Nachchristliche Sexualität

Rod Dreher hat kürzlich den bemerkenswerten Artikel „Nachchristliche Sexualität“ publiziert. Die These: Die Auflösung der Familie ist Symptom einer tiefgreifenden geistlichen Krise in Nordamerika. Auch wenn mehrfach auf die Umstände in Amerika Bezug genommen wird, ist die Analyse auch für Europäer aufschlussreich. Nachfolgend wird der Text in einer von Ivo Carobbio besorgten deutschen Übersetzung wiedergeben.

Nachchristliche Sexualität

Rod Dreher

Vor zwanzig Jahren trat der neugewählte Präsident Bill Clinton auf eine politische Landmine: Er wollte sein Wahlversprechen einlösen und homosexuellen Soldaten erlauben, im Dienst keinen Hehl aus ihrer Homosexualität zu machen. Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde kaum als politische Angelegenheit wahrgenommen; damals befand sich das Land drei Jahre vor dem Defense of Marriage Act-Gesetz (Gesetz zur Verteidigung der Ehe). Ein Jahr darauf outete sich die Komikerin Ellen DeGeneres zur Hauptsendezeit als Lesbe.

Darauf folgte, was Historiker eines Tages als „Kulturrevolution“ bezeichnen werden. Wir treten gegenwärtig in die Endphase des Kampfes um die Schwulenrechte und den Bedeutungsgehalt der Homosexualität ein. Die Konservativen sind besiegt – jene vor Gericht und auch diejenigen vor dem Forum der öffentlichen Meinung. Man glaubt im Allgemeinen, der einzige Grund gegen die gleichgeschlechtliche Ehe sei nur von Bigotterie oder von religiösen Gründen motiviert, und beides – so heißt es – habe bei der Begründung öffentlicher Normen oder bei der Verabschiedung von Gesetzen keinen Platz.

Das Ausmaß der Niederlage, die die Traditionalisten im Hinblick auf die Moral hinnehmen müssen, wird sich stärker zeigen, je mehr ältere Amerikaner von der Bildfläche verschwinden. Meinungsumfrage um Meinungsumfrage zeigt: Für die Jugend ist Homosexualität etwas völlig Normales; die gleichgeschlechtliche Ehe ist keine große Sache, es sei denn freilich, jemand erhebt Einspruch – in diesem Fall wird ihm der moralische Status eines Anhängers der Rassentrennung in den späten 60er Jahren zugeschrieben.

Es handelt sich dabei allerdings um Größeres, als den Menschen beider Lager bewusst ist, nicht zuletzt aus einem Grund, der selbst glühenden Gegnern der Schwulenrechte entgeht. 1993 bezeichnete die Zeitschrift The Nation die Angelegenheit der Homosexuellen-Rechte als Höhepunkt und Grundpfeiler des Kulturkampfes:

„Alle Gegenströmungen gegenwärtiger Befreiungskämpfe lassen sich unter die Rubrik ‚Schwulenrechte‘ subsumieren. Diese aktuelle Entwicklung in der Schwulenbewegung ähnelt dem, was schon andere Gesellschaftsschichten in der Geschichte dieses Landes erlebt haben. Aber sie ist bedeutender, da die sexuelle Identifizierung sich durch alle Bevölkerungsschichten hinweg in einer Krise befindet, und Homosexuelle – plötzlich die auffälligsten Subjekte und Objekte dieser Krise – gezwungen waren, ein vollständiges Weltbild zu erfinden, um diese Krise zu beschreiben. Niemand behauptet, diese Veränderung ist leicht herbeizuführen. Es ist aber möglich, dass eine kleine und verachtete sexuelle Minderheit Amerika für immer verändern wird.“

Der Autor dieser Zeilen sollte recht behalten, und wenn der Begriff „Weltbild“ (engl.: cosmology) vom Leser als philosophisch reichlich vollmundig empfunden wird, wirkt sein heutiger Gebrauch geradezu prophetisch. Der Kampf um die Rechte einer „kleinen und verachtete sexuellen Minderheit“ wäre aussichtslos geblieben, wäre die alte, christliche Kosmologie intakt geblieben. Unverblümt gesagt: Die Schwulenrechte haben sich durchgesetzt, weil das christliche Weltbild aus dem westlichen Denken verschwunden ist.

Die gleichgeschlechtliche Ehe führt den entscheidenden Schlag gegen die alte Ordnung. Die triumphierende Rhetorik von vor zwei Jahrzehnten ist nicht überreif; die Radikalen schätzten viel besser ein als andere, was auf dem Spiel stand, vor allem bürgerliche Verteidiger der gleichgeschlechtlichen Ehe als konservative Erscheinung. Die Schwulenehe wird Amerika auf eine Art und Weise für immer verändern, die erst jetzt sichtbar wird. Zum Besseren oder zum Schlechteren – auf jeden Fall entchristlicht sie unsere Kultur, und genau daran arbeitet sie auch.

Als die Politwissenschafter Robert D. Putnam und David E. Campbell 2010 ihr vielbeachtetes Buch American Grace veröffentlichten, eine Studie über zeitgenössische Glaubensüberzeugungen und Glaubenspraxis, wiesen sie auf zwei einander entgegengesetzte Trendlinien im Hinblick auf sozialtechnische Maßnahmen hin. Beide Linien nehmen um 1990 ihren Ausgang.

Sie entdeckten, dass viele junge Amerikaner, die damals erwachsen wurden, Homosexualität moralisch nach und nach für legitim hielten. Gleichzeitig ließen sie mehr und mehr vom organisierten Glauben ab. Der evangelikale Boom der 70er und 80er Jahre war vorbei, und wäre die spanische Einwanderungswelle ausgeblieben, hätte die römisch-katholische Kirche in den USA ähnliche Verluste hinnehmen müssen wie die etablierten protestantischen Kirchen.

Wie die Untersuchungsergebnisse zeigten, stellte sich die Einstellung zu moralischen Fragen als starkes Anzeichen religiösen Engagements heraus. Genauer: Je liberaler man der Homosexualität gegenüberstand, desto unwahrscheinlicher war auch die religiöse Bindung. Nicht, dass die jüngeren Amerikaner gleich zu Atheisten wurden; die meisten bezeichneten sich als „spirituell, aber nicht religiös“. Mit Atheisten und Agnostiker bilden diese „Ohnes“ (engl.: nones) – die Bezeichnung, die Putnam und Campell gebrauchten – die demographisch am schnellsten wachsende Glaubensüberzeugung.

Nach einer Studie des Pew-Forschungszentrums ist einer von drei Amerikanern unter dreißig ein „Ohne“. Das ist allerdings nichts, wozu junge Leute in ihrer Jugend neigen: Sich die Kirche auf Armeslänge vom Leib halten, bis sie „zur Ruhe gekommen“ sind. Gregory Smith vom Pew-Forschungszentrum berichtete im National Public Radio, die junge Generation sei konfessionell ungebundener als andere. Putnam – jener Harvard-Gelehrte, der durch seinen Bestseller Bowling Alone, einer bürgerkulturellen Studie, bestens bekanntwurde – sagte, es gebe keinen Grund zu glauben, diese Menschen würden später wieder zur Kirche zurückkehren.

Putnam und Campbell sind vorsichtig genug, Wechselbeziehung nicht mit Ursächlichkeit zu verwechseln; allerdings weisen sie darauf hin: Sowie der Schwulenaktivismus sich in den USA ins Zentrum des politischen Lebens drängte (eben zur Zeit der Titelgeschichte in der Zeitschrift The Nation), entfremdeten sich viele junge Amerikaner wegen der lebhaften Rolle vieler christlicher Leitfiguren in ihrem Kampf gegen die Schwulenrechte von den institutionalisierten Kirchen.

In einer abendlichen Unterhaltung, nicht lange nach der Veröffentlichung ihres Buches American Grace, sagte mir Putnam, die christlichen Kirchen müssten ihre Lehre zur Frage der Sexualität lockern, um auf die Loyalität jüngerer Generationen hoffen zu dürfen. Das klingt zunächst nach einer vernünftigen Schlussfolgerung, doch die Erfahrung liberaler Glaubensgemeinschaften in Amerika widerlegt dieses Rezept. Die protestantischen Großkirchen, die der Homosexualität und der allgemeinen sexuellen Befreiung weit offener gegenüberstehen, konnten die Abwanderung aus ihren Reihen nicht aufhalten.

Wenn die Menschen – so scheint es – meinen, das historische und maßgebliche Christentum irre sich in Bezug auf die Sexualität, finden sie normalerweise keine Kirche, die ihren liberalen Ansichten beipflichtet. Fazit: Sie treten aus der Kirche aus.

Das führt uns zu einer eminent wichtigen Frage: Ist die Sexualität etwa das Herzstück der christlich-kulturellen Ordnung? Bedeutet die Preisgabe der christlichen Lehre zu Sex und Sexualität tatsächlich die Beseitigung jenes Einflussfaktors, der dem Christentum seine Kraft als gesellschaftlicher Größe raubt oder geraubt hat?

Der angesehene Soziologe Philip Rieff hätte dies vielleicht nicht auf diese Weise gesagt, aber wahrscheinlich zugestimmt. Sein bahnbrechendes, 1966 erschienenes Buch The Triumph Of the Therapeutic – Uses of Faith after Freud, untersucht, was Rieff die »Dekonversion« des Westens vom Christentum nennt. Dieser Prozess, der seit der Aufklärung im Gange ist, ist allgemein bekannt. Rieff zeigte aber, dass er weit stärker fortgeschritten war, als die meisten Menschen – am allerwenigsten Christen – dies erkannt hatten.

