N. Schneider: Wie wir die Bibel verstehen

Das sagt der genau der Richtige:

„Die Bibel dürfe nicht zu einem ‚Bestätigungsbuch‘ der eigenen Glaubensüberzeugung degradiert werden.“

Mehr hier: www.idea.de.

Kommentare

  1. schandor meint:

    „Er (der jetzige Papst) habe „eine geistliche Melodie angeschlagen und einen theologischen Ton getroffen“, mit dem sich auch Protestanten angesprochen fühlen könnten.“

    Der ist ein richtiger Witzbold, ist es doch seit jeher das erklärte Ziel der Jesuiten gewesen, die Protestanten zu unterwandern, bis die Gegenreformation abgeschlossen ist. Ein herzliches LOL.

  2. Roderich meint:

    Dort sagt Schneider ja auch:

    Im Blick auf die Wertschätzung gleichgeschlechtlicher Liebesbeziehungen in der Orientierungshilfe weist Schneider darauf hin, dass die Bibel einerseits homosexuelle Praktiken verurteile, andererseits aber die Liebe als Wesen Gottes bezeichne. Eine pauschale Ablehnung homosexueller Beziehungen widerspreche dem Geist der Liebe, die in Jesus Christus zur Welt gekommen sei: „Deshalb würdigen wir in der Orientierungshilfe gleichgeschlechtliche Liebesbeziehungen, obwohl es dafür keine direkten Schriftbezüge gibt.“

    Das sagt ja schon alles. Man nimmt eine nicht näher definierte „Liebe“ als Schlüssel, wie man den Rest der Bibel zu interpretieren hat, und die „Liebe“ deutet man dann emotional oder humanistisch / anthropozentrisch um.

    Dabei ist die Bibel ja anders zu verstehen: Das Doppelgebot der Liebe (Matthäus 22 mit Bezug auf das Gesetz des Mose) wird ja konkretisiert in den Einzelgeboten, z.B. den 10 Geboten, und steht auch nicht im Widerspruch zur Schöpfungsordnung.

    Das heißt „Ein Mann soll nicht bei einem Mann liegen“ ist eine Konkretisierung des Gebotes, Gott zu lieben (also nicht gegen Ihn zu sündigen), sowie auch seinen Nächsten zu lieben (denn so eine Handlung ist gegen das Naturrecht und für beide letztendlich gesundheitsmäßig und anderweitig schädlich. Nicht, dass man für alle Gebote erst eine rationale Begründung bräuchte, bevor man zustimmt, ihnen zu gehorchen, denn die Ratio ist auch weder neutral (sondern handelt immer interessegeleitet), noch hat die Ratio immer genügend empirische Informationen, um korrekte Prämissen zu haben für Vernunftschlüsse (gerade in Zeiten einseitiger Medien und ideologisierter Wissenschaft).

    Mit der Art von Exegese von Schneider könnte man ALLES rechtfertigen. Erst jedes Gebot der Bibel mit Verweis auf eine angeblich übergeordnete „Liebe“ außer Kraft setzen, DANN den Begriff Liebe wunschgemäß umdefinieren.

    Der Fehler ist aber nicht rein formal. (Nur mit Verweis auf formale Fehler kann man also Schneider nicht widerlegen). Denn die Liebe ist in der Tat einer der Schlüssel der Bibelinterpretation. Allerdings muss man dann auch den Begriff Liebe von der Bibel füllen lassen.

    Der Satz

    „Im Hören auf Jesus Christus gewinnen wir Kriterien für ein verlässliches, verantwortliches, vertrauensvolles und von Liebe geprägtes Handeln in den verschiedenen familiären Beziehungen unserer Tage.“

    ist vor dem Hintergrund reine Heuchelei. Damit bewirbt sich Herr Schneider erfolgreich um eine Stelle als „Wolf im Schafspelz“. (Besser wäre es, wenn er sich als Wolf im Wolfspelz gäbe, also gleich offen erklärt:

    Ich bin im wesentlichen Atheist und möchte Jesus Christus und den dreieinigen Gott nicht mehr als Herrn anerkennen, sondern stattdessen die Evangelische Kirche zu einem religiös angehauchten Arm der SPD und der Grünen umfunktionieren.

    Vorausbedingung für solche Erlichkeit wäre aber auch Selbsterkenntnis, und in welchem Maße die vorhanden ist, wäre noch eine andere Frage.

    Dass Schneider die Evangelische Kirche wohl mit der SPD verwechselt, sieht man an Zitaten wie diesem, dass Mission im wesentlichen ein „Pilgerweg für Gerechtigkeit und Frieden“ sei, und Christen sich im Rahmen eines umfassenden Missionsbegriffs primär (!) für „Frieden, Umweltschutz und eine lebensdienliche Wirtschaftsordnung“ einsetzen sollen.
    Das Gute kann der Feind des Besten sein. Wenn man Frieden, Umweltschutz und eine (sozialdemokratische) Wirtschaftsordnung als Priorität setzt, dabei die eigentliche Mission vernachlässigt, also das Verkünden des Evangeliums, dann ist das nicht mehr das biblische Evangelium. Das ist dann reiner Materialismus: wir müssen die Gesellschaft verändern, denn der Mensch ist primär durch die Gesellschaft bestimmt. Probleme des Menschen haben materielle Ursachen (also nicht etwa spirituelle Ursachen wie Sünde / Trennung von Gott), und müssen daher auch auf materiellem Wege gelöst werden, nämlich durch Veränderungen der Strukturen der Gesellschaft.
    Das ist ein Evangelium, welches sich an die Stelle des biblischen Evangeliums setzt. (Und zwar – gefährlicherweise – unter dem Vorwand, das richtige Evangelium zu sein). „Anti“ heißt ja auch „an Stelle von“. Der Antichrist ist jemand, der selbst behauptet, Christus zu sein. Das tut Schneider nicht. Aber sein Evangelium ist „anti-christlich“.
    Der Schaden ist doppelt:
    – Leute werden getäuscht über das wahre Evangelium und könnten so das ewige Leben verpassen, wenn sie die Prios von Schneider für ihr Leben übernehmen.
    – Leute mit gesundem Menschenverstand denken: Wenn das das ist, für das die Kirche steht, brauche ich die Kirche nicht, und treten aus. So schadet Schneider dem Ruf der Kirche, des Evangeliums (bei denen, die ihm nicht folgen), und bringt diejenigen, die ihm folgen, vielleicht um das ewige Leben.

    Vorschlag an Herrn Schneider:
    – Aus der Kirche austreten, und politisch aktiv werden. (Suboptimal, aber besser als jetzt, und ehrlicher).
    – Sich bekehren. (Optimal).

  3. 😉 das kann man laut sagen

  4. Tim-Christian meint:

    @Schandor

    Was sollen denn immer diese jesuitischen Unterwanderungs-Fantasien? Wenn überhaupt etwas unterwandert wird, dann das Christentum an sich – und zwar von Anselm Grün, Margot Käßmann, Jörg Zink, Werner Tiki Küstenmacher und ähnlichen Konsorten. Und diese Unterwanderung ist längst ein äußerst „ökumenisches“ Unternehmen, das sich um konfessionelle Grenzen einen Dreck schert. Die „Societas Jesu“ aber wurde allenfalls selbst überwältigt – von Zen-Buddhisten, marxistischen Befreiungstheologen und der rahnerschen Idee des anonymen Christentums.

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