wie Aggressionen oder Eifersucht, erkennen wir natürlicherweise als Qual. Aber was ist mit Liebe und Anhaftung, Freundlichkeit und Hingabe, die netten, leichten und lieblichen Emotionen? Wir bedenken sie nicht als leidvoll; nichts desto trotz beinhalten sie Dualität und das bedeutet, dass sie am Ende eine Quelle des Leidens sind.
    Der dualistische Geist beinhaltet jeden Gedanken, den wir haben. Wieso ist dies leidvoll? Weil es missverstanden wird. Jeder dualistische Geist ist ein missverständlicher Geist, ein Geist, der nicht die Natur der Dinge versteht. Wie können wir nun Dualität verstehen? Es ist ein Subjekt und Objekt: uns selbst auf der einen Seite und unsere Erfahrung auf der anderen. Diese Art der dualistischen Wahrnehmung ist falsch, wie wir im Fall von unterschiedlichen Personen sehen, nehmen diese dasselbe Objekt auf verschiedene Arten wahr. Ein Mann glaubt, eine bestimmte Frau ist schön und das ist seine Wahrheit. Aber wenn dies eine Art absolute, unabhängige Art von Wahrheit wäre, dann würde jeder andere sie ebenfalls als schön ansehen. Klarerweise ist das keine Wahrheit, die unabhängig von irgendetwas anderem ist. Es hängt von unserem Geist ab; es ist unsere eigene Projektion.
    Der dualistische Geist schafft viele Erwartungen – eine Menge Hoffnung, eine Menge Furcht. Solange es einen dualistischen Geist gibt, gibt es Hoffung und Furcht. Hoffnung ist perfekte, systematische Qual. Wir tendieren dahin zu glauben, dass Hoffnung nicht leidvoll ist, aber eigentlich ist es eine große Qual. Was die Qual der Furcht angeht, gibt es nichts zu erklären.
    Der Buddha sagte: „Versteht Leiden.“ Das ist die erste Edle Wahrheit. Viele von uns verstehen Leiden fälschlich als Erfreuen – das Erfreulich, dass wir jetzt haben, ist eigentlich die Ursache für das Leiden, das wir früher oder später erfahren. Ein weiterer buddhistischer Weg des Erklärens ist, wenn eine große Qual kleiner wird, dass wir dies Erfreuen nennen. Das nennen wir dann Glück.
    Weiters haben Emotionen keine inhärente wahrhafte Existenz. Wenn durstige Leute eine Wasserspiegelung sehen, dann haben sie ein Gefühl von Befreiung: „Großartig, da gibt’s Wasser!“ Aber wenn sie näher kommen, löst sich die Fata Morgana auf. Das ist ein wichtiger Aspekt bei Emotionen: Emotion ist etwas, das keine unabhängige Existenz hat.
    Daher fassen Buddhisten alle Emotionen als qualvoll zusammen. Weil sie vergänglich und dualistisch sind, sind sie unsicher und immer von Hoffnungen und Ängsten begleitet. Aber letztendlich haben sie keine und hatten keine inhärent existierende Natur, daher sind sie nicht besonders viel wert. Alles, was wir durch unsere Emotionen schaffen, ist am Ende sinnlos und leidvoll. Daher praktizieren Buddhisten Shamatha- und Vipassana-Meditation – dies hilft, die Fesseln, die unsere Emotionen über uns haben, zu lösen und die Zwangsvorstellungen, die wir wegen ihnen haben.

    Frage: Ist Mitgefühl eine Emotion?
    Antwort: Leute wie wir haben ein dualistisches Mitgefühl, wohingegen das Mitgefühl der Buddhas kein Subjekt und Objekt benötigt. Aus der Sicht eines Buddhas benötigt Mitgefühl kein Subjekt und Objekt. Dies wird „Mahakaruna“ – großes Mitgefühl – genannt.
    Frage: Ich kann es schwer akzeptieren, dass alle Emotionen Leid sind.
    Antwort: Okay, wenn du eine etwas philosophische Ausführung willst, kannst du das Wort „Emotion“ wegnehmen und einfach sagen, „alles, was dualistisch ist, ist Qual“. Aber ich verwende gerne das Wort „Emotion“, weil es provoziert uns.
    Frage: Ist Leiden/Qual nicht auch vergänglich?
    Antwort: Ja! Wenn du das weißt, dann ist alles in Ordnung. Weil wir das nicht wissen, versuchen wir mit vielen nutzlosem Kram unsere Probleme zu lösen. Und das ist das zweite große Problem, das wir haben – unsere Probleme zu lösen versuchen.