Rieff, der 2006 verstarb, war kein Christ, doch er wusste: Der Schlüssel zum Verständnis einer Kultur ist ihre Religion. Das Wesen jeder Kultur könne an deren Tabus und Verboten erkannt werden. Jede Kultur legt ihren Gliedern zur Erlangung gesellschaftlicher Zwecke eine Reihe moralischer Verpflichtungen auf und hilft ihnen, diese Forderungen auch zu erfüllen. Eine Kultur braucht einen Kultus im Sinne einer sakralen Ordnung, ein Weltbild, das die moralischen Forderungen in einem metaphysischen Rahmen verwurzelt.

Das Verhalten des Menschen ist nicht willkürlich (etwa weil es „gut“ für ihn ist), sondern orientiert seine moralische Vision am Wesen der Wirklichkeit selbst. Das ist die Grundlage der Theorie vom Naturrecht, das im Zentrum gegenwärtiger säkularer Argumente gegen die gleichgeschlechtliche Ehe steht (und die noch niemand überzeugt haben).

Rieff, der in den 60er Jahren schrieb, erkannte die sexuelle Revolution – wenn er diese Bezeichnung auch nicht gebraucht hat – als führendes Kennzeichen des Untergangs des Christentums als bestimmender kultureller Kraft. Im klassischen Christentum, so schrieb er, lag „die Ablehnung des sexuellen Individualismus nahe jener symbolischen Mitte, die nicht länger in Mode ist“. Er meinte damit: Der Verzicht auf sexuelle Autonomie und auf die Wollust heidnischer Kulturen liege im Zentrum der christlichen Kultur, einer Kultur, die sich von ihrem erotischen Instinkt – und das ist entscheidend! – nicht einfach losgesagt hat, sondern diesen Instinkt umgeleitet hat. Das Wiederaufleben des Heidentums im Hinblick auf Sinnlichkeit und sexuelle Befreiung setzt ein starkes Zeichen für den Niedergang des Christentums.

Moderne Amerikaner können kaum begreifen, welch zentrale Rolle die Sexualität im Frühchristentum spielte. Sarah Ruden, die Übersetzerin klassischer Texte (Studium in Yale), erklärt in ihrem Buch Paul Among The People, in welcher Kultur das Christentum ursprünglich aufleuchtete. Sie behauptet, es zeuge von krasser Unwissenheit, zu meinen, der Apostel Paulus sei ein mürrischer Proto-Puritaner gewesen, der leichtlebigen heidnischen Hippies den Spaß verderben wollte.

Tatsächlich wurden seine Lehren zu sexueller Reinheit und Ehe innerhalb der pornographischen, von sexueller Ausbeutung gekennzeichneten griechisch-römischen Kultur jener Zeit als Befreiung willkommen geheißen. Besonders Sklaven und Frauen wurden sexuell ausgebeutet – ihr Wert für die heidnische Männerwelt bestand hauptsächlich in der Fähigkeit der Kindererzeugung und der Bereitstellung sexuellen Vergnügens. Das Christentum des Paulus bewirkte eine kulturelle Revolution; es zügelte und kanalisierte den männlichen Eros und erhöhte den Status der Frau und des menschlichen Leibes; die Ehe – und mit ihr die eheliche Sexualität – wurden um den Faktor Liebe bereichert.

Die christliche Ehe – so Ruden – „unterschied sich von allem Bisherigen wie das Gebot, die andere Wange hinzuhalten“. Es kommt nicht darauf an, dass das Christentum einzig oder vorrangig die Sexualität neu definierte und bewertete, sondern darauf, dass gemäß christlicher Anthropologie der Sex einen neuen und anderen Sinn erhielt, einen, der nach einer radikalen Verhaltensänderung und nach neuen kulturellen Normen verlangte. Wie der Mensch seine Sexualität auslebt, kann gemäß Christentum nicht vom Wesen des Menschen getrennt werden.

Es wäre absurd, wollte man behaupten, die christliche Zivilisation habe je zu einem goldenen Zeitalter gesellschaftlicher Harmonie oder sexueller Glückseligkeit geführt. Es wäre leicht zu zeigen, dass es in der Geschichte des Christentums Zeiten gegeben hat, in denen kirchliche Oberhäupter von sexueller Reinheit geradezu besessen waren. Doch wie Rieff erkannte, begründete das Christentum eine Möglichkeit, die sexuellen Instinkte zu zügeln, sie in der Gesellschaft zu verankern und ihr positive Wege zu zeigen.

Was unsere Zeit von der Vergangenheit unterscheidet – so Rieff – sei, dass wir nicht länger an das christlich-kulturelle Wertesystem glauben, doch wir haben es unmöglich gemacht, uns an einem anderen zu orientieren, das leistet, was Kultur leisten muss: individuelle Leidenschaften zähmen und sie schöpferisch für gesellschaftliche Zwecke zu leiten.

Wir haben die Rolle der Kultur eher umgekehrt: Statt zu zeigen, wessen wir uns enthalten müssen, um zivilisiert zu sein, erzählt uns die Gesellschaft von heute, Sinn und Zweck von Kultur bestehe darin, die alten Barrieren zu durchbrechen und uns zu befreien.

Es ist nicht einfach, zu zeigen, wie es dazu kommen konnte; der Aufstieg des Humanismus, das Heraufziehen der Aufklärung und der Moderne spielen jedenfalls ihre Rolle. Der Philosoph Charles Taylor schreibt in seiner meisterhaften Religions- und Kulturgeschichte Ein säkulares Zeitalter: „Die gesamte ethische Einstellung des modernen Menschen setzt den Kosmos (und natürlich auch den Untergang des sinntragenden Kosmos) voraus …“. Modern zu sein heißt also, an das individuelle Verlangen als Ort der Autorität und Selbstdefinition zu glauben.

Nach und nach habe der Westen den Sinn für die Tatsache verloren, dass das Christentum viel mit gesellschaftlicher Ordnung zu tun hat, schreibt Taylor. Die Preisgabe christlicher Ideale im Hinblick auf die Sexualität wurde zunehmend auch eine Sache der Gesundheit. Die Überzeugung, das Ausleben der Sexualität sei gesund und gut (je mehr, desto besser), sexuelles Verlangen sei ein unlösbarer Teil der persönlichen Identität – diese Überzeugungen gipfelten in den 60er Jahren in der sexuellen Revolution. Deren treibende Kraft meinte, Freiheit und Unverfälschtheit nicht in sexueller Enthaltsamkeit zu finden (die christliche Sichtweise), sondern in der Sexualität und ihrer Auslebung. So fordert der moderne Amerikaner seine Freiheit ein.

Für Rieff befinden wir uns in einer Sonderform einer „revolutionärer Epoche“, da diese Revolution von ihrem Wesen her nicht institutionalisiert werden kann. Sie leugnet ja die Möglichkeit gemeinschaftlichen Erkennens verbindlicher, überindividueller Wahrheiten und kann daher keine neue stabile gesellschaftliche Ordnung schaffen. Rieff sagt: „Die Frage nach dem ‚Zweck‘ heißt ‚mehr‘“.

Unsere nachchristliche Kultur ist demnach eine „Antikultur“. Von der Logik der Moderne und dem Mythos individueller Freiheit sind wir gezwungen, die letzten Spuren der alten Ordnung niederzureißen, in der Überzeugung, echtes Glück und Harmonie sind erst dann unser, wenn alle Beschränkungen null und nichtig gemacht worden sind.

Die Homo-Ehe markiert den endgültigen Triumph der sexuellen Revolution und damit die Entthronung des Christentums, da sie den Kerngedanken des christlichen Menschenverständnisses leugnet. Nach klassisch-christlichem Denken ist die von Gott sanktionierte Einheit von Mann und Frau ein Symbol der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde – und letztlich auch zwischen Gott und seiner Schöpfung. Darum verneint die Homo-Ehe das christliche Weltbild, dem wir unsere moderne Auffassung der Menschenrechte und andere grundlegende Güter der Moderne verdanken. Ob wir diese Dinge in nachchristlicher Ära erhalten können, bleibt abzuwarten.

Ebenfalls abzuwarten bleibt, ob ein Christentum ohne christliche Reinheit aufrechtzuerhalten ist. Der Soziologe Christian Smith jedenfalls hat anhand seines Begriffs „moralistisch-therapeutischer Deismus“ (jenes Pseudo- und Wohlfühlchristentums, das den normgebenden Glauben im heutigen Amerika verdrängt hat) gezeigt, dass diese Aufgabe äußerst schwierig bleibt.

Das konservative Christentum hat den Kampf gegen die Homo-Ehe verloren, und zwar, wie wir gesehen haben, Jahrzehnte, bevor irgendjemand überhaupt auf die Idee kam, die gleichgeschlechtliche Ehe könne je ein Thema werden. Befürworter der Homo-Ehe konnten deshalb so schnell Erfolge verbuchen, weil sie der Öffentlichkeit zeigen konnten: Wofür sie kämpften, stimmte genau mit dem überein, was das Amerika nach 1960 im Hinblick auf den Sinn von Sex und Ehe ohnehin schon glaubte. Die Frage, vor die sich das Christentum im Westen heute gestellt sieht, lautet: Wird es das Christentum in diesem neuen Zeitalter aufgeben müssen oder nicht?

