Nicht mit dem Wort Gottes „herumtricksen“

Vor Versuchen in der Verkündigung, die christliche Botschaft den Wünschen der Hörer anzupassen, hat der Leiter der evangelistischen Aktion ProChrist, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), gewarnt. idea schreibt:

„Wir Evangelisten stehen pausenlos in der Versuchung, das Evangelium so zu verdrehen, dass es den Leuten gefällt“, sagte der ehemalige CVJM-Generalsekretär am 18. Februar in Gunzenhausen (Mittelfranken). Er hielt dort eine Bibelarbeit vor der Mitgliederversammlung des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften). Parzany: „Wir tricksen nicht mit dem Wort Gottes herum.“ Er sprach über eine Stelle aus dem 2. Korintherbrief (4,1-6), in der es im Vers 5 heißt: „Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er sei der Herr …“ Parzany rief ferner dazu auf, mehr Vertrauen in die Kraft des Evangeliums zu haben. Was heute fehle, sei ein tiefer Glaube „an die Wirksamkeit des Wortes Gottes, das nicht leer zurückkommt“.

Hier: www.idea.de.

Kommentare

  1. Johannes meint:

    Amen.

  2. Könnte es sein, dass er dieser Versuchung jedoch selbst erliegt? Wenn ich Wolfgang Nestvogels Untersuchung der Vorträge von Parzany bei ProChrist lese (hier: http://www.clv-server.de/pdf/255968.pdf, S. 62ff.), kann ich mich dieses Eindrucks nicht erwehren – auch wenn man Nestvogel nicht in jeder Schlussfolgerung zustimmen muss.

  3. Vielleicht hat auch Parzany dazugelernt – ganz auschließen kann man das ja nicht 😉

    Gruß
    Peter

  4. Alsterstewart meint:

    Ich vermute, dass annähernd jeder Verkündiger in der Versuchung steht, den Menschen nach dem Munde zu reden und ihren Predigten zu bieten, nach denen ihnen die Ohren jucken. Dazu gibt es meistens viel zu viel Interaktion zwischen dem Prediger und der (hoffentlich) zuhörenden Gemeinde. Nur sind nicht alle so weit wie Parzany, dass sie dies auch offen zugeben.

  5. Matthias meint:

    Die Frage ist dazu ist doch:
    Wer legt fest, wo das Wort verdreht ist und wo nicht? Dazu wird es unter gläubigen Christen die verschiedensten Antworten geben und dann gehen schon die Diskussionen los. Die
    aktuell unter Christen bewegten Themen sprechen doch hier eine deutliche Sprache.

    Wenn von einigen christlichen Leitern geistliche Aussagen wie 2. Kommen Jesu, reale Auferstehung Jesu, Absolutheitsanspruch des Evangeliums, Notwendigkeit einer persönlichen Entscheidung u.ä in Frage gestellt werden ist die Frage wo dann die gemeinsame Basis klar wird. Oder es wird bei diesen Fragen m.E. oft herumgeeiert wird und keine klare Position mehr bezogen. Das aber tut Not!!!

    Andererseits diskutieren wir als Christen über Frauenordination, Taufe, Toronto-Segen, geistliche Kampfführung und ähnliche Fragen, die uns in der Gemeindepraxis unterscheiden können, aber nicht davon abhalten sollten, uns als geistliche Einheit in Jesus zu sehen.

    Oft habe ich den Eindruck, dass der Teufel uns an Nebenschauplätzen bindet, wir dort unsere Kraft vergeuden und das Wesentliche dabei nicht mehr klar herausgestellt wird und wir als Christen über Gemeindegrenzen nicht geistlich zusammenstehen.

    Die Hauptsache ist eben immer noch, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt, aber die Hauptsache muß eben klar sein

  6. Sehr guter Beitrag!

    Ich finde Parzany macht eine unheimlich gute Arbeit, da gibt es nur sehr Wenige, die so viel bewegen wie er. Da können wir alle noch von lernen.

    Zu Nestvogel: sein Buch ist nun auch schon 8 Jahre alt, und Parzanys Predigten sicher noch älter, sonst hätten sie ja nicht in seinem Buch Platz finden können. Viel Zeit zum Lernen also. Meiner Meinung nach geht es hier mehr um Nuancen in der Gewichtung theologischer Aspekte als um grundlegende Fehler. Okay, es ist auch schon einige Jahre her, dass ich Nestvogels Buch gelesen habe… Wie dem auch sei: Ich fühle mich durch den Artikel ermutigt, auch meine eigenen Predigten zu hinterfragen!

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