    Das dritte Siegel – Alle Phänomene sind leer; sie sind ohne inhärente Existenz

    Wenn wir „alles“ sagen, dann bedeutet dies wirklich alles, einschließlich dem Buddha, der Erleuchtung, dem Pfad usw. Buddhisten definieren ein Phänomen als etwas mit Merkmalen und als ein Objekt, das von einem Subjekt ersonnen wurde. Daran festzuhalten, dass ein Objekt etwas Äußeres ist, ist Unwissenheit und daher hindert uns daran, das Wahre von diesem Objekt zu sehen.
    Das Wahre eines Phänomens wird Shunyata – Leerheit – genannt, was impliziert, dass ein Phänomen keine wahrhaftig existierende Essenz oder Natur hat. Wenn eine verblendete Person oder ein Subjekt etwas sieht, wird dieses Objekt als etwas wirklich Existierendes interpretiert. Wie man sehen kann, die Existenz, die man durch das Subjekt unterstellt wird, ist eine falsche Annahme. Solch eine Annahme basiert auf verschiedenen Bedingungen, die dazuführen, dass ein Objekt als wahrhaft erscheint. Allerdings existiert das Objekt nicht wirklich so. Es ist, als ob wir eine Fata Morgana sehen: da gibt es kein wirklich existierendes Objekt dort, obwohl es so danach aussieht. Mit der Leerheit meint der Buddha, dass Dinge nicht wahrhaft existieren, wie wir fälschlicherweise glauben, dass sie es tun. Und sie sind wirklich leer von dieser falschen, hinzugefügten Existenz.
    Weil sie daran glauben, dass ihre verwirrten Projektionen wirklich sind, leiden die fühlenden Wesen. Es war daher ein Heilmittel dafür, dass der Buddha den Dharma lehrte. Einfach gesagt, wenn wir über Leerheit reden, meinen wir, dass die Art, wie die Dinge erscheinen, nicht die Art ist, wie sie wirklich existieren. Wie ich schon früher sagte, als wir über Emotionen gesprochen haben, sieht man eine Fata Morgana und denkt, dass dies etwas Reales wäre, aber wenn man dann näher kommt, löst sich die Fata Morgana auf, egal wie wirklich sie anfangs erschien.
    Leerheit kann sich manchmal auf den Dharmakaya beziehen und in einem anderen Zusammenhang könnten wir sagen, dass der Dharmakaya beständig, unwandelbar, alles durchdringend ist, und all die schönen, poetischen Worte verwenden. Dies sind die mystischen Ausdrücke, die zum Pfad gehören, aber im Moment befinden wir uns noch im Erdgeschoß und versuchen ein intellektuelles Verständnis zu erlangen. Auf dem Pfad porträtieren wir vielleicht Buddha Vajradhara als Symbol für den Dharmakaya oder der Leerheit, aber aus akademischer Sicht ist selbst das Zeichnen des Dharmakayas ein Fehler. Der Buddha lehrte drei unterschiedliche Annäherungen zu drei verschiedenen Gelegenheiten. Diese sind als die „Drei Drehungen des Rades“ bekannt, aber sie können in einer einzigen Aussage zusammengefasst werden: „Geist; es gibt keinen Geist; Geist ist Leuchtkraft.“
    Die erste – „Geist“ – bezieht sich auf die erste Garnitur von Belehrungen und zeigt, dass der Buddha lehrte, dass es einen „Geist“ gibt. Dies geschah, um die nihilistische Sicht aufzulösen, dass es keinen Himmel, keine Hölle, keine Ursache und kein Ergebnis gäbe. Als dann der Buddha sagte, „es gibt keinen Geist“, meinte er, dass Geist einfach ein Konzept ist, und dass es nicht so ein Ding wie einen wahrhaft existierenden Geist gibt. Schließlich sagte er, „Geist ist Leuchtkraft“. Dabei bezog er sich auf die Buddha-Natur die unverschleiert oder uranfänglich existierende Weisheit.
