Neue Sehnsucht nach Religiosität in der Kunst

Die zeitgenössische Kunst hat die Religiosität wiederentdeckt. Es gebe einen »neuen Hang zum Heiligen«, berichtet das Kunstmagazin art in der Titelgeschichte seiner Februar-Ausgabe. idea schreibt:

Unter der Überschrift »Christus wird heute in Hollywood gekreuzigt« weist die Zeitschrift auf Exponate, Skulpturen und Filme mit religiösen Bezügen hin. So sei das Kino heute ein Raum der Magie, »in dem wir bereit sind, alles Mögliche zu glauben«. Zwar seien die zahlreichen Kunstwerke mit religiösen Bezügen nicht unbedingt Ausdruck einer neuen Gläubigkeit der Künstler, so »art«. Jedoch lasse sich die »Imprägnierung der Kunst mit Religion bis in den Alltag des Kunstbetriebs beobachten«: »Museen haben Kirchen als vornehmste Bauaufgabe der Architektur abgelöst und sind zu Kunsttempeln und Meditationsstätten geworden. Viele Besucher erwarten im Museum Erbauung.« Die Kunst sei heute gegenüber der Religion autonom geworden. Sie wolle sich nicht mehr in den Dienst von Glaubensgemeinschaften spannen lassen und keineswegs die 2.000 Jahre alte Tradition fortsetzen‹ »religiöse Inhalte in die Herzen der Betrachter zu senken«.

Mehr: www.idea.de.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Kunst ist nicht autonom, sondern laesst sich immer „in den Dienst von Glaubensgemeinschaften spannen“, die Frage ist nur, von welcher. (Meistens von der Sichtweise des Kuenstlers, bewusst oder unbewusst).
    (Z.B. saekularer Humanismus, Existentialismus, Romantizismus, etc.)
    Der Unterschied ist vermutlich, dass die christliche Glaubensgemeinschaft mehr institutionalisiert ist und auch „offiziell“ ein Gottesdienst ist, waehrend die anderen es implizit sind, und das nur nicht so bewusst feiern. …

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