Langham Österreich – Was, wer und wie?

In Österreich hat sich erfreulicherweise eine Gruppe gebildet, die in Zusammenarbeit mit „Langham“ den bibelauslegenden Verkündigungsdienst fördert. Bei Wortzentriert.at ist zu lesen:

Langham Österreich ist Teil einer weltweiten Bewegung, deren Ursprung in England liegt. Diese Bewegung wurde als Reaktion auf den Hunger von Gemeinden nach relevanter Verkündigung von Gottes Wort ins Leben gerufen. Langham hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen für die biblische und alltagsrelevante Verkündigung der Bibel auszurüsten, und vor Ort nachhaltig zu stärken. Der Name „Langham“ stammt von der All Souls Gemeinde am Langham Place in London, wo die Langham-Bewegung unter der Leitung von John Stott gegründet wurde.

“Gemeinden leben, wachsen und blühen auf unter Gottes Wort. Ohne es verkümmern und sterben sie. Da wo Gottes Wort treu gelehrt und angewendet wird wachsen Gemeinden sowohl in Größe als auch in Reife. … Wir können die Wichtigkeit von Verkündigern für die Gesundheit und Reife einer Gemeinde kaum genug unterstreichen.” John StottFlows 1024x246 1

Ein erstes öffentliches Treffen findet bereits im März statt. Hier gibt es weitere Informationen: www.wortzentriert.at.

Kommentare

  1. Gast auf Erden meint:

    Welche Bibel verwendet Ihr?

  2. Stephan meint:

    Ich lese die Begriffe „relevant“, ich sehe die Grafik mit dem Ziel der Veränderung des Einzelnen, der Familien und der Gesellschaft, und muß sogleich an die Begriffe „Gesellschaftstransformtion“ und „Emergent“ denken.

    Da passt das „erfreulich“ im ersten Satz nicht mehr.

  3. Roderich meint:

    Stephan,
    Emerging Church hat die Wörter „relevant“ und „Veränderung“ nicht ausschließlich für sich gepachtet 🙂
    Es ist verständlich, dass bestimmte Wörter heute Reizwörter sind. Wir sollten uns aber letztlich nicht an Wörtern aufhängen, sondern schauen, was die Substanz der Lehre ist.

    Da wo Gottes Wort treu gelehrt und angewendet wird

    Das weist schon ein wenig die Richtung: bibeltreu.
    Denke nur an die Urchristenheit oder denke an die Reformation: das Christentum hat die Kultur auch früher schon verändert, zum Guten. (Siehe Francis Schaeffers „Wie können wir denn leben? Aufstieg und Niedergang der westlichen Welt“).

    Bei Emerging Church würde aber nicht die Gesellschaft durch das Evangelium transformiert, sondern das Christentum an die Gesellschaft angepasst. Ganz andere Sache.

  4. Schandor meint:

    Naja, und Grafiken sind ja nicht schon per se häretisch. Ob Paulus sich heute diverser zur Verdeutlichung seiner Paränesen statistisch-grafischer Hilfsmittel bedienen würde, weiß ich nicht, aber Emergenz ist als phänomenologischer Begriff wahrscheinlich eher unbedenklich, wenngleich in kirchenhistorischer Sicht vielleicht nicht. Hinter der Bewegung verbergen sich ja auch nicht die „üblichen Verdächtigen“, sondern integere Christen, wenn die Bemerkung erlaubt ist.

    @Gast auf unserer schönen Kugel

    Wie meinst Du das? Welche Übersetzung wir verwenden?
    Ich KJV, NKJV, Sch1951/1999, z. T. HFA, zuweilen Jantzen, ESV (wegen der großartigen Kommentare).
    Andere Luther84, Luther1998, Sch2000, Neue evangelistische Übertragung, Gute Nachricht, HFA, Bruns (wahrscheinlich eher wenige), Menge, Zürcher usw.