    Der große Kommentator Nagarjuna sagte, der Zweck der ersten Drehung war, um sich von Unheilsamen zu reinigen. Woher kommt das Unheilsame? Es kommt daher, weil man entweder Eternalist oder Nihilist ist. Um nun den unheilsamen Taten und Gedanken ein Ende zu bereiten, gab der Buddha seine erste Belehrung. Die zweite Drehung des Dharma-Rades, als der Buddha über Leerheit sprach, geschah, um das Haften an einem „wahrhaft existierenden Selbst“ und an „wahrhaft existierenden Phänomenen“ aufzulösen. Schließlich wurden die Belehrungen der dritten Drehung gegeben, um alle Sichtweisen – selbst die eines Nicht-Ich – aufzulösen. Die drei Garnituren der Belehrungen des Buddhas versuchten nicht etwas Neues einzuführen; ihr Zweck war einfach darin, die Verwirrung zu beseitigen.
    Als Buddhisten praktizieren wir Mitgefühl, aber wenn es uns an Verständnis des dritten Siegels mangelt – dass alle Phänomene leer sind – geht unser Mitgefühl nach hinten los. Wenn man am Ziel des Mitgefühls anhaftet, während man versucht, ein Problem zu lösen, bemerkt man möglicherweise nicht, dass die Idee der Lösung gänzlich auf der eigenen persönlichen Auslegung basiert. Und vielleicht endet man als Opfer von Hoffnung und Furcht und hat schließlich Unannehmlichkeiten. Man fängt mit „ein guter Mahayana-Praktizierender“ an und ein- oder zweimal versucht man fühlenden Wesen zu helfen. Aber wenn man kein Verständnis vom dritten Siegel hat, wird man müde und gibt auf, fühlenden Wesen zu helfen.
    Es gibt noch ein weiteres Problem, das aus dem fehlenden Verständnis von Leerheit entsteht. Dies tritt mit ziemlich oberflächlichen und sogar mit abgestumpften Buddhisten auf. In buddhistischen Kreisen, wenn man Leerheit nicht akzeptiert, ist man nicht cool. Man gibt also vor, dass man Leerheit versteht und gibt vor, dass man darauf meditiert. Aber wenn man Leerheit nicht wirklich versteht, dann stellt sich eine schlechte Nebenwirkung ein. Man sagt vielleicht: „Oh, alles ist Leerheit. Ich kann machen, was mir beliebt.“ Dann ignorieren und verletzen die Details von Karma, die Verantwortung für unsere Handlung. Wir werden „geschmacklos“ und wir entmutigen andere beim Geschäft. S.H. der Dalai Lama spricht oft von diesem Verfall durch das fehlende Verständnis von Leerheit. Ein korrektes Verständnis der Leerheit führt dahin, dass wir sehen, womit die Dinge wirklich verbunden sind und wie wir für unsere Welt verantwortlich sind. Man kann Millionen von Seiten über dieses Thema lesen. Nagarjuna allein schrieb fünf verschiedene Kommentare, die sich hauptsächlich dem widmeten und dann gibt es noch die Kommentare seiner Nachfolger. Es gibt endlose Belehrungen um diese Sicht zu begründen. In den Mahayana-Tempeln oder Klöstern singen die Leute die Prajnaparamita Herz-Sutra – dies ist ebenfalls eine Belehrung zum dritten Siegel.
    Philosophien oder Religionen sagen vielleicht: „Dinge sind Illusion, die Welt ist Maya, Illusion.“ Aber da gibt es immer ein oder zwei Begriffe, die weggelassen werden, die als wahrhaft existent angesehen werden: Gott, kosmische Energie, was auch immer. Im Buddhismus ist dies nicht der Fall. Alles in Samsara und Nirvana – vom Kopf Buddhas angefangen bis zu einem Stück Brot – ist alles Leerheit. Es gibt nichts, das nicht in dieser letztendlichen Sicht enthalten wäre.

