EKD-Orientierungshilfe zur Familie vorgestellt

Der Vorsitzende des Rates der EKD, Nikolaus Schneider, hat heute die EKD-Orientierungshilfe zum Thema Familie vorgestellt. Er hat es sich nicht nehmen lassen, den neuen Kurs der Evangelischen Kirche mit Martin Luther zu begründen:

Das „geschichtliche Gewordensein und der Wandel familiärer Leitbilder“ setze die Orientierungshilfe der EKD voraus, so Schneider. Dabei könne sie sich auch auf Martin Luther beziehen, denn bei aller Hochschätzung als „göttlich Werk und Gebot“ erklärte Luther die Ehe zum „weltlich Ding“, das von den Partnern gestaltbar sei und gestaltet werden müsse.“ Schneider: „Aus einem evangelischen Eheverständnis kann heute eine neue Freiheit auch im Umgang mit gesellschaftlichen Veränderungen erwachsen – im Umgang mit Geschiedenen genauso wie mit Einelternfamilie oder auch mit gleichgeschlechtlichen Paaren.“

Was soll man dazu noch sagen? Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden?

Die Orientierungshilfe „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit: Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“ des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland kann hier im PDF-Format heruntergeladen werden: familie_als_verlaessliche_gemeinschaft.pdf.

Kommentare

  1. Alsterstewart meint:

    Der Gott dieser Broschüre segnet alles ab, sogar das, was in der Bibel als Sünde bezeichnet wird. Daher ist es nur konsequent, dass in der Broschüre der Begriff „Sünde“ nur an zwei Stellen auftaucht: Einmal im Zusammenhang mit dem Sündenfall, der hier als „sogenannt“ apostrophiert wird. Einmal im Zusammenhang mit biblischen Aussagen zum Thema Homosexualität, deren Relevanz für die heutige Zeit in Zweifel gezogen werden.

    Was ist dieser evangelischen Kirche das Bekenntnis noch wert, auf das sie sich in ihren Verfassungen und Gesangbüchern beruft?

  2. Nonnen meint:

    Abgesehen von Widersprüchen zu biblischen Aussagen und Befremden über die schnelle, zeitgeistangepasste Meinungsänderung, ist es eigentümlich, dass die wunderbaren Ergänzungsmöglichkeiten von Frau und Mann scheinbar vergessen wurden und der wichtige „gegengeschlechtliche Spiegel“ nicht mehr in Betracht gezogen wird.
    Das Gehirn ist das größte „Geschlechtsorgan“. Dort finden sich die wichtigsten, prägendsten und auch bereicherndsten Unterschiede zwischen Frau und Mann in den Bereichen „physiologische Abläufe“, „zentralnervöse Informationsverarbeitung“ und „genuinen, also angeborenen Denk- und Bewertungsprinzipien“. In Denk- und Bewertungsprinzipien, welche sich eben nicht einfach beispielsweise mit unterschiedlichen sozialen Erfahrungen in der Kindheit oder sonstigen sozio-kulturellen Einflüssen erklären lassen.
    Frauen haben z. B. mehr graue Gehirnzellen und weniger verknüpfende Nervenfasern im Gehirn: „Frauen können die einen Dinge besser, Männern die anderen; wir müssen lernen, einander zu helfen“.
    Damit und mit weiteren Unterschieden in den männlichen und weiblichen Gehirnen ist eine optimale Ergänzungsmöglichkeit der beiden Geschlechter trotz Konfliktstoff gegeben; Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2013)

  3. kapeka meint:

    Ich werde mir das mal genau anschauen, was da steht. Aber das, was ich bisher daraus und darüber gelesen habe, klingt nicht gut. Wie Alsterstewart schon gesagt hat: Die Konsequenz dieser Hermeneutik, die hier zutage tritt, lautet: Normativ ist nur der gesellschaftliche Status Quo und die Kirche hat sich dieser Norm zu beugen und auch das Wort Gottes dementsprechend zu beugen.
    Ich frage mich nur, wann die Freikirchen da ganz offen nachziehen.

  4. Johannes Strehle meint:

    Der Verband Familienarbeit e. V.
    bezeichnet das aktuelle Familienpapier der EKD als Dokument der Hilflosigkeit.
    „Das … Papier der EKD …
    gibt die bekannten Auffassungen der Wirtschafts- und Erwerbswelt wieder,
    die heute die Politik bestimmen.
    Unabhängige Denkansätze sind nicht zu finden.
    Die Lebensfrage der Familien,
    wie deren Erziehungsaufgabe von der Gesellschaft behandelt wird,
    wird ausgespart.
    Das Papier verfehlt sein Thema.
    Sein Sinn ist für uns nicht erkennbar.“
    „Im Papier der EKD werden Armutsrisiko und Zeitmangel zwar angesprochen,
    aber die Frage nach den Ursachen wird nicht gestellt.
    Es werden sogar ’sozialpolitische Transfers‘ zugunsten der Familien erwähnt.
    Die ein Mehrfaches betragenden Transfers zulasten der Familien
    im Rahmen der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung
    werden dagegen ignoriert – ebenso wie in der Politik.“
    “Politiker orientieren sich an den Interessen der Wähler.
    Sie tendieren daher dazu,
    Familieninteressen zu vernachlässigen, weil Kinder keine Wähler sind.
    Kirchen sind aber nicht von Wahlen abhängig.
    Sie sollten es sich leisten,
    die Situation der Familien auf sachlicher Basis zu untersuchen, zu bewerten
    und Korrekturen anzumahnen.
    Schade, dass es im Papier dazu nicht einmal einen Ansatz gibt.“

  5. Siegel Karl-Heinz meint:

    Eine Kirche, die Sünde zur Normalität erhebt, hat ihren Anspruch, das Wort GOTTES zu verkünden verspielt. Ob es möglich sein wird das verlorene Vertrauen erneut rückzugewinnen dürfte sehr fraglich sein.

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