  5. Ich habe eben mal ein paar Namen der Bewegung nachgegoogelt unter Verwendung des Suchbegriffes emerging church. Da finde ich zumindest einen deutlichen Kuschelkurs zu der Bewegung.
    Das selbstverliehene Prädikt „bibeltreu“ würde ich daher nicht so schnell akzeptieren wollen, sondern erst die Lehre prüfen wollen. Es wäre schön, wenn es denn bibeltreu ist. Aber jeder Irrlehrer wird von sich behaupten, dass er Gottes Wort treu lehrt und anwendet.
    @Roderich: Auch wenn „Emerging Church“ und „Gesellschatstransformation“ vordergründig verschiedene Dinge sind, so laufen sie mir doch immer wieder Hand in Hand über den Weg. Wer die Gesellschaft transformieren will und das Reich Gottes auf der Erde sichtbar machen möchte (wenn nicht sogar errichten), muß lehrmäßig auch innerhalb der Gemeinde ein „anderes Evangelium“ verkünden und transformiert daher die Gemeinde gleich mit.

  6. Schandor meint:

    Nun, wenn sich Christen hypersensibel bei jedem kleinsten Verdacht mit der Häresienase beschnüffeln, bevor sie gute Absichten beim andern wittern, ist wenigstens die Gefahr möglicher Einheit unter Christen gebannt.

    Unser Herr hat uns nicht geboten, mit zusammengekniffenen Augen nach möglichen Splittern beim andern Ausschau zu halten, wenn ich mich nicht irre, sondern statt Korrekturtinte ruhig Blut unsre Adern durchwallen zu lassen. Einer seiner engsten Anhänger hat einmal gesagt: Die Bruderliebe sei ungeheuchelt, oder so ähnlich …

    Schwierig ist auch der Begriff „bibeltreu“ – wenn ein Katholik von Buße spricht, ist er auch bibeltreu, meint aber etwas ganz anderes als der, der sich griechisch-deutsch nach der Frohen Botschaft nennt. „Penitenziagite!“ (poenitentiam agite), sagt Salvatore, Metanoia! sagt die Heilige Schrift.

    Aber wo Gott Gemeinde baut, stellt der andere gleich sein Bauhüttchen daneben auf, is klar. Gefahr gibts also immer.

  7. Roderich meint:

    @Stephan,

    Wer die Gesellschaft transformieren will und das Reich Gottes auf der Erde sichtbar machen möchte (wenn nicht sogar errichten), muß lehrmäßig auch innerhalb der Gemeinde ein “anderes Evangelium” verkünden.

    Wieso das? Gott spricht in der Bibel davon, dass seine Herrlichkeit auf der ganzen Erde sichtbar werden wird. Auch dafür ist Christus gekommen.

    Paulus hatte die Vision, das gesamte Römische Reich zu christianisieren. (Unter anderem darum ist er in seiner Rechtssache bis zum Kaiser gegangen). Leider hat es damals nicht geklappt, so hat die Christianisierung noch weitere 300 Jahre gedauert.
    Das ist ja die Bedeutung davon, keinen anderen als „kyrios“ oder Herrscher neben Christus zu akzeptieren. „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ Das IST sogar das richtige Evangelium. Ein „Rückzugsevangelium“ ist das falsche Evangelium.

    Also: wir sollten einfach das Evangelium verkündigen. Und zwar eines, das – wenn es geglaubt wird – die Menschen verändern wird, nicht nur im Herzen, sondern auch im Denken. DAS wird dann automatisch auf die umliegende Welt und Kultur Einfluss haben.