Zu viele Christen meinen, die gleichgeschlechtliche Ehe sei bloß eine Frage der Sexualethik. Sie übersehen, dass die Homo-Ehe und der damit einhergehende Zusammenbruch der Ehe unter minderbemittelten und der Arbeiterklasse angehörigen Heterosexuellen dort große Bedeutung hat, wo die Moderne den autonomen Individualismus heiligt und die zeitgenössische Kultur hochhält, und das vielfach von Menschen, die sich selbst als Christen bezeichnen. Sie begreifen nicht, dass das Christentum – recht verstanden – kein moralisch-therapeutisches Anhängsel des bürgerlichen Individualismus darstellt (übrigens eine häufige Antwort amerikanischer Christen, eine Antwort, die Rieff 2005 als „schlicht erbärmlich“ bezeichnete), sondern der kulturellen Ordnung (oder Unordnung), die heute herrscht, diametral entgegensteht. Sie meinen, diesen Kulturkampf moralisch ausfechten zu müssen, statt sich auf ihr Weltbild zu gründen. Sie haben nicht nur die Kultur verloren: Solange sie das Wesen dieser Auseinandersetzung nicht verstehen und ihre Strategie entsprechend ändern, um aus kosmologischer Sicht zu kämpfen, werden sie wenige Generationen von heute an vielleicht auch ihre Religion verloren haben.

„Der Tod einer Kultur setzt dort ein, wo die normgebenden Institutionen nicht länger imstande sind, ihre Ideale so zu vermitteln, dass sie innerlich binden“, schreibt Rieff. Nach dieser Auffassung ist das Christentum Amerikas, wenn nicht sogar seine Spiritualität, in tödlicher Gefahr. Die Zukunft ist nicht festgeschrieben: Taylor pflichtet Rieffs geschichtlicher Analyse weitgehend zu, räumt einer Erneuerung aber wesentlich stärkeres Hoffnungspotential ein. Trotzdem: Wird der Glaube nicht zurückgewonnen, wird die historische Obduktion einmal schlussfolgern, die Homo-Ehe sei nicht Ursache, sondern Symptom gewesen, ein Anzeichen, das das Endstadium des Patienten offenbare.

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Rod Dreher ist Chefredakteur der Zeitschrift „The American Conservative“ (www.theamericanconservative.com), wo der Artikel ursprünglich erschienen ist. „Nachchristliche Sexualität“ wird hier mit freundlicher Genehmigung wiedergegeben. Übersetzt wurde er von Ivo Carobbio. Den englischen Text sowie eine Autorenbeschreibung finden Sie unter: www.theamericanconservative.com.

Den Artikel gibt es auch als PDF-Datei: Sex_after_Marriage.pdf.

Kommentare

  1. Matthias meint:

    Sehr interessanter Kommentar, die Frage ist aber trotzdem, ob hier nicht zwei Folgen einer Ursache beschrieben wurde, die nur am Rande auftaucht. Der wesentliche Grund für beide Punkte, nämlich Rückgang des kirchlichen Lebens und auch in christlichen Kreisen massiv verändertes Sexualverhalten, ist aus meiner Sicht darin zu suchen, dass das Kreuz aus dem Zentrum geraten ist.
    Wenn Jesus der (einzige) Weg, die Wahrheit und das Leben ist, dann kann es nicht egal sein, wie ich mein Leben lebe. Dann soll mein Leben ein Wohlklang für ihn sein, dann ist uns auch Gemeinde wichtig. Wenn aber alle Wege letztendlich in den Himmel führen, warum sollte ich dann ein Vorbild sein? Die schleichende Erosion grundsätzlicher geistlicher Wahrheiten schwächt die Gemeinde sowie unser Zeugnis im Alltag. Um nicht mißverstanden zu werden: Es geht nicht um Gesetzlichkeit, wegen der unermesslich wertvollen Gnade aus Liebe und Dankbarkeit zu unserem Erlöser so zu leben, dass er verherrlicht wird

    In diesem Sinne: Frohe Ostern

  2. rolf eicken meint:

    Ich bin Ron dankbar, dass auch solche Themen in diesem Blog auf einem entsprechenden Niveau dargestellt werden.
    Matthias hat natürlich recht, wenn er es nur aus seiner Sicht betrachtet. Was aber ist mit den Menschen, die Christus nicht als „die Wahrheit“ sehen? Homosexualität ist etwas, das sucht man sich nicht aus. Ich habe aus rein rationalen Gründen nichts gegen diese Menschen, will aber auch nicht ständig von ihnen vorgehalten bekommen, wie toll das ist. Ob die christl. Lehre oder das Weltbild der Christen von den Homos wirklich in so eklatanter Weise bedroht wird, wie hier dargestellt, möchte ich doch bezweifeln. Da fehlt ihnen einfach die Masse. Darüber, ob die Heteros dulden müssen, dass diese Minderheit sich so in den Vordergrund spielt, müsste mal nachgedacht werden.
    Von mir ebenfalls: Frohe Ostern.

  3. Ein sehr guter und richtiger Artikel, finde ich.
    Das Problem – sollte sich die Befürchtung bewahrheiten – sind eben sind die Christen selbst… weil sie nicht mehr „eingeschränkt“ leben wollen … ein möglicher Grund auch dafür könnte vielleicht sein, dass viele „Christen“ – siehe RKK als zahlenmässig größtes Beispiel was die Führungsriege betrifft, denn an der Basis sieht ja doch so manches anders aus – wirklich bigott gelebt haben .. und mit zweierlei Mass gemessen … auch in dem Moment wo eine Kirche sich mit der Politik zusammenschliesst , wird sie unglaubwürdig.
    Denn dann geht es um Macht.
    Was die Bibel ja bezweckt ist: Erkenntnis der Wahrheit, durch die Liebe in und durch Jesus Christus, und dann die Freiwilligkeit, einzuhalten was Gottes Wort gebietet. Nicht nur aus ( eventuell ) Angst vor der Hölle, sondern aus Einsicht.
    Nun ist man mit vielen Aussenseitern, Gefallenen, Unentschiedenen, in der Kindererziehung sicherlich oft zu sehr ins Gericht gegangen, war zu lieblos und unbarmherzig.
    Das rächt sich nun alles.
    Gleichzeitig wird aber die Egozentrik der Menschen gestärkt, weil es uns von Natur aus schwer fällt, zurückzustecken. Und somit wird aus allem die Verfügbarkeit heraus gepresst, auf die man glaubt ein Recht zu haben. In vielen sogenannten „Naturvölkern“ geht es weitaus strenger zu, da sie wissen, dass es ums Überleben geht, wenn die Regeln ausser Kraft gesetzt werden.
    Auch das wird bei uns geschehen – denn was jetzt geschieht ist nur ein Anfang.
    Es werden weitaus schrecklichere Ansprüche folgen, bis wir die Anarchie haben – und damit den Ruf nach dem „starken Mann“ … und was das bedeutet, sagt uns die Offenbarung.

  4. Roderich meint:

    @Jutta,

    und damit den Ruf nach dem “starken Mann” … und was das bedeutet, sagt uns die Offenbarung.

    Ähm, sorry, aber es gab schon viele „Rufe nach starken Männern“ in der Geschichte. Warum müssen wir Christen immer so ego-zentrisch sein und unsere eigene Epoche für so wichtig nehmen, dass wenn bei uns eine Diktatur kommt, dass das SOFORT der Antichrist sein muss?

    Es kann doch gut sein, dass eine Phase der Unfreiheit kommt in der Geschichte (der westlichen Welt), es aber gut 50 bis 100 Jahre später wieder bergauf geht, da sich die Menschen – dank der Gnade Gottes – wieder besinnen.

  5. Schandor meint:

    @Roderich

    Ja, ich teile Deine Einschätzung. Überhaupt weiß die Bibel mW nichts von einem solchen „Endzeit-Antichristus“. Der Ausdruck selbst kommt ja nur in den Johannesbriefen vor, und die Idee eines Endzeit-Antichristen wird dort auch sofort wieder relativiert: Ihr habt gehört, dass der Antichrist (Nero) kommt. Doch auf den sollt ihr nicht warten. Es sind schon genug Antichristen gekommen und das wird wohl auch so weitergehen …
    Es sieht allerdings ganz nach einem zunehmend repressiven Staatsgebilde aus, was sich da entwickelt. Der Westen taucht ab, der Osten kommt 🙂

  6. Markus meint:

    Natürlich gibt es biblische Hinweise auf ein entsprechendes Endzeitszenario mit massiv repressivem System plus Antichrist, so einfach kann man das nicht vom Tisch wischen. Die biblischen Aussagen sind aber so komplex, dass 100 % (oder auch nur 95 %)- Aussagen in der Regel problematisch sind. Und ich bin auch sehr vorsichtig, mich hier festzulegen ohne sehr starke Gründe zu haben. Aber: Die Rückführung der Juden nach Israel seit 1880 (mitsamt den weiteren Ereignissen) ist ein historisches Faktum, das als erfüllte Prophetie eine äußerst hohe Signifikanz hat und daher beim Konstruieren von Endzeitszenarien Berücksichtigung finden müsste. Lk 21,24: Als Jerusalem befreit wurde 1967 waren praktisch aufs Jahr genau die (zumindest symbolträchtigen) Umstürze in der damals noch kultur-christlichen Welt. Zufall? Wir sollten zumindest relativ harte Fakten nicht ohne sehr gute Gründe zu haben gegenüber weichen theologischen Vorprägungen und Vorlieben ausspielen.
    Und was sich seit dieser Zeit abspielt (Genderismus, Glorifizierung widernatürlicher Unzucht etc.) ist m.E. schon auffallend irrational und diabolisch.