    Frage: Wenn wir selbst dualistisch sind, können wir dann jemals Leerheit verstehen, die doch jenseits von Beschreibung ist?

    Buddhisten sind sehr schlau. Da hast du recht. Man kann niemals über die absolute Leerheit sprechen, aber man kann über eine „Vorstellung“ von Leerheit sprechen – etwas, dass man überprüfen kann und worüber man nachdenken kann, sodass am Ende die wirkliche Leerheit erlangt. Man sagt vielleicht: „Also das ist zu einfach. Das ist Käse.“ Aber dazu sagen Buddhisten: „Zu schlecht, so funktioniert’s nun mal.“ Wenn man auf jemanden trifft, den man niemals zuvor gesehen hat, kann ich ihn dir beschreiben oder dir ein Foto von ihm zeigen. Und durch die Hilfe dieses Fotos kann man sich dann aufmachen und die wirkliche Person finden. Letztendlich gesprochen ist der Pfad irrational, aber relativ gesprochen, ist er sehr rational, weil er die relativen Bezüge unserer Welt benutzt. Wenn ich über Leerheit spreche, hat alles, was ich sage mit diesem „Bildnis“ von Leerheit zu tun. Ich kann dir keine wirkliche Leerheit zeigen, aber ich kann dir erzählen, warum Dinge nicht inhärent existieren.
    Im Buddhismus gibt es so viele Abbildungen, dass man möglicherweise denkt, dass dies das Objekt der Meditation wäre oder ein Objekt der Anbetung. Aber aus unseren Belehrungen heraus versteht man, dass dies alles nicht-existent ist?
    Wenn man in einen Tempel geht, sieht man viele schöne Statuen, Farben und Symbole. Diese sind für den Pfad wichtig. Dies bezieht sich alles darauf, was wir „Darstellungs-Weisheit“, als „Abbild-Leerheit“ nennen. Während wir dem Pfad folgen und uns auf seine Methoden stützen, ist es sehr wichtig zu wissen, dass der Pfad selbst letztendlich eine Illusion ist. Eigentlich können wir dies nur dann richtig schätzen.

    Das vierte Siegel – Nirvana ist jenseits der Extreme

    Da ich nun Leerheit erklärt habe, finde ich, dass das vierte Siegel „Nirvana ist jenseits von Extremen“, ebenfalls abgehandelt wurde. Aber in aller Kürze, das letzte Siegel ist ebenfalls etwas einigartig Buddhistisches. In vielen Philosophien oder Religionen ist das finale Ziel etwas, dass man erhält und behält. Das letzte Ziel ist das einzige Ding, das wirklich existiert. Aber Nirvana ist nicht hervorgebracht, daher ist das nicht etwas, das man bekommen kann. Dies bezieht sich auf „jenseits der Extreme“.
    Wir glauben manchmal, dass wir irgendwo hingehen können, wo wir ein besseres Sofa oder ein besseres Duschset, ein besseres Abwassersystem, ein Nirvana, wo man keine Fernbedienung braucht, wo alles sofort vorhanden ist, wenn man es nur denkt. Aber ich sagte früher, es ist nicht, dass wir etwas neues hinzufügen, das vorher nicht bestanden hat. Nirvana ist erlangt, wenn alles entfernt wurde, was künstlich und verschleiernd war.
    Es macht nichts aus, ob man ein Mönch oder eine Nonne ist, dies sich dem weltlichen Leben entsagt haben oder ob man ein Yogi ist, der die tiefgründigen tantrischen Methoden praktiziert. Wenn man versucht, Anhaftung an die eigenen Erfahrungen aufzugeben oder zu verwandeln, versteht man die vier Siegel nicht. Man endet darin, die Inhalte des Geistes als Manifestationen etwas bösen, teuflischen oder schlechten anzusehen. Wenn man das macht, ist man weit von der Wahrheit entfernt. Und der ganze Kern des Buddhismus liegt darin, dass man die Wahrheit versteht. Wenn es eine wahre Beständigkeit in den zusammengesetzten Phänomenen gäbe; wenn es wahre Freuden in den Emotionen gäbe, hätte der Buddha dazu bemerkt, in dem er gesagt hätte: „Bitte haltet sie fest und bewahr diese.“ Aber dank seines großen Mitgefühls, tat er dies nicht, da er für uns wollte, dass wir erkennen, was wahr ist, was wirklich ist.
    Wenn man ein klares Verständnis von diesen vier Siegeln als die Basis der eigenen Praxis hat, wird man zufrieden sein, egal was mit einem geschieht. So lange man diese vier als Sicht hat, kann nichts schief gehen. Wer immer diese vier im Herzen oder in der Hand hält und sie kontempliert, ist ein Buddhist. Es ist dann nicht notwendig, dass eine Person einen als Buddhist bezeichnet. Er oder sie durch diese Definition ein Nachfolger des Buddha.”

