Manuskripte von Isaac Newton online

175px-Newton-Principia-Mathematica_1-500x700.jpgDie University of Cambridge hat zahlreiche Schriften des britischen Naturforschers und Philosophen Isaac Newton digitalisiert. Zum Start sind über 4000 Manuskriptseiten für jedermann auf der Website der Cambridge Digital Library einsehbar. In den nächsten Monaten, so schreibt der Informationsdienst ZDNet, sollen Tausende weitere Seiten folgen. Langfristig will die Universität, an der Newton selbst zwischen 1661 und 1701 als Student und Dozent tätig war, ihre gesamte Newton-Sammlung online stellen.

Die erste Auswahl umfasst von Newton handgeschriebene Manuskripte seines mathematischen Werks seit 1660 sowie die 1687 veröffentlichte Erstausgabe seines Hauptwerks Philosophie Naturalist Principia Mathematica, zu deutsch „Mathematische Prinzipien der Naturphilosophie“. In der Principia leitet der Naturforscher das Gesetz der Schwerkraft ab und formuliert die drei Grundgesetze der Bewegung, die auch als Newtonsche Gesetze bekannt sind. Sie bilden die Grundlage der klassischen Mechanik.

Die Prinzipen sind ein Meisterwerk der Neuzeit und werden oft als wichtiger Grundlagentext für ein deistisches Weltbild aufgefasst. Demnach war Gott nur notwendig, um das Universum wie ein Uhrmacher in Gang zu setzten und überlässt die Schöpfung nun sich selbst. Alles in unserer Welt sei durch die Kräfte zu erklären, mit denen die Materiemassen aufeinander einwirken. Gott ist demnach für das akkurate Weltverständnis bedeutungslos.

Isaac Newton selbst schrieb allerdings in seinen Mathematischen Prinzipien der Physik (Berlin: 1999, S. 516):

Eine solche überaus geschickte Anordnung der Sonne, der Planeten und der Kometen konnte nur dem Plan und der Herrschaft eines einsichtigen und mächtigen Wesens entspringen. Wenn die Fixsterne Mittelpunkte ähnlicher Systeme sind, so werden auch alle diese nach einem ähnlichen Plan aufgebauten Systeme der Herrschaft des Einen unterworfen sein, insbesondere weil das Licht der Fixsterne von derselben Natur ist wie das Licht der Sonne und alle Systeme ihr Licht wechselseitig zu allen [Systemen] hinsenden … Er lenkt alles, aber nicht als die Weltseele, sondern als der Herr über das Universum … Der höchste Gott ist ein ewiges, unendliches und ganz und gar vollkommenes Wesen … Er ist ewig und unendlich, allmächtig und allwissend, das heißt, er währt von Ewigkeit zu Ewigkeit und ist von Unendlichkeit zu Unendlichkeit zugegen. Er lenkt alles und erkennt alles, was geschieht bzw. geschehen kann. Er ist nicht die Ewigkeit und die Unendlichkeit, sondern er ist ewig und unendlich. Er ist nicht die Dauer und der Raum, sondern er währt und ist zugegen. Er währt immer und ist überall zugegen und konstituiert dadurch, daß er immer und überall existiert, die Dauer und den Raum.

Kommentare

  1. Isaac Newton gilt als einer der bedeutendsten Wissenschaftler unserer Zeit und ich freue mich umso mehr, dass die Originalen Manuskripte nun digitalisiert und veröffentlicht werden. Er hat die Gesetze der Physik wie kaum ein anderer auf den Kopf gestellt und unser Verständnis über das Universum grundlegend verändert. Auch wenn ein Teil seiner Gesetze wiederlegt worden sind, gilt er noch weiterhin als Revolutionär der Wissenschaft und wird ewig in den Köpfen der Menschen erhalten bleiben.

    Eine kleine Hommage an Isaac Newton

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