  7. Danke, Markus.
    Nun, ich denke: vielleicht ist „der“ Antichrist auch nicht unbedingt ein einzelner Mensch. Das Gebilde der EU zB. die ja die nationalen Staaten schwächt, bzw schwächen will… der Islam, der immer stärker wird… das ganze Durcheinander, das herrscht, das Markus auch schon erwähnt hat.. und ich finde das nicht egozentrisch… egozentrisch war/ist eher, dass Christen sich dem Zeitgeist anpassen… weil sie nicht mehr das Salz sein wollen … sondern den Glauben „attraktiv und lebensnah“ ( O-Ton ProChrist, das sich neu formiert ) verkaufen wollen und damit verkaufen sie ihn eben wirklich.
    Wir haben den Verfall ja auch aus dem Grund, weil alles aufgeweicht wird. Wir aus dem Westen haben in der Welt eigentlich niemandem mehr was entgegenzusetzen, was nicht Spott hervorruft, da wir mit unserer Wirtschaft zB in allem drinhängen … wir haben Politiker, die nicht mehr willens sind, das eigene Volk anzuerkennen, wie in England auch ( siehe: http://www.pi-news.net/2014/04/gb-diskriminierung-nichtmoslemischer-schueler/ ), auch in Amerika wirds kritisch, und wir haben Großkirchen, die die Ökumene vorantreiben und den Islam umarmen, da wir ja angeblich denselben Gott anbeten. Die werden sich wundern, wenn der Islam – also wenn Gott den Islam benutzen sollte – die Oberhand gewinnt und damit die Spreu vom Weizen getrennt wird.
    Und was wäre geeigneter als Sex ( und Musik und Drogen ) als Mittel einzusetzen, die Menschen abzulenken ? Vor allem wird die Perversion kein Ende nehmen, wenn das mit dem Bildungsplan durchgeht .. dann kommen nämlich die Kinderschänder irgendwann und wollen ihre Rechte, denn: erlaubt ist ja, was Spass macht, nicht wahr ??? Und diese ganzen Genderdiskussionen ..

  8. @Markus

    Je nach eschatologischem Verständnis existiert- ohne jeden Zweifel- ein solch dispensationalistisches Endzeitszenario, oder eben ein anderes.

    Ich empfinde eine solche Eschatologie als „problematisch“ da in einer derartigen Hermeneutik das aktuelle Zeitgeschehen („Rückführung der Juden“) ein wesentlicher Bestandteil der Exegese ist. Dies impliziert eine totale Abkehr vom reformatorischen Sola Scriptura- Prinzip.

    @Ron

    Klasse Artikel, vielen Dank fürs Teilen! Ich stimme zwar der These: „Sexualität als Herzstück der christlich-kulturellen Ordnung“ nicht zu, aber als ein geeigneter Indikator ist diese sicherlich gut geeignet.

  9. Markus meint:

    Noch was: Problematisch sind m.E. alle Lehren, die die Wachsamkeit der Christen unterminieren (ich vereinfache etwas):
    – Ein Extremdispensationalismus, der sagt, dass die Christen, bevor es wirklich schlimm wird, sowieso entrückt werden.
    – Ein Postmillenialismus, der sagt, dass im Grunde alles besser wird, z.B. dass große Erweckungen kommen, wo die Bibel vielmehr von massiven Verführungen spricht.
    – Die Lehre, die sagt, man bleibe gerettet, wenn man sich mal bekehrt hat, auch wenn man die Welt liebgewinnt, keine Früchte bringt, keine biblische Ethik lebt, keine Wahrheitsliebe hat usw.
    – Lehren, die die Offenbarung nur symbolisch deuten. Was ist aber, wenn sie sich irren sollten? Riskieren ihre Anhänger dann nicht, den Verführungen einer satanischen Weltmacht zu erliegen und sogar in die Hölle zu kommen? (Off. 19,20)
    Die Schrift ermahnt, jederzeit wachsam zu sein und folgende Szenarien einzukalkulieren: Verfolgung, massive Verführung, breit angelegter Abfall. Die zahlreichen biblischen Warnungen vor diesen Szenarien sollten eigentlich unüberlesbar sein.

  10. Markus meint:

    @Andreas:
    Vom sola scriptura Prinzip sollten wir natürlich nicht abweichen! Das Prinzip muss aber – was es ja selbst bedeutet – wiederum im Licht der Schrift verstanden werden (und nicht einer – auch ansonsten guten – Tradition). Und zu unserem Thema sagt der Herr in Matt. 24,32-33, dass wir die Zeichen der Zeit beachten sollen. Anders machen ja auch die Prophetien (z.B. auch die alttestamentlichen auf das erste Kommen des Messias) nur wenig Sinn: Um den Messias zu erkennen, mussten die Juden damals historische Ereignisse (Johannes der Täufer, Jesus und seine Zeichen, den Zeitpunkt, nach Dan 9) nehmen, um dadurch die Prophetie dann ganz konkret auslegen zu können.
    Es wäre also eine falsch verstandene Bibeltreue, die Zeichen der Zeit, sprich (mögliche) erfüllte Prophetien als Meilensteine der Heilsgeschichte, einfach zu ignorieren. Es kann dann auch sein, dass im Lichte der geschichtlichen Entwicklungen plötzlich dann einige Lehrgebäude ausscheiden, die bis dahin exegetisch möglich waren. Das Selbstverständnis der Bibel widerspricht dem nicht. Im Gegenteil.

  11. Schandor meint:

    REVELATION, n. A famous book in which St. John the Divine concealed
    all that he knew. The revealing is done by the commentators, who know
    nothing.

    Ambrose Bierce

  12. ..auch wenn es vorrangig mit dem im Artikel angesprochenen Thema nichts zu tun haben mag, passt die Andacht, finde ich.

    Evangeliumsnetz – Andachten

    Datum: Montag, 21.04.2014
    Bibelstelle: Offenbarung 1, 18
    Autor: Jörgen Bauer (auftanken@evangelium.de)
    Organisation: Evangeliumsnetz e.V., Oraniendamm 70, 13469 Berlin (http://www.evangelium.de/)
    Thema: Christus der lebendige Herr der Kirche

    Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu
    Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

    Offenbarung 1, Vers 18
    Jesus Christus offenbart sich hier als der Lebendige und Ewige, der über Zeit und Raum Zeit hinausgetreten ist. Nur ein solch überirdischer Christus, der
    allgegenwärtig ist und Anteil an der unsichtbaren Wirklichkeit hat, dem alle
    Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, kann uns Helfer und Beistand sein
    und auch bei Gott für uns eintreten.

    Ein Jesus, der gestorben und endgültig tot wäre und uns lediglich moralische und ethische Werte vermittelt hätte, an denen wir uns orientieren oder es auch lassen können, hätte für uns absolut keinen Wert.

    Bei einem oberflächlichen Lesen des Neuen Testaments, könnte man dann zu
    dem Schluss kommen, dass Jesus Christus allenfalls einer von vielen Philosophen und Religionsstiftern ist, denen es um eine Verbesserung des mitmenschlichen Miteinanders, mit ungewissem Ausgang, ging.

    Lesen wir das Neue Testament aber mit gläubigen Herzen, wird klar, dass Jesus keiner war, der sich durch das Verkündigen ethischer oder moralische Regeln hervortat, sondern dass es IHM ständig um den lebendigen Gott und um unser Verhältnis zu eben diesem Gott ging.

    In seinem Tun und Reden präsentierte ER sich als Botschafter und Sprecher des lebendigen Gottes, der uns zur Umkehr einlädt, der möchte, dass wir
    zum IHM kommen, wobei Jesus auch vom ewigen Feuer für die sprach, die nicht umkehren wollen.

    Die Wunder die Jesus tat, Seine Heilungen und Totenerweckungen legitimierten IHN als den von Gott Gesandten, und die Jünger erkannten dass ER etwas
    Besonderes ist, nämlich der Sohn des lebendigen Gottes und folgerichtig erlebten IHN seine Jünger dann nach seinem Kreuzestod, als den auferstandenen Herrn, der vor ihren Augen in den Himmel aufgefahren ist und
    ihnen an Pfingsten den Heiligen Geist sandte, so wie ER es zuvor angekündigt hatte.

    Das ist es, was die Menschen hören wollen und dort, wo das biblische bzw.
    neutestamentliche Evangelium rein und lauter verkündet wird, füllen sich
    die Kirchen. Mit philosophierenden Umdeutungen werden Kirchen hingegen
    leergepredigt, selbst wenn diese einen christlichen Anstrich haben

    Die Menschen verlangen nach etwas Transzendenten, das über das Zeitliche und Vergängliche hinausgeht und dem Leben einen tieferen,
    ewigkeitsorientierten Sinn vermittelt. Deshalb haben die freien Gemeinden hierzulande zumeist einen großen Zulauf.

    Tatsachen die selbst der weltlichen Presse auffallen, wo dann von der
    Evangelischen Kirche als einer Institution berichtet wird, die sich in
    Abwicklung befindet und sich zudem mehr und mehr der Lächerlichkeit
    preisgibt.

    Das ist sehr traurig und schmerzlich. Daraus aber zu schließen, dass es mit dem
    Christentum bergab geht, wäre allerdings falsch, weil es weiterhin Grund zur
    Hoffnung gibt.

    Wenn auf der einen Seite etwas abstirbt, lässt Gott auf der anderen Seite etwas
    Neues wachsen. Die wahre Kirche geht nicht unter. Dafür sorgt unser wahrhaftig auferstandener Herr und Heiland Jesus Christus.

    Jörgen Bauer

  13. Schandor meint:

    Markus, wir kennen die Zukunft nicht und können sie auch nicht kennen, da uns die Heilige Schrift keine „Roadmap“ an die Hand gibt, Geschichte zu deuten. Man hat Jesu Ölbergreden verschiedentlich futuristisch, historisch, symbolisch und präteristisch gedeutet. Je nachdem, was einem einleuchtet, baut man darauf. Aber die Zukunft kennen wir nicht und können nichts darüber wissen. Man kann nur hellsichtig (wie Nietzsche und andere) erkennen, was bei der derzeitigen Lage der Dinge wahrscheinlich passieren wird. Die Nebelkerzen „Antichrist“ „Armageddon“ resp. „Weltuntergang“, die vom katastrophilen Dispensationalismus weltweit so stark befeuert worden sind, sind – um es mit einem bei euch Deutschen so ungemein beliebten Wort zu sagen – viel zu „problematisch“, um darüber genaue Auskünfte erteilen zu können.