  22. Thomas König meint:

    @Johannes,
    Dass mir möglicherweise die eine odere andere entschuldigungswürdige Formulierung unterlaufen ist, bestreite ich nicht. Üblicherweise habe ich kein Problem damit, mich zu entschuldigen, wenn ich im Eifer des Gefechtes mal über das Ziel hinaus geschossen habe. Bei @Roderich geht es mir da anders. Hier befürchte ich, dass er eine Entschuldigung nicht als ein Zeichen des Entgegenkommens sondern als eines der Niederlage interpretieren würde und ich mit entsprechend triumphalistischen Kommentaren rechnen müsste. Das folgende Zitat ist keine Anwort auf einen Post von mir:

    „Die reformatorische oder allgemein christliche Perspektive ist:
    – Beide lesen (Adorno/Horckheimer)
    – beide schlecht finden
    – aber nicht, wegen des jüdischen Hintergrunds, sondern wegen der irrationalen und anti-christlichen Inhalte.
    (Natürlich kann man sie auch mit “Gewinn” und differenziert lesen – dazu muss man Philosophie aber genau verstehen. Wer sie am Ende auch noch insgesamt “gut findet”, obwohl er Christ ist, der hat gar nichts verstanden, sorry).“

    Ich bin kein Anhänger der Lehren Adornos oder Horckheimers. Aber wer mit so apodiktischer Selbstgewissheit über alles urteilt, das mit der eigenen Weltanschauung nicht deckungsgleich ist, braucht nicht erwarten, dass man ihm mit Respekt begegnet.

  23. Thomas König meint:

    @Christian Lang,
    Vielen Dank dafür, Dass Sie zu diesem christlichen??? Meinungsstreit Ihre buddhistische Perspektive beitragen. Manchmal kann es für verbissene Streithähne ja ganz heilsam sein, wenn sie merken wie lächerlich ihr Streit auf Aussenstehende wirkt. Ich glaube allerdings, dass die Christenheit noch einen weiten Weg vor sich hat, bevor sie die Absurdität ihrer dualistischen Auseinandersetzungen begriffen hat. Buddha und Jesus hätten wohl wenig Schwierigkeiten miteinder gehabt. Und wenn doch, hätten sie sicher bessere Wege für deren Überwindung gefunden als „christliche“ Blogger.

  24. Johannes G. meint:

    @Thomas

    Bei @Roderich geht es mir da anders. Hier befürchte ich, dass er eine Entschuldigung nicht als ein Zeichen des Entgegenkommens sondern als eines der Niederlage interpretieren würde und ich mit entsprechend triumphalistischen Kommentaren rechnen müsste.

    Ich kenne den Roderich persönlich und kann dir daher gerne versichern, dass er das sicher nicht als Anlass für einen „Freudentanz“ nimmt. Davon abgesehen halte ich eine Entschuldigung nicht für etwas, was jemand anderer aufgrund irgendwelcher Charaktereigenschaften „verdient“, sondern etwas, was ich „schuldig“ bin zu tun – egal wie der andere dies würdigt.

    Ich bin kein Anhänger der Lehren Adornos oder Horckheimers. Aber wer mit so apodiktischer Selbstgewissheit über alles urteilt, das mit der eigenen Weltanschauung nicht deckungsgleich ist, braucht nicht erwarten, dass man ihm mit Respekt begegnet.

    Nunja, zum einen lässt sich über eine singuläre Aussage sicher nicht ableiten, dass jemand „so“ über „alles“ urteilt, was mit der eigenen Weltanschauung kollidiert. Das ist meiner Ansicht nach schlicht ein ungerechtfertigter Vorwurf, der mir auch den Kamm schwellen lassen würde. Zum anderen glaube ich, dass dieser Kommentar durchaus mit einer Prise Ironie / Sarkasmus gewürzt war. Ich kenne den Ron bisher nicht persönlich, aber er ist sicher niemand, der andere einfach „abwatscht“ oder ohne sich zu informieren alle verwirft, was die eigenen Sichtweise in Frage stellt.

    Stimmst du Ron in seiner Einschätzung denn nicht darin zu, dass es widersprüchlich ist Adornos Weltanschauung „gut“ zu finden und gleichzeitig überzeugter Christ zu sein? Ich denke das käme in etwa der Quadratur des Kreises gleich. Oder bist du der Ansicht, dass sich der christliche Glaube sich in alle möglichen philosophischen Konzepte „integrieren“ lässt?