  8. Stephan meint:

    Vielleicht sprechen wir aneinander vorbei, vielleicht denken wir ähnlich. Jesus sagt vor Pilatus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, Jakobus schreibt „Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind.“
    Wo Menschen zum Glauben an Jesus kommen und Buße tun (ohne die geht es nunmal nicht beim Thema Errettung), da dürfen wir schon erwarten, dass bei diesen Menschen eine Änderung sichtbar wird. Natürlich wird das auf die umliegende Welt einen Einfluß haben – Jesus spricht davon, dass er nicht gekommen ist, um den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Und das Schwert zertrennt, der Glaube reißt Familien und soziale Gemeinschaften auseinander. Glaubende Menschen können ansteckend wirken, aber die Wahrscheinlichkeit nach den bibilischen Verheißungen ist größer, dass der Glaube trennend wirkt und auch trennend von der Welt wirken muß. Bei Paulus geht es neben dem Kampf gegen Irrlehren (Timotheus-Briefe) auch insbesondere um das Leiden.
    Mission ist Auftrag der Christen, und das Evangelium unverfälscht zu verkünden. Wenn Jesus redete, fanden viele die Rede zu hart und wandten sich ab, andere aber blieben. Als er die Jünger ausschickte, sollten sie die Orte verlassen, an denen man sie nicht hören wollte, und den Staub von ihren Füßen schütteln. Oftmals sehe ich heute jedoch, dass „Gemeinde gegründet“ werden soll („100 Gemeinden in 10 Jahren“ ist z.B. so eine Fehlentwicklung mit falscher Priorität). Da lädt man sich über Monate / Jahre hinweg Menschen ein, die weder die harte Rede ertragen noch sich bekehren, fährt einen jahrelangen Kuschelkurs, und die einzige innere Veränderung findet bei den Gemeindegründern statt. Und produziert dabei lauter christlich orientierte Anhänger, die beim leisesten Gegenwind umfallen, ist aber „relevant“ für die Umwelt.
    Tip: Frag mal bei Pastoren nach von „City-„, „xxx-Projekt“, „Kirche für xxx“ und „Kiezgemeinden“ nach, wie die Geschichte vom barmherzigen Samariter auszulegen sei. Bislang hatte ich als Antwort die 100%-Trefferquote, dass es dort darum geht, menschliche Nächstenliebe zu üben, das sei ja Auftrag der Gemeinde. Dass Jesus dort aber etwas ganz anderes erzählte (es geht ja schließlich um Errettung), hat von diesem „Leitungspersonal“ keiner erkannt.

    Und deshalb bin ich so zurückhaltend, wenn ich von neuen Initiativen lese. Spurgeon:“ Es gibt nichts Neues in der Theologie ausgenommen das, was falsch ist.“

  9. Roderich meint:

    @Stephan,
    ja, ich denke wir sind uns zu 99% einig. Jedenfalls stimme ich Dir quasi in allem aus Deinem letzten Post zu.
    Was das eine Prozent angeht: Im Mittelalter und in / nach der Reformation hat die Kirche wesentlich mehr für Arme getan als heute (ich glaube bei Calvin mussten 25% der Kollekte für Arme ausgegeben werden).
    Es ist also beides gut kombinierbar: der biblischen Botschaft der Errettung treu bleiben und sie als Hauptpunkt nicht vergessen, sowie Gutes tun und Diakonie leisten. (Man vergesse nicht, dass auch die Diakonie schon viele zum Glauben gebracht hat und der Botschaft auch mehr Glaubwürdigkeit verleiht). Ein gutes Buch, welches zeigt, wie sich bibeltreue Lehre und Diakonie verbinden lassen, ist z.B. von Marvin Olasky: „The Tragedy of the American Compassion“.

    Der Fehler der Emerging Church ist es, das eine gegen das andere auszuspielen: Also Diakonie STATT biblischer Lehre. (So als müsste man sich für die Lehre schämen oder als wäre deren Wahrheit relativ oder nicht so wichtig).

    Wir sollen aber auch nicht das Gegenteil machen: NUR biblische Lehre als den Auftrag sehen, und Diakonie sei gar nicht im eigentlichen Auftrag enthalten; man wehrt sich zwar nicht dagegen, wenn jemand das zufällig macht, aber man fördert es auch nicht – das wäre meines Erachtens auch nicht richtig.

    Noch etwas: Man kann auch viele Gemeinden gründen, die dann bibeltreu sind. Gemeindegründung ist gut, solange in der Gemeinde Nachfolge Jesu gelehrt wird und auf echte Jüngerschaft wert gelegt wird.

    Und: Gottes Reich ist zwar nicht VON der Welt, aber es ist IN der Welt.
    Gesegneten Tag noch.

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