  14. Bitte, wo war Nietzsche hellsichtig ???
    Er war frustriert und enttäuscht und wütend… was sicherlich zu einer Art Hellsichtigkeit führen kann, aber nicht zu einer nützlichen. Und auch obwohl seiner Meinung nach Gott tot ist, gibt es doch immer noch echte Christen.
    Ausserdem muss man Jesu Ölbergreden nicht deuten, sondern lesen.
    Wenn man die Bibel als Ganzes nimmt, erschliesst sich sehr wohl, was gemeint ist.
    Autorentipps: Dave Hunt, Georg Walter, Roger Liebi, Ernst G. Maier, Andre Vornholt.

  15. Markus meint:

    @Schandor
    Woher weißt(!) Du, dass uns die Schrift keinerlei Roadmap an die Hand gibt? Ich sage ja nicht, dass diese Roadmap notwendig eindeutig oder sehr konkret sein muss. Die Bibel, auch das NT, ist aber voller Prophetie und die bezieht sich meist auf die Zukunft. Jesus Christus sagt selbst: Die Schrift ist es, die von mir zeugt. Und die Juden wussten einiges, was auf den Messias zutreffen wird.
    War die Ankündigung der Zerstörung des Tempels und Jerusalems in der Ölbergrede Jesu nur symbolisch gemeint und die Erfüllung gut 30 Jahre später nur Zufall? Die Christen haben sie meines Wissens beherzigt und sind vor der totalen Zerstörung Jerusalems aus der Stadt geflohen, was sie gerettet hat. Sie hatten die Prophetien ernst und literal genommen.
    Du schreibst aber: „Man hat Jesu Ölbergreden verschiedentlich futuristisch, historisch, symbolisch und präteristisch gedeutet.“ Das ist natürlich ein soziologisches Argument: Menschen haben verschiedenes behauptet, also weiß man es nicht. Ein solches Argument ist aber offensichtlich sehr schwach. Es muss uns doch (in gewisser Weise) völlig egal sein, was die Leute sagen oder mal gesagt haben – es sei denn sie haben stichhaltige, konkrete, überprüfbare Argumente vorgebracht.
    Die Frage ist auch nicht, ob wir ein Verständnis nicht mögen, weil es „katastrophil“ ist. Sondern die Frage ist allein, welche Argumente dafür oder dagegen sprechen. Alles andere ist kein rationaler Zugang zur Wirklichkeit bzw. nimmt die Bibel als Wort Gottes nicht so ernst, wie ich meine, dass man es tun sollte.

  16. Schandor meint:

    Liebe Jutta, bist Du sicher, dass Du Nietzsche verstanden hast? 😉

    … Jesu Ölbergreden nicht deuten, sondern lesen – oje. Wo doch alles so klar dasteht. Seltsam, dass das die meisten Menschen nicht erkennen können, was?

    Und Dave Hunt bzw. Roger Liebi gehören (was Endzeitfragen betrifft) neben Fruchtenbaum & Konsorten auf keinen Fall zu den Autoren, denen ich in dieser Frage irgend eine Autorität beimesse. Vielleicht liest Du mal den Artikel von Joachim Schmitsdorf, der über eine Neuveröffentlichung Roger Liebis spricht. Dort wird gezeigt, welch kruden Unsinn die dispensationalistische Endzeitkatastrophilie hervorbringen kann. Solche Blüten treibt der fundamentalistisch-ungeschichtliche Biblizismus, der sich selbst für die einzig redliche Sicht hält …

  17. Markus meint:

    @Schandor,
    irgendwie scheinst Du mir hartnäckig die Sachebene zu meiden 😉

  18. Markus meint:

    Wieder etwas mehr zurück zum Thema. Ein wichtiger Aspekt zur Durchsetzung der antiethischen Ideologie ist m.E. eine tiefgreifende sprachliche Manipulation. Früher hieß das, was heute als „Homosexualität“ bezeichnet wird nämlich ganz anders. Kant nannte es: „Crimen carnis contra naturam“. Die Bibel nennt es de facto: „Widernatürliche Unzucht“. Und so hieß es auch vor der 1968-Unterwanderung.
    Das heißt, dass eine (vermeintliche) normativ-moralische Neutralität bzw. Gleichwertigkeit heute manipulativ in die Sprache gepackt wird.
    Mein Appell: Wir sollten uns dieser Sprachmanipulation nicht unterwerfen und widernatürliche Unzucht „widernatürliche Unzucht“ nennen! (Genausowenig sollten wir Kindstötung „Schwangerschaftsabbruch“ nennen usw.)

  19. rolf eicken meint:

    c.:Markus: ich kann mich an der hier sehr komplizierten, theoligschen Diskussion nicht beteiligen, weil ich ein absoluter Laie bin. Zur Homosexualität m/w.: Hat sich einer der Beteiligten die Homos. ausgesucht oder wurde er ohne sein wissentliches Zutun so? Homosexualität ist nicht die Norm, sondern eine auf eine Minderheit beschränkte sexuelle Neigung. Ist sie deshalb „widernatürlich u. Unzucht“? Die Normalität ist der/die Herterosexuelle; aber dürfen wir die anderen deshalb diskreminieren; denn sie können nichts dafür.
    Wogegen ich mich wehre, ist, dass ich als Hetero mich schon fast entschuldigen muss und die Homos es so darstellen, als sei ihre Neigung ganz normal.
    Ansonsten bin ich absolut damit einverstanden, dass wir uns vor der sprachlichen Manipulation in allen Lebensbereichen hüten müssen und wachsam sein sollten.

  20. Markus meint:

    @ Rolf, ich sehe das so: Wir haben Versuchungen. Sie können (unzüchtiger) sexueller Art sein. Sie können Versuchungen zu Aggressionen sein, zu Hass, zu Gewalttaten bis hin zu Mord, Diebstahl und alles mögliche. Ein Aspekt der Versuchung ist immer der Art, dass er ohne unser Zutun ist. Auch Jesus Christus wurde versucht. Dieses Versuchtwerden ist nicht schuldhaft bzw. unmoralisch.
    Aber jetzt kommt unsere Verantwortung ins Spiel.
    a) Anerkennen wir, dass dasjenige, zu dem uns die Versuchung treiben will, ggf. schlecht ist? Anerkennen wir gottgegebene ethische Maßstäbe?
    b) Sind wir bereit dagegen zu kämpfen, innerlich „Nein“ zu sagen oder, wo es ganz schwer ist, Hilfe zu ersuchen?
    Ob nun entsprechende sexuelle Handlungen, sei es in der Phantasie oder in der Tat, unzüchtig und/oder widernatürlich sind, ist eine normativ-ethische Frage (dasselbe gilt für Diebstahl, Mord etc.). Wir können sie nur beantworten, wenn wir ein normativ-ethisches Fundament haben. Atheisten z.B. haben kein solches Fundament, genauso wie Menschen, die eine göttliche Offenbarung ablehnen. Sie können, von einem logischen Standpunkt aus betrachtet, gar keine normativ-ethischen Aussagen machen. (Was sie leider nicht davon abhält, dies zu tun und das oft besonders aggressiv.)
    Nach biblischen Maßstäben ist sexueller Verkehr unter Männern widernatürliche Unzucht. „Widernatürlich“ heißt, dass es wider die Natur des Menschen ist, sprich wider den Schöpfungsplan Gottes.

  21. … zwar nicht direkt zum Thema, aber darum geht es meiner Meinung nach, und damit erübrigen sich für mich zumindest weitere Kommentare:

    http://jesaja662.wordpress.com/2014/04/21/jesus-christus-unsere-einzige-hoffnung-jesus-chrsit-our-only-hope/#more-3281

    http://jesaja662.wordpress.com/2014/04/20/auferstanden/

    http://jesaja662.wordpress.com/2014/04/19/jesus-died-for-me-jesus-starb-fur-mich/

    Und ja, ich bin sicher, dass ich Nietzsche richtig verstanden habe.
    Er mag vieles richtig erkannt haben, ich bin ziemlich sicher auch, dass er zu den Hochsensiblen gehört hat, und die leiden sehr an der Ungerechtigkeit der Welt, und auch an sich selbst, aber trotz allem war er zu bequem, sich selbst in Zweifel zu ziehen und bei sich selbst anzufangen. Eine/die Lösung hat er aus der falschen Ecke erwartet.
    Meist steckt dabei auch der Zorn auf sich selbst dahinter, dass man nicht wirklich mächtig ist – im Grunde ist das alles ganz einfach … zu einfach und die einfachen Wahrheiten will man nämlich immer zuallerletzt wahr haben, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.
    Ja, und deshalb sind für viele auch die Worte des Herrn Jesu zu einfach.
    Anderen ging es noch viel schlechter als ihm, es gab auch welche, die waren weitaus intelligenter als er – aber alles auf die anderen und „die“ Gesellschaft zu schieben, ist einfach.

    … im sexuellen Bereich – so wird es uns verkauft – haben wir die einzige noch verbleibende Möglichkeit uns selbst zu verwirklichen … warum sonst redet keine der sogenannten “ Mainstreammedien“ von der Zunahme der Geschlechtskrankheiten, der gebrochenen Herzen, der Frustration, der Besuche bei Psychiatern und Therapeuten, der Markt der Lebenshilfebücher wächst ohne Ende… warum sind alle diese erfolgreichen schönen erotischen begehrten, meist bisexuellen Menschen medikamentensüchtig, alkoholabhängig, drogenabhängig, beziehungsuntauglich usw usw…
    ????????????