    Liebe Grüße
    Jo

  25. Johannes G. meint:

    @Thomas

    Buddha und Jesus hätten wohl wenig Schwierigkeiten miteinader gehabt. Und wenn doch, hätten sie sicher bessere Wege für deren Überwindung gefunden als “christliche” Blogger.

    Das sehe ich, vorsichtig ausgedrückt, ein wenig anders. Was mich aber mehr interessieren würde ist, wie man deiner Meinung nach Differenzen am besten „überwinden“ kann.

    Liebe Grüße
    Jo

  26. Thomas König meint:

    @Johannes,
    Ich habe nicht behaupted, dass Jesus und Buddha das Selbe gelehrt hätten. Ich habe lediglich spekuliert, dass beide eine Perspektive auf die Welt und die Menschen hatten, die jenseits der Grenzen menschlichen religiösen Begreifens Gemeinsamkeiten aufweisen könnten.

    Wenn ich mich nicht selbst im Besitz göttlicher Wahrheit wähne, sondern in Demut akzeptiere, dass auch Menschen mit anderen Weltanschauungen und Religionen Teil seiner Schöpfung sind, braucht nicht mehr jede Differenz überwunden zu werden. Die Demut gegenüber Gott hält mich natürlich nicht davon ab, mit Menschen zu streiten, die glauben sie könnten sich im Namen Christi über andere erheben. In Kommentator @Roderich sehe ich ein typisches Beispiel für diese Geisteshaltung.

    Ihrer Ausführung zum Thema Entschuldigung stimme ich vollkommen zu. Deshalb entschuldige ich mich jetzt bei allen bibeltreuen, evangelikalen Christen (ohne Anführungszeichen), denen ich dadurch Unrecht getan habe, dass ich sie mit @Roderich über einen Kamm geschoren habe. Bei @Roderich werde ich mich entschuldigen, wenn meine letzten Zweifel daran beseitigt sind, dass ich ihm dies schulde.

  27. @Thomas König

    Also mir ist es mittlerweile auch zu schwer, Ihre Vorgehensweise hier einfach schweigend mal so abzuwarten, zu tolerieren ….

    Ob das jetzt bewusst oder unbewusst so geschieht, spielt für mich an der momentan fortgeschrittenen Situation auch keine Rolle mehr …
    Man kann zwischen Freunden einen Keil treiben, indem man den einen „lobhudelt“, während man auf den anderen die „Keule niedergehen lässt“.
    Also ich habe meine unterschiedlichen Auffassungen zu „Roderich“ und „Roderich“ hat sie umgekehrt ebenso …
    Was Ihre Statements aber bei mir bewirken, ist dann eher ein „Zusammenschweißen“ trotz aller … – Zusammen statt Auseinanderdividieren …
    Insofern dürfen Sie sich in der Auswirkung Ihrer Beiträge bzgl. „Einheit trotz Verschiedenheit“ einen „Sieg“ zuschreiben.

    Sachlich auf das hier vorgestellte Thema bezogen, wäre die Frage zu diskutieren, ob der Mensch sich seinen eigenen „Gott“ basteln darf? Wenn nicht, wo bekommt er Informationen her?
    Herrn Küstenmacher verstehe ich jedenfalls so, dass er die Freiheit sehr schätzt, nicht exklusiv in eine Richtung zu denken, sondern … (eine Vielfalt, die Sie übrigens selbst mit Skepsis anschauen …)

    Siehe dazu auch den letzten Teil dieser Berichterstattung (idea):
    http://www.idea.de/detail/frei-kirchen/detail/taugt-tiki-kuestenmacher-als-werbetraeger-fuer-die-bibel.html

