Lars und die Frauen

lar.jpgWerden heute noch gute Filme gedreht? Werden heute noch gute Filme in Hollywood gedreht? Zweifellos! Der Film, den ich hier empfehlen möchte, heißt: Lars und die Frauen.

Es handelt sich dabei um eine schräge Oscar-nominierte Komödie. Der Außenseiter Lars, brillant gespielt von Ryan Gosling, ist kontaktscheu und beziehungsunfähig. Sozial isoliert lebt er in der Garage seines Bruder Gus. Doch auch Gus und seiner schwangeren Frau Karin fällt es schwer, Kontakt mit ihm zu halten.

Alles ändert sich, als plötzlich Lars an der Haustür Bianca vorstellt. Bianca ist eine Ex-Missionarin aus Brasilien. Ihre Eltern sind bei der Geburt gestorben. Lars fragt nach, ob sie bei Gus und Karin schlafen darf. Da er die tief religiösen Überzeugungen von Bianca respektiere, wolle er nicht mir ihr in einem Raum übernachten.

Es gibt eine Haken: Bianca ist tatsächlich eine lebensgroße Silikonpuppe, die Lars über das Internet in einem Versandshop für Sexartikel gekauft hat. Weil Lars die leblose Puppe wie eine echte Freundin behandelt, verzweifeln Gus und Karin. Rat und Hilfe finden sie bei der Ärztin Dr. Bermann und bei einer älteren Dame aus ihrer Kirchengemeinde. Dagmar Bermann, eindrucksvoll gespielt von Patricia Clarkson, hat eine psychologische Zusatzausbildung und durchschaut Lars‘ Wahnvorstellungen. Unter dem Vorwand, Bianca habe eine ernste Krankheit und müsse regelmäßig behandelt werden, ›erzwingt‹ sie regelmäßige Praxisbesuche, die sie für Gespräche mit Lars nutzt. Stück für Stück gelingt es ihr, den inneren Schmerz von Lars aufzubrechen und ihm seine Kontakt- und Berührungsängste zu nehmen. Familie, Arbeitskollegen und Stadtbewohner reagieren zunächst verwirrt, lassen sich jedoch allmählich auf das ›Spiel‹ ein. So öffnet sich Lars gegenüber den realen Menschen immer mehr, während sich seine Beziehung zur imaginären Bianca verschlechtert. Angekommen im Leben, braucht er die Puppe bald nicht mehr. Schlussendlich wird alles gut und Lars entdeckt seine Zuneigung für eine attraktive Arbeitskollegin aus dem echten Leben.

Der Film, übrigens mit einem Budget von nur 12 Millionen US-Dollar gedreht, wirkt an einige stellen überzogen (ich denke z.B. an das Wohlwollen der ganzen Kleinstadt oder die Beerdigung von Bianca). Aber insgesamt berührt er tief und steckt voller intelligenter psychologischer Details (z.B. die Klugheit der Ärztin, die Art, wie Lars und Gus ihre Familienkonstellation aufarbeiten, der Weitblick des Pastors).

Lars und die Frauen läuft in Deutschland ohne Altersbeschränkung. Ich würde ihn erst ab 14 schauen lassen, da er einige Anzüglichkeiten bietet und für jüngere Leute kaum verstehbar ist. Die DVD ist im Handel ab ca. 14,00 Euro zu haben.

Bei Youtube gibt es einen Trailer: www.youtube.com.

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