  22. Schandor meint:

    @Rolf

    Je höher Sie „aufsteigen“ werden (Sie wissen, was ich meine), desto stärker werden Sie sich diesbezüglich noch wundern … 😉

  23. @Markus

    Zur „Wachsamkeit“ im Sinne von:

    1Kor 16,13 Seid wachsam! Steht im Glauben fest! Seid mutig und stark!
    1Petr 5,8 Seid wachsam und nüchtern! Euer Feind, der Teufel, schleicht um die Herde wie ein hungriger Löwe. Er wartet nur darauf, dass er jemand von euch verschlingen kann.

    besteht Grund und Notwenigkeit… insbesondere vor dem Hintergrund des obigen Artikels! Eine „Wachsamkeit“ im Sinne von Mt24:32-33 ist m. E. vollkommen unnötig und unangebracht. Denn Du zitierst die Mahnung unseres Herrn unvollständig. Ich will zumindest die nächsten zwei Sätze noch mitzitieren:

    „Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und Blätter treibt, so erkennt ihr, daß der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles seht, so erkennt, daß er nahe vor der Türe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht (genea=Geschlecht, Generation) wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“

    Christus mahnt dem Text folgend also nicht allgemein alle kommenden Generationen, oder eine, zu einer später kommenden Endzeit existierenden Generation, sondern explizit die damals lebende Generation (wie bereits vorher bspw. in Mt12:45; 23,36 etc.).

    Zum reformatorischen Sola Scriptura Prinzip, respektive der Allgenugsamkeit der Schrift: Dieses besagt, dass der Heilige Geist nicht unabhängig von oder gegensätzlich zu den Inhalten der Bibel spricht. Das reformatorische Prinzip des Sola Scriptura ist eine Überschrift für diverse exegetische Mittel, welche aus der Schrift selbst erschlossen wurden.

    Das Zeitgeschehen außerhalb des biblischen Zeit- respektive Offenbarungskontextes, welcher seinen Höhepunkt in Christus fand (Hebr1:1-2), kann und muss als exegetisches Mittel ausgeschlossen werden, überführt vielmehr alle dispensationalistischen Ausleger der Eisegese. Die Prophetie des AT besteht aus Offenbarungen Gottes mit christologischen, soteriologischen und ekklesiologischem Inhalt, enthüllte letztlich ein kosmisches Geheimnis, das Zeugnis über das Kommen des Erlösers, Gott in Person.

    Das Selbstverständnis der Schrift widerspricht solch spekulativer (dispensationalistischer) Eisegese. Die Apostel bzw. deren Zeitgenossen befanden sich in dem o. g. biblischen Offenbarungszeitrahmen und konnten die Erfüllung der Prophetie (Vers 34) in ihrer Generation erleben.

    Uns bleibt „wachsam“ gegenüber den wechselnden Zeitgeistern zu bleiben, dies (selbst-)kritisch, mahnend und einladend zu Christus zu begleiten.

  24. Schandor meint:

    @Alexander Schnebel

    Herzlichen Dank für die gute Darstellung!

  25. .. zu guter Letzt:
    was ist mit dem zweiten Kommen des Herrn ???
    Habe ich etwas verschlafen ?

  26. @Andreas
    „Das Zeitgeschehen außerhalb des biblischen Zeit- respektive Offenbarungskontextes, welcher seinen Höhepunkt in Christus fand (Hebr1:1-2), kann und muss als exegetisches Mittel ausgeschlossen werden“

    Wohl wahr, und entsprechend sind die Anmerkungen zum Ölbaumgleichnis auch mehr als berechtigt.

    Erlaube allerdings die Frage, inwiefern deine eigenen weiteren Ausführungen sich von dieser falschen Methodik qualitativ unterscheiden:

    „Die Prophetie des AT besteht aus Offenbarungen Gottes mit christologischen, soteriologischen und ekklesiologischem Inhalt, enthüllte letztlich ein kosmisches Geheimnis, das Zeugnis über das Kommen des Erlösers, Gott in Person.“

    Messianische Prophetien sind zwar vorhanden, aber in sehr geringem Umfang, und um diese zu „christologischen“ Inhalten werden zu lassen ist die HInzunahme von späterer Zeitgeschichte nötig. Ekklesiologische Prophetien gibt es nicht, kann es per Definitionem von Ekklesiologie und Ekklesia auch gar nicht geben. Und Soteriologie ist als terminus technicus auch untrennbar mit der Person Jesus Christus verknüpft, existiert davor also auch noch nicht – bzw wird durch diese Formulierung oder das Konzept nach vorne projiziert, und das heißt, eisegetisiert. Zu guter Letzt impliziert deine Definition von AT-Prophetie, dass diese sich zum überwiegenden Teil auf die (aus der Sicht der ersten Adressaten) Zukunft bezieht. In Wirklichkeit ist aber das Gegenteil der Fall.

    Deine Charakterisierung des AT riecht für mich deshalb aus allen Poren nach dem, was du anderen vorwirfst – Eisegese.

  27. Markus meint:

    @Andreas
    bin gerne offen für Hinweise. Aber Du greifst eine Übersetzungsmöglichkeit, wenn auch vermutlich die häufigste, von „genea“ heraus. Es könnte z.B. auch „Geschlecht“, wie das Volk der Juden bedeuten. Du deutest also etwas als sicher, was bestenfalls eine erhöhte Wahrscheinlichkeit hat, und wirfst den anderen fehlende Bibeltreue vor. Wobei ich diese Stelle nur angeführt habe, weil hier die Schrift uns selbst auf die Zeichen der Zeit verweist. Siehe auch das, was ich dazu zuvor sagte – worauf Du inhaltlich leider nicht eingegangen bist.
    Dann beziehst Du Dich bei Deinem konkreten sola scriptura Verständnis (das übrigens nicht wirklich klar ist) nicht auf die Bibel, sondern auf eine – doch letztlich auch menschliche – Tradition. Auch die Pharisäer und Schriftgelehrten haben die Zeichen der Zeit nicht beachtet, hielten sich selbst aber für besonders schrifttreu und sind letztlich Traditionen gefolgt, ohne es reflektiert zu haben.
    Leider ist es unschöne Tradition, den anderen, die nicht exakt das eigene Lehrgebäude haben, pauschal mangelnde Bibeltreue vorzuwerfen. Selber merkt man gar nicht, wo man überall seine (keinesfalls logisch zwingende) Deutungen und Denkvoraussetzungen mit dem Schrifttext selbst verwechselt.

  28. @Jörg

    Wir entfernen uns damit wohl etwas vom eigentlichen Thema…

    Du magst meinen Ansatz nicht teilen, aber dieser Ansatz findet sich ausdrücklich in den Aussagen Christi und der Apostel (christologischer Schlüssel, „was Christum treibet“ etc), welche die gesamte Schrift auf Christus bezogen.

    Die die Schrift als ein zusammenhängendes Werk verstanden, in welchem durch Adam die Sünde und der Tod zu den Menschen kam und durch Christus, die bereits in der Ewigkeit geplante Erlösung und das Leben zu denen gelangt, die glauben. Einem Heilsplan, der von Genesis 1:1 bis Offenbarung 22:21 kontinuierlich, ohne Brüche entfaltet wird.

    Es ist derjenige, der meint die Schrift auseinander dividieren zu können, der m. E. Eisegese betreibt und dies auf drastische Weise.

  29. Schandor meint:

    Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
    wenn erst nach dem Tode Gerechtigkeit käme,
    erst dann die Herrschaft der Herren,
    erst dann die Knechtschaft der Knechte
    vergessen wäre für immer.

    Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
    wenn hier auf der Erde alles so bliebe,
    wenn hier die Herrschaft der Herren,
    wenn hier die Knechtschaft der Knechte
    so weiterginge wie immer.

    Doch der Befreier vom Tod ist auferstanden,
    ist schon auferstanden, und ruft uns jetzt alle
    zur Auferstehung auf Erden,
    zum Aufstand gegen die Herren,
    die mit dem Tod uns regieren.

    Kurt Marti

  30. Roderich meint:

    @Jutta,
    zur Klarstellung: grundsätzlich finde ich die Wachsamkeit sehr wichtig; dazu gehört auch, dass einem die Schwere und Tragweite der heutigen Verirrung, wie sie sich in Gender Mainstreaming auftut, klar wird. Daran mangelt es vielen Christen, und es ist erfreulich, dass Du offenbar so nah an Gott bist, dass Du diese Dinge klar wahrnimmst.
    Ich bin nur gegen die etwas reflexhafte Aussage, es müsse bald der Antichrist kommen. Das haben schon so viele Generationen vor uns gedacht (z.T. mit guten exegetischen Gründen: Luther sprach vom Antichristen in Rom, der in der Stadt der 7 Hügel residiert etc.).
    Man kann sicher auf beiden Seiten vom Pferd fallen:
    – die Ernsthaftigkeit der (schlimmen) Situation heute im Westen unterschätzen, oder
    – die Möglichkeiten Gottes zu einer Erneuerung unterschätzen. (Oder im schlimmsten Fall beides. Am besten aber: keines von beiden.)
    (Wieher.)

    Jutta, Nietzsche war schon schlimm, aber dass er sehr hellsichtig war, darin sind sich doch viele auch christliche Kommentatoren einig. (Etwa wenn er die Konsequenzen des Atheismus schon sah, oder die heuchlerischen Aspekte eines Kulturprotestantismus und deren Ablehnung der Wahrheit durchschaute. Vieles der Kritik von Nietzsche am „Christentum“ ist eigentlich gar keine Kritik am biblischen Christentum).

    Siehe das Buch „Nietzsche als Diagnostiker der Gegenwart“ von Günter Rohrmoser – sehr zu empfehlen. Das heißt aber nicht, dass man Nietzsche auch „ethisch“ gutfinden muss, er hatte eine atemberaubende Gratwanderung gemacht, aber – so muss man befürchten – die Kurve nicht mehr bekommen und hat vermutlich Gott nicht mehr wirklich kennengelernt. Schade. Nietzsche ist Gift für viele, aber er war auch sehr hellsichtig.