    Zitat: „Seinen Lesern rät Küstenmacher, nicht mit Gewalt an alten Gottesbildern festzuhalten, sondern zusammen mit anderen Religionen an einer gemeinsamen Glaubens- und Gottesvorstellung zu arbeiten.“
    Also dieses: „Nicht Festhalten an …“ hat eine konkrete Motivation (Zielrichtung). Unter dieser Maßgabe sollte es denn auch gesehen werden (es sei denn, dass hier idea einer Verleumdung zu zeihen wäre).
    Also: Wo und wie offenbart sich Gott? Sind Gottesansichten neben der Bibel als Quelle autoritativ? Wenn ja, welche Gründe sprechen dafür? Wenn nein, welche Gründe sprechen dagegen? …
    Das wäre doch sachlich orientiert.
    In meinem Umfeld sehe ich immer wieder, dass es die Möglichkeit eines „Neuanfangs“ oder „Zurückkommens trotz … im Gegensatz zu einer verschlossenen Tür bei Fehlverhalten“ ist, die dem christlichen Glauben eigen ist … Bei mir ist es also nicht so die „Siegermentalität“, die so heroisch „wahrgenommen“ wird – sondern eher dieses „angenommen trotz …“.
    Was diesen ständigen Einwurf angeht gegen eine wörtliche … – sei erinnert an das Sendschreiben Luthers zum Dolmetschen http://www.sochorek.cz/archiv/werke/luther.htm
    Übersetzung ist ja wörtlich … Aber eine Entscheidung für ein spezielles Wort (bei mehreren Optionen) hängt wiederum vom Sinngehalt ab, das dieses Wort vermitteln soll …
    Auch aus dem Vorwort meiner Menge-bibel möchte ich zitieren: „Sollten sachkundige Beurteiler und berufene Bibelkenner oder, …. verbesserungsbedürftige Übersetzungen zu finden meinen, so bitte ich sie herzlich, mir ihre Ansichten bzw. Vorschläge rückhaltlos mitzuteilen …“ (Vorwort zu ersten Auflage).
    Im Vorwort zur dritten Auflage heißt es: „… haben mir die zahlreichen Bemerkungen und Vorschläge, die an mich gelangt sind, schätzenswerte Dienste geleistet. …“
    Angesichts einer Übersetzungsarbeit wundere ich mich über Ihre eigenartige Auffassung bzgl. „wörtlich“ und wie sie das hier so in Szene setzen …

  28. Thomas König meint:

    @Lutz,
    Wer hier wessen persönlicher Freund ist, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Keiner der Teilnehmer ist mir persönlich bekannt. Ich beziehe mich ausschließlich auf das, was hier geschrieben steht. Sollte es sich bei den auf meine Kommentare antwortenden um einen geschlossenen Freundeskreis mit einer exklusiv evangelikalen Sicht auf die Bibel handeln, der auf die Sichtweise anders Glaubender keinen Wert legt, so wäre möglicherweise der Einrichtung eines passwortgeschützten geschlossenen Forums gegenüber einer offenen Kommentarfunktion der Vorzug zu geben. Dass ein historisch-kritisches Schriftverständnis sowie die Ansicht, dass auch anders und nichtgläubige Menschen wie Adorno oder Horckheimer für ihre Lebensleistung Respekt verdient haben könnten, für Evangelikale eine Zumutung ist, verstehe ich. Wer aber andere Meinungen nicht einmal als Lichtpunkte auf einem Bildschirm ertragen kann, sollte sich ernstlich überlegen ob ein offener Internet-Blog die richtige Kommunikationsplattform für ihn ist. Ich glaube jedenfalls, dass das Reich Gottes keine VIP-Lounge für Bibeltreue Christen ist. Diese Überzeugung habe ich mir ausschliesslich aus der Lektüre der biblischen Schriften sowie der Sonntagspredigt „zusammengebastelt“, die ich regelmäßig in einer eher traditionell ausgerichteten evangelisch-lutherischen Gemeinde höre.

  29. Johannes G. meint:

    @Thomas

    Ich habe nicht behauptet, dass Jesus und Buddha das Selbe gelehrt hätten.

    Ich habe auch nicht behauptet, dass du das behauptet hast. Wie kommst du darauf?

    Wenn ich mich nicht selbst im Besitz göttlicher Wahrheit wähne, sondern in Demut akzeptiere, dass auch Menschen mit anderen Weltanschauungen und Religionen Teil seiner Schöpfung sind, braucht nicht mehr jede Differenz überwunden zu werden.

    Ich kennen eigentlich niemanden, der die Ansicht vertritt, dass man alle Differenzen ausräumen müsste. Zwischen mir und vielen anderen Teilnehmern hier bestehen teilweise sogar durchaus signifikante Differenzen. Damit wir uns sinnvoll unterhalten können, müssen wir jedoch in grundlegenden Dingen übereinstimmen. Ansonsten ist kein Dialog möglich.

