Nimmt die Christenverfolgung weltweit zu?

Die Anschläge im Norden Nigerias richten die öffentliche Aufmerksamkeit auf die schwierige Situation der Christen weltweit. Anlässlich dieser jüngsten Ereignisse hat die DEUTSCHE WELLE mit Prof. Christoph Sauer über die wachsende religiöse Intoleranz gesprochen:

Für Experten ist die jüngste Eskalation der Gewalt die Folge einer lange unterschätzten Entwicklung. „Schon seit hundert Jahren ist in Afrika ein Wettlauf ‚Islam gegen Christentum‘ im Gange, und Nigeria liegt – wie der Sudan – genau auf der Linie des Zusammenstoßes“, erklärt Christof Sauer, Friedensexperte am International Institute for Religious Freedom (IIRF). Im Interview mit DW-WORLD.DE berichtet er von regelmäßigen Übergriffen, bei denen Menschen an Straßensperren aus Bussen gezerrt und nach ihrer Religion gefragt würden. „Je nach Antwort wird manchen dann der Kopf abgeschlagen.“

Eine Untersuchung des IIRF aus dem Jahr 2009 zufolge, leben 70 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern mit starker Einschränkung der Religionsfreiheit. Wissenschaftliche Erhebungen, wie viele der weltweit mehr als zwei Milliarden Christen religiös verfolgt werden, gibt es nicht. Im September 2011 hatte Kurt Kardinal Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, den Anteil der Christen unter den aus religiösen Gründen verfolgten Personen aber auf 80 Prozent geschätzt.

Mehr: www.dw-world.de.

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