    @Markus,
    die „Die Rückführung der Juden nach Israel seit 1880“ könnte ein Indiz sein – sie würde v.a. in einer prämillennialistischen Auslegung ein Indiz sein können, aber auch da kein zwingendes.
    Aus Amill-Sicht wäre die Nation Israel nichts besonderes – ohne Christus sind es Ungläubige, und fast alle Israelis kennen Jesus Christus nicht. (Christus ist Zentrum der Weltgeschichte, nicht Israel).
    Gott ist einfach dabei, seine Worte in Römer 9-11 zu erfüllen, indem er einige Leute der Juden sozusagen „in den Stamm“ zurückpropft. Es geht dann um die Einzelnen, nicht so sehr um Israel als Land.
    Solange sich Israelis nicht bekehren, also ohne Jesus sind, haben sie keinen Anteil am ewigen Leben und sind im Prinzip wie Heiden – für die wir also beten müssen, dass sie Jesus kennenlernen.

    – Ein Postmillenialismus, der sagt, dass im Grunde alles besser wird, z.B. dass große Erweckungen kommen, wo die Bibel vielmehr von massiven Verführungen spricht.

    Erstens meine ich nicht, dass Postmillennialismus zu Mangel an Wachsamkeit führen muss. (Aber vielleicht kannst Du mal einen postmillennialistischen Schriftsteller heute nennen, bei dem Du das beobachtest? Oder ist das mehr eine „Vermutung“?)
    Zweitens sagen Postmills ja nicht, dass HEUTE alles besser werden muss, sondern nur auf lange Sicht. Wenn der Postmillennialist glaubt, dass der Postmillennialismus wahr war, muss er auch glauben, dass er auch vor 1933 und vor Lenin/Stalin wahr war, und muss diese gottlosen Regierungen rückwirkend auch im Rahmen seines Systems erklären. (Jemand, der um 1900 Postmill war, hätte dann diesen großen Abfall auch einbeziehen müssen).
    Es handelt sich aus postmill Sicht um gottlose Staaten, die die Christen verfolgen. Das hat es immer gegeben, und wird es auch in Zukunft geben, auch in postmill Szenarien.
    Der Postmill denkt auch meistens nicht, dass die gesamte Welt sich bekehren wird, sondern nur einzelne Länder, und darin eine gewisse (sehr einflussreiche) Minderheit etc.

    Genauso könnte ein Prämillennialist offen sein für Erweckungen, eine neue Reformation, etc., da ja der große Abfall „erst später“ kommt, denn der Prämill – wenn er wahr ist – war auch schon vor der letzten Reformation wahr, und muss diese Erneuerung der Gesellschaft und das neue Aufblühen des Evangeliums und der christlichen Kultur rückwirkend in sein Geschichtsbild einbauen.

    Ich denke Postmills wie Gary North, Rousas Rushdoony, Greg Bahnsen und andere waren (und sind noch – denn Gary North lebt noch) sehr hellsichtig was die Gottlosigkeit der gegenwärtigen Zeit angeht.
    Auch kann man Calvin keine Ignoranz gegenüber dem Sittenverfall vorwerfen, und doch sprach er in der Institutio (z.B. bei der Auslegung des Vater Unser) vom wachsenden Reich Gottes auf Erden.

    Nun gibt es offenbar viele Mischformen. Ohne hier nähere Kenntnis zu haben: ich glaube Thomas von Aquin war Amillennialist, sprach aber auch von den „quasi figura antichristi“, also den Vorläufern zum Antichristen, welches unchristliche Staatsoberhäupter im Laufe der Geschichte gewesen sind, die Christen verfolgen.

  31. arivle meint:

    Toller Artikel, aber noch mehr imponieren die vielen guten Erklärungen / Beiträge dazu.
    Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Religionen, vor allem Menschen, die einer bestimmten Religion zugehörig sind. Fest zu stellen ist, dass Religionen immer als Motiv für eine Fehl-Entwicklung herhalten muss, gleich um welchen Glauben es dabei geht. Die „Ultras“ beziehen sich auf das Wort, die „Modernen“ auf den Zeitgeist………….beide haben nicht recht.
    Religion bedeuten Mitleid, Aufrichtigkeit, Tolleranz und Respekt. Lebten alle Menschen nach diesen Richtlinien, gäbe es keine Kriege und keinen Hunger. Keine Verbrechen an Mensch und Natur.

  32. @ arivle:

    Was meinst du mit „Die „Ultras“ beziehen sich auf das Wort“?

  33. Roderich meint:

    @Josef, arivle,
    „Ultras“ ist ein relativer Begriff. „ultra“ in Bezug auf was:
    – Ultra-großzügig
    – Ultra-treu
    – Ultra-heimtückisch
    – Ultra-gut
    – Ultra-böse
    (es hängt als vom Bezug ab, ob das Ultra das Wort in etwas sehr schlechtes oder etwas sehr gutes verwandelt). Ob etwas „ultra“ ist, sagt also noch gar nichts.
    Mir scheint da auch so ein Vorurteil mitzuschwingen, nach dem Motto „der goldene Mittelweg ist immer die Wahrheit“ – das ist in seltenen Fällen wahr, aber oft auch nicht. Zwischen Hitler und Helmut Kohl sollte man jedenfalls nicht „die goldene Mitte“ nehmen.
    Sonst könnte ein jedes falsches unchristliches Extrem das Ergebnis verfälschen, indem man das Richtige mit dem Falschen mittelt. Nur um ein „Ultra“ zu vermeiden…
    Also – ultra-mittig kann auch falsch sein… 🙂

  34. @ Roderich:

    Netter Beitrag, aber keine Antwort auf meine Frage:).

    Hauptsache was gesagt (oder geschrieben), oder? 🙂 (Bitte mit Humor nehmen!:))

    Einfach arivle antworten lassen, dann gibt es hoffentlich die Antwort:).

  35. rolf eicken meint:

    @Roderich: ich bin ganz Ihrer Meinung.
    Aber: a) im Krieg und in der höchsten Not, ist der Mittelweg der Tod.
    b) Maß und Mitte gehören bei Aristoteles zu den Kardinaltugenden.
    Als Beispiel – die rechte Mitte zw. Tollkühnheit und Feigheit ist die Tapferkeit, die ebenfalls zu den Kardinaltugenden gehört. D.h., im Alltag ist die Mitte häufig die rechte Wahl, aber nicht immer. (s.o.)
    Gruß
    Rolf

  36. ..nachchristliche Sexualität ist vorchristliche Sexualität:
    http://www.gemeindenetzwerk.org/?p=10720

    ja, klar, man kann immer von beiden Seiten vom Pferd fallen …

  37. Roderich meint:

    @Josef,
    OK, vielleicht ist Dir der Sinn meiner Aussage nicht klar geworden: arivle hat in gewisser Weise „ultras“ mit denen, die Gottes Wort ernstnehmen gleichgesetzt. Ich habe nur kurz dargestellt, warum „ultras“ ein leeres Wort ist. Es ist ein emotional besetztes Schimpfwort, was aber keinerlei Aussagekraft hat.

    Die eigentliche Antwort auf DEINE Frage muss er Dir selbst geben.

    @Rolf,
    ja, und Aristoteles hatte sicher ein gutes Augenmaß bezüglich der „Mitte“. Das ist aber wie gesagt nicht bei jedem so, und „Mitte“ ist nicht automatisch gut. (Sie kann es aber sein – wenn die „Extreme“ korrekt gewählt sind).

  38. @ Roderich:

    Wenn dem so ist, nun, ich glaube an das Wort Gottes (Bibel) bzw. ich glaube Gott.

    @ arivle:

    Wenn du das liest, kommt dir das vielleicht so vor, dass es nicht sein kann, aber die Bibel ist einzigartig in dem Sinne, weil es so deutliche Unterschiede im Vergleich zum Islam/Buddhismus etc. aufweist, dass man nur über Gottes Wort staunen kann bzw. über Gott selbst staunen kann.

    Zum Beitrag: Diese heutigen Sodom und Gomorrah-Zustände wurde ja schon vorhergesagt.

  39. @ Arivle:

    Sie können ruhig schreiben, wenn ich irgendwas Angreifendes geschrieben habe.

  40. Der Artikel ist hervorragend und bringt die Sache auf den Punkt. Doch in wessen Interesse kann es liegen, die kulturelle und spirituelle jahrtausende lange Ordnung zu zerstören? Religion war immer schon im positiven Sinn das unverzichtbare „Opium“ für das Volk ! Es sind jene Kräfte, welche sich der Freimauerei von Anfang an bemächtigt haben und denen diese Ordnung dem Ziel zur Neuen Weltordnung im Wege steht. Es ist ein faust´scher satanischer Geist, der geradezu vor Kirche und Gottesdienst nicht halt macht? Eine Antwort hierauf findet sich u.a. in der Schrift von G.M.Pachtler „Der stille Krieg gegen Thron und Altar“, erwähnt im Buch „Der fremde Agent“ von Brünning. Pachtler zitiert aus den „Instruktionen“, die sich in der vatikanischen Informationsschrift „Civilta` cattolica“, qua 607, 2.ott.1875, p85, e segg.“ befinden. Unter dem Kapitel „Die Entsittlichung der Völker als Aktionsmittel der Hochgrade“ schreibt Pachtler: „Der entsittlichende Einfluß der Freimaurerei geht aus dem vorstehenden Abschnitt mit Evidenz (Deutlichkeit) hervor… so auch aus dem Brief eines Hochgradfreimaurers“, Zitat: „Ermüden wir also nie, die Menschen zu entsittlichen…sie müssen das Laster mit allen fünf Sinnen einathmen, in sich hineintrinken, sich damit sättigen. Die Welt ist immer bereit, obszöne schlüpfrige Lehren aufzunehmen. Macht erst die Herzen lasterhaft, und ihr werdet keine Katholiken mehr haben…Der beste Dolch für die Ermordung der Kirche, der beste Stoß in ihr Herz ist die Entsittlichung. Also ran ans Werk“! Die Indoktrination läuft nach der bewährten „Fenstertheorie“ des amerik. Soziologen Dr. Joseph Overton. Der Zerfall ist scheinbar nicht mehr aufzuhalten, trotzdem sollten wir uns bemühen, trotzdem eine Moralordnung aufrecht zu erhalten und unsere Kinder in solche Richtung zu erziehen. In einer solchen Ordnung hat Homosexualität absolut keinen Platz; sie ist widernatürlich, pervers, krank, dekadent und in höchstem Maße zerstörerisch! Solche Menschen sind ob ihrer psychischen sexuellen Degeneration und impotentia generandi zu bedauern, aber wegen der moralischen Zersetzungsgefahr der FAMILIE als absolut einziger gesunder Nucleus eines gesunden Volkskörpers niemals zu akzeptieren.