    Ich habe auch nicht den Eindruck, dass sich hier jemand „im Besitz der göttlichen Wahrheit“ wähnt. Abgesehen davon, dass eine geschaffene Kreatur Wahrheit nie „besitzen“ sondern immer nur „erkennen“ kann, ist es selbstevident, dass sich widersprechende Aussagen gegenseitig ausschließen. Wenn ich davon überzeugt bin, dass z.B. die calvinistische Lehre der begrenzten bzw. partikulären Sühne falsch ist und meine reformierten Brüder und Schwestern dies anders sehen, dann muss einer von uns falsch liegen. Wenn wir jedoch darüber übereinstimmen, dass gute Argumente und saubere Exegese uns in unserem gegenseitigen Verständnis weiterbringen und uns helfen, zur richtigen Erkenntnis zu gelangen, dann können wir diese Argumente austauschen, ohne uns persönlich anzugreifen oder gering zu schätzen. Dann ist es sogar unser christliche Pflicht, dies zu tun. Ich persönlich bin jedenfalls hier, um zu lernen und meine Standpunkte zu prüfen – und zwar gerade in jenen Punkten, bei denen ich anderer Ansicht als die Mehrheit dieser Blog-Gemeinde bin.

    Wer aber andere Meinungen nicht einmal als Lichtpunkte auf einem Bildschirm ertragen kann, sollte sich ernstlich überlegen ob ein offener Internet-Blog die richtige Kommunikationsplattform für ihn ist.

    Auch das ist eine heftige Behauptung, für die ich keine Belege sehe. Wer auf diesem Blog kann diese „Lichtpunkte“ nicht ertragen? Wenn ich mich richtig erinnere, war es der Blogbetreiber, der Adorno und Horkheimer hier zum Thema gemacht hat…

    Liebe Grüße
    Jo

  30. @Ron
    Ich glaube, du solltest diese Diskussion jetzt schließen, bevor sie noch mehr entgleitet. Vielleicht findest du dabei auch eine Möglichkeit, das „Cross-Posting“ von ewig langen Beiträgen des Christian Lang zu verhindern. Vielen Dank!

    Peter

  31. @Thomas König

    Eigentlich gibt es hier (Blog) nur eine Lounge. Diese hat wohl eher die Aufschrift: Vorgegebenes Thema – sachbezogene Auseinandersetzung möglich.
    Abgeschlossen ist sie nicht. Manchmal steht man draußen. Das Interesse konzentriert sich dann aber darauf wieder zurückzufinden oder zurückzuführen.

    Auch wenn sich vereinzelt Kommentatoren entscheiden lieber „draußen“ sein zu wollen, besteht letztlich keine Notwendigkeit „die Lounge abzuschließen“.

    Bekanntes Beispiel aus dem Alltag:
    Ein Gast erstellt die Regeln nicht. Ein Gast wird die Regeln des Hausherrn respektieren. (Erwartungshaltung eines Hausherrn)
    Manchmal hat man es eben auch mit anderen Gästen zu tun. …
    Das wiederum muss nicht dazu führen das gesamte Haus zur abgeschlossenen Festung zu machen.

    Es wäre also wünschenswert den Respekt, den man selber einfordert, zuerst dem Hausherrn zu erzeigen, so man Gast ist. Ressentiments gehören hier nicht her. Dazu muss man nicht einmal Christ sein, um das zu verstehen.

  32. Roderich meint:

    @Herr König,
    meine von Ihnen erwähnte Kritik an Adorno / Horkheimer ist ja inhaltlicher Art – das kann man auch gerne inhaltlich näher ausdiskutieren. (Für inhaltliche Argumente bin ich da auch jederzeit offen).
    Meine etwas unsachliche Reaktion Ihnen gebenüber war ja Resultat dessen, dass Sie eben nicht bereit waren, Ihre Vorwürfe inhaltlich zu verteidigen. Ursache und Wirkung sollte man da also bitte nicht vertauschen.
    Wie dem auch sei: ich hoffe, für mögliche zukünftige „Diskussionen“ kann als gemeinsames Ziel gelten, sich auf Austausch von Sachargumenten zu konzentrieren. Dafür ist hier, glaube ich, so ziemlich jeder offen.

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