  41. Schandor meint:

    Die Situation ähnelt der von 1933.

    In den Neunzigern ist man als dummer Verschwörungstheoretiker betitelt worden, wenn man auf dergleichen zu sprechen kam. Heute sind diese Dinge bekannt, auch wenn einige Ignoranten absichtlich darüber hinwegsehen. Vieles von dem, was Jan Udo Holey in seinem Buch (Geheimgesellschaften im 20. Jahrhundert) noch als ultrageheim einstufte, ist heute dank Internet bekannt geworden. Die Zahl derer, die vorher und nachher darüber geschrieben haben, ist Legion. Aber es nützt nichts mehr – es ist zu spät, genau wie die Protokolle der Weisen von Zion es vorhergesehen haben (Das Dokument ist im deutschsprachigen Raum verboten, da es sich um eine „Fälschung“ handelt; seltsam dabei ist nur, dass das, was dort beschrieben ist, so ungeheuer genau auf unsere Zeit passt, die vorgeblich jüdische Verfasserschaft einmal ausgenommen). Der Turmbau zu Freimau ist errichtet – wie leicht sie es doch hatten. Tragedy or Hope?

  42. Schandor meint:

    Helmut Thielicke sagt:

    Es mag also sein und es ist gewiß so, daß man die Botschaft der Liebe (und damit die Botschaft des Evangeliums überhaupt) nicht ausrichten kann, ohne gleichzeitig die Planungen und Taten der Liebe zu betreiben, d. h. eine Organisation der Weltgestalt in Angriff zu nehmen, die prophylaktisch die Misere von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit zu verhüten hilft, die damit der Entfremdung des Menschen und der Blockierung seiner Hörfähigkeit entgegenwirkt und zugleich Chancen zur Menschwerdung vermittelt. Man kann die Botschaft der Liebe, man kann das Evangelium nicht so „an den Mann bringen“, daß man gleichzeitig die Welt unverändert läßt. Dann nämlich würde man das Evangelium als falschen Trost gegenüber einer Misere mißbrauchen, die der Mensch verschuldet hat. Man würde es Evangelium ohne Gesetz sein lassen: Man würde sich der Infragestellung unseres Soseins und unseres Weltzustandes verweigern, der gegenüber das Evangelium allein gilt. Man würde es wiederum zu einer Botschaft vom „lieben Gott“ machen, der den einzelnen in seiner Misere mit Wohlwollen begleitet, aber unfähig ist, den Willen zur Änderung zu entbinden. Es gliche dann jenem ohnmächtigen Greis in Wolfgang Borchers Drama „Draußen vor der Tür“, der über das Unglück seiner Menschen greint, aber ihm nicht zu wehren vermag. Ein so verstandenes Evangelium der bloßen Vertröstung müßte in der Tat als Opium für das Volk verstanden werden. Sein Jenseits wäre ein taktisch ersonnenes Paradies, das den Menschen willig macht, in der Misere des Jetzt passiv auszuharren. So würde es zu einem dämonischen Mittel, mit dessen Hilfe man den status quo stabilisiert – während die vom Evangelium ausgehende Botschaft der Liebe doch gerade die Veränderung der Verhältnisse und Strukturen fordert.

    (Der evangelische Glaube, S. 313f.)

    Das ist unser heutiges Evangelium, wie es die Mainstream-Kirchen verbreiten. Und wenn ich mir ansehe, wie ohnmächtig das Reich Gottes gegen den Genderwahnsinn ist, muss die Frage erlaubt sein: Haben wir Luthers Zwei-Reiche-Lehre falsch verstanden? Müssen wir hier die vielzitierte andere Wange hinhalten? Haben wir denn überhaupt noch eine Chance? Oder sind wir bereits nach 1933?

  43. rolf eicken meint:

    @ Verehrter Schandor, lassen Sie sich doch nicht manipulieren. Was da von Fr. Dr. Schuler über die Freimaurerei geschrieben wird, ist für die heutige FM kapitaler Unsinn. Das gilt auch für die Aufklärung. Freimaurer haben kein Problem mit der Kirche. Eher ist es umgekehrt. Das liegt aber daran, dass FM eben frei von Dogmen sind und nach Kants „sapere aude“ selbst denken und nicht vordenken lassen und Kirche immer von Dogmen abhängig ist. Es gibt den Freimaurerorden, da muß der, der aufgenommen werden will, Christ sein und Jesus als Sohn Gottes von Herzen bejahen, sonst wird er nicht aufgenommen. Also, laßt die Kirche im Dorf.
    Gruß
    Rolf

  44. Schandor meint:

    @Rolf

    Sie sind noch lange kein Ritter Kadosch – und das merkt man Ihren Aussagen ab. Sie Bedauernswerter …

  45. rolf eicken meint:

    @Schandor, da bin ich ja froh, dass ich mit dem Ritter Kadosch nichts am Hut habe. Ich vergaß zu bemerken, dass mir Ihr Beitrag v. 7.5. gut gefallen hat. Nur der Hinweis auf 1933 ist etwas zu starker Tobak.
    Gruß
    Rolf

  46. Schandor meint:

    @Rolf

    Danke. Sie sind ein interessanter Zeitgenosse – ich finde es schön, dass Sie auf Theoblog sind. Vielleicht gelingt es uns in der Zukunft, zu einigen weiteren Übereinstimmungen zu kommen!

  47. Jetzt auch die Kath. Kirche!
    Lebensgestaltungsformen „abseits der Ehe“ spielen keine Rolle mehr; jede Form von Diskriminierung, „gegen wen auch immer“, sei abzulehnen:
    http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/62313.html

    Das Sakrament der Ehe spenden sich die Brautleute aus Mann und Frau durch die sexuelle Vereinigung mit Samenerguß in die Vagina; dieser Text im Corpus Canonici („penetratio vaginae per membrum virilem adque seminatio intra vagina“) wurde inzwischen abgeändert: Jetzt genügt schon die „feierliche Verbindung des Paares durch den Priester“! Kann demnach also das „Paar“ durch „Gleichgeschlechtliche“ ausgetauscht werden? Ist das schon die Weichenstellung?

    http://terragermania.com/2014/02/18/osira-lehrergewerkschaft-elektroschocktherapie-gegen-heterosexuelles-verhalten/
    Unter “Lesbische und schwule Lebensweisen – ein Thema für die Schule” unterstützt die Lehrergewerkschaft in Baden-Württemberg eine frühest mögliche “Sexualisierung” der Kinder Auf Seite 20 der Publikation findet sich “Der heterosexuelle Fragebogen” mit 12 Fragen an das Kind:
    1. Woher, glaubst du, kommt deine Heterosexualität?
    2. Wann und warum hast du dich entschlossen, heterosexuell zu sein?
    3. Ist es möglich, daß deine Heterosexualität nur eine Phase ist und daß du diese Phase überwinden wirst?
    4. Ist es möglich, daß deine Heterosexualität von einer neurotischen Angst vor Menschen des gleichen Geschlechtes kommt?
    5. Wissen deine Eltern, daß du heterosexuell bist? Wissen es Deine Freundinnen und Freunde? Wie haben sie reagiert?

  48. 6. Eine ungleich starke Mehrheit der Kinderbelästiger ist heterosexuell. Kannst Du es verantworten, deine Kinder heterosexuellen Lehrer/innen auszusetzen?
    7. Was machen Männer und Frauen denn eigentlich im Bett zusammen? Wie können sie wirklich wissen, wie sie sich gegenseitig befriedigen können, wo sie doch anatomisch so unterschiedlich sind?
    8. Obwohl die Gesellschaft die Ehe so stark unterstützt, steigt die Scheidungsraten immer mehr. Warum gibt es so wenige langjährige, stabile Beziehungen unter Heterosexuellen?
    9. Laut Statistik kommen Geschlechtskrankheiten bei Lesben am wenigsten vor. Ist es daher für Frauen wirklich sinnvoll, eine heterosexuelle Lebensweise zu führen und so das Risiko von Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaft einzugehen?
    10. In Anbetracht der Übervölkerung stellt sich folgende Frage: Wie könnte die Menschheit überleben, wenn alle heterosexuell wären?
    11. Es scheint sehr wenige glückliche Heterosexuelle zu geben; aber es wurden Verfahren entwickelt, die es dir möglich machen könnten, dich zu ändern, falls du es wirklich willst. Hast du schon einmal in Betracht gezogen, eine Elektroschocktherapie zu machen?
    12. Möchtest du, daß dein Kind heterosexuell ist, obwohl du die Probleme kennst, mit denen es konfrontiert würde?

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